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Thomas Rusche empfiehlt Issue No. 2

In der 2. Ausgabe der Kolumne ,,Thomas Rusche empfiehlt'' verrät der Kunstsammler und SØR Chef seine Entdeckungen und Tipps für den Herbst 2016

In der 2. Ausgabe der Kolumne ,,Thomas Rusche empfiehlt” verrät der Kunstsammler und SØR Chef seine Entdeckungen und Tipps für den Herbst 2016. Das Foto entstand im Rijksmuseum Amsterdam, im Hintergrund ist die ,,Nachtwache” von Rembrandt zu sehen. Foto, Lars Beusker

Die Kunst des Goldenen Jahrhunderts der Niederländischen Malerei ist nicht nur ein Eckpfeiler der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin – sie ist seit 60 Jahren auch immer wieder Inspiration für die Welt der Mode und die Entwürfe der SØR Kollektionen. Mit derselben Hingabe, mit der ein Künstler immer wieder mit Bedacht auf die Leinwand setzt, erschaffen unsere Designer und Schnittmeister ihre großartigen textilen Kreationen der neuen Herbst-Winter-Saison.

Thomas Rusche trägt  im Foto-Shooting ein schmal geschnittenes SØR Sakko aus 100% Schurwolle und ein SØR Businesshemd mit  Umschlage-Manschetten und Haifischkragen. Foto, Lars Beusker

Thomas Rusche trägt im Foto-Shooting ein schmal geschnittenes SØR Sakko aus 100% Schurwolle und ein SØR Businesshemd mit Umschlage-Manschetten und Haifischkragen. Foto, Lars Beusker

Wiesn-Zeit! Längst ist das Münchner Volksfest ein Welthit und Oktoberfeste werden heute sogar in Brasilien, Japan, den USA oder Russland zelebriert. Über den unterhaltenden Charakter dieser Feierlichkeiten hinaus sind sie auch für viele ein willkommener Anlass, Trachtenmode zu tragen. Keine geringere als Marie Antoinette war es, die bereits im 18. Jahrhundert den Reiz der ländlichen Garderobe erkannte und die Tracht an den Französischen Königshof brachte. Später ließen die großen Couturiers wie Yves Saint Laurent oder Kenzo immer wieder Element der Trachtenkleidung in ihren Kollektionen auftauchen. Janker und Trachtenblazer aus dem Traditionshaus Schneiders Salzburg sind bei SØR, unabhängig von Trends und Moden, fest im Sortiment verankert. In dieser Saison kombinieren wir kernige Strickjanker mit blue Denim und Vichy-Karo-Hemden. Eine gelungene Melange aus Tradition und frischer Lässigkeit.

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Der kernige Strickjanker von Schneiders Salzburg passt bestens zu den SØR Vichy-Karo-Hemden. Foto, Lars Beusker

Der trendigste Farbtupfer in diesem Jahr heißt ,,Barolo”. Der satte und dunkle Rotton versprüht eine behagliche Eleganz und erinnert schon beim Anblick an die Vollmundigkeit des großen norditalienischen Weines. Besonders luxuriöse Materialien wie Kaschmir und Seide vertiefen das Leuchten dieser samtigen Farbe. Verbreiten Sie eine Stimmung wie ein loderndes Kaminfeuer und tragen Sie zum Barolo-Farbton am besten Grautöne.

Der große SØR Kaschmirschal legt sich wie ein wärmendes Kaminfeuer um den grauen Janker von Schneiders Salzuburg. Dazu eine graue SØR Wollhose, lebendige Karos und Accessoires in ,,Barolo''. Foto, Lars beusker

Der große SØR Kaschmirschal legt sich wie ein wärmendes Kaminfeuer um den grauen Janker von Schneiders Salzburg. Dazu eine graue SØR Wollhose, lebendige Karos und Accessoires in ,,Barolo”. Foto, Lars Beusker

Ein guter Schuh gilt als Fundament einer stilvollen Herrengarderobe. Setzen Sie dabei auf kompromisslose Qualität und sparen Sie nicht. Feines Leder und eine hochwertige Verarbeitung zahlen sich in komfortablem Tragegefühl und Langlebigkeit wieder aus. Floris van Bommel ist nicht nur ein qualitativer Schuhhersteller, er ist auch ein Meister seines Fachs, der es auf wunderbare Weise versteht, alle wichtige Attribute, die einen guten Schuh ausmachen, zu vereinen: beste Materialien, hochwertige Verarbeitung, klassische Eleganz und ein gelungenes Maß an modischen Akzenten. In diesem Herbst fokussieren wir bei SØR die klassischen Businessschuh-Modelle, zum Beispiel als Monk oder Halbloch. Cognac- und Brauntöne  stehen dabei farblich an erster Stelle und harmonieren mit der Trendfarbe Barolo oder den klassischen Businessanzugfarben Blau und Grau. Ein kleiner extra Tipp: Frischen Sie einfarbige Anzüge mit grafisch gemusterten Accessoires auf. Lassen Sie ruhig vielfarbige Rautenstrümpfe unter den Hosenbeinen vorblitzen und setzen Sie als i-Tüpfelchen farbliche Akzente mit originellen Einstecktüchern.

Klassische Businessschuhe von Floris van Bommel. Foto, Lars Beusker

Klassische Businessschuhe von Floris van Bommel. Foto, Lars Beusker

Bei den Damen spielen wir in dieser Saison mit Gegensätzen ganz im Sinne von ,,Avantgarde & Tradition”. Kastige Schnitte treffen auf schmale Silhouetten, und eine ganz ungewöhnlich frische Liaison geht der angesagte Athleisure-Look mit etablierten high-end-Marken ein – Sportswear meets Luxury! Das Label Ibana verarbeitet feinstes Leder zu Jogging-Pants. Athletische Legginhosen von Cambio kombiniert man mit klassischen Kaschmir-Jumpern und luxuriösen Handbags. Elegante Halbschuhe im Dandy-Look erhalten ein markantes Upgrade durch farblich durchbrochene Plateau-Sohlen. Leder-Sneaker erfreuen uns mit einem Kick Glamour und bestechen durch Snake-Skin-Optik und Gold-Applikationen.

 

Karierter Kasten-Mantel von Schneiders Salzburg, SØR Pullover, Schuhe mit farblich durchbrochener Plateau-Sohle von Paloma Barcelo und Jogging-Pants aus feinem Leder von Ibana. Foto, Lars Beusker

Karierter Kasten-Mantel von Schneiders Salzburg, SØR Pullover, Schuhe mit farblich durchbrochener Plateau-Sohle von Paloma Barcelo und Jogging-Pants aus feinem Leder von Ibana. Foto, Lars Beusker

In den Herbst- und Wintermonaten hat die ,,Blaue Stunde” einen ganz besonderen Reiz, da ihr Farbton noch intensiver ist als in den lichtreicheren Monaten. Blau weckt die Lebensgeister und erinnert uns an das Meer und klare Bergseen – diese Lebendigkeit beeinflusst unsere Kollektionen in diesem Herbst.

Blau, eine Farbe der Vielfalt! Marineblaue Bluse von Le Sarte Pettegole, gletscherblaue Jeans von Cambio, nachtblauer Mantel von Schneiders Salzburg, blau/weiß gestreifte Bluse von Amorph und eine indigoblaue Jeans von Cambio. Foto, Lars Beusker

Blau, eine Farbe der Vielfalt! Marineblaue Bluse von Le Sarte Pettegole, gletscherblaue Jeans von Cambio, nachtblauer Mantel von Schneiders Salzburg, blau/weiß gestreifte Bluse von Amorph und eine indigoblaue Jeans von Cambio. Foto, Lars Beusker

Essential ist jetzt neu bei  SØR! 1999 gründeten das Designerpaar Esfan Eghtessadi und Inge Onesa ihr Label in Antwerpen, der Hochburg der Avantgarde-Mode. Sie starteten mit einer T-Shirt Kollektion, die sie in ihrem Wohnzimmer entwarfen. Mittlerweile ist die Marke international erfolgreich und das Paar um zwei kleine Kinder reicher. Die Kollektionen von Essential Antwerp bestechen durch außergewöhnliches Design, ungezwungene Lässigkeit und Authentizität. Die Entwürfe transportieren den Lifestyle des Designerpaares: jung, erfolgreich, attraktiv und lebensnah.

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Die Essential Antwerp Kollektion jetzt bei SØR. Foto, Lars Beusker

In Sachen Kunst ist der Herbst die Zeit des Erwachens – die Sommerpause der Galerien geht zu Ende und das Karussell des Kunstbetriebs setzt seine aufregende Fahrt wieder in Gang. Ich selbst bin gespannt, was mir in den nächsten Monaten an guter Kunst begegnen wird, wie beispielsweise während der Berlin Art Week und dem Herbst-Rundgang der Leipziger Baumwollspinnerei.

http://www.berlinartweek.de/

http://www.spinnerei.de

Werke der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin sind zur Zeit folgenden  Ausstellungen zu sehen:

Wahrheiten – Zeitgenossen der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin”, Kunstverein Münsterland, Coesfeld http://www.kunstverein-muensterland.de/

Besonders hervorheben möchte ich eine neue Reihe in unserem Blog: ,,100 Meisterwerke”! Die Kunsthistorikerin Dr. Teresa Bischoff untersucht in dieser Serie jeweils 50 Kunstwerke von zeitgenössischen Künstlern und Niederländischen Meistern des 17. Jahrhunderts und stellt diese gegenüber. Das Resultat ist ein spannender Dialog und ein neuer Blickwinkel der zeigt welche überraschende Nähe zwischen Werken herrscht,  die 400 Jahre Kunstgeschichte trennen.

http://www.kleidungskultur-soer.de/?p=2464

http://instagram.com/soer_rusche

https://shop.soer-online.de/

60 Jahre SØR – Eine Chronik des guten Stils

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In 60 Jahren ist  SØR zu einer wahren Institution der Kleidungskultur gewachsen und verbindet die angesagten Trends mit den Klassikern der Damen- und Herren-Mode. Dabei schöpft das Familien-Unternehmen, das heute in der 4. Generation von Thomas Rusche geführt wird, aus seiner langjährigen Erfahrung als Marktführer im Premium-Segment und einer Tuchhändler-Tradition, die bis 1897 zurückreicht und seinen Nachkommen das Kleidergen vererbt hat.

