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Stil-Tipps von Thomas Rusche – Wie Mann sich im Sommer kleidet

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Immer stilsicher – Thomas Rusche der SØR Inhaber und Stil-Experte weiß bis ins kleinste Detail um die Bedeutung der Kleidungskultur. Foto Lars Beusker

Die Sommermonate locken uns mit luftigen und aufregend bunten Outfits auf die Straßen. Im Business sollte man allerdings berücksichtigen, dass der klassische Dresscode keine Ferien kennt. Besonders wenn man auf dem Finanzmarkt arbeitet oder in Kunden-gesprächen sein Unternehmen repräsentiert. Wie man sich bei hohen Temperaturen auch im Job adäquat kleidet und wie man die angesagten Sommer-Trends am besten in der Freizeit kombiniert, verrät uns SØR Inhaber und Stil-Experte Thomas Rusche!

SØR: Welche Stoffe/Materialien eignen sich besonders für die Sommermonate?

Thomas Rusche: Leinen, Baumwolle und leichte cool-wool Qualitäten sind während der Sommer-Monate die perfekte Wahl. Auf synthetische Materialien sollte man am besten verzichten.

SØR: Welche der genannten Materialien sind auch für Business-Looks im Büro geeignet und welche ein absolutes No-go?

Thomas Rusche: Leinen hat leider die Angewohnheit leicht zu knittern und das wirkt im Job schnell etwas nachlässig. Leichte Wollmaterialien und Baumwolle sind somit die sichere Wahl. Bequemere Alternativen können beispielsweise Hemden aus feinem Jersey sein. Anzüge sollten aus leichten aber hochwertigen Wollqualitäten bestehen. Wer als Akteur auf dem Finanzmarkt agiert oder sein Unternehmen in Kundengesprächen repräsentiert, sollte auch im Sommer gedeckte Farben wählen und sich dem klassischen Dresscode unterordnen. Vertrauen entsteht durch Kleidung, die den Rollenerwartungen gerecht wird. Kleidung entscheidet mit darüber, wessen Rat ich traue und wem ich mein Geld anvertraue. Eine Maxime, die in der Kleidungskultur für alle Jahreszeiten gilt.

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Richtig angezogen im Büro oder bei Kunden-Meetings: SØR Anzug in Blau, ein weißes SØR-Hemd mit farbigen Ausputz, feine Seidenkrawatte mit Schmetterlingsmotiv und rahmengenähte Schuhe von Floris van Bommel. Foto Lars Beusker

SØR: In der vergangenen Sommer-Saison lag der Knöchel des Herren bei den Hosenlängen frei. Setzt sich dieser Trend fort oder verändert sich diesbezüglich etwas?

Thomas Rusche: Dieser Trend setzt sich auch in dieser Saison fort. Es werden weiterhin Hosen getragen die den Knöchel zeigen und die Fußweite bleibt eher schmal.

SØR: Darf der Knöchel auch im Büro gezeigt werden? Womit der Träger dann ja auch auf einen Strumpf verzichtet. Ist das im Job erlaubt?

Thomas Rusche: Es kommt immer auf das Umfeld an. Ist der Arbeitgeber eine Bank oder eine Anwaltskanzlei, sollte man einen klassischen Hosenschnitt wählen und Strümpfe in den Schuhen tragen. Jedoch in Unternhemen mit einem gelockerten Dresscode, darf Mann auch etwas Haut am Fuß zeigen.

Die schmale SØR Hose mit Bundfalten, ist aus einem kühlen glatten Baumwollstoff und dezent kariert. Besonders schön wirkt  wenn man sie bis zum Knöche umschlägt und mit feinen Loafern oder weißen Sneaker kombiniert. Foto Lars Beusker

Die schmale SØR Hose mit Bundfalten, ist aus einem kühlen glatten Baumwollstoff und dezent kariert. Besonders schön wirkt es, wenn man sie bis zum Knöchel umschlägt und mit feinen Loafern oder weißen Sneaker kombiniert. Foto Lars Beusker

SØR: Welche Schuhe eigenen sich besonders für diesen Look?

Thomas Rusche: Ein feiner Loafer oder Rahmengenähte Schuhe passen gut ins Büro. Bei nicht ganz so warmen Temperaturen kann man schöne sommerliche Akzente setzen, in dem man farbige Stümpfe wählt.

SØR: Und in der Freizeit?

