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Bittersüsse Zeiten – Barock und Gegenwart in der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Titel Bittersüsse Zeiten

Titel der Ausstellung im Kunsthaus Stade. Pieter Jacobsz. Codde, Amor als Honigdieb, 1636 © SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Bittersüße Zeiten
Barock und Gegenwart in der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin
Kunsthaus Stade
Laufzeit: 27. September 2014 bis 4. Januar 2015
In der Ausstellung „Bittersüße Zeiten. Barock und Gegenwart in der Sammlung SØR Rusche Oelde/Berlin“ treten außergewöhnliche Werke miteinander in einen Dialog. Ihre Entstehungszeit liegt fast 400 Jahre auseinander und dennoch ergänzen sie sich auf wundersame Weise. Wenn Gemälde aus dem niederländischen Barock neben Werken von Gegenwartskünstlern in einem Raum hängen, scheinen die Gegensätze nicht größer sein zu können – so denkt man. Doch ein zweiter Blick offenbart, dass auch viele Gemeinsamkeiten vorhanden sind. Sind es nicht damals wie heute dieselben Probleme, die den Künstler beschäftigen? Das Bildnis des Menschen, die Liebe und die Erotik, das Leben, das sich in Arbeit und Vergnügen spaltet, und die Mahnung vor dem unausweichlichen Ende, das alle weltlichen Güter und Eitelkeiten mit einem Streich hinfällig macht. Mögen sich die Zeiten geändert haben, die essenziellen Probleme des Mensch-Seins sind die gleichen geblieben: Wir werden geboren, wir leben, lieben und arbeiten, und wir sterben am Ende. Die Ausstellung zeigt die fundamentalen Unterschiede in der Kunst und der Perspektive beider Epochen auf das Leben, aber auch die Gemeinsamkeiten in Form und Motivwahl, die sich als geschichtsübergreifende Konstante der Kunstherausstellen. So wie wir heute von der Bilderflut durch Fernsehen und Internet umgeben sind, umgaben sich die Niederländer im Barock mit Gemälden, die für jedermann erschwinglich waren. Kunst war Pop-Kultur, genauso wie es heute Film und Musik sind. Dem Sehen wurde ein herausragender Stellenwert beigemessen, so wie es auch im 21. Jahrhundert der Fall ist.

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Ausstellungsansicht Photo by Uwe Wiesmann

SØR Rusche Sammlung Oelde/BerlinSämtliche Werke der Ausstellung „Bittersüße Zeiten“ stammen aus der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, die eine der umfassendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst in Deutschland sein dürfte – und womöglich die einzige Sammlung, deren Schwerpunkte sich in einem so hohen Maße gleichzeitig auf Werke des niederländischen Barocks und der Gegenwart konzentriert. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Grundstock dieser Sammlung gelegt, deren Umfang heute weit über 2000 relevante Werke aus beiden Epochen vereinigt. „Das Leben ist bitter und süß zugleich“, so sagt der leidenschaftliche Sammler und studierte Philosoph Dr. Dr. Thomas Rusche. Bereits in vierter Generation führt er die beeindruckende Sammlung fort. Sein Augenmerk liegt auf der „Achterbahn des Lebens“, dem urmenschlichen Zyklus von „Eros und Tod, Lieben, Leben zeugen und Vergehen“. So ist das große Thema dieser Ausstellung nichts weniger als das Leben in seiner
Vielfalt und Widersprüchlichkeit.In fast 30 Werken aus dem holländischen und flämischen Barock des 17.
Jahrhunderts und gut 90 zeitgenössischen Werken von international bekannten Künstlern der Gegenwart verfolgt „Bittersüße Zeiten“ die wichtigsten Stationen des menschlichen Lebensweges von der Kindheit bis zum Totenbett.