Seit 60 Jahren dient SØR der Kleidungskultur und steht für höchste Qualität und exzellente Beratung. Foto, Lars Beusker

Seit 60 Jahren dient SØR der Kleidungskultur und steht für höchste Qualität und exzellente Beratung. Foto, Lars Beusker

1956 Egon Rusche eröffnet am 17. Mai den ersten SIR-Herrenausstatter im Bielefelder Ratscafé. Unterstützt wird er bei diesem mutigen Schritt von Doris Menke, einer jungen und talentierten Mitarbeiterin aus dem väterlichen Unternehmen. Nach einigen Hürden bezüglich der Finanzierung gelingt es den beiden ihre Vision, von einem eleganten Herrenausstatter, in der traditionsreichen Textil- und Wäschestadt Bielefeld zu realisieren. Die Geschäftsidee, internationalen Chic ohne Chichi in Ostwestfalen zu etablieren, scheint durchaus chancenreich. Das Sortiment richtet sich an Herren mit Geld und Geschmack, und die sind in der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders reichlich vorhanden. Zwar wird am Tag der Eröffnung nur ein einziges Paar Strümpfe im Wert von 4,90 DM verkauft, doch davon lässt sich das junge Unternehmerpaar nicht entmutigen.  Mit Fleiß, guten Ideen und einem besonders ausgeprägten Sinn für guten Stil verwandeln Egon und Doris ihren Herrenausstatter in ein umsatzstarkes Unternehmen.

Doris und Egon Rusche 1961. Voll und ganz zufrieden genießen die beiden ihren Sylt-Urlaub. Kein Wunder, die Geschäfte laufen bestens und beiden sind frisch vermählt. Foto, SØR

Doris und Egon Rusche 1961. Voll und ganz zufrieden genießen sie ihren Sylt-Urlaub. Kein Wunder, die Geschäfte laufen bestens und die beiden sind frisch vermählt. Foto, SØR

Die 1960er Jahre

Mit gerade mal 25 Jahren eröffnet Egon Rusche seine 4. SIR Filiale neben Bielefeld, Hannover und Osnabrück in Minden. 1961 heiraten Egon und Doris und ziehen in die erste Etage des Oelder Kaufmannshauses Am Markt, in dem Egon auch die erste SIR-Verwaltung einrichtete. Doris Rusche kümmert sich fortan um den Einkauf für die Filialen. Mit ihrem unnachahmlichen Gespür für elegante Mode, die einen Mann nicht verkleidet, sondern seine Persönlichkeit unterstreicht, öffnet sie sich die Türen zu den großen internationalen Luxusmarken. Das von Doris Rusche zusammengetragene SIR Sortiment entspricht der klassisch britischen Ausstattertradition, die sie mit einer italienischen Note zu verfeinern versteht.

Feine SIR Seiden-Krawatten aus den 1950er Jahren. Fotos, SØR

Feine SIR Seiden-Krawatten aus den 1950er Jahren. Fotos, SØR

Neben vielen Sortiments-Innovationen gelingt es ihr, als weiblicher Pionier der Herrenmode, die angelsächsischen Boxershorts in Deutschland einzuführen. Egon Rusche erfüllt sich seinen persönlichen Business-Traum und übernimmt den traditionsreichen Hamburger Herrenausstatter Oscar Lenius samt Schneideratelier.

1968 erfüllt sich Egon Rusche seinen Traum und übernimmt das 1897 gegründeten Luxus-Herrenausstatter Oscar Lenius in Hamburg. Foto, SØR

1968 erfüllt sich Egon Rusche seinen Traum und übernimmt den 1897 gegründeten Luxus-Herrenausstatter Oscar Lenius in Hamburg. Foto, SØR

Sein Vater Anton Rusche II stirbt 1964 und hinterlässt seinem Sohn eine umfangreiche Sammlung alter Gemälde. Auf Rat des Kunstexperten Dr. Walter Bernt entscheidet er sich zukünftig auf das Sammeln von Niederländischer Malerei des 17. Jahrhunderts zu konzentrieren. Kurz bevor das erfolgreiche Unternehmen sein 10jähriges Bestehen feiert, zieht das Bielefelder Geschäft vom Ratscafé in das historische und weitaus größere Crüwellhaus um. Weit seiner Zeit voraus, etabliert das junge Unternehmen die SIR Eigenmarke. Mit ihrem Team entwickelt Doris Rusche stilsichere Kollektionen von perfekter Passform und Verarbeitung.

Die Einflüsse der britischen Kleidungskultur sind deutlich zu erkennen. Eine Werbe-Kampagnen von SØR in den 1970er Jahren. Foto SØR

Die Einflüsse der britischen Kleidungskultur sind deutlich zu erkennen. Eine Werbe-Kampagne von SØR in den 1970er Jahren. Foto SØR

Zum Ende des Jahrzehnts wird es noch einmal unruhig – nach einem dreijährigen Rechtsstreit mit dem Dufthersteller 4711 muss Egon Rusche seinen Firmennamen an das Herrenparfüm SIR abtreten. Nach einigen nicht zufriedenstellenden Namens-Alternativen überkommt ihn beim Frühstück dank des SmØrebrØd (Knäckebrot) der rettende Gedankenblitz. So soll SIR in Zukunft als SØR buchstabiert werden. Dieser identitätsstiftende Schub lanciert den neuen Namen zum Markenzeichen: Das Ø ist bis heute der prägnante Bestandteil des Logos.

Aus SIR wird SØR! Das norwegische Ø stilisiert das neue Logo. Foto, SØR

Aus SIR wird SØR! Das norwegische Ø stilisiert das neue Logo. Foto, SØR

Die 1970er Jahre

SØR überschreitet die 10 Millionen DM Umsatzmarke. Neben weiteren Filial-Eröffnungen in München, Nürnberg und Würzburg  bekennt sich Egon Rusche zu seiner Heimatstadt Oelde und baut das Stammhaus (1490 erbaut) der Familie Rusche zum SØR Herrenausstatter aus.

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Die kompetente und diskrete Beratung, die hochwertigen Materialien und die exzellenten Kollektionen ziehen viele berühmte Persönlichkeiten in den modischen Bann. Große Namen wie Heinz Rühmann, Herbert von Karajan, der Schah von Persien, Axel Springer, Wim Tölke und der Fürst von Thurn und Taxis finden sich im Stammkunden-Verzeichnis. In den neugestalteten SØR Häusern in München und Wiesbaden wird erstmals Carrara-Marmor im Schachbrettmuster verlegt.

Der Schachbrettboden aus Carrara Marmor ist bis heute eine prägnantes Detail des Innendesigns der SØR Häuser. Foto, Lars Beusker

Der Schachbrettboden aus Carrara Marmor, wie z. B. im SØR Flagship-Store Hannover, ist bis heute eine prägnantes Detail des Innendesigns der SØR Häuser. Foto, Lars Beusker

Eine Bordellszene des niederländischen Barockmalers Hendrik Gerritsz inspiriert Egon Rusche zu diesem Boden-Design, welches bis heute, neben den original englischen Antiquitäten,  das Ambiente der SØR Häuser deutschlandweit bestimmt. Erstmals erscheint 1977 der SØR Katalog und beflügelt die Umsätze. SØR übernimmt das Modehaus Kock in Oldenburg. Eine Entscheidung, die Egon Rusche erstmals gemeinsam mit seinem damals 16jährigen Sohn Thomas Rusche trifft. 

Die 1980er Jahre

Dieses Jahrzehnt beginnt mit der sortimentspolitischen Profilierung. Ab sofort gibt es bei SØR das NOS-Sortiment (Never out of Stock). Dazu zählen der SØR Tuchblazer, die SØR Flanellhose, der SØR Budapester-Schuh, das SØR Businesshemd und der SØR Lederlumber, die unabhängig von saisonalen Modeströmungen für den unverfälschten SØR Stil stehen. Das Niederlassungsnetz ist auf 20 Geschäfte angewachsen. Dennoch, nach 25 Jahren Erfolgsgeschichte, muss SØR im Jahr 1982 ein Umsatzminus verkraften und das seit Bestehen schwierigste Geschäftsjahr meistern. Egon und Doris Rusches Sohn Thomas beginnt das Studium der Wirtschaftswissenschaften und der Philosophie an der Universität Fribourg in der Schweiz. Das Oscar Lenius Haus in Hamburg zieht vom Ballindamm an den Neuen Wall.

