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100 Meisterwerke – Teil 28: Carsten Fock & Geldorp Gortzius

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Carsten Fock, Untitled (Detail), 2008, 160,4 x 133,5 cm, Oil on Canvas, Courtesy SØR Rusche Collection Oelde/Berlin

Zart, fast schwerelos sitzt das freundliche Jesuskind zwischen seiner Mutter Maria und seiner Großmutter Anna. Die beiden Frauen bilden die rahmende Hülle um das göttliche Kind in diesem nahezu quadratischen Gemälde des Künstlers Geldorp Gortzius aus dem Jahr 1604.

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Geldorp Gortzius, Die heilige Anna Selbdritt, 1604, 129 x 122,5 cm, Oil on Wood, Courtesy SØR Rusche Collection Oelde/Berlin

Als Halbfiguren werden die drei Generationen nahsichtig in einem schlichten Raum präsentiert, der lediglich durch eine steinerne Rückwand und eine grünlich schimmernde Textildraperie akzentuiert wird. Der von oben einfallende Lichtstrahl trifft direkt auf das Jesuskind und lässt es hell erstrahlen. Sein Kopf ist nach vorne geneigt und wird von einem feinen Strahlennimbus hinterfangen. Die rechte kleine Hand hat es zu einem leichten Segensgestus erhoben, während es, von einem Tuch weich umfangen, auf dem Arm seiner Mutter ruht.

Diese befindet sich am linken Bildrand. Der Marienikonografie entsprechend trägt sie ein rotes Kleid mit blauem Umhang. Über das offene Haar hat sie einen zarten Schleier gelegt; ein ähnlicher Stoff säumt auch den Ausschnitt des Kleides. Die Hände umfassen liebevoll ihren Sohn, während das feine, fast noch kindlich anmutende Gesicht dem Betrachter zugewandt ist. Ihre Mutter Anna, die Großmutter des Jesuskindes, hingegen widmet ihre volle Aufmerksamkeit dem Enkelsohn. Mit eleganter Geste bietet sie diesem ein Paar Kirschen dar, das sie von einem stilllebenhaft arrangierten Früchteteller genommen hat, der vor der Personengruppe auf einer steinernen Platte steht. Mit ihrer linken Hand ist sie im Begriff nach einem Apfel zu greifen, dem Symbol für die Überwindung des Sündenfalls durch Jesus.

Das Gesicht der Hl. Anna ist konzentriert auf das Jesuskind gerichtet. Die Physiognomie zeigt ähnliche Züge wie das Antlitz ihrer Tochter, erscheint in seiner Rundlichkeit jedoch sichtlich älter. Anna trägt ein schlicht geschnittenes Kleid, das lediglich durch die unterschiedlich glänzende Farbgestaltung von Ärmeln, Oberteil und Rock eine Aufwertung erhält. Nicht locker fallend, sondern eng gebunden, verdeckt ein weißes Tuch ihre Haare.

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Geldorp Gortzius, Die heilige Anna Selbdritt (Detail), 1604, 129 x 122,5 cm, Oil on Wood, Courtesy SØR Rusche Collection Oelde/Berlin

In manieristischer Formensprache stellt der Künstler das Motiv der Anna Selbdritt dar, das seit dem 15. Jahrhundert eine große Verbreitung findet. In der Erweiterung der genealogischen Reihe kommt der Auserwähltheit Mariens eine besondere Bedeutung zu. Auch ihre Mutter Anna wurde nur durch göttliches Wirken von ihrer Unfruchtbarkeit befreit und konnte dadurch die ab ihrer Zeugung von der Erbsünde befreite Gottesmutter Maria zur Welt bringen. Jesu Ankunft auf Erden ist demnach eine planvoll göttlich gestaltete.

Um an die Geburt Jesu zu erinnern feiern wir Weihnachten. Mit vielerlei Traditionen begehen wir heute diese Feiertage. Von den Adelspalästen her kommend, hielt der lichtergeschmückte Tannenbaum seinen Einzug in das bürgerliche Wohnzimmer ebenso wie die abendliche Bescherung der Kinder. In Gemälden wie dem des Geldorp Gortzius findet das Weihnachtsfest als Fest der Kinder seine Entsprechung und die Geburt des Erlösers wird emotional nahbar vermittelt.

Wie anders stellt uns der zeitgenössische Künstler Carsten Fock den erwachsenen Jesus vor Augen. Mit furchteinflößendem Habitus konfrontiert er den Betrachter. Nicht das kleine Jesuskind mit freundlichem Segensgestus, zärtlich umfasst von seiner liebenden Mutter, sondern formatausfüllend, allmächtig und herrschaftlich ist der Gottessohn hier zu sehen.

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Carsten Fock, Untitled (Detail), 2008, 160,4 x 133,5 cm, Oil on Canvas, Courtesy SØR Rusche Collection Oelde/Berlin

Unvermittelt zeichnet sich die Halbfigur mit gelben Umrisslinien vor einem schwarzen Hintergrund ab, der durch den gleichen wilden Pinselduktus charakterisiert wird, mit der auch die Gestalt des Erlösers gemalt ist. Das Gesicht Jesu wird von einem Vollbart umrahmt. Das Haupt ist der Tradition entsprechend von einem Nimbus hinterfangen. 