Verelst:Schleime

Dabei begegnen dem Besucher die Meister der flämischen Feinmalerei, die von italienischen Landschaften beeinflussten Bamboccianti und die beeindruckenden Werke der holländischen Genremalerei, die mit ihrem liebevollen Blick für Details eine Bestandsaufnahme ihrer Zeit liefern. Samuel von Hoogstraten, Frans Hals‘ jüngerer Bruder Dirck Hals, Pieter Codde, Joos van Craesbeck, Jacob Adriaensz. Backer, Hendrik Gerritsz. Pot, Adriaen van Ostade, David Teniers, d.J., und Cornelis Gysbrecht sind einige der Künstler, die vor allem in Haarlem, Den Haag, Amsterdam und Antwerpen die holländisch-flämische Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts prägten. Idealisierte Darstellungen des täglichen Lebens, moralische Anleitungen für ein ehrbares Dasein und die Hervorhebung des gesellschaftlichen Status‘ durchziehen die Motive der überaus fein gearbeiteten Gemälde. Die Meister des Barock stehen in der Ausstellung in einem spannenden Dialog mit international bekannten Künstlern und den größten Talenten der Gegenwart. Neben George Condo, Jim Butler, Tracey Emin, David Hockney und David Lynch sind es dabei Jonathan Meese, Neo Rauch, Daniel Richter und Oda Jaune, die internationalen Ruf genießen. Auch die in der Tradition der „Leipziger Schule“ stehenden Künstler wie Tilo Baumgärtel, Kathrin Heichel und Irene Bisang gehören zu den Künstlern, die die Malerei derzeit prägen, ebenso wie Jonas Burgert, Alicia Kwade, Paule Hammer, Norbert Bisky, Martin Eder, Justine Otto, BEZA und viele andere.

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Ausstellungsansicht Photo by Uwe Wiesmann

Liegt auch fast ein halbes Jahrtausend zwischen den beiden Epochen, so ähneln sich auch Situation und Ansatz des Kunstschaffens auf frappierende Weise. So erlebte die Malerei in Holland und Flandern nach der Reformation und der Befreiung von der spanischen Besatzung einen immensen Aufschwung, der auch durch den zunehmenden Status der Niederlande als Welthandelsmacht unterstützt wurde. Die Porträt-, Allegorie- und Genremalerei des so genannten „Goldenen Zeitalters“ war für den barocken Zeitgenossen praktisch allgegenwärtig. Kunst wurde auf Märkten und in vielen Fachgeschäften angeboten, Gemälde wurden in Lotterien verlost oder als Gewinne für Wettbewerbe ausgeschrieben. Zum ersten Mal begannen Sammler, Kunst als Wertanlage zu erwerben, und man kann davon ausgehen, dass fast jeder bürgerliche Haushalt über mehrere Gemälde verfügte. So wie heute Musik, Literatur oder andere Kulturgüter Teil einer weit verbreiteten Popularkultur sind, so kann man auch in der barocken Malerei der Niederlande von einer Pop-Kultur sprechen: Einer Kultur, die sich nicht an religiöse, monarchische oder akademische Eliten richtete, sondern die für den Bürger geschaffen und vom Bürger angenommen wurde.

Dr. Dr. Thomas Rusche hält die Eröffnungsrede zur Ausstellung, Photo by Uwe Wiesmann

Dr. Dr. Thomas Rusche hält die Eröffnungsrede zur Ausstellung, Photo by Uwe Wiesmann

Allein für den Zeitraum von 1550 bis ca. 1800 sind bisher etwa eine Million schaffende Künstler in den Niederlanden nachgewiesen. Die Situation heute ist der damaligen nicht ganz unähnlich: Nie war der allgemeine Wohlstand der europäischen Gesellschaft so groß wie zu Beginn des 21. Jahrhunderts. In den heutigen „Goldenen Zeiten“ bieten zahllose „Art Fairs“ in vielen Städten regelmäßig Kunst zu erschwinglichen Preisen an, die auch vom „Normalbürger“ bezahlbar sind. Kunst ist in der einen oder anderen Form ein natürlicher Bestandteil unseres Lebens geworden und hat schon lange seinen Eingang in den öffentlichen Diskurs gefunden, statt nur einem kleinen Kreis von Fachleuten zugänglich zu sein. Wie die Niederländer es in emblematischer Form taten, reflektieren auch die zeitgenössischen Künstler heute die Ausprägungen und Strömungen, die das tägliche Leben beeinflussen. Ihre Kunst ist ein Kommentar über die Beschaffenheit der Gegenwart, der sich dem sozialen Leben und seinen Konflikten, den individuellen Erfahrungen des Menschen und dem Verhältnis zu seinen emotionalen Verstrickungen widmet.

Text von Andrea Fromm, Tom Beege und Regina Wetjen

Zur Ausstellung erscheint der Katalog:

978-3-86832-220-0
„Bittersüße Zeiten. Barock und Gegenwart in der Sammlung SØR Rusche
Oelde/Berlin“
Herausgeber: Hans Jürgen Giese, Christiane Ladleif, Sebastian Möllers, Thomas
Rusche, Regina Wetjen
Mit Beiträgen von: Andrea Fromm und Tom Beege
Verlag Wienand, Preis in der Ausstellung: 19,80 EUR
160 Seiten, farbige Abbildungen der ausgestellten Werke
In Zusammenarbeit mit der Sammlung SØR Rusche Oelde/Berlin
Verantwortliche:
Dr. Sebastian Möllers, Regina Wetjen
Kuratorenteam: Dr. Andrea Fromm & Tom Beege
Rahmenprogramm zur Ausstellung:
Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Zusätzlich zu den
Öffentlichen Führungen sonntags um 15:00 Uhr und mittwochs um 17:30 Uhr finden
museumspädagogische Veranstaltungen statt. Mehr Informationen unter
www.museen-stade.de/kunsthaus