Der jungendliche Thomas Rusche (mitte) wird schon parallel während des Studiums zum Top-Manager. Mit auf dem Bild, die stolzen Eltern Doris und Egon Rusche. Foto, SØR

Der jugendliche Thomas Rusche (Mitte) wird schon parallel zu seinem Studium zum Top-Manager. Mit auf dem Bild die stolzen Eltern Doris und Egon Rusche. Foto, SØR

Die Universität Osnabrück veröffentlicht eine Studie bezüglich der Verweildauer vor Schaufenstern, sie ist vor keinem Fachgeschäft so hoch wie bei SØR. Thomas Rusche steigt parallel zu seinem Hauptstudium in das Familienunternehmen ein. Neben der Entwicklung des SØR Leitbildes führt er die Computertechnologie in das Unternehmen ein. Kurz darauf übernimmt er die Präsidentschaft der International Menswear Group (IMG) und richtet im Folgejahr die Weltkonferenz der Herrenausstatter in Hamburg, Hannover und Oelde aus. Neue SØR Häuser in Frankfurt, Mannheim und Berlin werden eröffnet. Zeitgleich wird die Werbekampagne Klassiker der Moderne entwickelt, in der zeitlos gültige Herrenausstattungen mit Möbeldesignklassikern von Marcel Breuer, Charles Rennie Mackintosh, Eileen Grey u.a. zu einer imagefördernden Einheit verschmelzen. 

Zwei Klassiker der Moderne - Der SØR Dopplereiher und der ''Wassily'' Chair von Marcel Breuer, vereint in einer SØR Werbekampagne von 1989. Foto, SØR

Zwei Klassiker der Moderne – Der SØR Dopplreiher und der ”Wassily” Chair von Marcel Breuer, vereint in einer SØR Werbekampagne von 1989. Foto, SØR

Die 1990er Jahre

Thomas Rusche verfasst unter dem Pseudonym Oscar Lenius das SØR Brevier der Kleidungskultur, welches 1991 auf der Frankfurter Buchmesse erscheint. In kurzer Zeit avanciert das kleine Büchlein zum internationalen Klassiker unter den Ratgebern und wird zur Diplomatenausbildung wie auch zur Personalschulung von SØR Mitbewerbern eingesetzt.

Kleines SØR Brevier der Kleidungskultur

Kleines SØR Brevier der Kleidungskultur

Gemeinsam mit Christiane Herzog initiiert Thomas Rusche die SØR Benefiz Galakonzert-Reihe mit internationalen Solisten und Orchestern zugunsten der Mukoviszidose-Hilfe. SØR wird zu den Marken des Jahrhunderts gezählt und in die Königsklasse deutscher Produkte aufgenommen.

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Das SØR Wappen wird entwickelt und erhält das Motto Vestis Virum Reddit – Das Kleid macht den Mann (Quantilian). Prof. Dr. Hans-Joachim Raupp veröffentlicht als Herausgeber eine 5-teilige Dokumentationsreihe zu den Werken Niederländischer Meister des 17. Jahrhunderts der SØR Rusche Sammlung. Internationale Museen u.a. in North Carolina, Rotterdam, Athen, Haarlem stellen Gemälde der Sammlung aus.

CD's der Reihe SØR Meisterkonzerte. Foto, SØR

CD’s der Reihe Internationale SØR Meisterkonzerte. Foto, SØR

Überraschend stirbt mit 61 Jahren Egon Rusche, der SØR von der ersten Minute bis zum letzten Tag geprägt und mit seinem Lebenswerk ein Fundament für die Zukunft des Unternehmens erschaffen hat. Im Rahmen des 45. Weltkongresses der International Menswear Group wird die SØR Ausstellung der Kleidungskultur in Berlin eröffnet. Thomas Rusche lernt auf einem Empfang den niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder kennen und lädt ihn zu den Brioni-Schneidertagen ins SØR Haus Hannover ein, und die Geschichte des Brioni-Kanzlers beginnt. Die SØR Verwaltung zieht innerhalb Oeldes um und nennt sich ab sofort  SØRVICECENTER. Der neue Firmensitz ist ein im Bungalowstil der 50er Jahre gebautes Industrie-Objekt, umgeben von viel Grün und mit viel Platz. 

Die 2000er Jahre

Mit Christoffer Siebert und Thomas Knoerich kommen zwei neue Manager in die Geschäftsführung, die ein gemeinsames Ziel haben: das Vertriebsnetz der  SØR Geschäfte zu optimieren. Thomas Knoerich erweitert das Sportswear-Segment, und der Umsatz verdreifacht sich. In den Urlaubsregionen Sylt, Norderney und Timmendorf werden SØR Häuser eröffnet, deren Fokus im Sortiment sich auf Freizeitkleidung richtet.

Ausgezeichnet zum Wissensmanager 2005 Dr. Thomas Rusche (rechts). Foto Commerzbank

Ausgezeichnet zum Wissensmanager 2005 Dr. Thomas Rusche (rechts). Foto Commerzbank

 

Thomas Rusche wird von der Financial Times, dem Wirtschaftsmagazin Impulse und der Commerzbank zum Wissensmanager 2005 gekürt und beginnt die Niederländischen Meister des 17. Jahrhunderts seiner Sammlung mit Zeitgenössischen Werken junger Künstler aus Berlin und Leipzig in den Dialog zu stellen.  SØR eröffnet die Filialen am Frankfurter und Düsseldorfer Flughafen. Und das 50. Firmenjubiläum wird groß im ersten SØR Store in Bielefeld zelebriert.

50 Jahre SØR - Das gotische Crüwellhaus in Bielefeld während der Jubiläumsfeier 2006. Fotos, SØR

50 Jahre SØR – Das gotische Crüwellhaus während der Jubiläumsfeier 2006. Fotos, SØR

SØR startet mit dem  SØR Woman Konzept. Thomas Rusches Sohn Heinrich Rusche nimmt zum ersten mal am Weltkongress der International Menswear Group in Toronto teil. In Gera findet die erste Dialogausstellung mit den Alten Meistern und Zeitgenossen der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin statt. Fast zeitgleich zeigt das Landesmuseum Hannover zum Thema Kleidungskultur die SØR Ausstellung Begehrte Männer. Und Thomas Rusche führt 2009 beim ersten  SØR Kunstgang durch die Berliner Sammlungs-Repräsentanz. Ein Jahr später findet auch in der Galerie des Oelder Stammhauses der erste Kunstgang statt. Der SØR Online Store wird aktiviert.

Die Ausstellung ''Eros & Thanatos'' mit den Werken der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin wird 2012 zum Frühlingsrundgang der Baumwollspinnerei eröffnet und lockt tausende Besucher an. Foto SØR

Die Ausstellung ”Eros & Thanatos” mit den Werken der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin wird 2012 zum Frühlingsrundgang der Baumwollspinnerei eröffnet und lockt tausende Besucher an. Foto SØR

Zum Auftakt des Frühjahrsrundgangs der Baumwollspinnerei Leipzig eröffnet auf dem Gelände die große Ausstellung Eros & Thanatos mit den Werken der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, kuratiert von Prof. Wolfgang Ullrich und den Studierenden der Kunsthochschule Karlsruhe. The Label Book of Clothing Culture erscheint im Rahmen der Frankfurter Buchmesse.

"The Labelbook of Clothingculture", Herausgeber Thomas Rusche, erschienen im Daab Verlag, Photo by SØR

“The Labelbook of Clothing Culture”, Herausgeber Thomas Rusche, erschienen im Daab Verlag, Photo by SØR

Herausgeber Thomas Rusche vereint in diesem kapitalen Werk die besten Manufakturen, die sich der Kultur des Kleidens widmen. Große Namen wie Ludwig Reiter, Borsalino, van Laack und Barbour sind genauso vertreten wie die hidden Champions der Kleidungskultur.  Das erste SØR Woman/Man Journal mit spannender Mode für sie und ihn und interessanten Features zum Thema Kunst und Mode erscheint.

Christian Achenbachs Bild »Lille Pige ved vinduet«, 2013, Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, ziert das aktuelle Cover des SØR Magazins Photo by SØR

Christian Achenbachs Bild »Lille Pige ved vinduet«, 2013,
Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, SØR Rusche Sammlung
Oelde/Berlin, ziert das aktuelle Cover des SØR Magazins Photo by SØR

 In Nürnberg findet auf dem ehemaligen AEG Gelände die Ausstellung ”Gute Kunst? Wollen!” statt. Die von der Kunsthistorikerin Dr. Teresa Bischoff kuratierte Ausstellung zeigt auf 5.000 qm Werke und untersucht anhand der Werke der SØR Ruscha Sammlung Oelde/Berlin, welche Kriterien gute Kunst ausmachen. Der Hamburger SØR Flagship-Store Neuer Wall 50 eröffnet wieder nach einer Umbauphase und integriert im Haus den neuen windsor. Shop. 

windsor. bei SØR - Am Neuen Wall in Hamburg. Foto, Lars Beusker

windsor. bei SØR – Am Neuen Wall in Hamburg. Foto, Lars Beusker

2016

Mit Art meets Fashion startet SØR ein Projekt, in dem die Kunst und die Mode sich gegenseitig bereichern sollen – zukünftig sollen alle 62 SØR Häuser deutschlandweit mit Werken der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin kuratiert werden. Den Auftakt machen das SØR Haus in Nürnberg und in Hamburg am Neuen Wall. SØR feiert sein 60jähriges Bestehen mit außergewöhnlichen Jubiläumsangeboten, besonderen Events und exklusiven Kunstführungen.

Im SØR Flagship-Store Neuer Wall, Hamburg wird die elegante Mode jetzt umrahmt von guter Kunst

Im SØR Flagship-Store Neuer Wall, Hamburg wird die elegante Mode jetzt umrahmt von guter Kunst

 

Feiern Sie mit uns und lassen Sie sich ein, auf eine spannende Reise durch 60 Jahre guten Stil!

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windsor. Der selbstbewusste Stil

windsor. Spring/Summer Campaign 2016. Photo by windsor.

windsor. Spring/Summer Campaign 2016. Photo by windsor.

windsor. steht seit Jahrzehnten für Mode die auf ganz selbstbewusste Art und Weise Understatement und Stil verbindet. Das traditionsreiche Label versteht es mit dem Zeitgeist zu gehen, die eigenen Klassiker immer wieder neu zu interpretieren und Mode zu kreieren, die überdauern wird. Wir sprachen mit Dr. Marcel Braun, dem CEO der Holy Fashion Group (windsor., strellson, Joop) über die Tradition von windsor., die neue Spring/Summer Collection und die Verbindung zu SØR!

