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Wigéns – zeitloser Chic aus dem Småland

Photo by Wigéns

Astrid Lindgren hat es mit ihren Erzählungen berühmt gemacht: das Småland in Süd-Schweden. Es gilt als eine der schönsten Regionen des Landes. Eine der wahren Geschichten, die sich dort zugetragen haben, ist die von Oscar Wigén aus dem kleinen Städtchen Tranås. 1906 fiel dem damals 26-Jährigen auf, dass die Menschen ihren Kopf zwar für so viele Dinge benutzen, mal mehr und manchmal weniger erfolgreich, ihm aber keineswegs genügend Aufmerksamkeit zollen. Um dieses Missverhältnis zu beenden und den wertvollen Kopf zu schützen und zu schmücken, erwarb er eine kleine Manufaktur zur Herstellung von Herren- und Damenhüten. Der junge gesch.ftstüchtige Unternehmer beherrschte das Handwerk wie kaum ein anderer und so erlangte seine Firma schnell große Popularität. Schon bald wurde auch das schwedische Königshaus auf die hochwertigen Mützen, Hüte und Kappen aufmerksam und ernannte Oscar Wigén zu seinem Hoflieferanten.

Oscar Wigéns, Photo by Wigéns

Die Wigéns Manufaktur in Tranås um 1910, Photo by Wigéns

Heute, mehr als ein Jahrhundert später, ist Wigéns ein international angesehenes und erfolgreiches Unternehmen, mit einem beachtlichen Jahresumsatz von 42 Millionen Schwedischen Kronen. Nach wie vor befindet sich der Hauptsitz des Unternehmens in dem idyllischen Städtchen Tranås. 14 Mitarbeiter sind dort für Design, Ein- und Verkauf sowie für die Verwaltung zuständig. Die Produktion findet in einer Manufaktur in Estland statt. Dort sorgen 45 Damen an ihren Nähmaschinen und Zuschneidetischen mit viel Liebe zum Detail dafür, dass 220.000 hochwertige Kopfbedeckungen pro Jahr zum unverzichtbaren, modischen und funktionalen Accessoire der Wigéns-Kunden werden können.

Von Schiebermützen und Mauerseglern Viele der Wigéns-Modelle zeichnen sich durch zeitlosen Chic aus und gehören seit über 100 Jahren zum festen Repertoire des Unternehmens: Dazu gehören lässige Schiebermützen, Strohhüte, Mauersegler, Pilotenmützen, Wollfilzhüte und die traditionellen weißen Schirmmützen, welche die schwedischen Abiturienten bei ihrer festlichen Abschlussfeier tragen. Doch neben ihrem Sinn für Tradition sind die Schweden auch bekannt für ein ausgeprägtes Modefaible. Deswegen legt der Geschäftsführer Jan Gustafsson, nach eigenen Angaben, gerne mal sein Ohr auf den Boden und hört genau hin, was ihm die Buschtrommeln der Fashion-Szene berichten. Und so spiegeln sich die verschiedenen neuen Trends immer auch in den Dessins der Wigéns-Kollektionen wider. Für die Wahl der Materialien steht die Qualität an oberster Stelle: Der Tweed kommt aus Irland, das Fischgrat aus Schottland und das Elchleder natürlich aus Schweden. Ist der Winter extrem kalt und hart, freut sich Jan Gustafsson. Denn den größten Absatz macht Wigéns mit seinen Wintermützen- und kappen. Die Sommerkollektionen machen gerade einmal 20 Prozent des Umsatzes aus. Die meisten Wigéns-Kunden findet man in Nordamerika, Europa und dort, wo die Winter lang und fürchterlich kalt sind. Bis vor einigen Jahren beschrieb man den typischen Kunden in etwa so: „Männer ab 40 aufwärts, die sich beruflich oder in der Freizeit häufig an der frischen Luft aufhalten.”

Tweed Schiebermütze, Photo by Wigéns Hats-Cat

Heute sieht das ganz anders aus, die Produkte sind in der Zwischenzeit beliebte Accessoires für junge modische Männer und Frauen geworden. Ein geradezu unverzichtbares Winter-Must-Have ist die Wigéns-Ohrenklappen-Mütze mit Fellbesatz. Die Mitarbeiter sind, ganz im Sinne des Gründervaters Oscar Wigén, sehr stolz darauf, dass die Handwerkskunst aus Tranås auf der ganzen Welt Köpfe schützt und schmückt. Ob Oscar Wigén Astrid Lindgren im schönen Småland über den Weg gelaufen ist, sei dahingestellt. Aber mit allergrößter Wahrscheinlichkeit war die typische, nachtblaue Schirmmütze, die der kleine Michel aus Lönneberga bei seinen Abenteuern trug, aus dem Hause Wigéns.