Thomas Rusche: Sneaker passen eigentlich immer, aber auch Bootsschuhe oder Mokassins sind prädestiniert für knöchellange Hosen. Wer nicht auf etwas Stoff im Schuh verzichten möchte und Füßlinge oder kurze Sneakersocken wählt, sollte darauf achten das sie auf keinen Fall hervorluken und das schöne Bild des sommerlichen Looks verunstalten.

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Der SØR Slipper aus weichem Wildleder in Braun passt perfekt zu den knöchellangen Hosen oder zu Bermudas. Foto Lars Beusker

SØR: Bermudas sind diesen Sommer ein Trend. Allerdings etwas enger als gewöhnlich. Wie kombiniert man diese Hosen? Und sind sie ausschließlich in der Freizeit tragbar?

Thomas Rusche: Bermudas oder Shorts sind ganz klar nur in der Freizeit angesiedelt. Gerade der neue schmale Schnitt und die fröhliche Farbpalette lässt sie noch sportlicher erscheinen.

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Der Sommer-Trend: Schmaler Bermuda-Short von MMX in einem knackigen Gelb. Foto Lars Beusker

SØR:Wer sollte sie tragen und wer sollte lieber auf den klassischen großzügig geschnittenen Bermuda ausweichen?

Thomas Rusche: An sich kann sie jeder tragen – von jung bis alt… Jedoch sollte man sich bewusst sein, dass der Schnitt etwas figurbetonter ist. Man sollte sich in seiner Haut also wohlfühlen.

SØR: Immer wieder trifft man auf Herren, die sich in schmal geschnittene Chinos oder Slim-Jeans pressen, obwohl sie aufgrund ihrer Figur eher zu großzügigen Schnitten tendieren sollten. Wie berät man solche Kunden, bzw. wie rät man ihnen ab?

Thomas Rusche: Grundsätzlich gilt: jeder so, wie er mag! Doch sollten wir nicht vergessen das Kleidung unsere zweite Haut ist, und sie bildet sich durch eine innere Einstellung und einem äußeren Schein. Dabei entwickeln wir ein feines Gespür für Authenzität, für eine Kleidung die von Innen heraus strahlt. Nur wer sich in seiner zweiten Haut wohlfühlt hat eine glaubwürdige Ausstrahlung. Und wenn sie zwickt oder uns in der Bewegungsfreiheit einschränkt, werden wir den ganzen Tag von einem Unwohlsein begleitet und somit auch von einer negativen Ausstrahlung. Ein guter Verkäufer sollte dem Kunden auch immer einen geeigneten Schnitt präsentieren und anbieten. Wenn der Kunde diese dann erstmal anprobiert, versteht er oft selbst, dass der großzügigere Schnitt besser passt und zu einer positiven Ausstrahlung verhilft.

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Das ultimative Urlaubs-Outfit: kurzärmeliges SØR Hemd aus einem strukturierten Baumwoll-Jersey, SØR Bermuda in der Trendfarbe Rot. Dazu passen wunderbar die SØR Bootsschuhe oder die weißen Retro-Sneaker von Colmar. Foto Lars Beusker

SØR: Empfehlen Sie doch bitte noch zwei Freizeit-Looks die diese Saison unbedingt in den Urlaubs-Koffer gepackt werden sollten:

Thomas Rusche: Eine Bermuda-Short, gerne in einer knackigen Farbe, dazu Bootsschuhe oder elegante Sandalen aus Leder. Kombiniert mit einem Poloshirt oder einem kurzärmeligen Jersey-Hemd sieht das einfach klasse aus.

Für den Abend im Restaurant oder an der Strandpromenade empfehle ich ein weißes Oxford-Hemd, eine leichte Jeans oder eine knöchellange Chino. Dazu trägt man einen Loafer oder Slipper aus Wildleder.