Plakatierung ,,Bittersüsse Zeiten'' in der Hamburger Innenstadt, Photo by Tom Beege

Plakatierung ,,Bittersüsse Zeiten” in der Hamburger Innenstadt, Photo by Monika Rieckborn

 

Pressestimmen:

http://www.focus.de/kultur/kunst/kunst-die-bittersuessen-zeiten-in-barock-und-gegenwartskunst_id_4160041.html

http://www.saarbruecker-zeitung.de/nachrichten/kultur/aktuell/Kunst-Ausstellungen-Gegenwartskuenstler-Gemaelde-Bilder-Kunst-des-Barock-Oelde-Stade;art4426,5448266

Ausstellungen der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Carina Linge, Stillleben S.W. (Paar Nr. 2), 2009, C-Print, 40 x 60 cm © Carina Linge

Carina Linge, Stillleben S.W. (Paar Nr. 2), 2009,
C-Print, 40 x 60 cm © Carina Linge

 

Wahrheiten

Werke aus der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Bayer Kulturhaus Leverkusen 14.09.14 – 04.01.15

http://www.kultur.bayer.de/de/Spielplandetails.aspx?vguid=d5662c64-bcec-4097-953d-98c776df7d68

Christian Achenbach |Martin Assig | BEZA | Norbert Bisky | Sebastian Burger | Manuele Cerutti | Matt Collishaw | Birgit Dieker | Jan Dörre | Marlene Dumas | Marcel van Eden | Martin Eder | Marcel Eichner | Pavel Feinstein | Pius Fox | Andreas Golder | Philip Grözinger | Jana Guntsheimer | Stella Hammberg | Ann Katrin Hamm | Paule Hammer | Katrin Heichel | Uwe Hennecken | Julius Hofmann | Lou Hoyer | Johannes Hüppi | Leiko Ikemura | Jens Joneleit | Ruprecht von Kaufmann | Inga Kerber | Henning Kles | Robert Klümpen | Martin Kobe | Matej Kosir | Anna Kott | Clemens Krauss | Sven Kroner | Zofia Kulik | Alicja Kwade | Via Lewandowsky | Carina Linge | James Lloyd| Rosa Loy | Eric Manigaud | Jonathan Meese | Ingo Mittelstaedt | Jochen Mühlenbrink | Adam Mysock | Justine Otto | Jochen Plogsties | Ulf Puder | Vanda Rattana | Neo Rauch | Daniel Richter | Johannes Rochhausen | Peter Ruehle | Nicola Samori | Cornelia Schleime | Moritz Schleime | David Schnell | Norbert Schwontkowski | Stefan Stößel | Norbert Tadeuz | Christopher Thomas | Miriam Vlaming |

ART WEEK BERLIN 

90. Kunstgang durch die SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin 

Am 19.September 2014 in Berlin-Charlottenburg, 17:00 – 19:00 Uhr

Anmeldungen bitte bis zum 15.09. an: m.kuehn@kleidungskultur-soer.de

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt!

http://www.berlincollectors.com/

Alte Meister im Dialog mit:

L. C. Armstrong | Stephan Balkenhol | Ruth Barker | Tilo Baumgärtel | Andrea Bender |  Benjamin Bergmann | BEZA | | Norbert Bisky | Andreas Blank | Cecily Brown| Rafal Bujnowski | George Condo | Stephanie Dost | Marlene Dumas | Martin Eder | Marcel van Eeden | Marcel Eichner | Tim Eitel | Tom Ellis | Slawomir Elsner | Joachim Elzmann | Tracey Emin | Tim Ernst | James Esber | Carsten Fock | Andreas Golder | Ari Goldmann | Kerstin Grimm | Jim Harris | Armin Hartenstein | Anton Henning | Johannes Hüppi | Oda Jaune | Friederike Jokisch | Sabrina Jung | Lisa Junghanß | Alexander Keirinxc | Martin Kippenberger | Martin Kobe | Zofia Kulic | Alicja Kwade | Pe Lang | Corinne von Lebusa | Via Lewandowsky | Carina Linge | James Lloyd | Andrea Loefke | Rosa Loy | David Lynch | Katharina Mantel | Jonathan Meese | Stephan Melzl |Jan Molenaer | David Nicholson | Gillis Peeters | Ulf Puder | Neo Rauch | Lois Renner | Mandla Reuter | Daniel Richter | Arno Rink |  Peter Ruehle | Fumie Sasabuchi | Martin  Schepers | Cornelia Schleime | Rigo Schmidt | Norbert Schwontkowski | Secret Stars | Slava Seidel | Johannes Spehr | Rosi Steinbach | Stefan Stößel | Luc Tuymans | Miriam Vlaming | Herbert Volkmann | Caroline Weihrauch | Matthias Weischer | Stanislaw Ignacy Witkiewicz (Witkacy)

 

Bittersüße Zeiten. 