SØR: Wie würden Sie die typischen windsor. Kunden beschreiben, welchen Stil pflegen sie und was haben sie für Ansprüche an die Marke?

Dr. Marcel Braun: Für den windsor. Kunden sind Eleganz, Qualität und Luxus, verbunden mit Understatement wichtig. Es sind Menschen, die authentisch sind und Selbstbewusstsein haben. Ihnen ist Tradition wichtig, aber nur in Verbindung mit dem Stil der Gegenwart.

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windsor. versteht es Tradition und Zeitgeist zu verbinden. Trenchcoat aus der Spring/Summer 2016 Collection, Photo by windsor.

SØR: Obwohl windsor. in den vergangenen Jahren viel modischer geworden ist und dem Zeitgeist entspricht, unterwirft sich die Marke dennoch nicht den kurzweiligen Trends. 

Dr. Marcel Braun: windsor. verbindet Zeitgeist und Tradition. Uns ist Handwerkskunst, hervorragende Qualität und beste Verarbeitung sehr wichtig – und alles natürlich verbunden mit einem modernen Design. Alles zusammen ergibt dann den typischen windsor. Look, den unsere Kunden so schätzen – zeitlos-edel und dennoch modern.

windsor. Spring/Summer 2016 Campaign, Photo by windsor.

windsor. Spring/Summer 2016 Campaign, Photo by windsor.

SØR: Eine Marke mit einer so langen Tradition, die bis 1890 zurück reicht, hat auch eine Verantwortung zu tragen. Wie würden sie die Ideologie von windsor. beschreiben und wie wird sie sich in der Zukunft entwickeln?

Dr. Marcel Braun: Seit mehr als hundert Jahren ist exklusive Handwerkskunst und perfektes Tailoring die Basis für die Marke windsor. In jeder Faser steckt die Erfahrung und Kompetenz der besten Designer, Schneider und Stofflieferanten. Jedes Teil ist ein Meisterwerk an Verarbeitung. Das war schon immer unser Anspruch und wird es auch für die Zukunft sein.

SØR: windsor. hatte schon früh damit begonnen Design über die üblichen Kollektionen hinaus zu entwickeln, wie zum Beispiel Brillen und Accessoires. Was wird uns da in Zukunft noch aus Ihrem Hause begegnen?

Dr. Marcel Braun:  Im Dezember wurde unsere erste windsor. Uhr lanciert. Eine Unisex Uhr – für Frauen und Männer. Accessoires ergänzen generell einen Look. Für uns ist es wichtig, dass sie absolut zum windsor. Stil passen. Sie müssen sehr hochwertig, elegant, unverwechselbar und zeitlos sein. Wir arbeiten auch hier ausschliesslich mit den besten Manufakturen zusammen. Im Bereich Shoes bei windsor. women beispielsweise mit Unützer und bei windsor. men mit Ludwig Reiter. Auch die Damen Taschenkollektion entwickelt sich hervorragend und wird immer wichtiger. Mit der Frühjahr/Sommerkollektion 2016 wird windsor. men zudem die Sartorial Kollektion, die bisher aus Sakko und Anzug bestand, um Hosen und Mäntel erweitern. Die sartoriale Kollektion steht für Luxus und erstklassiges Tailoring. Gefertigt aus feiner Wolle, Seide und Kaschmir und versehen mit vielen raffinierten Details.

windsor. Spring/Summer 2016 accessories -collection, Photo by windsor.

windsor. Spring/Summer 2016 accessories -collection, Photo by windsor.

SØR: Welches Item würden Sie als den windsor. Klassiker hervorheben?

Dr. Marcel Braun: Bei Womenswear ist es der Jersey-Blazer in einer sehr hochwertigen Loro Piana Qualität. Ein absolutes Lieblings- und Wohlfühlteil, mit dem jede Frau immer passend angezogen ist: sei es geschäftlich, auf Reisen oder auch am Abend. Und natürlich der windsor. women Mantel, der Understatement-Luxus bietet. In der Menswear ist das Sakko der absolute Klassiker. Besonders mit dem Färbeverfahren Frosted Wool. Jedes Teil ist hier ein Unikat und die Verarbeitung ist einfach einzigartig.

windsor. Woman Blazer, Spring/Summer 2016, Photo by windsor.

windsor. Woman Blazer, Spring/Summer 2016, Photo by windsor.

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windsor. Blazer, Spring/Summer 2016, Photo by windsor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SØR: Wie werden die kommenden Frühjahr/Sommer Kollektionen aussehen? Was war die Inspirationsquelle?

Dr. Marcel Braun: Die windsor. women Sommerkollektion 2016 zeichnet sich durch einen klaren, großzügigen urbanen Look aus. Leichtigkeit, lässige Entspanntheit und Simplizität mit Raffinesse sind wichtige Inhalte der Kollektion. Japanische Inspirationen und Details finden sich wieder in gewickelten Gürteln, schlichten Silhouetten, Plateausandalen oder japanisch anmutenden Prints. windsor. men ist inspiriert von der gesellschaftlichen Entwicklung und der Technologie, die Sportswear und Tailoring verbindet. Die „New Generation“ ist vernetzt, mobil und flexibel. So passt sich die Konfektion auch den urbanen Bedürfnissen an. Jersey und Sweat-Qualitäten in der Konfektion spielen eine zentrale Rolle und bieten hier modischen Spielraum.

windsor. Spring/Summer 2016 collection, Photo by windsor.

windsor. Spring/Summer 2016 collection, Photo by windsor.

SØR: Welchen Formen und Schnitten werden wir begegnen? Verändern sich die gravierenden Dinge wie z.B. Rocklängen, Hosenschnitte?

Dr. Marcel Braun: Bei windsor. women sind strukturierte Sommermäntel oder kurze Boxy-Jackets wichtige Elemente, um den sophisticated Look zu vervollständigen. Großzügige Linienführungen und eine klare Formensprache zeichnen die Kollektion aus. String-Art inspirierte Prints und große Glencheck-Muster lassen sich ideal zu sommerlichen Outfits kombinieren. Relaxte Oversized-Tops und weite Hosenformen stehen für eine moderne Ausrichtung und entspannte Eleganz. Jersey- und Sweat-Qualitäten sind in der Konfektion bei windsor. men zentraler Bestandteil und bieten modischen Spielraum. Sportive Einflüsse durch Jersey und Stretch werden mit sartorialen Aspekten gemischt. Es entsteht eine neue Silhouette. Bundfaltenhosen werden neu mit schlanken Oberteilen kombiniert. Dabei spielen dezente, aber hochwertige Details eine große Rolle.

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SØR: Seit Jahrzehnten gibt es zwischen Windsor und SØR eine enge Verbindung, die am Ende des letzten Jahres in eine Kooperation mündete. In Hamburg, Neuer Wall 50, wurde der erste Windsor Shop im SØR Haus eröffnet. 

Dr. Marcel Braun: Wir freuen uns sehr über die Kooperation und den windsor. Shop in Hamburg, Neuer Wall. SØR ist ein toller Partner mit einem sehr zuverlässigen Gespür für Qualität, Stil und Zeitgeist. Werte, die wir auch bei windsor. leben. Wir sehen noch sehr viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit, auf die wir uns heute schon freuen.

windsor. shop im SØR Haus Hamburg Neuer Wall 50, Photo by Lars Beusker

windsor. shop im SØR Haus Hamburg Neuer Wall 50, Photo by Lars Beusker

Dr. Marcel Braun, CEO der Holy Fashion Group. Photo by windsor.

Dr. Marcel Braun, CEO der Holy Fashion Group. Photo by windsor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

https://windsor.de

http://www.holyfashiongroup.com/de/home.html

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Van Laack: Das königliche Hemd!

Der Klassiker – das weiße van Laack Hemd, Photo by van Laack

Erfolgreiche Kaufleute, angesehene Richter und renommierte Ärzte hatten Heinrich van Laack und seine Partner Wilhelm Schmitz und Gustav Eltschig vor Augen, als sie 1881 in Berlin an einem Konzept für ihre erste Hemden- Marke tüftelten. Ein feines Hemd für den eleganten Herrn wollten sie schneidern. Eines, das aus der Masse herausragt und sich abhebt von schnell angefertigter Fabrikware. Schließlich verriet damals die Kleidung die gesellschaftliche Position ihres Trägers. Über die Erkennungsmerkmale der Marke waren sich die Herren schnell einig: Feinste Materialien, meisterliche Verarbeitung und exklusive Schnitte. Ihre Maxime: „Die innere Einstellung bestimmt immer auch die äußere Erscheinung.“ Das Ziel war hochgesteckt, doch die Vision hatte erfolg: Schon bald ratterten die Nähmaschinen in einer Fabrik an der Greifswalderstraße. Frauen mit Hochsteckfrisur und Männer mit Schirmmützen nähten Kragen, Ärmel und Body zusammen. Die Textilien wurden schon damals aus den besten Webereien Italiens und der Schweiz geliefert. Als die Näherinnen zusätzlich mit flinken Händen auf jedes Hemd eine Krone über den van Laack-Namenszug stickten – das weltweit erste gestickte Markenzeichen – und es mit dem Slogan „Das königliche Kemd“ kombinierten, avancierte die Marke in den goldenen 1920er-Jahren zum Statussymbol. Es dauerte dann rund 50 Jahre, bis die erste Damenkollektion 1972 in die Läden kam.