Von Anfang an zeichnet sich die Christusikonografie durch eine Dualität aus. Bereits im Mittelalter wählten Künstler zwei unterschiedliche Wege, die Menschen zur Andacht anzuregen. Es gab die freudvolle Weise, die sich in Madonnendarstellung mit dem Jesuskind manifestierte, die die mütterliche Liebe zu ihrem Sohn zum Thema hatte und es gab Darstellungen von der Passion Christi, die mittels der compassio die Gläubigen zum Mitleiden anregen sollten. Kein fühlender Mensch wird sich weder dem Glück, das eine Mutter über ihr neugeborenes Kind empfindet, noch der Trauer, die diese erleidet, wenn ihr Sohn getötet wird, entziehen können.

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Carsten Fock, Untitled, 2008, 160,4 x 133,5 cm, Oil on Canvas, Courtesy SØR Rusche Collection Oelde/Berlin

Mit dem Einsetzen der Renaissance kam zur Vermittlung religiöser Inhalte und der Förderung der Frömmigkeit noch einer weiterer Aspekt hinzu. Auch Bilder religiösen Inhaltes wurden nun mit den Maßstäben der Kunst gemessen.

Sowohl inhaltliche als auch formale Vielfalt und Kunstfertigkeit zogen nun in die sakrale Kunst ein. Die künstlerische Charakterisierung Jesu wurde variantenreicher und vielgestaltiger. Neben dem Kind, dem Erleider der Passion, dem Auferstandenen oder dem Triumphator bereicherte der furchteinflößende Gottessohn die christliche Ikonografie. Die berühmteste dieser Darstellungen ist sicherlich Michelangelos Weltenrichter aus seinem Fresko des Jüngsten Gerichtes an der Stirnseite der Sixtinischen Kapelle in Rom. Entschlossen trennt er die Menschheit in Verdammte und Selige. Sein Urteil ist so unerbittlich, dass selbst Maria, die Fürsprecherin der Menschen, sich ängstlich von ihrem Sohn abwendet ob seines Furors. Terribilità nannten die Zeitgenossen diesen Ausdruck. Ein Begriff der sich nur annähernd mit einer erhabenen „Schrecklichkeit“ oder „Gewalt“ übersetzen lässt. Carsten Focks Erlöser erinnert in seiner Wirkmacht an diese Christusgestalt aus dem 16. Jahrhundert.

Obwohl er nicht dem Weltengericht vorsitzt, leistet er sich weder Schwäche noch Nachgiebigkeit. Er ist strikt, gerade und aufrecht. Er bezieht Haltung und Stellung, auch in einer unsicheren Umgebung.

Wirkt diese Gestalt auf den ersten Blick düster und bedrohlich, so wird bei näherer Betrachtung deutlich, dass sie es ist, die das Licht mit sich bringt. Der Widerschein schlägt sich bereits im Antlitz nieder. Mit Entschlusskraft schreitet der Erlöser voran, um das Licht weiter zu verbreiten.

So vertraut und freundlich uns gerade zur Weihnachtszeit die lieblichen Jesuskinder sind, so tröstlich ist doch der Gedanke, dass der erwachsene Erlöser auch in dunkler Zeit den Fackelschein sicheren Schrittes voranträgt.

 

Dr. Teresa Bischoff, Kunsthistorikerin, ist in der Welt der Alten Meister ebenso zu Hause wie in der zeitgenössischen Kunst. Studium der Kunstgeschichte, Literatur und Geschichte an der Universität Erlangen und der Università La Sapienza Rom. Studienaufenthalte in Basel zu Emilie Linder und Paris zur Ikonologie des Louvre. Lehre an der Universität Erlangen und Hochschule Ansbach. Wissenschaftliche Assistentin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Forschungsprojekt zur deutschen Figurenmalerei des 21. Jahrhunderts. Kuratorin der Ausstellung “Gute Kunst? Wollen!” http://www.mmkoehnverlag.de/gute-kunst-wollen-eine-kritische-untersuchung-der-sor-rusche-sammlung-oeldeberlin/

Dr. Teresa Bischoff, Kunsthistorikerin, ist in der Welt der Alten Meister ebenso zu Hause wie in der zeitgenössischen Kunst. Studium der Kunstgeschichte, Literatur und Geschichte an der Universität Erlangen und der Università La Sapienza Rom. Studienaufenthalte in Basel zu Emilie Linder und Paris zur Ikonologie des Louvre. Lehre an der Universität Erlangen und Hochschule Ansbach. Wissenschaftliche Assistentin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Forschungsprojekt zur deutschen Figurenmalerei des 21. Jahrhunderts. Kuratorin der Ausstellung “Gute Kunst? Wollen!” http://www.mmkoehnverlag.de/gute-kunst-wollen-eine-kritische-untersuchung-der-sor-rusche-sammlung-oeldeberlin/

Lit.: Hans-Joachim Raupp (Hrsg.): Historien und Allegorien. Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts der SØR Rusche Sammlung. Münster 2010. S. 162-166.

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100 Meisterwerke – Teil 16: Alicja Kwade & Jacob Duck

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König Balthasar, Jacob Duck, entstanden zwischen 1628 und 1655,  87 x 68 cm, Öl auf Leinwand, Courtesy SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

In seinem zielgerichteten Vorwärtsstreben hält der edel gekleidete Mann nur für einen kurzen Moment inne und blickt den Betrachter über seine linke Schulter mit konzentriertem, jedoch nicht ungehaltenem, Gesichtsausdruck an. In Anbetracht der wichtigen Mission, in der sich König Balthasar befindet, ist sein Verhalten jedoch nachvollziehbar. Kostbarste Geschenke wollen er und seine weisen Mitstreiter aus dem Morgenland dem neu geborenen Gottessohn darbringen. So steht es im Matthäusevangelium geschrieben:

Und siehe, der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen. Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar. Mt 2, 9-11

Caspar, Melchior und Balthasar, wie die weitgereisten Könige der Überlieferung nach heißen, sind nach den Hirten die Nächsten, die das göttliche Kind mit eigenen Augen betrachten dürfen. Sie werden Zeugen eines wahrhaftigen Wunders. 