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Thomas Rusche empfiehlt Issue No. 3

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In der 3. Ausgabe der Kolumne ,,Thomas Rusche empfiehlt” verrät der Kunstsammler und SØR Inhaber seine Entdeckungen und Tipps für die Wintersaison 2016/17.      Foto, Lars Beusker

Ein guter Gin, die Umarmung schöner Frauen, romantische Abende am lodernden Kamin – all das lässt die Körpertemperatur gefühlt um ein paar Grad ansteigen. Doch nichts hält dauerhaft so rundum warm wie ein Strickpullover. Neue Qualitäten aus edelstem Kaschmir für das nur das weichste Unterfell am Bauch der Kaschmirziege verarbeitet wird, haben jetzt bei SØR  Hochsaison: lange, zweifädige Garne, verwebt in renommierten Traditionswebereien lassen Männerherzen höher schlagen und sind ein Erfolgs-Garant auf dem weihnachtlichen Gabentisch. Klassische Rundhals- und V-Neck-Optiken mit sportlichen Ellbogen-Patches überzeugen durch eine perfekte Passform. Schmal, jedoch zugleich locker geschnitten und derart hochwertig gearbeitet, dass sie gleich mehrere Kälteperioden überdauern, zählen SØR-Strickpullis zu den unverzichtbaren , luxuriösen Freizeit-Basics die 365 Tage im Jahr optimal einsetzbar sind. Elegante Knitwear bleibt eben soft und zeitlos!

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Feine SØR-Kaschmir-Pullover mit Ellbogen-Patches. Foto, Lars Beusker

Das Konzept von MMX steht für sehr viel mehr als die Produktion von Hosen und die Etablierung einer neuen Modemarke. Es geht um nicht weniger als die Neuinterpretation der perfekten Hose. Mit viel Gespür für Stil und Design entstehen aufwändig verarbeitete Hosen aus hochwertigen Materialien in hervorragender Qualität. Optimale Passformen und präzise handwerkliche Verarbeitung definieren die Kollektionen. Ausgewählte Details, eine aufwendige Innenausstattung und echte Hornknöpfe verweisen zusätzlich auf die Handwerkskunst einer Maßschneiderei. Die exklusiven Stoffe stammen aus den besten Webereien in Deutschland und Italien. MMX beweist sich als echter Durchstarter im SØR Sortiment und richtet sich an modebewusste Männer die Herkunft und Produktionsbedingungen hinterfragen und die sich für einen verantwortungsbewussten, anspruchsvollen und individuellen Lebensstil entschieden haben.

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MMX – die Neuinterpretation der perfekten Hose! Foto, Lars Beusker

Rahmengenähte Budapester, Double-Monk oder Wingtipp in schwarz und verschiedenen braun Tönen gehören seit vielen Jahren wie selbstverständlich zum Business Outfit. Doch immer häufiger sieht man aber in den trendprägenden Metropolen wie New York, Berlin und Mailand den Sneaker als Ergänzung zum Business-Look. Die aktuellen high und low Varianten haben den klassischen Turnschuh dabei verdrängt und bestechen durch luxuriöse Materialen und individuelles Desgin wie geprägt- oder bedrucktes Velour- und Napper, mit  auffallenden Farbkontrasten, weißer oder schwarzer Sohle. Trauen Sie sich ruhig und lassen Sie sich ein auf einen aufregenden Melting Pot, der klassischen Stil mit Luxus-Streetwear vereint.

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Von wegen Turnschuhe – die Luxus-Sneaker von Floris van Bommel im Reptile-Look. Foto, Lars Beusker

Seit 1981 spiegelt sich die Leidenschaft für Eleganz und Stil von Giancarlo Regaglia und seinem Sohn Andrea in den Accessoires-Kollektionen ihrer Marke Gierre Milano wieder. Krawatten, Schals und Einstecktücher von Gierre Milano zeichnen sich durch hervorragende ,,Made in Italy” Qualität aus. Professionelle Handwerkskunst wird mit moderner Technik vereint. Edle Woll-Qualitäten verleihen den Items einen schmeichelnd weichen Griff aus und verzaubern uns mit kunstvollen floralen- und grafischen Mustern.

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Gierre Milano – 100% italienischer Stil und kompromisslose Qualität. Foto, Lars Beusker

 

Die Festtage rücken immer näher und somit intensiviert sich auch der Gedanke ,, was lege ich meinen Lieben unter den Christbaum?” Mein ultimativer Tipp ist ein guter Schal oder ein schönes Tuch! Dabei lege ich größten Wert auf hochwertige Materialen und stilvolles Design. Kuscheliges Kaschmir oder robuste Lambswool, wärmen die Beschenkten und setzen gekonnt Akzente in der Wintergarderobe.