Fellmütze von Wigéns, Photo by SØR

Sportliche Schiebermütze von Wigéns, Photo by SØR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text by Michaela Kühn

Die Hose

Cordhosen von Regent Photo by Lars Beusker

Formen

Generell unterscheidet man zwei wichtige Hosenformen: mit oder ohne Bundfalten. Aufgrund ihres bequemen Schnitts ist die Hose mit ein oder zwei Bundfalten sehr beliebt.

Für die Weite der Hosenbeine empfiehlt sich eine zeitlos gültige Variante von rund 3/4 der Schuhlänge.

Ein weiters Hosen-Detail sind die Taschen. Anzughosen haben üblicher Weise zwei, Einzelhosen eine Gesäßtasche. Da der Herr bei offiziellen Anlässen auf Armbanduhren verzichtet und zur Taschenuhr greift  empfiehlt sich bei formellen Hosen eine zusätzliche Uhrentasche.

Als Erfinder des Hosenaufschlags gilt der spätere König Edward VII., der beim betreten eines vom Regen durchweichten Golfplatzes seine Hosenbeine hochkrempelte. Seit dieser Zeit verleiht der Umschlag der Hose eine sportliche Note.

Flanellhosen von Regent Photo by Lars Beusker

Offizielle Hosen mit Aufschlag sind deshalb ein echter Fauxpas. Die Hose mit Umschlag gehört grundsätzlich zu Kombinationen (Pullover, Sportsakko, Blazer), Sportanzügen, aber auch zu Zweireihern. Der Hosenaufschlag ist rund 3-4 cm breit; nicht allzu groß gewachsene Herren sollten eine schmalere Variante wählen oder ganz auf den Umschlag verzichten, denn er verkürzt optisch die Beinlänge.

Material

Reine Schurwolle ist ein natürliches, edles Grundmaterial für tragefreundliche Hosen.

“Cool Wool” ist das Warenzeichen für leichtgewicht Stoffe aus reiner Schurwolle.

“Super 100″ ist eine besonders feine Wollqualität für den Sommer. Hosen aus “Super 100″ haben   angenehm kühlende Trageeigenschaften.

Schurwoll Tuch, Photo by SØR

“Super 120″ ist die Feinheitsangabe für Garne erstklassiger Qualität. Die Stärke der Wollfaser wird in Mikron gemessen. Eine niedrige Mikronzahl signalisiert eine sehr feine Faser. Bei “Super 120″ liegt die Wollfaserstäke bei 16,5 bis 17 Mikron. Aus dieser Qualität entstehen sommerlich leichte Stoffe.

“High Performance” ist der Markenname für besonders hochgezwirnte, feine Wollware. “High Performance” ist besonders hochgezwirnte, feine Wolleware. “High Performance” ist besonders strapazierfähig, knitterunempfindlich und kühl.

“Three-Ply”: Drei Fäden aus feinster, langstieliger Merinowolle werden miteinander verzwirnt, zu einem Garn von größter Elastizität und Strapazierfähigkeit. So entstehen gleichzeitig ungewöhnlich feine wie strapazierfähige Tuche, die dem Wunsch nach korrekter und leichter Business-Kleidung gerecht werden.

Tweed ist ein typisch melangefarbiges Material mit kräftigen Noppen oder Stichelhaaren als Effekt. Echter Harris Tweed ist nach der gleichnamigen schottischen Insel benannt.

Tweedhose von SØR Photo by SØR

Mohair ist das lange, feine und stark glänzende Edelhaar der Angoraziege, das als Beimischung verwendet wird. Wichtige Merkmale des Mohairs sind Glanz, eleganter Fall und körniger Griff.

Flanell ist ein klassischer Stoff für Herrenhosen. Der weiche schmiegsame Griff entsteht durch das Walken feiner Merinowolle.

Flanell Tuch Photo by SØR

Panama ist eine leichte Abwandlung der Leinwandverbindung und verleiht Stoffen eine besonders interessante Oberfläche. Bei dieser speziellen Webart kreuzen sich jeweils zwei Kette- und Schussfäden. Die so entstehende würfelförmige Struktur wird als Panama bezeichnet.