Barock und Gegenwart in der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Museumsverein Stade e.V., Stade, (27.09.14 – 04.01.15)

http://www.museen-stade.de/kunsthaus/vorschau-ausstellungen/

Kunsthaus Apolda Avantgarde, Apolda, (11.01.15 – 15.03.15)

http://www.kunsthausapolda.de/ 

Kunsthalle Jesuitenkirche Aschaffenburg, Aschaffenburg, (09.05.15 – 06.09.15)

http://www.museen-aschaffenburg.de/ 

Tilo Baumgärtel | Andrea Bender | BEZA | Irene Bisang | Norbert Bisky | Birgit Brenner | Thorsten Brinkmann | Rafal Bujnowski | Jonas Burgert | Jim Butler | George Condo | Carlos De los Ríos | Jan Dörre | Martin Eder | Wolfgang Ellenrieder | Tom Ellis | Tracey Emin | Valerie Favre | Martin Galle | Sieghart Gille | Kerstin Grimm | Paule Hammer | Kathrin Henschler | David Hockney | Johannes Hüppi | Michal Jankowski | Oda Jaune | Michael Kirkham | Andrey Klassen | Karin Kneffel | Olrik Kohlhoff | Anna Kott | Marianna Krueger | Pawel Ksiazek | Zofia Kulik | Alicja Kwade | Carina Linge | Wen Ling | James Lloyd | David Lynch | Jonathan Meese | Jochen Mühlenbrink | Muntean/Rosenblum | Adam Mysock | Heribert C. Ottersbach | Justine Otto | Paul Pretzer | Olaf Quantius | Neo Rauch | Daniel Richter | Christoph Ruckhäberle | Fumie Sasabuchi | Moritz Schleime | Sandra Schlipkoeter | Herbert Volkmann |

 

Leibhaftig. Der menschliche Körper zwischen Lust und Schmerz

ARP Museum Bahnhof Rolandseck, Remagen

(25.05.14 – 25.01.15)

Norbert Schwontkowski, Simon de Vos

 

Werner Tübke – Michael Triegel. Zwei Meister aus Leipzig

Kunsthalle Rostock, Rostock

(22.06.14 – 14.09.14)

Jesuitenkirche Aschaffenburg

(24.01. – 19.04.15)

Michael Triegel

 

New Masters

Galerie Jörg Heitsch, München

(12.09. – 08.11.14)

Matej Kosir

 

Mythos Wald

Historische und zeitgenössische Positionen zum Thema Wald und Bäume

Kulturhaus Beda

(21.09. – 23.11.14)

Helge Hommes

 

Ausstellung: Tierstücke – der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Julius Hofmann, Einsames Zuhause, 2010, 200x190cm, Acryl auf Leinwand, Courtesy of SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, Photo by Galerie Kleindienst

Vom 10. 02.-28. 04.2013 richtet das Museum Abtei Liesborn den Blick auf die Tierstücke der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin. Die Ausstellung Tierstücke vereint 17 Gemälde niederländischer Meister des 17. Jahrhunderts mit insgesamt 74 Arbeiten zeitgenössischer Künstler. So entsteht ein spannungsreicher Dialog, dem der Besucher aufgefordert ist, zu folgen. Seit der Frühzeit zählt das Tier zu den beliebtesten Motiven der bildenden und angewandten Kunst. Die Ausstellung nähert sich dem Bildgegenstand Tier unter fünf Gesichtspunkten, denen jeweils ein Raum gewidmet ist: I. Das Tier als Schmuckwerk II. Raubtier und Beute oder Fressen und gefressen werden III. Das Tier als Gefährte des Menschen und der Mensch als Nutznießer des Tiers oder Haus- und Nutztiere IV. Anthropomorphismen: Der Mensch als Tier, das Tier als Mensch I. Das postmoderne Tier: Leben in einer denaturierten Welt Die Beweggründe Tiere darzustellen, sind äußerst vielfältig. Künstler nutzen das Motiv, um auf die Schöpfung Gottes und die Artenvielfalt des Kosmos zu verweisen. In seiner Wildheit wird es zum Furcht einflößenden und bewunderten Fabeltier. Ambivalenz erweist sich in der Darstellung als Jäger und Gejagter oder es spiegelt ein wissenschaftliches Interesse. Als Metapher steht es für menschliches Verhalten und manchmal dient es nur der Dekoration. In der holländischen Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts finden Tierbetrachtung und Tierdarstellung einen Höhepunkt.