Der SØR-Kaschmir-Schal setzt herrliche Akzente auf dunklen Mänteln und Jacken. Foto Lars Beusker

Der SØR-Kaschmir-Schal setzt herrliche Akzente auf dunklen Mänteln und Jacken. Foto Lars Beusker

Neben den Fragen welches Geschenk das Richtige ist und was am Weihnachtsabend serviert werden soll, beschäftig natürlich auch immer der Gedanke ,,was soll ich anziehen?” Wer vielleicht im engsten Kreis der Familie einen gemütlichen zwanglosen Abend verbringen möchte oder  sich über die Feiertage das rustikale Ambiente einer Berghütte gebucht hat, darf selbstverständlich ein entsprechend kerniges und lässiges Outfit wählen. Eine klassische Cordhose oder eine schöne Jeans in Kombination mit einem fröhlichen Hemd oder einem Kaschmir-Pullover in der Trendfarbe Barolo sorgen für ein behagliches Tragegefühl. Ein kleiner persönlicher Tipp: Eine hochwertige Weste verleiht einem lässigen Outfit eine Prise Eleganz und ist dabei noch wunderbar wärmend.

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Die SØR-Weste aus 100% Schurwolle verleiht lässigen und kernigen Outfits eine elegante Note. Foto , Lars Beusker

Je stilvoller Sie sich kleiden um so festlicher wird Ihr Weihnachtsabend! Der ultimative Klassiker ist und bleibt der dunkle Anzug. Pure Eleganz versprüht ein mitternachtsblauer Anzug mit einer schmalen Silhouette. Wählen Sie dazu ein weißes Hemd aus feinem Tuch mit Haifisch-Kragen und Umschlagmanschetten. Einstecktücher und Krawatten mit floralen Mustern oder dem angesagten Check-Design setzen dabei farbige Akzente. Feine Oxford-Schuhe aus Kalbsleder und edle Manschettenknöpfe runden den Look stilvoll ab.

Thomas Rusche trägt  im Foto-Shooting ein schmal geschnittenes SØR Sakko aus 100% Schurwolle und ein SØR Businesshemd mit  Umschlage-Manschetten und Haifischkragen. Foto, Lars Beusker

Schmal geschnittenes SØR Sakko aus 100% Schurwolle in Nachtblau und ein SØR-Hemd mit Umschlage-Manschetten und Haifischkragen. Foto, Lars Beusker

Auch wenn für uns die besinnlichen Tage nahen, bleibt es in der Kunstszene brodelnd heiß. Die Art Basel Miami öffnet gerade die Tore, aber auch in Deutschland gibt es einige spannende Ausstellungen in den kommenden Wochen. Besonders hervorheben möchte ich dabei die Ausstellung ,,Wimpernschlag” von der Künstlerin Cornelia Schleime, die zur Zeit in der Berlinischen Galerie zu sehen ist. Die jüngst mit dem Hannah-Höch-Preis ausgezeichnete Malerin ist mit zahlreichen Werken in der SØR  Rusche Sammlung Oelde/Berlin vertreten, von denen auch einige Arbeiten in der musealen Ausstellung zu sehen sind.

http://www.berlinischegalerie.de/ausstellungen-berlin/aktuell/cornelia-schleime

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Flyer zu der Ausstellung ,,Bittersüße Zeiten – Barock und Gegenwart in der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Am 11. Dezember eröffnet die Ausstellung ,,Bittersüße Zeiten – Barock und Gegenwart in der SØR  Rusche Sammlung Oelde/Berlin” in der Städtischen Galerie Regensburg

https://www.regensburg.de/kultur/museen-in-regensburg/aktuelles/bittersuesse-zeiten-barock-und-gegenwart-in-der-sor-rusche-sammlung-oelde-berlin-in-der-staedtischen-galerie-im-leeren-beutel-vom-11-12-2016-19-02-2017

Und am 14. Januar freue ich ich schon auf den Winterrundgang in der Baumwollspinnerei Leipzig

http://spinnereigalerien.de/rundgang/

Besonders hervorheben möchte ich auch noch einmal die neue Reihe in unserem Blog: ,,100 Meisterwerke”! Die Kunsthistorikerin Dr. Teresa Bischoff untersucht in dieser Serie jeweils 50 Kunstwerke von zeitgenössischen Künstlern und Niederländischen Meistern des 17. Jahrhunderts und stellt diese gegenüber. Das Resultat ist ein spannender Dialog und ein neuer Blickwinkel der zeigt welche überraschende Nähe zwischen Werken herrscht,  die 400 Jahre Kunstgeschichte trennen. http://www.kleidungskultur-soer.de/?p=2537

Ich wünsche Ihnen eine schöne Adventszeit mit aufregender Mode und spannender Kunst!