Noch ist König Balthasar jedoch nicht am Ziel seiner Reise angelangt, umso verständlicher wirkt das ungeduldige Vorwärtsdrängen dieser von Jacob Duck nahezu in Lebensgröße ausgeführten Halbfigur. Eine intensive Spannung liegt in diesem kurzen Moment des Innehaltens, der in barocker Manier an den Betrachter nah herangerückt wird. So nah, dass man die Kostbarkeit aller Materialien erkennen kann. Fest umklammert hält Balthasar den aus schimmerndem Gold gearbeiteten Buckelpokal. Nicht verleugnen kann der Künstler Jacob Duck in der minutiösen Detailverliebtheit der Darstellung dieser Gabe seine vormalige Ausbildung zum Goldschmied. Von einem goldenen Licht durchwirkt scheint aber auch die Kleidung zu sein, mit der der König diesem anderen, neuen König seinen Respekt zollt. Fast haptisch erfahrbar fällt der üppige Stoff des Umhangs über den Arm und füllt damit jene Lücke zwischen Betrachter- und Bildraum nahezu illusionistisch aus. In großzügigem Volumen wechseln sich verschattete Faltenpartien und glänzend gehöhte Erhebungen ab. 

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König Balthasar (Detail), Jacob Duck, entstanden zwischen 1628 und 1655, 87 x 68 cm, Öl auf Leinwand, Courtesy SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Kontrastreich in ihrer realitätsnahen Altersdarstellung streckt sich unter dem ausladenden Stoff die linke Hand nach vorn. Nicht nur für die formale Struktur des Bildaufbaus ist sie in ihrer Rahmen nachzeichnenden, rechtwinkligen Haltung relevant: sie ist richtungsanzeigend und beschützt mit der latent abwehrenden Geste die teure Gabe in der anderen Hand. Vorsichtig tariert sie zudem die Balance der in ihrem Bewegungsablauf Halt machenden Figur aus. 

Am Handgelenk wird ein Teil des zarten weißen Stoffes sichtbar, der im Brust- und Schulterbereich als fein plissiertes Hemd erkennbar wird, über dem der König eine graue Jacke trägt. Angestrengt und leicht erschöpft wirkt das von einigen Falten und Furchen durchzogene, von einem Vollbart umrahmte, sprechende Männergesicht mit den fragenden Augen. Der ausladende, leicht schräg gedrehte, silbrig weiße Turban auf seinem Haupt wird von einer Zackenkrone bedeckt.

Meisterhaft versteht  es  der in Utrecht geborene Maler, an einer einzigen Figur die gesamte Komplexität einer der schönsten und bekanntesten biblischen Geschichten zu erzählen, wobei das wundersame, lenkende Leuchten des Sterns lediglich durch einen grafischen Lichteinfall angedeutet ist. Nur auf einen König konzentriert und dadurch herausgelöst aus der üblichen Ikonografie der Anbetung des Kindes durch die Hl. Drei Könige, wählt Jacob Duck die größtmögliche Intensität, indem er den Geschichtsablauf sowohl formal als auch inhaltlich bricht. Nicht mehr überhöht und distanziert ist das Geschehen der Anbetung gezeigt, sondern menschlich und nahbar der Moment davor: Aus dem bisweilen fast überirdisch anmutenden Weisen aus dem Morgenland wird ein älterer, leicht angestrengter Mann, der trotz der weiten Reise seine beste Kleidung trägt und mit ängstlicher Entschlossenheit auf das teure Geschenk achtet, das er als Willkommensgruß für das Jesuskind bereithält. Diese einfache Sicht auf das göttliche Wundergeschehen ist das Anrührende an diesem Gemälde. Der luxuriös-elegante Umgang mit den Stofflichkeiten ist hierbei kein Widerspruch, sondern eine anmutige, niederländische Beigabe zu dem von Caravaggio stark inspirierten italienischen Verismus. 

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Alicja Kwade, Kohle, 2006, 77 Kohlebriketts mit 24 Karat vergoldet, Courtesy SØR Rusche Sammlung, Oelde/Berlin

 

Die zeitgenössische Künstlerin Alicja Kwade wählt einen ähnlichen Weg, scheinbar Gegensätzliches miteinander in Verbindung zu bringen. 77 Kohlebriketts mit den handelsüblichen Maßen 5 x 6,8 x 17,3 cm hat sie mit Gold überzogen und auf einem Sockel gestapelt. Erinnert dieses Vorgehen an alchemistische Versuche, aus unedlen Stoffen edle zu machen, war diese Sensation der Luxurierung eines billigen Alltagsgegenstandes durch Gold im Jahr 2006 sogar der  Zeitung Bild einige Zeilen wert. Als „die Frau, die aus Briketts Gold macht“ wurde die Künstlerin damals betitelt. In dieser leicht verfälschenden Aussage steckt der alte Wunsch etwas zu können, was der Mensch bekanntermaßen bis heute nicht vermag: Gold herzustellen. 