van Laack Werbung von 1972, Photo by van Laack

Damals waren besonders figurbetonte Modelle mit Schleifenkragen und eingenähten Biesen en vogue. Inzwischen umfasst die detailverliebte Damenlinie Kollektionsteile vom Anzug über die Tunika bis zur Shorts. nach über 130 Jahren Firmengeschichte steht van Laack immer noch für sicheres Stilempfinden, hochwertigste Stoffe und beste Verarbeitung. Das Herz des Unternehmens ist heute ein glasummantelter Kubus in Mönchengladbach. Von hier aus dirigiert und überwacht Christian von Daniels die Designs des Kreativteams und den Expansionskurs der Marke. Gefertigt werden die hochwertigen Produkte in van-Laack-eigenen Fabriken nahezu auf der ganzen Welt.  Alle ausgestattet mit einem Trainingscenter und einem strengen Qualitäts- Management.

van Laack Kampagne 2013, Photo by van Laack

Zur Kollektion gehören mittlerweile auch Blusen und Blazer, Pullis aus Kaschmir und Merinowolle, Poloshirts aus Piqué, Rugbyshirts aus Jersey, Krawatten, Nachtwäsche und Beachwear, die den Scheichs von Dubai ebenso gefallen wie der britischen Aristokratie oder deutschen Geschäftsleuten. Die Präzisionsarbeit für ein solches Hemd beginnt im Detail: Exakt 165 Stiche umrahmen ein Knopfloch. Hindurch passt ein patentierter Drei-Loch-Knopf, geschnitten aus der Tiefseeschnecke Trochacea, jeder einzelne auf Stiel genäht. Die Kür bei allen Hemden ist der Kragen: Ob italienischer Haifischkragen, Button- down, formeller Tab-Kragen oder kleiner Kentkragen – damit er sich der Halsform optimal anschmiegt, wird er immer aus vier Teilen „aufgebaut“: aus Innen-und Außensteg sowie Ober- und Unterkragen. Das gilt natürlich besonders für eine Maßanfertigung, die immerhin aus 31 Einzelteilen besteht und für die eine Näherin im Schnitt 180 Minuten braucht.

Ein Van Laack hemd in der Produktion. Photo by Lars Beusker

Ein Van Laack hemd in der Produktion. Photo by Lars Beusker

Für die Stoffe werden nur Fasern aus reifen Baumwollblüten verwendet. Denn sie strahlen am weißesten und fühlen sich, fertig verarbeitet, griffig-seidig an. Außerdem gilt: je länger die Faser, desto feiner die Verarbeitung der Garne. Sobald die Baumwollgarne gekämmt und gesäubert sind, werden sie in verschiedensten Webungen verarbeitet. In Jacquardtechnik für florale Muster, in Zefir-Batist für Streifen-, Karo- und Paisley-Dessins, Fischgratgewebe, Flanell, Seersucker, geripptem Popeline und transparentem Voile. Ausgesucht werden die Stoffe bei den besten Tuchfabrikanten in Italien. Man sieht und fühlt es den Stoffen an. Christian von Daniels empfiehlt jedem Hemdenkunden in den Stoff hineinzugreifen und sich das haptische Erlebnis bei der Auswahl nicht entgehen zu lassen. Nicht selten erwirbt er die erste und einzige Option auf einen bestimmten Stoff. Auf diese Weise kommen van Laack-Produkte auf den weltweiten Markt, die unverwechselbar sind und bleiben.

van Laack Kampagne, Photo by van Laack

Dass sich die Marke neben all ihren neuen, trendbewussten Kreationen jedoch immer wieder auf ihre Ursprünge und somit auf den hohen Qualitätsanspruch besinnt, hätte wohl auch den Gründungsvätern gefallen, deren Schwarz-Weiß- Porträt noch heute im Büro der Geschäftsführung an die lange, erfolgreiche Unternehmensgeschichte erinnert.

Christian von Daniels Geschäftsführer der Van Laack GmbH, Photo by van Laack

Christian von Daniels erwarb 2002, dass damals etwas angestaubte Unternehmen, innerhalb von wenigen Jahren verjüngte er das Image der Marke und verdoppelte den Umsatz. Heute hat van Laack wieder den Ruf zurückerlangt, den das Unternehmen in den goldenen 1920er Jahren hatte und wird seinem Slogan ,,van Laack – das königliche Hemd” mehr als gerecht.

Herr von Daniels, was macht van Laack seit über 130 Jahren so erfolgreich?

van Laack hat vom ersten Tage bis heute den Kunden mit höchstem Anspruch an Stil, Design, Schnitt und Stoffqualität im Fokus gehabt. Edelste Materialien und Formen sollten den Kunden wie einen König, einen Chef oder Star aussehen lassen. Ziel war also von Anfang an eine “Oberschicht” zu erreichen, die bis dahin von Schneidern bedient wurde.

van Laack ist ein weltweit bekanntes Unternehmen. Wie würden Sie den typischen van Laack Kunden beschreiben?

Der van Laack Kunde möchte sich durch kompromisslose Qualität, perfekte Passformen und bedingungslose Liebe zum Detail differenzieren.

Wie finden Sie als Geschichtsträchtiges Unternehmen eine Balance zwischen Tradition und Innovation? Und wie groß ist der Einfluss von Mode und Trends in den van Laack Kollektionen?

Durch ständige Produktinnovationen, wie zum Beispiel unsere Eigenentwicklung „Natural Easy Care“, mit der wir den Tragekomfort erhöhen, und gleichzeitig den Bügelaufwand verringern, bedienen wir den Wunsch unserer Kunden nach einem grundsätzlich reinen und unverfälschten Naturprodukt.  Selbstverständlich haben aktuelle Trends einen gewissen Einfluss auf unsere Kollektionen, unser Ziel ist es jedoch immer mit unseren eigenen Kreationen Maßstäbe in den Kategorien Hemd und Bluse zu setzen.

Immer mehr junge Menschen entdecken die Kleidungskultur für sich – man kleidet wieder gerne stilvoll. Was glauben Sie woran das liegt?

Jahrelang konnte die Mode nicht genug nach “used” und “vintage” aussehen. Ein Trend, der aus der Jugend kommend, zunehmend von der älteren Generation aufgegriffen und gelebt wurde. Da ist es für die Jugend an der Zeit, sich davon wieder zu distanzieren. Als Gegenbewegung gewinnt die Renaissance der gepflegten Kleidungskultur an Dynamik.

Ein weiteres Thema, welches immer mehr an Popularität gewinnt sind Maßhemden. Wobei van Laack in diesem Segment schon immer federführend war, richtig?

Nicht zuletzt das Internet gibt dem Verbraucher das Gefühl “ich kann Alles bekommen, irgendwo auf der Welt…”. Das Masshemd mit dem Anspruch höchsten Anforderungen an die Individualität des Produkts zu genügen, bedient diesen Markt perfekt.

Als weltweit größter Anbieter von Masshemden im Luxussegment, beobachten wir hier seit Jahren ein stark steigendes Interesse.

Was denken Sie sind die ausschlaggebenden Kleidungsstücke einer gelungenen Business Garderobe für den Herrn?

Ein perfekt sitzendes Hemd und der richtige Schuh.

Welches ist Ihr persönlicher Favorit der aktuellen van Laack Kollektion?

van Laack Handmade.

 

 

Text von Camilla Peus

Interview führte Michaela Kühn

https://shop.soer-online.de

http://www.vanlaack.com/

http://www.beusker.com/

 

Masterpiece: The Labelbook Of Clothing Culture

"The Labelbook Of Clothing Culture", Herausgeber Thomas Rusche, erschienen im Daab Verlag, Photo by SØR

Wenn Tradition, Qualität und Stil zu einem ausdrucksstarken, unverwechselbaren Produkt verschmelzen, dann steckt möglicherweise eine der 43 Top-Marken des LABEL BOOK dahinter. Denn sie alle gehören auch international zu den besten in ihrem Segment.

Dabei versammelt dieses Buch keineswegs nur die großen, bekannten Namen wie Barbour, Brioni, Cerruti oder Windsor, sondern auch kleinere, ausgesuchte Handwerksbetriebe und sogenannte Hidden Champions, wie z. B. der Hamburger Schuhmacher Benjamin Klemann oder Ascot, dieser faszinierenden Branche. Mit ihren Marken stehen sie für eine Kleidungskultur, hinter der sich weit mehr als das Wissen um Trends verbirgt. Diese Labels zeichnen sich durch Kontinuität und einen meist über Generationen gehaltenen Anspruch an höchste Qualität von Materialien, Schnitten und Verarbeitungs- weisen aus. Sie eint die Leidenschaft für hochwertige Produkte, traditionelle Handwerks- kunst sowie ein herausragendes ästhetisches Gespür.

Der Herausgeber Dr. Dr. Thomas Rusche, Geschäftsführender Gesellschafter der SØR Rusche GmbH, weiß wovon er spricht. Sein „Kleines SØR-Brevier der Kleidungskultur“ wurde schon vor Jahren zum internationalen Standardwerk. Die „selbstverständlich subjektive Auswahl“ – wie der Herausgeber einräumt – basiert auf seiner generationen- übergreifenden Erfahrung mit SØR und ist bestimmt eine gute Perspektive für diese Hommage an die Meister des -Weber-, Schneider-, Stricker-, Schuhmacher- und Modis- tenhandwerks.

The Label Book Of Clothing Culture ist in gewohnter Daab Manier sehr hochwertig ausgestattet. Mit einer edlen Leinen Bindung, exzellenten Fotografien und wunderbaren Hintergrundinformationen erfüllt dieser Band alle Vorraussetzungen um ein  für Stilenthusiasten zu werden. Ab November 2012 wird das Labelbook im ausgewählten Buchhandel, in allen SØR Häusern und im SØR Online-Shop, sowie über den Daab Verlag erhältlich sein.