Ihr Thomas Rusche

http://soer.de

http://instagram.com/soer_rusche

Floris Van Bommel: Tradition & Punk

Floris Van Bommel Photo by Belaid le Mharchi

Floris Van Bommel ist immer einen Schritt voraus. Noch bevor ein Trend zum Trend wird, hat der 37jährige ihn schon längst entdeckt – genau das macht seine innovativen Kollektionen so einmalig und fast schon revolutionär. Er ist der kreative Kopf bei dem niederländischen Traditions-Schuhersteller van Bommel, mit seinen beiden Brüdern Reynier und Pepijn leitet er das Familienunternehmen in der 9. Generation, welches auch Hoflieferant des Niederländischen Königshauses ist. Wir trafen Floris Van Bommel zum Interview und Fotoshooting in einer Berliner Tapas Bar. Diese Tapas Bar ist allerdings keine x-beliebige, sondern sie gehört dem Schauspieler Daniel Brühl und heißt “Bar Raval”. Damit hat sich der Film Star, der übrigens ein halber Spanier ist, einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Original spanische Küche, eine große Auswahl an Weinen, im puristischen Look und das Ganze in Berlin Kreuzberg. Floris van Bommel trinkt am liebsten Bier!  Der sympathische Niederländer trägt ein T-Shirt von der schwedischen Punkband Refused, eine lässige Jeans und natürlich Turnschuhe aus der eigenen Kollektion und offenbart ganz ungeahnte Seiten von sich:

Floris in Ihrer aktuellen Kampagne sind Sie gemeinsam mit Daniel Brühl zu sehen, wie war das Shooting mit ihm?

Ich war doch recht fasziniert von dem Leben eines Stars (lacht). Als wir uns das erste Mal trafen war uns klar, dass wir auf der gleichen Wellenlänge sind. Wir hören die gleiche Musik, ich mag seine Filme und er mag es das wir seit 1734 Schuhe machen. Er ist echt cool. Ich finde es auch bemerkenswert, dass ein so erfolgreicher Star wie Daniel so natürlich und entspannt geblieben ist. Es hat großen Spass gemacht mit ihm zu arbeiten. Und so war es auch kein steifes Fotoshooting. Der Fotograf Thomas Rabsch hat uns einfach eine Nacht lang begleitet wie Daniel und ich durch die Kölner Club Szene streifen.

Floris van Bommel & Daniel Brühl Photo by Thomas Rabsch

Sie sind sonst eher ein zurückhaltender Mensch der nicht auf jeder Party rumspringt oder in den Klatschspalten diverser Magazine zu finden ist, sehen Sie da auch Parallelen zwischen sich und Daniel?

Also ich schätze diese Zurückhaltung an Daniel sehr. Über mich selber zu urteilen finde ich schwierig, aber natürlich mache ich einfach mein Ding und ich lasse mich nicht fremdbestimmen, weder im Job noch im Privatleben. Es gibt weitaus wichtigere Dinge, wofür man seine Popularität einsetzen sollte.

Genau da sind wir beim nächsten Thema, Sie haben gemeinsam mit Daniel Brüh einen Sneaker entworfen?

Genau, der Charity Sneaker. Der Erlös eines verkauften Paares geht zu 100% an die deutsche Aidsstiftung für das Projekt Dream. Dieses Projekt setzt sich in Afrika dafür ein, das HIV positive Mütter ihre Babys nicht bei der Geburt oder in der Stillzeit mit dem Virus infizieren. Daniel ist ein internationaler Star, der schon gemeinsam mit Stars wie Clive Owen, Brad Pitt, Jane Fonda oder Lady Judy Dench vor der Kamera stand. Und wenn man wie Daniel seine Popularität für den guten Zweck einsetzt, ist das bestens, denn man gewinnt dadurch Aufmerksamkeit. Ich denke es ist sehr wichtig, das Leute die in der Öffentlichkeit stehen, auch was bewegen und sich für Hilfsorganisationen und Andere einsetzen.

Charity Sneaker by Floris Van Bommel & Daniel Brühl

Sie sind gelten auch sonst als sehr sozialer Mensch der gerne hilft oder?