Dirck Wijntrack, Wasservögel an einem Schlossgrabem, ca. 1650, 90 x 125 cm, Öl auf Holz, Courtesy of SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, Photo Lars Beusker

Besonders charakteristisch für das Tierbild in Holland sind seit der Mitte des 17. Jahrhunderts das sogenannte „Viehstück“, das Nutztiere auf der Weide darstellt, das „Jagdstück“, bei dem Hunde Jagd auf Beutetiere machen sowie der „Geflügelhof“. Zeitgenössische Künstler haben sich in den vergangenen Jahren verstärkt mit dem Thema Tier befasst. In Rückbesinnung auf die alte Tradition der „Tierstudie“ zeugen viele Tierbilder der Gegenwartskunst von aufmerksamer Beobachtung. Sie dokumentieren unterschiedliche Aspekte des Tierseins ohne es mit einer spezifischen Deutung zu versehen. Daneben gibt es zahlreiche Werke, die das von Zwiespältigkeit geprägte Verhältnis zwischen Mensch und Tier reflektieren, analysieren, kritisieren oder ironisieren.

Ruprecht von Kaufmann, Ajax, 2007, 160 x 180 cm, Öl, Wachs, Pigment auf Leinwand, Photo by SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Folgende Künstler werden in der Zeit vom 10.02 – 28.04.2013 zu sehen sein: Agate Apkalne, Tilo Baumgärtel, Andrea Bender, Abraham Hendricksz. van Beyeren, BEZA, Joe Biel, Ina Bierstedt, Cornelis Biltius, Irene Bisang, Norbert Bisky, Anthonie van Borssom, Bernhard Buhmann, Marcin Cienski, Jan Dörre, Simon Johannes van der Douw, Martin Eder, Tom Ellis, Valerie Favre, Pavel Feinstein, Martin Galle, William Gowe (Gouw) Ferguson, Mitja Ficko, Adrian van Gryff, Paule Hammer, Katrin Heichel, Julius Hofmann, Feodora Hohenlohe, Abraham Hondius, Johannes Hüppi, Balthasar Huys, Malgosia Jankowska, Michał Jankowski, Friederike Jokisch, Ruprecht von Kaufmann, Inga Kählke, Kai Klahre, Andrey Klassen, Olrik Kohlhoff, Paweł Książek, Karin Kneffel, Shay Kun, Claudia Landwehr, Carolin Löbbert, Rosa Loy, Christoffel Lubieniecky, Kai Mailänder, Jacobus Sibrandi Mancadan, Casey McKee, Sebastian Meschenmoser, Claes Cornelisz. Moeyaert, Brian Montuori, David Nicholson, Heribert C. Ottersbach, Carlos Perez, Jochen Plogsties, Nadin Maria Rüfenacht, Cornelia Schleime, Lothar Schliemann, Jan Ulrich Schmidt, Rigo Schmidt, Otto Marseus van Schrieck, Tanja Selzer, Slava Seidel, TAL R, Jan Tengnagel, Karthrin Thiele, Jacob Toorenvliet, Pieter Cornelisz Verbeek, Steve Vinzens, Jacobus Victors, Matthias Weischer, Jan Wijnant, Dirck Wijntrack, Shi Zhiying.

Marcin Cienski, Reconcilation, 2012, 90 x 70 cm, Öl auf Leinwand, Courtesy of SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin Photo by Galerie Jochen Hempel

 

Bilder der Ausstellungseröffnung am 09. Februar 2012

Museum Abtei Liesborn Photo by SØR

Ausstellungsansicht Photo by SØR

Ausstellungsansicht Photo by SØR

Thomas Rusche Photo by SØR

Ausstellungsansicht (Paule Hammer, Schweinehund) Photo by SØR

Ausstellungsansicht Photo by SØR

Ausstellungsansicht Photo by SØR

Ausstellungsansicht Photo by SØR

Ausstellungsansicht Photo by SØR

Mark Gisbourne & Katja Blomberg

Dr. Elisabeth Schwarm & Rupert Pfab

Ausstellungsansicht (Rigo Schmidt, Außenseiter) Photo by SØR

Thomas Rusche Photo by SØR

 

Museum Abtei Liesborn