24,5 x 31,5 cm, 296 Seiten 70.00 € | 95,00 $ | 60,00 £ ISBN: 978-3-942597-25-8

Impressionen der Vor-Premiere von “The Label Book Of Clothing Culture” anlässlich der Buchmesse Frankfurt am 10.Oktober 2012 im SØR Haus in der Kaiserstrasse.

SØR Haus Kaiserstrasse Frankfurt Photo by SØR

Anja & Ralf Daab, Christiane Blass, Thomas Rusche Photo by SØR

Photo by SØR

The Label Book Of Clothing Culture Photo by SØR

Thomas Rusche Photo by SØR

Photo by SØR

Michael Werner, Thomas Rusche und Sebastian Schwarz

Thomas Knoerich Photo by SØR

Gäste Photo by SØR

 

Ralf & Anja Daab, Thomas Rusche und Dori Tscherwinka Photo by SØR

http://www.daab-media.com

Spuren der Vergangenheit: Barbour rockt! Ein Interview mit Jens Bakker

Barbour International Jacket, 2012, Photo by Barbour

Kräftiges Lime-Green, knalliges Lollipop-Pink oder leuchtendes Palatinate-Blue – eine Farbpalette die man nicht auf den ersten Blick mit dem britischen Label Barbour in Verbindung bringt. Dort wo der typische englische Country-Style schon seit einigen Jahren eine Renaissance erfährt, geht Barbour noch einen Schritt weiter und transformiert diesen Look. Die Traditionsmarke hat erkannt, dass junge Urban-Hunter sich in ihrem Revier nicht tarnen möchten, ganz im Gegenteil, ihre Trophäe ist die Aufmerksamkeit und Resonanz die ihrem Stil entgegengebracht wird. Der Gegenentwurf zum Farb-Spektakel ist der Vintage-Look. Die beliebte Patina, die eine Barbour Beaufort erst nach mehrjährigem Tragen erhält, ist zum Beispiel bei dem Vintage-Cape oder dem Duralinen Force Parka direkt mit eingearbeitet. Preppy-Look, Vintage-Style oder Glamour-Collection, das alles hört sich für den traditionellen Barbour Fan erst einmal gewöhnungsbedürftig an, dabei schöpft Barbour einfach nur weiter aus der knapp 120jährigen Unternehmens-Geschichte. Und Tradition kann manchmal ganz schön rocken!

Herr Bakker, wie würden Sie das Lebensgefühl beschreiben, welches die Marke Barbour vermittelt?

Unsere Marke steht in erster Linie für den britischen Lifestyle und die britische Countryside. Zudem wird Barbour immer wieder mit Attributen wie Langlebigkeit, Stilbewusstsein, Beständigkeit, Authentizität und Tradition assoziiert.

Jens Bakker Geschäftsführer Barbour (Europe) Limited, Photo by Barbour

Wenn Sie die Entwicklung der letzten Jahre rückblickend betrachten, wie hat sich der Stellenwert von Barbour, gerade bei jüngeren Käufern zum Positiven verändert?

Barbour-Produkte werden in letzter Zeit immer häufiger von jüngeren Käufern entdeckt bzw. wiederentdeckt. Besonders im Mutterland Großbritannien hat unser Label in den vergangenen zwei, drei Jahren eine wahre Renaissance erlebt. Neben den loyalen Barbour-Kunden kommen immer häufiger auch jüngere Käufer in unsere Stores. Nicht selten hören wir Geschichten von jungen Leuten, die ihren Eltern die 20 Jahre alte Barbour-Wachsjacke aus dem Kleiderschrank stibitzen. Einer solchen Jacke sieht man ihre Geschichte an, sie ist immer modern, authentisch und damit „cool“.

Alexa Chung Photo by Snapfashion

Und wenn dann noch ein It Girl wie Alexa Chung auf Glastonbury Festival in der Beaufort, Noel Gallagher von Oasis in der International Jacket oder noch weitergehend, Kate und William im kompletten Babour Look beim Strand spazieren gehend gesichtet werden, dann sind das doch bestimmt Faktoren die eine positive Resonanz hervorrufen?

Natürlich haben Persönlichkeiten, die häufig in der Presse erscheinen, einen gewissen Einfluss auf den Kunden und vor allem auf den jüngeren Käufer. Als diverse Sänger bzw. Bands auf dem Glastonbury Festival vor fünf, sechs Jahren in Barbour-Jacken auftraten, hatte das schon einen gewissen Einfluss auf die Marke – ohne dass wir das in irgendeiner Form forciert haben.

 

Die aktuelle Sommerkollektion besticht durch knallige Farben und einer großen Frische oder durch einen sehr schönen Vintage Style, wie zum Beispiel das Vintage Cape, wovon ist diese Kollektion beeinflusst?

Unsere wichtigste Inspirationsquelle ist und wird immer unser eigenes Archiv sein. Seit 1894 stellen wir Bekleidung her – anfangs für Seeleute und Hafenarbeiter, für Motorradfahrer und das britische Militär, später für Menschen, die berufs- oder freizeitbedingt robuste Outdoor-Bekleidung tragen. Jede Kollektion weist „Spuren“ aus unserer Vergangenheit auf – sei es durch Details wie die Sturmklappe am Kragen, die geräumigen Fronttaschen, das Patch für den Anglerhaken oder das robuste, wetterfeste Material. Gewachste Baumwolle kommt nach wie vor zum Einsatz – inzwischen auch vorgewaschen wie bei dem Vintage Cape. Natürlich gibt auch die jeweilige Saison der Kollektion Impulse – sei es bei den Farben oder bei den Materialien. Zum Frühjahr/Sommer haben wir eine breite Palette an frischen Farben im Programm und setzen eher leichte Materialien ein.

Barbour Vintage Cape, 2012, Photo by Barbour

Die Marke Barbour ist Hoflieferant des britischen Königshauses und ganz klar, international zu einem Kultlabel avanciert, wie wichtig ist es dabei der Tradition und der unvergleichlichen Qualität treu zu bleiben? 

Tradition und Qualität spielen für uns als Unternehmen mit langer Historie eine sehr wichtige Rolle. Wir haben unsere Kollektionen weiterentwickelt, dabei jedoch nicht unsere Wurzeln aus dem Auge verloren. Vieles nimmt Bezug auf die Vergangenheit, also unser Erbe bzw. „Heritage“. Sämtliche Neuentwicklungen müssen unseren Qualitätsstandards genügen, egal ob es sich dabei um ein Accessoire oder eine Jacke handelt. Nur so können wir unserem Ruf als Label, das für Qualität und Langlebigkeit steht, gerecht werden.

Was glauben Sie warum der British Style so beliebt in Deutschland ist?

Ich denke, die Deutschen haben generell eine hohe Affinität zu Großbritannien. Der britische Stil stellt eine hervorragende Mischung aus scheinbar gegensätzlichen Attributen dar: kultiviert und dennoch „cool“, traditionell und gleichzeitig innovativ und originell. Aus Großbritannien kamen in den vergangenen Jahrzehnten einige der wichtigsten Modeströmungen, die sich europaweit durchsetzten.

Barbour International Jacket Woman, 2012, Photo by Barbour

Eine letzte Frage, haben Sie persönlich einen Favourite aus der klassischen Barbour Kollektion und wenn ja warum?

Mein „All Time Favourite“ ist das Barbour International Jacket. Die Biker-Jacke haben wir mittlerweile seit 76 Jahren in nahezu unveränderter Form in der Kollektion, und sie ist noch immer topaktuell.

Barbour International Jacket, 2012, Photo by Barbour

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Ganz sicher nicht halbseiden: ASCOT- seit über 100 Jahren feinste Krawatten made in Germany

 

Jan Moese ASCOT Photo by Lars Beusker

Seit 1908 krönt ASCOT mit seinen handgenähten Krawatten und Schleifen die Garderobe des stilvollen Herrn. In der über einhundertjährigen Unternehmensgeschichte haben sich Farben, Muster und Formen unzählige Male der Mode anpassen müssen, aber ASCOT ist sich und der Seiden-Stadt Krefeld treu geblieben. “Made by hand in Germany” steht seit 1908 auf dem Etikett der Krawatten und daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Jan Moese führt in der vierten Generation das Familienunternehmen mit seinen 60 Mitarbeitern. Zeiten, in denen das erbarmungslose Modediktat die Krawatte in die Verbannung schicken wollte, wurden überstanden weil die ASCOT Produkte von so hoher und exzellenter Qualität sind und ein Mann mit Stil einen guten Anzug nicht ohne Krawatte trägt!

Photo by ASCOT

Herr Moese, Sie leiten in der vierten Generation Ihr Familienunternehmen ASCOT, muss man sich Ihre Kindheit ungefähr so vorstellen: während andere noch versuchten mit Bauklötzen Türme zu bauen, beherrschten Sie schon den doppelten Windsorknoten?

Nein, überhaupt nicht! Meine Kindheit verbrachte ich weitgehend krawattenfrei, allerdings trug ich bei gewissen Anlässen eine schöne ASCOT-Strickkrawatte, die gut zu den Knicker-Bockers passte, in denen meine Mutter mich so gerne sah! Ich fand die Strickkrawatte gut, die Hosen hätte ich persönlich auf jeden Fall länger gewählt. In diesem Outfit baute ich dann auch Türme aus Legoklötzchen! Im Gegensatz zu meinem Sohn beherrschte ich in diesem Alter den doppelten Windsorknoten jedenfalls nicht!