Sommerfresko ist Schurwolle im Sommergriff. Es ist ein leinwandbindiges Gewebe aus reiner Schurwolle für sommerlich leichte Hosen. Sommerfresko erhält durch hochgezwirnte Garne eine poröse, leicht strukturierte Oberfläche, die sich durch hohe Strapazierfähigkeit, einen luftig-kühlen Griff und angenehmen Tragekomfort, auch an heißen Tagen, auszeichnet.

Baumwolle ist hautsympathisch, fein, luftdurchlässig und wird für sommerliche, sportive Hosen verarbeitet.

Moleskin auch “Englischleder” genannt ist ein kräftiger unifarbener Baumwollstoff mit einer weichen Oberfläche die wie Wildleder oder Samt wirkt. Dieser Stoff wurde in den letzten Jahrzehnten hauptsächlich bei der Herstellung von Militär- oder Berufsbekleidung verwendet. Heute, erfährt  Moleskin ein Revival und wird in den Herbst und Winterkollektionen zu Hosen, Mänteln und sportiven Sakkos verabeitet.

Moleskin Tuch Photo by SØR

Cord ist ein stark geripptes Baumwollgewebe in unterschiedlichen Farben. Je nach Rippenbreite unterscheidet man zwischen Fein- oder Breitcord.

Denim, aus diesem besonders strapazierfähigen gekörperten Baumwollstoff schneiderte der gebürtige Franke Levi Strauss Ende des 19. Jahrhunderts in den USA zu erstenmal Arbeiterhosen mit Gürtelschlaufen und äußerer Doppelkappnaht. Traditioneller Bestandteil der nun knapp 140 Jahre alten Jeans, jener klassischen indigoblauen Freizeithose, ist die fünfte, kleine Tasche in der vorderen rechten Hosentasche. Sie ist für Kenner das eindeutige Signal, eine originale Five-pocket-Jeans in den Händen zu halten.

Five Pocket Jeans von SØR Photo by Lars Beusker

Leinen zeichnet sich durch eine effektvolle Gewebestruktur und den charakteristischen Garnverdickungen aus. Leinen ist ein sommerliches, kühlendes Material, das fein knittert.

Leinen Tuch Photo by SØR

Farben und Dessins

Die klassische graue Flanellhose ist die perfekte Ergänzung zum Club-Blazer und passt farblich auch zu jedem Sportsakko. Natürlich sind auch braune, blaue oder grüne Unimelangen möglich, aber weniger offiziell. Ein weiterer “Klassiker” ist die unifarbene Baumwollhose als Begleiter von Sportsakko, Blouson und Pullover. Beige Baumwollhosen können mit allen Farben kombiniert werden. Dezent karierte Hosen in gedeckten Farben, wie z.B. “Black Watch”, trägt man zu sportiven Sakkos. Bunte Karos, wie z.B. bei den Golf-Hosen, kombiniert am besten mit einem unifarbenen Pullover oder einem Blouson.

Blackwatch Tuch

 Historie

Hosen oder “Beinkleider” sind bereits seit der Bronzezeit bekannt. Von Kelten und Normannen werden uns kniekurze Hosen mit separaten Beinwickeln überliefert. Perser, Chinesen und Mongolen trugen die wadenlange Hose als Zeichen des Krieges. Ganz anders bei den Griechen der Antike: dort galt die Hose als barbarisch. Im Europa des 15. Jahrhunderts trägt der Herr Beinlinge; oberschenkellange Hosen und Strümpfe, die mit einem Strumpfband am Knie festgehalten werden.

Im 15. und 16. Jahrhundert sind die Hosenformen besonders phantastisch. In der höfischen Kleidung ist die voluminöse ´spanische` Pumphose beliebt; oberschenkellang, aus wertvollem Stoff und dick gepolstert. Im 17. Jahrhundert wird die Mode wieder schlichter: Erkennungszeichen der Revolutionäre ist die ´Pantalon`, eine ´bäurische`, knöchellange , gerade geschnittene Hose. Seit dieser Zeit heißen die Freiheitskämpfer auch Sansculoten (ohne Kniehosen).

Aus der Pantalon entsteht um 1820 in Deutschland die lange Herrenhose. Sie durchläuft mehrere Modewechsel: mal länger, mal kürzer, eng anliegend oder mit weiten, trompetenartigen Hosenbeinen.