In einer Zeit, in der fast alles möglich scheint und sogar der Mensch Konkurrenz bekommt durch künstlich erzeugte Intelligenz in menschlicher Robotergestalt, bleibt die Goldherstellung immer noch Utopie. Und so steht dieses Material wie kein anderes für Seltenheit, Schönheit, Luxus, Wert und Beständigkeit. Gold ist der Inbegriff der Kostbarkeit; eine Tatsache, derer sich bereits Goethe in seinem Faust bewusst war, wenn er schrieb: „Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles!“ 

Auch Alicja Kwade kann kein Gold erzeugen. Sie nutzt es. Sie legt ironisch den Finger in die alte Wunde der, den Menschen so leicht täuschenden, Oberfläche, die sich in unserem Sprichwort: „Es ist nicht alles Gold, was glänzt“ am deutlichsten ausdrückt. Unter der sehr dünnen Goldschicht versteckt sich weiterhin die schmutzige, schwarze, zwar nützliche, aber profane Kohle. Oder spielt der Titel „Kohle“ doch eher auf das umgangssprachliche Synonym für Geld an? Gold, Geld, Kohle ist die sprachliche Klimax, die dem Werk der Künstlerin zugrunde gelegt wird, das kritisch die zeitgenössische, (inhalts)leere Verehrung eines Materials hinterfragt. 

Aber schon unsere Vorfahren setzten sich mit den vielschichtigen Assoziationen auseinander, die diesem Material innewohnen, und erzählten sich Geschichten, in denen Gold das bestimmende Thema war: das goldene Vlies, das die Argonauten versuchten zu finden, das goldene Kalb, das die Israeliten umtanzten, der goldene Apfel, der von Paris an die schönste Göttin überreicht wurde, das erstrebte Gold des Midas, der fast daran zugrunde ging, das Gold, das die Hl. Drei Könige dem Jesuskind überreichten. Bis heute verleihen wir Goldmedaillen an die Besten und sprechen von goldenen Zeitaltern, wenn es uns gut geht. Die Reihe ließe sich beliebig fortführen. 

Die menschliche Faszination hinsichtlich dieser besonderen Materie ist eine hochkomplexe Angelegenheit, da das Gold schon immer beides war: „Die Farbe der Verehrung und das Verehrte selbst.“ 

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König Balthasar, Jacob Duck, entstanden zwischen 1628 und 1655, 87 x 68 cm, Öl auf Leinwand, Courtesy SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Der niederländische Maler Jacob Duck lässt seinen König Balthasar nicht nur einen im Zeitgeschmack des 17. Jahrhunderts gestalteten Pokal aus Gold überreichen, vielmehr taucht er zum Zeichen der Würdigung der biblischen Historie sein ganzes Gemälde in einen feinen, goldenen Schimmer. Welchen ehrfurchtsvolleren, künstlerischen Weg als diesen gäbe es, um das Wunder der Menschwerdung Gottes auszudrücken?

Dr. Teresa Bischoff, Kunsthistorikerin, ist in der Welt der Alten Meister ebenso zu Hause wie in der zeitgenössischen Kunst. Studium der Kunstgeschichte, Literatur und Geschichte an der Universität Erlangen und der Università La Sapienza Rom. Studienaufenthalte in Basel zu Emilie Linder und Paris zur Ikonologie des Louvre. Lehre an der Universität Erlangen und Hochschule Ansbach. Wissenschaftliche Assistentin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Forschungsprojekt zur deutschen Figurenmalerei des 21. Jahrhunderts. Kuratorin der Ausstellung “Gute Kunst? Wollen!” http://www.mmkoehnverlag.de/gute-kunst-wollen-eine-kritische-untersuchung-der-sor-rusche-sammlung-oeldeberlin/

Dr. Teresa Bischoff, Kunsthistorikerin, ist in der Welt der Alten Meister ebenso zu Hause wie in der zeitgenössischen Kunst. Studium der Kunstgeschichte, Literatur und Geschichte an der Universität Erlangen und der Università La Sapienza Rom. Studienaufenthalte in Basel zu Emilie Linder und Paris zur Ikonologie des Louvre. Lehre an der Universität Erlangen und Hochschule Ansbach. Wissenschaftliche Assistentin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Forschungsprojekt zur deutschen Figurenmalerei des 21. Jahrhunderts. Kuratorin der Ausstellung “Gute Kunst? Wollen!” http://www.mmkoehnverlag.de/gute-kunst-wollen-eine-kritische-untersuchung-der-sor-rusche-sammlung-oeldeberlin/

Literatur:

Hans-Joachim Raupp (Hrsg.): Historien und Allegorien. Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts der SØR Rusche Sammlung. Münster 2010. S. 118-122.

Ausst. Kat. Goldrausch. Gegenwartskunst aus, mit oder über Gold. Nürnberg 2012. S. 26.

Kassia St Clair: Die Welt der Farben. Hamburg 2017. S. 98.

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100 Meisterwerke – Teil 4: Pieter Hugo & Leonaert Bramer

„Die Welt kann hart sein. Und zärtlich zugleich.“ (Pieter Hugo)

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Pieter Hugo, Pieter and Maryna Vermeulen with Timana Phosiwa, 2006, Fotografie, © Michael Stevenson Gallery, Courtesy of SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande, zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten. Da das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem. Und ließ versammeln alle Hohenpriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschte von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also steht geschrieben durch den Propheten: ,,Und du Bethlehem im jüdischen Lande bist mitnichten die kleinste unter den Fürsten Juda’s; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein HERR sei.” Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernte mit Fleiß von ihnen, wann der Stern erschienen wäre, und wies sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein; wenn ihr’s findet, so sagt mir’s wieder, daß ich auch komme und es anbete. Mt. 2:1-8