Stand für Sie schon früh fest, einmal das Unternehmen zu übernehmen?

Nein, nicht wirklich! Ich hatte zu gewissen Zeiten ganz andere Dinge im Sinn, habe viel ausprobiert und bin erst über Umwege in die Firma gekommen. Während meines Betriebswirtschaftstudiums kam mir der Gedanke, mit Fahrrädern mein Geld zu verdienen. Der in den Achtziger Jahren aufkommende Mountainbike-Boom schwappte zu dieser Zeit über den großen Teich und faszinierte mich so, dass ich einen Bike-Store eröffnen wollte. Mein Vater fand die Idee auch gut, allerdings fragte er mich damals, ob ich nicht zunächst einige Monate in das Familienunternehmen kommen wollte. Danach könnte  ich ja immer noch meine Ideen verwirklichen. Aus einigen Monaten werden dieses Jahr zwanzig Jahre. Die Fahrradleidenschaft ist geblieben, aber ich kann mir bis heute keinen schöneren Beruf vorstellen, als denjenigen, den ich jetzt ausübe!

ASCOT Produktion Photo by Lars Beusker

ASCOT produziert Krawatten und Schleifen ausschließlich in Deutschland, besser gesagt direkt in Krefeld. Ich denke sie besetzen damit eine recht einsame Position in Deutschland auf die Sie aber sehr stolz sein können oder?

Dies ist gleichzeitig eine Bauch- und Kopfentscheidung. Wir sind heute mehr denn je vom Produktionsstandort Krefeld überzeugt. Auf der einen Seite verkaufen wir ein Produkt mit einer authentischen Philosophie, die bei uns lautet: Familienunternehmen in vierter Generation produziert seit über 100 Jahren in Deutschland! Auf der anderen Seite führen wir ein effizientes Unternehmen mit hochqualifizierten Mitarbeitern, das weltweit Seinesgleichen sucht!

Wie denken Sie, wird sich die Zukunft entwickeln, glauben Sie, dass Deutschland irgendwann einmal Produktionsstätten ins Land zurückholt? Wie schätzen Sie diesbezüglich den Markt ein?

Ich glaube, im Moment ist weltweit die Wertschätzung von “Made in Germany” sehr hoch, allerdings hauptsächlich bei Automobilen und Maschinen. Ich bin der Meinung , dass man dieses Vertrauens- und Qualitätsgefühl auf weitere Produkte übertragen kann. Für mich steht außer Zweifel, dass ein Qualitätsvorsprung bereits seit Langem besteht. Da kommt es am Ende auch nicht mehr darauf an, dass die Produktionskosten in Deutschland höher sind. Dafür ist die Produktivität und das Know-how auf einem sehr hohen Niveau!

Stimmen Sie zu, wenn man sagt ein Mann ohne Krawatte ist eine Beleidigung an das Oberhemd?

Ich bin eher der Meinung, dass ein Mann sich selber beleidigt, sobald er Businessanzug und Oberhemd ohne Krawatte ausserhalb seiner Behausung trägt. Mich erinnert das an Servicepersonal, das seinen Gästen in Birkenstocks gegenübertritt. In beiden Fällen muss das Selbstwertgefühl leiden! Aber, ein schönes, kariertes Hemd zu Kordhose und Pullover getragen, verlangt abhängig von der Situation sicher nicht unbedingt nach einer Krawatte!

Photo by ASCOT

Keiner kann es besser beurteilen als Sie: geht die Tendenz wieder zur Krawatte und Schleife? 

Ja, bitte unbedingt! Nein, Spass beiseite, ich bin nach langen Jahren des Zweifelns wieder mehr denn je davon überzeugt, dass der Krawatte ein grosses Comeback bevorsteht. Ein untrügliches Zeichen ist, wenn junge, Indie-Bands wieder Krawatte und Schleife tragen, weil sie Ihre Väter seit 20 Jahren nicht mehr mit einem solchen Kleidungsstück gesehen haben. Dadurch setzt man sich ab vom Bekannten und Etablierten. Außerdem ist die Krawatte noch immer der einzige männliche Schmuck, neben einer schönen Armbanduhr!

 

Was macht eine gute Krawatte aus?

Eine gute Krawatte zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass der Träger es als überaus angenehm empfindet, sie zu tragen! Idealerweise schaut er in den Spiegel und findet sich und seine Krawatte super, ja unwiderstehlich! Außerdem vervollständigt die Krawatte das Outfit, was aber auch heißt, dass sie dazu passen muss. Nichts schlimmer als eine Satinkrawatte zum Tweedsakko oder eine Regimentalkrawatte zum Nadelstreifenanzug.

Was halten Sie von kuriosen Erscheinungen wie Holz-, Leder- oder sonstigen absurden Krawatten-Erfindungen?

Diese Entgleisungen sind genauso gruselig wie ein Spoiler an einem Vintage-Oldtimer vom Schlage eines Porsche 356! In beiden Fällen gilt: Modernität ist da oder nicht, sie kann aber nicht erzwungen werden!

Wie wichtig sind für Sie Traditionen? Gerade im Bereich Partnerschaften, wie zum Beispiel zu SØR,  für  die Sie seit über 75 Jahren Krawatten produzieren oder  Ihre Strickkrawatten für Hermès?  

ASCOT & SØR Photo by Lars Beusker

Diese Partnerschaften bedeuten für uns auch immer Vertrauen und das entsteht nicht über Nacht! Vertrauen wächst auf beiden Seiten erst mit dem Erfolg, den man über die Jahre miteinander erzielt. Deswegen ist Tradition eines der wichtigsten Stichworte, die unsere Unternehmens-philosophie prägen.

Sie kommen gerade von der Pitti in Florenz, wie wird Herbst/Winter 2012 an den Hälsen der Herren aussehen?

Für mich gibt es da drei Stichworte: Wollkrawatten, Strickkrawatten und Schleifen. Idealerweise sieht der Mann aus, als ob er zur Jagd, zum Angeln oder zum Holzhacken geht! Dabei trägt er allerdings Krawatte, Strickweste und Sportsakko. Perfektioniert wird der Look mit Nerdbrille, einer Kopfbedeckung und einem gepflegten Vollbart! Smart Gentlemen Outdoors eben! Halten Sie mal Ausschau nach solchen Typen im nächsten Herbst und suchen Sie nicht unbedingt im Wald nach Ihnen!

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Kleine Einführung in das Brevier…Thomas Rusche über Kleidungskultur…

Brevier

Kleidungskultur beginnt mit der Frage: “Wie kleide ich mich wozu?” Dieser kulturelle Kleidungsanspruch steht dem Modediktat diametral gegenüber. Die Tyrannen der Mode erklären im hektischen Wechsel unterschiedliche Extreme zum “Muss”. “In” und “out” sind beliebte Vokabeln des Modediktats. Kleidungskultur hingegen sucht mit Aristoteles die tugendhafte Mitte zwischen den modischen Extremen der Weiten und Breiten. Jenseits der wechselnden Extreme entspricht die Kleidungskultur dem jeweiligen Anlass und dem persönlichen Stil des Menschen. Anlassgerechte Kleidung ist keine Frage des Alters, sondern des persönlichen Anspruchs. Hat der Mensch die kulturelle Dimension der Kleidung erkannt, wird er sich ihre verpflichtet fühlen und selbst Kleidungskultur schaffen wollen. Ein jeder Mensch ist eine Persönlichkeit und für jede Persönlichkeit gibt es einen vollkommenen Kleidungsstil. Habe ich meinen Kleidungsstil gefunden, gibt es keinen Grund, ihn zu wechseln, sondern nur unterschiedliche Anlässe, meinen Stil zu vaiieren und kulturell auszuformen.

Kleines SØR Brevier der Kleidungskultur

Mit diesem “SØR Brevier der Kleidungskultur” kann erstmals eine kleine Enzyklopädie der internationalen Kleidungskultur vorgelegt werden, die sich der zeitlosen Gültigkeit des guten Geschmacks verpflichtet fühlt. Möge dieses Organon dem gültig gekleideten Herrn als Ratgeber zu Seite stehen.

Oelde im Januar 2012, Dr. Dr. Thomas Rusche                                                                                                                                                                                                                

Das kleine SØR Brevier der Kleidungskultur erschien erstmals 1991. Die englische Übersetzung verdeutlicht, dass es Dr. Dr. Thomas Rusche, als einer von wenigen Autoren gelungen ist, mit seinem Werk auch im Heimatland des Anzugs Beachtung zu finden.

Dr. Dr. Thomas Rusche, geboren 1962 in Oelde Münsterland, ist Geschäftsführender Gesellschafter der SØR Rusche GmbH, promovierter Wirtschaftswissenschaftler, promovierter Philosoph und Kunstsammler. Die einzigartige und umfangreiche SØR Rusche Sammlung Olede/Berlin stellt Niederländische Meister des 17. Jahrhunderts, wie  z. B. Abraham van Beyeren, Jan van Goyen und David Teniers, in den Dialog mit zeitgenössischen Werken von Martin Eder, Neo Rauch, Jonas Burgert und Jonathan Meese. Thomas Rusche war viele Jahre lang Präsident und Vizepräsident des Weltverband der Herrenausstatter (IMG-International Menswear Group). Neben dem Kleinen SØR Brevier der Kleidungskultur verfasste Thomas Rusche auch Literatur zu den Themen Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Ethik in der Wirtschaft.