Um 1900 ganz neu: die Bügelfalte. Als der Prinz von Wales 1886 bei einem Derby erscheint, gibt es eine kleine Modesensation – trägt er doch zu seinem seidenen Gehrock eine graue Hose, In die bis zum Spann des Lackstiefels eine lange Falte hineingebügelt ist!

http://shop.soer-online.de/MAN/G-RTEL-ACCESSOIRES/S-R-Brevier-Kleidungskultur.html

http://www.regent-tailor.de/

http://www.hiltl.de/deu/index.php

http://www.scabal.de/

Ganz sicher nicht halbseiden: ASCOT- seit über 100 Jahren feinste Krawatten made in Germany

 

Jan Moese ASCOT Photo by Lars Beusker

Seit 1908 krönt ASCOT mit seinen handgenähten Krawatten und Schleifen die Garderobe des stilvollen Herrn. In der über einhundertjährigen Unternehmensgeschichte haben sich Farben, Muster und Formen unzählige Male der Mode anpassen müssen, aber ASCOT ist sich und der Seiden-Stadt Krefeld treu geblieben. “Made by hand in Germany” steht seit 1908 auf dem Etikett der Krawatten und daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Jan Moese führt in der vierten Generation das Familienunternehmen mit seinen 60 Mitarbeitern. Zeiten, in denen das erbarmungslose Modediktat die Krawatte in die Verbannung schicken wollte, wurden überstanden weil die ASCOT Produkte von so hoher und exzellenter Qualität sind und ein Mann mit Stil einen guten Anzug nicht ohne Krawatte trägt!

Photo by ASCOT

Herr Moese, Sie leiten in der vierten Generation Ihr Familienunternehmen ASCOT, muss man sich Ihre Kindheit ungefähr so vorstellen: während andere noch versuchten mit Bauklötzen Türme zu bauen, beherrschten Sie schon den doppelten Windsorknoten?

Nein, überhaupt nicht! Meine Kindheit verbrachte ich weitgehend krawattenfrei, allerdings trug ich bei gewissen Anlässen eine schöne ASCOT-Strickkrawatte, die gut zu den Knicker-Bockers passte, in denen meine Mutter mich so gerne sah! Ich fand die Strickkrawatte gut, die Hosen hätte ich persönlich auf jeden Fall länger gewählt. In diesem Outfit baute ich dann auch Türme aus Legoklötzchen! Im Gegensatz zu meinem Sohn beherrschte ich in diesem Alter den doppelten Windsorknoten jedenfalls nicht!

Stand für Sie schon früh fest, einmal das Unternehmen zu übernehmen?

Nein, nicht wirklich! Ich hatte zu gewissen Zeiten ganz andere Dinge im Sinn, habe viel ausprobiert und bin erst über Umwege in die Firma gekommen. Während meines Betriebswirtschaftstudiums kam mir der Gedanke, mit Fahrrädern mein Geld zu verdienen. Der in den Achtziger Jahren aufkommende Mountainbike-Boom schwappte zu dieser Zeit über den großen Teich und faszinierte mich so, dass ich einen Bike-Store eröffnen wollte. Mein Vater fand die Idee auch gut, allerdings fragte er mich damals, ob ich nicht zunächst einige Monate in das Familienunternehmen kommen wollte. Danach könnte  ich ja immer noch meine Ideen verwirklichen. Aus einigen Monaten werden dieses Jahr zwanzig Jahre. Die Fahrradleidenschaft ist geblieben, aber ich kann mir bis heute keinen schöneren Beruf vorstellen, als denjenigen, den ich jetzt ausübe!

ASCOT Produktion Photo by Lars Beusker

ASCOT produziert Krawatten und Schleifen ausschließlich in Deutschland, besser gesagt direkt in Krefeld. Ich denke sie besetzen damit eine recht einsame Position in Deutschland auf die Sie aber sehr stolz sein können oder?

Dies ist gleichzeitig eine Bauch- und Kopfentscheidung. Wir sind heute mehr denn je vom Produktionsstandort Krefeld überzeugt. Auf der einen Seite verkaufen wir ein Produkt mit einer authentischen Philosophie, die bei uns lautet: Familienunternehmen in vierter Generation produziert seit über 100 Jahren in Deutschland! Auf der anderen Seite führen wir ein effizientes Unternehmen mit hochqualifizierten Mitarbeitern, das weltweit Seinesgleichen sucht!

Wie denken Sie, wird sich die Zukunft entwickeln, glauben Sie, dass Deutschland irgendwann einmal Produktionsstätten ins Land zurückholt? Wie schätzen Sie diesbezüglich den Markt ein?