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Leonaert Bramer (1596-1674), König Herodes befragt die Schriftgelehrten, 45.5 x 71 cm, Öl auf Holz, Courtesy of SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Im Matthäusevangelium steht dieses Geschehen beschrieben, das dem niederländischen Künstler Leonaert Bramer (1596-1674) als Textvorlage für sein Gemälde „König Herodes befragt die Schriftgelehrten“ gedient hat. Es ist eine wenig bekannte Nebenszene der Weihnachtsgeschichte, die nur selten in der bildenden Kunst ihren Niederschlag gefunden hat. Diese Erzählung aus Schrecken, Wissbegier, Angst vor dem drohenden Machtverlust, versteckter Niedertracht und dräuender Brutalität zu verbildlichen, stellt für einen Künstler sicher eine große Herausforderung dar, vor allem da die Hauptfigur, das Jesuskind, nicht gezeigt werden kann. Verschattete Gesichter, reduzierte Gesten, ein konzentriertes, nachdenkliches Insichversunkensein gepaart mit einer weitläufigen Bildbühne, die Distanz zum Betrachter schafft und die Figuren fast verloren wirken lässt, zeichnet eine niederländische Art der Figurenmalerei aus, die ihren Hauptvertreter in Rembrandt gefunden hat. Bramer gilt neben ihm als der bedeutendste Maler dieser subtilen gestisch-leisen, fein beobachtenden Helldunkelmalerei. Nichts deutet in dieser, wie durch goldenes Licht modellierten, rätselhaft orientalisch anmutenden Szene auf das Grauen hin, das auf die Initiative Herodes hin, erfolgen wird. Als die Hl. Drei Könige, von einem Engel gewarnt, nach dem Auffinden und Huldigen des Jesusknaben nicht bei Herodes Bericht erstatten, wo sie das göttliche Kind gefunden hatten, tötet dieser, auf Anraten seiner Schriftgelehrten hin, alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren.

Bramer wählt für den Ort der Anhörung der Gelehrten und Hohepriester eine weitläufige kulissenartige Räumlichkeit, deren einzige wahre Lichtquelle, eine von einem Diener gehaltene Fackel in der Mitte, nicht ausreicht, diese hinlänglich zu beleuchten.

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Leonaert Bramer (1596-1674), König Herodes befragt die Schriftgelehrten (Detail), 45.5 x 71 cm, Öl auf Holz, Courtesy of SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Vor einer den Großteil des Bildformates einnehmenden, ockerfarbenen Wand sitzt König Herodes auf einem überdimensioniert erhöhten und phantasievoll mit barocken Voluten ausgeschmückten Thron, der von einer kleinen Gruppe Gelehrter rückseitig umstanden wird. Ein dunkler samtener Vorhang wurde mühevoll zur Seite gezogen um den König auf seiner exponierten Position sichtbar zu machen. Prachtvoll, wie es seiner Stellung gebührt, ist er in edle Gold und Hellblau schimmernde Gewänder gekleidet, unter denen sich der wohlgenährte Leib abzeichnet. Während seine Rechte lässig auf der Armlehne ruht, umgreift die Linke ein filigranes Zepter. Auf seinem Sitz nach vorn gerutscht, lauscht er mit gesenktem Kopf, auf dem der Turban überschwer zu lasten scheint, den Ausführungen seines Hohepriesters, der vor ihm steht. Mit konzentrierter leicht gebeugter Haltung, um im Dämmerlicht die Buchstaben aus dem übergroßen Buch zu entziffern, ist dieser in eine überreich dekorierte, hellblaue, von Goldfäden durchwirkte, liturgische Phantasiegewandung gekleidet und trägt eine Mitra auf dem Haupt. Mit seinem rechten Zeigefinger deutet er zur Sicherheit auf die gelesenen Zeilen. Der schwere Foliant, aus dem er liest, wird ehrfürchtig von einem knienden Diener präsentiert. Die prophetischen Worte haben augenscheinlich Gewicht.

Zu Fackelträger, Diener und Hohepriester gesellen sich noch drei weitere Männer, bei denen es sich vermutlich um die Weisen aus dem Morgenland handelt. Ungewöhnlich passiv am Rande stehend, nur durch die glänzenden Gaben, die sie in Händen halten, können sie als diese identifiziert werden. Links vor dem architektonischen Thronunterbau des Herodes steht ein Sessel auf dem ein ebenfalls orientalisch gekleideter Mann dem Vortrag des Stehenden lauscht. Breitbeinig sitzend, in ein weinrotes Gewand gekleidet, mit goldener Kopfbedeckung auf den langen weißen Haaren und mit ergrautem Vollbart, wendet er dem Betrachter lediglich sein Profil zu. Eine Schriftrolle in der rechten Hand weist ihn als Gelehrten aus.

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Leonaert Bramer (1596-1674), König Herodes befragt die Schriftgelehrten (Detail), 45.5 x 71 cm, Öl auf Holz, Courtesy of SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Reich bevölkert wird die Szenerie von weiteren, fast von der Finsternis verschluckten, Figuren am rechten Bildrand, wo der Raum eine Erweiterung erfährt und in der Ferne ein kleiner Zug von Menschen der Hauptszene zustrebt. Erkennbar werden diese jedoch nur im schwachen Schein einer kleinen Fackel, die sie mit sich führen. Obwohl die Szenerie figurenreich erscheint, strahlt das Bild eine große Ruhe aus. Es ist nur ein kleiner Kreis, der die Tragweite der Worte zu ermessen scheint, die da in der Dunkelheit von dem Stehenden gesprochen werden. Eine wahrhaft bewusste Kommunikation verbindet nur die aus Herodes, dem stehend Lesenden und dem sitzend Lauschenden bestehende Männergruppe. In der Mitte des Dreiecks, das ihre Gestalten bilden, befindet sich das Feuer der Fackel und beleuchtet lediglich die Vorderseiten dieser drei Männer. Teilweise ist diese Aufhellung so stark, dass das kostbare Kolorit sich in ein strahlendes Weiß verwandelt. Eine lichtgewordene Prophezeiung wird Wahrheit mit der Geburt des Gottessohnes.