,,In diesem Sinne ist mein Studium Generale des Lebenswerten und Lebens-wichtigen. Das steht für mich über allen, ob es die Philosophie ist, die Kleidungs-kultur, die Kunst oder die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge.” (Thomas Rusche, Quelle: indipendant collectors)

Radio Bremen Interview mit Thomas Rusche vom 25. Juni 2012

http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/gespraechszeit/audio90346-popup.html

Dr. Dr. Thomas Rusche Photo by Lars Beusker

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Das edle Fundament einer Garderobe

 

Benjamin Klemann gehört einer Zunft an, die man bis vor einigen Jahren noch mit dem Siegel “Vom Aussterben bedroht” deklarierte.  Glücklicher Weise hat sich dies nicht bewahrheitet. Ganz im Gegenteil, das Handwerk des Maßschuhmachers erlebt eine Renaissance. Und damit treten natürlich auch andere traditionelle Berufe, wie zum Beispiel Sattler und Gerber, wieder in das Bewusstsein der Menschen. Nicht nur bei denen, die schon von je her Tradition und höchste Qualität geschätzt haben, auch bei jüngeren Generationen, für die Nachhaltigkeit eine immer größere Bedeutung spielt.

Benjamin Klemann  wurde 1959 auf der Insel Föhr geboren und schon sehr früh stand für den Friesen fest, seinen Berufswunsch in die Tat umzusetzen, obwohl dieser nicht typisch friesisch war. Sein Handwerk von der Pike auf gelernt, hat Benjamin Klemann bei dem ungarischen Schuhmacher Harai, einem wahren Meister der Zunft. Nach der Ausbildung ging es dann samt Frau Magrit und zwei kleinen Kindern, nach London zum Großmeister John Lobb. Bei dem Hoflieferanten der Queen, des Prince of Wales und des Duke of Edinburgh konnte Klemann sein Können perfektionieren. Mittlerweile hat sich Benjamin Klemann in Hamburg niedergelassen, seine Frau und seine beiden Söhne Vincent und Lennert, haben die Meisterprüfungen mit Bravour abgelegt und die ganze Familie Klemann widmet sich mit höchster Präzession und Hingabe der Maßschuh-Anfertigung.

“Herr Klemann, Ihr erster Blick richtet sich bestimmt immer auf die Schuhe Ihres Gegenübers oder?

Würde man vermuten, aber der erste Blick geht in die Augen, der Zweite dann tatsächlich auf die Schuhe.

Und ist man davon manchmal überrascht?

Man staunt schon manchmal, Menschen fahren tolle Autos, kleiden sich elegant und schaut man dann auf die Schuhe, denkt man “autsch”. Ich finde man kann sich augenscheinlich locker, leger oder sogar nachlässig kleiden, aber wenn jemand richtig gute Schuhe trägt, dann reisst das alles raus – das ist ein absolutes Qualitätsmerkmal. Ich persönlich fühle mich nicht ordentlich gekleidet wenn ich keinen guten Schuh trage. Der Schuh muss nicht nur das Fundament sein, sondern auch der Abschluss einer anständigen Garderobe!

Mit welchem Leder arbeiten Sie hauptsächlich?

Brot und Butter ist für uns Kalbsleder, das ist für die Industrie viel zu teuer. Außerdem verarbeiten wir auch Pferdeleder, Haileder oder andere exotische Lederarten.

Sie sind ja auch einer der wenigen Maßschuhmacher, der das wertvolle Juchtenleder, der 1786 vor Cornwell gesunkenen S.S. Metta Catharina, verarbeiten darf.

Mit diesem außergewöhnlichen Leder werden weltweit nur 7 Handwerksbetrieb beliefert. Alle zwei Jahre fahre ich runter nach Cornwell und darf mir meine Häute aussuchen. Das hat uns natürlich auch eingeordnet in der Schuhmacherzunft – es ist eine Art Auszeichnung unter den Schuhmachern. Wenn wir daraus einen Schuh bauen muss der Träger ihn ganz besonders pflegen.  Für so einen Schuh entscheidet man sich ganz bewusst, er hat eine Alltagstauglichkeit, aber es gibt auch den Kunden der ihn dann eher auf den Kaminsims stellt, als das er diesen Schuh täglich tragen würde. Ein Schuh aus diesem Leder ist eine Art Krönung der Schuhgarderobe. Ein klassischer Halbschuh geht bei 5.000 Euro los, Stiefel sogar über 10.000 Euro.

Das hört sich an als hätten Sie einen äußerst lukrativen Beruf?

Das, was wir machen ist reines Handwerk und davon wird man leider nicht reich. Auch wenn viele denken ich müsste Millionär sein weil ich so teure Schuhe herstelle. Aber ich kann ich nur eine bestimmte Anzahl von Schuhen herstellen, da ich ja nur mit meinen Händen arbeite – Und die Gewinnspanne ist nicht gross. Klar, auch für einen Durchschnitts- Verdiener sind unsere üblichen Preise, um die 2.000 Euro, schon zum Schlucken. Aber wenn man einmal so einen Schuh von uns hat, versteht man es. Das sind Schuhe die man quasi mit in die Kiste nehmen kann. Wir kalkulieren mit der Arbeitszeit, das Material ist wichtig und teuer, entscheidend ist aber der Arbeitsaufwand. Das macht den Preis unserer Schuhe aus. Und wenn ich dann einen industriell gefertigten Schuh sehe, der einfach nur einen grossen Markennamen an der Seite hat, aber fast soviel kostet wie unsere Schuhe, da muss ich leider sagen: Wie doof muss man eigentlich sein, sich solche Schuhe an die Füsse zu ziehen. Bei den industriell gefertigten Schuh sind  so grosse Gewinnspannen drin, die weder vom Material noch von der Machart gerechtfertigt sind, das ist der Irrsinn, da stimmt für den Träger am Ende nur das Label.

Aber heute widerfährt doch gerade der Schuhmacherzunft eine Renaissance.

Als ich meine Lehre angefangen habe, sprach man davon das das klassische Handwerk ausgestorben sei. Die Kunden die damals bedient wurde, waren ältere Herren. Auch als ich in London gearbeitet habe, waren die Kunden eher älter. Aber dann wieder in Deutschland, kamen viele zwischen 30 und 60. Heute sogar auch viele die weitaus jünger sind als 30, die interessiert die handwerkliche Herstellung. Meistens sind das Leute die in virtuellen Welten arbeiten, die bewundern das ein Schuh wirklich mit der Hand gefertigt wird, dass man dabei schwitzt und Kraft aufbringt.

Sie sind ein reiner Familienbetrieb neben Ihnen, Ihre Frau und Ihren zwei Söhnen, Vincent und Lennert.  Es werden also nicht nur die Kunden jünger, sondern auch die Macher.

Genau und so hat dann auch jeder meiner Söhne seinen Stil. Vincent ist nebenbei Musiker und der liebt Sneaker. Lennert, der ist Sportler, der baut Rennradschuhe und Bowlingschuhe, die ja auch wieder sehr angesagt sind, so hat jeder auch seine  Schwerpunkte. Und trotzdem sind beide im klassischen Schuhe machen verankert.Ich werde älter, meine Stammkunden werden auch älter, aber die bringen wiederum ihre Kinder und die tragen dann Schuhe meiner Kinder.

Gibt es auch Frauen die Ihre Schuhe tragen?

80% unserer Kunden sind Herren, aber auch immer mehr Damen interessieren sich für handgebaute Schuhe. Das geht dann eher in die Richtung  Chelseaboots, Trotteurs, Brogues oder Pumps.

Wie lange muss ein Kunde auf einen Klemann-Schuh warten?

Bei uns beträgt die Lieferzeit des erstens Paares ca. 8 Monate.Der Zweitschuh kann dann in ca. 5 Monaten geliefert werden, denn dafür brauch ich den Kunden nicht mehr persönlich zu sehen. Haben wir einmal die Leisten erstellt, dann kann der Kunde zum Beispiel in Hongkong leben und ich kann ihm die angefertigten Schuhe einfach zuschicken. So ein Mensch brauch dann nie wieder in ein Schuhgeschäft gehen. Dieser Service ist natürlich auch ganz praktisch für Personen des öffentlichen Lebens, die sich nicht in Schuhgeschäfte trauen, weil sich dann Menschentrauben um sie bilden würden. Ich besuche meine Kunden zuhause, die die Kunden kommen zu uns in die Werkstatt oder man macht einen Termin mit mir an den zwei Samstagen im Monat an denen ich bei SØR in Berlin und Münster bin.”

Das Juchtenleder der gesunkenen S.S. Metta Catharina

1786 sank die in Sankt Pertersburg beladene S.S. Metta Catharina in der Bucht vor Cornwell. Sie hatte eine Ladung des besten russischen Juchtenleders an Board, welches für Genua bestimmt war. Das Schiff samt des kostbaren Ladung lag bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts unberührt auf Grund. Prinz Charles, der Duke of Cornwell, finanzierte den ersten Tauchgang, um die Ladung zu bergen. Um dieses Wrack bildete sich im Laufe der Zeit eine kleine Gemeinde von Hand-werkern, Intellektuellen und Forschern. Einer von ihnen war ein Lehrer aus Cornwell, der nebenbei schon immer Lederarbeiten anfertigte. Dieser Lehrer gab sein Schulamt auf und  widmete sich ganz diesem geborgenen Juchtenleder. Er entsalzte es über verschiedene Bäder, entwickelte eine schonende Art der Trocknung und Ölung. Ein Prozess der langwierig war und höchste Perfektion verlangte. Dadurch wurde das, an sich schon sehr wasserresistente Juchtenleder, noch beständiger. Leider neigen sich die Bestände, dieses außergewöhnlichen Leders, langsam dem Ende zu und nur eine kleine Zahl von entstandenen Produkten höchster handwerklicher Präzession, werden beständige Ernte dieser spannenden Geschichte sein.

Das Juchtenleder der gesunkenen S.S. Metta Catharina

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