Ich glaube, im Moment ist weltweit die Wertschätzung von “Made in Germany” sehr hoch, allerdings hauptsächlich bei Automobilen und Maschinen. Ich bin der Meinung , dass man dieses Vertrauens- und Qualitätsgefühl auf weitere Produkte übertragen kann. Für mich steht außer Zweifel, dass ein Qualitätsvorsprung bereits seit Langem besteht. Da kommt es am Ende auch nicht mehr darauf an, dass die Produktionskosten in Deutschland höher sind. Dafür ist die Produktivität und das Know-how auf einem sehr hohen Niveau!

Stimmen Sie zu, wenn man sagt ein Mann ohne Krawatte ist eine Beleidigung an das Oberhemd?

Ich bin eher der Meinung, dass ein Mann sich selber beleidigt, sobald er Businessanzug und Oberhemd ohne Krawatte ausserhalb seiner Behausung trägt. Mich erinnert das an Servicepersonal, das seinen Gästen in Birkenstocks gegenübertritt. In beiden Fällen muss das Selbstwertgefühl leiden! Aber, ein schönes, kariertes Hemd zu Kordhose und Pullover getragen, verlangt abhängig von der Situation sicher nicht unbedingt nach einer Krawatte!

Photo by ASCOT

Keiner kann es besser beurteilen als Sie: geht die Tendenz wieder zur Krawatte und Schleife? 

Ja, bitte unbedingt! Nein, Spass beiseite, ich bin nach langen Jahren des Zweifelns wieder mehr denn je davon überzeugt, dass der Krawatte ein grosses Comeback bevorsteht. Ein untrügliches Zeichen ist, wenn junge, Indie-Bands wieder Krawatte und Schleife tragen, weil sie Ihre Väter seit 20 Jahren nicht mehr mit einem solchen Kleidungsstück gesehen haben. Dadurch setzt man sich ab vom Bekannten und Etablierten. Außerdem ist die Krawatte noch immer der einzige männliche Schmuck, neben einer schönen Armbanduhr!

 

Was macht eine gute Krawatte aus?

Eine gute Krawatte zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass der Träger es als überaus angenehm empfindet, sie zu tragen! Idealerweise schaut er in den Spiegel und findet sich und seine Krawatte super, ja unwiderstehlich! Außerdem vervollständigt die Krawatte das Outfit, was aber auch heißt, dass sie dazu passen muss. Nichts schlimmer als eine Satinkrawatte zum Tweedsakko oder eine Regimentalkrawatte zum Nadelstreifenanzug.

Was halten Sie von kuriosen Erscheinungen wie Holz-, Leder- oder sonstigen absurden Krawatten-Erfindungen?

Diese Entgleisungen sind genauso gruselig wie ein Spoiler an einem Vintage-Oldtimer vom Schlage eines Porsche 356! In beiden Fällen gilt: Modernität ist da oder nicht, sie kann aber nicht erzwungen werden!

Wie wichtig sind für Sie Traditionen? Gerade im Bereich Partnerschaften, wie zum Beispiel zu SØR,  für  die Sie seit über 75 Jahren Krawatten produzieren oder  Ihre Strickkrawatten für Hermès?  

ASCOT & SØR Photo by Lars Beusker

Diese Partnerschaften bedeuten für uns auch immer Vertrauen und das entsteht nicht über Nacht! Vertrauen wächst auf beiden Seiten erst mit dem Erfolg, den man über die Jahre miteinander erzielt. Deswegen ist Tradition eines der wichtigsten Stichworte, die unsere Unternehmens-philosophie prägen.

Sie kommen gerade von der Pitti in Florenz, wie wird Herbst/Winter 2012 an den Hälsen der Herren aussehen?

Für mich gibt es da drei Stichworte: Wollkrawatten, Strickkrawatten und Schleifen. Idealerweise sieht der Mann aus, als ob er zur Jagd, zum Angeln oder zum Holzhacken geht! Dabei trägt er allerdings Krawatte, Strickweste und Sportsakko. Perfektioniert wird der Look mit Nerdbrille, einer Kopfbedeckung und einem gepflegten Vollbart! Smart Gentlemen Outdoors eben! Halten Sie mal Ausschau nach solchen Typen im nächsten Herbst und suchen Sie nicht unbedingt im Wald nach Ihnen!

  http://www.ascot.de

http://www.soer.de

http://www.beusker.com