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Gerardus Wigmana, Die Heilige Familie, 1735, Öl auf Holz, Courtesy of SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Wie haben nun diese sogenannten Weihnachtsbilder, die die Geburt dieses besonderen Kindes natürlich nie zeigen, aber dennoch so betitelt werden, nach unserem ikonografischen Verständnis auszusehen? Meist sitzt da Maria mit dem Jesuskind auf dem Schoß, vom etwas am Rande stehenden Joseph beschützend begleitet, in einem, je nach dem Geschmack der Epoche oder des Künstlers, reicher oder ärmlicher ausfallenden, Interieur. Mutter, Kind und Vater ergeben zusammen die Hl. Familie, ein Motiv, das tausendfach in der Kunstgeschichte zu finden ist.

Der südafrikanische Fotograf Pieter Hugo (*1976) befasst sich ebenfalls mit diesem Motiv ohne dass er es bewusst religiös konnotiert hätte. „Pieter and Maryna Vermeulen with Timana Phosiwa“ aus dem Jahr 2006 zeigt ein weißes Paar mit einem schwarzen Baby auf dem Schoß.

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Pieter Hugo, Pieter and Maryna Vermeulen with Timana Phosiwa, 2006, Fotografie, © Michael Stevenson Gallery, Courtesy of SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Die Szenerie ist eine intime. Der Betrachter erblickt diese Familie in völliger Distanzlosigkeit, die ihn fast unvermittelt einen Schritt zurück treten lässt, auch aufgrund des überraschend großen Formates. Die innige Verbundenheit, die diese kleine Gruppe aber mit soviel würdevoller Freundlichkeit dem Fotografen und damit dem Betrachter offenlegt, ist so anrührend, dass man das bescheidene Interieur, die körperliche Versehrtheit und die ärmliche Kleidung fast übersieht und von diesem Anblick nicht weiter peinlich berührt ist. Ihr Glück, ihr Zentrum, vielleicht der Sinn ihres Daseins und damit der Grund dieses Fotos, ist das schwarze Baby, das die Frau fürsorglich auf ihrem Schoß hält. Mit dem linken Arm umgreift sie es, mit der rechten Hand hält sie sein Füßchen. In großer Beschützergeste legt der Mann seinen rechten Arm um die Schultern seiner Frau. Keine Koketterie, keine Eitelkeit, keine Äußerlichkeiten sind in diesem Familienporträt zu finden. Wäre dies der Grund für dieses Foto gewesen, hätte die Frau vermutlich ein vorteilhafteres Oberteil gewählt und der Mann sich für eine lange Hose entschieden, die seine Beinprothese verdeckt hätte.

Sie säßen auch nicht auf dem schäbigen, heimischen Sofa mit dem hässlich geblümten Vorhang. Dass es um derlei Äußerlichkeiten, wie sie normalerweise auf fast jedem Familienfoto zu finden sind, nicht geht, zeigt ein Blick in die Gesichter der Dargestellten. Das Lächeln ist kein gestelltes Fotolächeln, sondern ein Ausdruck der zufriedenen Freude über ihr Zusammensein. Auch ist es kein lautes strahlendes Lächeln, dazu fehlen der Frau vermutlich sogar die Zähne im Gebiss, vielmehr lässt sich sogar eine ängstliche Spur der Besorgnis erkennen. Diese Sorge ist Ausdruck des Wissens um die große Verantwortung und das Bewusstsein, wie schwer dieses Kind auf ihren Knien wiegt. Für jedermann sichtbar, haben diese beiden Menschen dieses Kind nicht von der Natur bekommen. Aus anderen, vielleicht sogar sehr schlimmen Gründen ist dieser kleine Mensch zu ihnen gelangt und sie haben sich entschieden für ihn zu sorgen. Eine Familie, die zur Familie geworden ist aus der bewussten Willensentscheidung heraus für dieses Kind sorgen zu wollen. Die Ausgangslage ist sicher nicht die Beste, sowohl in Anbetracht der schwierigen Vergangenheit als auch der Herausforderungen, die die Zukunft an sie stellen wird, ob dieser besonderen Konstellation: diese beiden Menschen nehmen die Aufgabe an.

Ähnlich ging es einer anderen Familie vor 2000 Jahren. Auch Maria und Joseph waren keine Familie im üblichen Sinn. Joseph war nicht der wirkliche Vater des Kindes. Auch ihr Start war alles andere als luxuriös und komfortabel, und Maria finden wir auf keiner Darstellung vor Freude über ihr Baby jauchzen. Auch bei ihr schlägt sich das Wissen um die große Bürde, die auf dem Leben ihres Sohnes ruht und die sie in all ihrer Mutterliebe mittragen wird, in ihrem meist melancholischen Lächeln nieder.

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Pieter Hugo, Pieter and Maryna Vermeulen with Timana Phosiwa (Detail), 2006, Fotografie, © Michael Stevenson Gallery, Courtesy of SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Pieter Hugos Fotografie wird durch seine radikal-zeitgenössische Adaption eines jahrhundertealten Bildmotivs zur Ikone. Er selbst bezeichnet dieses Werk als seine wichtigste Arbeit, da es die Quintessenz seiner Weltsicht darstellt: „Die Welt kann hart sein. Und zärtlich zugleich.“ Eine Aussage, die so zeitlos erscheint wie das Motiv. Auf sehr unterschiedlichen Ebenen spielen beide Künstler mit diesen beiden Polen des Harten und des Zärtlichen. Bramer verlegt diese Disposition auf die formale Ebene, wenn sich der aus dem befürchteten Machtverlust anbahnende mörderische Gegenschlag lediglich in der düsteren Atmosphäre andeutet, dieses Bild ansonsten aber als ein elegant komponiertes, sanft in Szene gesetztes, niederländisches Historiengemälde des 17. Jahrhunderts erscheint. Hugo dagegen kontrastiert auf inhaltlicher Ebene einen brutalen Verismus, der dem Betrachter schonungslos die hässliche Realität vor Augen stellt, mit dem vermutlich, gerade auch an Weihnachten, schönsten und menschlichsten Motiv überhaupt: dem der durch Fürsorge, Verantwortung und Liebe verbundenen Familie.

Literatur:

Hans-Joachim Raupp (Hrsg.): Historien und Allegorien. Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts der SØR Rusche Sammlung. Münster 2010. S. 70-71.

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/fotograf-pieter- hugo-this- must-be- the-place-a- 831209.html

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Dr. Teresa Bischoff (*1979) studierte Kunstgeschichte, Literaturgeschichte und Geschichte in Erlangen und Rom. Kürzlich erschien ihre Dissertation “Kunst und Caritas” über Leben und Werk der Malerin, Kunstsammlerin und Mäzenin Emilie Linder. Nach Dozententätigkeiten in Erlangen, Ansbach und Nürnberg ist sie nun wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.

 

http://www.pieterhugo.com/

 

Thomas Rusche empfiehlt Issue No. 3

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In der 3. Ausgabe der Kolumne ,,Thomas Rusche empfiehlt” verrät der Kunstsammler und SØR Inhaber seine Entdeckungen und Tipps für die Wintersaison 2016/17.      Foto, Lars Beusker

Ein guter Gin, die Umarmung schöner Frauen, romantische Abende am lodernden Kamin – all das lässt die Körpertemperatur gefühlt um ein paar Grad ansteigen. Doch nichts hält dauerhaft so rundum warm wie ein Strickpullover. Neue Qualitäten aus edelstem Kaschmir für das nur das weichste Unterfell am Bauch der Kaschmirziege verarbeitet wird, haben jetzt bei SØR  Hochsaison: lange, zweifädige Garne, verwebt in renommierten Traditionswebereien lassen Männerherzen höher schlagen und sind ein Erfolgs-Garant auf dem weihnachtlichen Gabentisch. Klassische Rundhals- und V-Neck-Optiken mit sportlichen Ellbogen-Patches überzeugen durch eine perfekte Passform. Schmal, jedoch zugleich locker geschnitten und derart hochwertig gearbeitet, dass sie gleich mehrere Kälteperioden überdauern, zählen SØR-Strickpullis zu den unverzichtbaren , luxuriösen Freizeit-Basics die 365 Tage im Jahr optimal einsetzbar sind. Elegante Knitwear bleibt eben soft und zeitlos!

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Feine SØR-Kaschmir-Pullover mit Ellbogen-Patches. Foto, Lars Beusker

Das Konzept von MMX steht für sehr viel mehr als die Produktion von Hosen und die Etablierung einer neuen Modemarke. Es geht um nicht weniger als die Neuinterpretation der perfekten Hose. Mit viel Gespür für Stil und Design entstehen aufwändig verarbeitete Hosen aus hochwertigen Materialien in hervorragender Qualität. Optimale Passformen und präzise handwerkliche Verarbeitung definieren die Kollektionen. Ausgewählte Details, eine aufwendige Innenausstattung und echte Hornknöpfe verweisen zusätzlich auf die Handwerkskunst einer Maßschneiderei. Die exklusiven Stoffe stammen aus den besten Webereien in Deutschland und Italien. MMX beweist sich als echter Durchstarter im SØR Sortiment und richtet sich an modebewusste Männer die Herkunft und Produktionsbedingungen hinterfragen und die sich für einen verantwortungsbewussten, anspruchsvollen und individuellen Lebensstil entschieden haben.

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MMX – die Neuinterpretation der perfekten Hose! Foto, Lars Beusker

Rahmengenähte Budapester, Double-Monk oder Wingtipp in schwarz und verschiedenen braun Tönen gehören seit vielen Jahren wie selbstverständlich zum Business Outfit. Doch immer häufiger sieht man aber in den trendprägenden Metropolen wie New York, Berlin und Mailand den Sneaker als Ergänzung zum Business-Look. Die aktuellen high und low Varianten haben den klassischen Turnschuh dabei verdrängt und bestechen durch luxuriöse Materialen und individuelles Desgin wie geprägt- oder bedrucktes Velour- und Napper, mit  auffallenden Farbkontrasten, weißer oder schwarzer Sohle. Trauen Sie sich ruhig und lassen Sie sich ein auf einen aufregenden Melting Pot, der klassischen Stil mit Luxus-Streetwear vereint.

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Von wegen Turnschuhe – die Luxus-Sneaker von Floris van Bommel im Reptile-Look. Foto, Lars Beusker

Seit 1981 spiegelt sich die Leidenschaft für Eleganz und Stil von Giancarlo Regaglia und seinem Sohn Andrea in den Accessoires-Kollektionen ihrer Marke Gierre Milano wieder. Krawatten, Schals und Einstecktücher von Gierre Milano zeichnen sich durch hervorragende ,,Made in Italy” Qualität aus. Professionelle Handwerkskunst wird mit moderner Technik vereint. Edle Woll-Qualitäten verleihen den Items einen schmeichelnd weichen Griff aus und verzaubern uns mit kunstvollen floralen- und grafischen Mustern.

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Gierre Milano – 100% italienischer Stil und kompromisslose Qualität. Foto, Lars Beusker

 

Die Festtage rücken immer näher und somit intensiviert sich auch der Gedanke ,, was lege ich meinen Lieben unter den Christbaum?” Mein ultimativer Tipp ist ein guter Schal oder ein schönes Tuch! Dabei lege ich größten Wert auf hochwertige Materialen und stilvolles Design. Kuscheliges Kaschmir oder robuste Lambswool, wärmen die Beschenkten und setzen gekonnt Akzente in der Wintergarderobe.

Der SØR-Kaschmir-Schal setzt herrliche Akzente auf dunklen Mänteln und Jacken. Foto Lars Beusker

Der SØR-Kaschmir-Schal setzt herrliche Akzente auf dunklen Mänteln und Jacken. Foto Lars Beusker

Neben den Fragen welches Geschenk das Richtige ist und was am Weihnachtsabend serviert werden soll, beschäftig natürlich auch immer der Gedanke ,,was soll ich anziehen?” Wer vielleicht im engsten Kreis der Familie einen gemütlichen zwanglosen Abend verbringen möchte oder  sich über die Feiertage das rustikale Ambiente einer Berghütte gebucht hat, darf selbstverständlich ein entsprechend kerniges und lässiges Outfit wählen. Eine klassische Cordhose oder eine schöne Jeans in Kombination mit einem fröhlichen Hemd oder einem Kaschmir-Pullover in der Trendfarbe Barolo sorgen für ein behagliches Tragegefühl. Ein kleiner persönlicher Tipp: Eine hochwertige Weste verleiht einem lässigen Outfit eine Prise Eleganz und ist dabei noch wunderbar wärmend.

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Die SØR-Weste aus 100% Schurwolle verleiht lässigen und kernigen Outfits eine elegante Note. Foto , Lars Beusker

Je stilvoller Sie sich kleiden um so festlicher wird Ihr Weihnachtsabend! Der ultimative Klassiker ist und bleibt der dunkle Anzug. Pure Eleganz versprüht ein mitternachtsblauer Anzug mit einer schmalen Silhouette. Wählen Sie dazu ein weißes Hemd aus feinem Tuch mit Haifisch-Kragen und Umschlagmanschetten. Einstecktücher und Krawatten mit floralen Mustern oder dem angesagten Check-Design setzen dabei farbige Akzente. Feine Oxford-Schuhe aus Kalbsleder und edle Manschettenknöpfe runden den Look stilvoll ab.

Thomas Rusche trägt  im Foto-Shooting ein schmal geschnittenes SØR Sakko aus 100% Schurwolle und ein SØR Businesshemd mit  Umschlage-Manschetten und Haifischkragen. Foto, Lars Beusker

Schmal geschnittenes SØR Sakko aus 100% Schurwolle in Nachtblau und ein SØR-Hemd mit Umschlage-Manschetten und Haifischkragen. Foto, Lars Beusker

Auch wenn für uns die besinnlichen Tage nahen, bleibt es in der Kunstszene brodelnd heiß. Die Art Basel Miami öffnet gerade die Tore, aber auch in Deutschland gibt es einige spannende Ausstellungen in den kommenden Wochen. Besonders hervorheben möchte ich dabei die Ausstellung ,,Wimpernschlag” von der Künstlerin Cornelia Schleime, die zur Zeit in der Berlinischen Galerie zu sehen ist. Die jüngst mit dem Hannah-Höch-Preis ausgezeichnete Malerin ist mit zahlreichen Werken in der SØR  Rusche Sammlung Oelde/Berlin vertreten, von denen auch einige Arbeiten in der musealen Ausstellung zu sehen sind.

http://www.berlinischegalerie.de/ausstellungen-berlin/aktuell/cornelia-schleime

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Flyer zu der Ausstellung ,,Bittersüße Zeiten – Barock und Gegenwart in der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Am 11. Dezember eröffnet die Ausstellung ,,Bittersüße Zeiten – Barock und Gegenwart in der SØR  Rusche Sammlung Oelde/Berlin” in der Städtischen Galerie Regensburg

https://www.regensburg.de/kultur/museen-in-regensburg/aktuelles/bittersuesse-zeiten-barock-und-gegenwart-in-der-sor-rusche-sammlung-oelde-berlin-in-der-staedtischen-galerie-im-leeren-beutel-vom-11-12-2016-19-02-2017

Und am 14. Januar freue ich ich schon auf den Winterrundgang in der Baumwollspinnerei Leipzig

http://spinnereigalerien.de/rundgang/

Besonders hervorheben möchte ich auch noch einmal die neue Reihe in unserem Blog: ,,100 Meisterwerke”! Die Kunsthistorikerin Dr. Teresa Bischoff untersucht in dieser Serie jeweils 50 Kunstwerke von zeitgenössischen Künstlern und Niederländischen Meistern des 17. Jahrhunderts und stellt diese gegenüber. Das Resultat ist ein spannender Dialog und ein neuer Blickwinkel der zeigt welche überraschende Nähe zwischen Werken herrscht,  die 400 Jahre Kunstgeschichte trennen. http://www.kleidungskultur-soer.de/?p=2537

Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventszeit mit aufregender Mode und spannender Kunst!

Ihr Thomas Rusche

http://soer.de

http://instagram.com/soer_rusche