Die meisten Leute denken doch ein Engagement für Charity Projekte sei letztendlich nicht mehr als einen Tropfen auf dem heißen Stein. Ich persönlich sehe das ganz anders; wenn jeder Mensch sich mehr in Hilfsprojekten engagieren würde oder aufmerksam durchs Leben geht und einfach mal mit anpackt, sei es bei den Nachbarn oder bei Bedürftigen, dann wäre dieser Planet ein Paradies.

Neben Ihrem Beruf Designer sind Sie auch noch Musiker, stimmt das?

Na ja, ich würde mich eher als Amateur beschreiben, es ist mehr oder weniger ein Hobby. In meiner Band spiele ich Gitarre. Manchmal singe ich oder spiele auch Schlagzeug, aber nur im Studio wenn wir mal ein paar Songs aufnehmen.

Wie würden Sie den Stil Ihrer Musik beschreiben und welche Bands haben Sie inspiriert?

Wir machen Rock Musik! Angefangen hat bei mir alles mit Pearl Jam, da war ich noch sehr jung, doch die haben mich quasi über Musik aufgeklärt. Heute höre ich vieles Rock-, Punk- und Indipendent- Musik.

Floris Van Bommel Photo by Belaid Mharchi

Sie stammen aus einer sehr traditionellen Familie mit einem Stammbaum der bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht, würden Sie sich als Rebell der Familie bezeichnen? 

Nur weil ich Rockmusik höre und gerne Bier trinke? Ich ziehe jeden Tag frische Klamotten an, kann mich gut ausdrücken und mache meine Arbeit. Nein, ein Rebell bin ich bestimmt nicht.

Das Floris Van Bommel Design hebt sich sehr von anderen Kollektionen ab. Spielt dabei die Musik als Inspirations-Quelle eine Rolle?

Auf jeden Fall, schließlich macht die Musik den größten Teil meines Privat Lebens aus. Aber ich reise auch sehr viel und gehe mit offenen Augen durch das Leben, dabei stoße ich immer wieder auf Dinge, die ich dann in die Arbeit einfließen lasse. Zum Beispiel war ich gerade einige Zeit in den USA, da habe ich extrem viele Eindrücke sammeln können. Rockfestivals in Kalifornien, die Wüste von Nevada, die Geschichte der Goldgräber in Sacramento oder der Indianer in Colorado, aus all dem schöpfe ich Ideen für Farben, Formen, Prints oder Applikationen.

Wie wird die Herbst/Winterkollektion bei Floris Van Bommel aussehen?

Wer gefallen an der letzten Kollektion gefunden hat, wird die Neue auch mögen, es ist eine Art Weiterentwicklung. Bei der Casual Kollektion sieht man dann auch welchen Einfluss das Amerika um 1850 genommen hat, derbes gebürstetes Leder, goldene vintage Effekte, die Form ist angelehnt an die typischen Boots und Stiefel dieser aufregenden Ära. Gebürstete Materialien sind grundsätzlich ein großes Thema. Aber auch stark glänzende Leder, sehr gentlemen-like mit starkem Antique-Effekt. Die Sneaker haben wir für den Winter mit gedeckten Farben und warmem Fellfutter angepasst. Aber natürlich wird es auch wieder Überraschungen geben, die einen wesentlichen Unterschied zu anderen Sneakerbrands machen. Aber das wird noch nicht verraten.

Floris van Bommel Herbst/Winter 2012

 

Floris Van Bommel Herbst/Winter 2012

Floris Van Bommel Herbst/Winter 2012

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie sind Vegetarier, ist das nicht ein wenig paradox im Zusammenhang mit dem Material mit dem Sie arbeiten?

Ja, dass hört sich erstmal komisch an, aber die Tiere werden getötet weil Menschen ihre Fleisch essen wollen. Wegen des Leders werden keine Rinder und Kälber geschlachtet. So benutze ich den Abfall der vom Fleischkonsum übrig bleibt. Aber ich will nicht den Moralapostel spielen, denn auch Vegetarier zu sein ist nicht viel besser. Für Käse zum Beispiel benötigt man Milchkühe, werden jedoch Bullen geboren, werden diese einfach getötet weil sie für die Milchproduktion wertlos sind. Es ist also auch nicht wirklich korrekt Vegetarier zu sein. So ist es mit allen Dingen im Leben, es gibt auch immer die Kehrseite. Wenn wir bei jedem unserer Schritte und Handlungen über die Konsequenzen nachdenken, werden wir immer etwas entdecken was vielleicht nicht in Ordnung ist.

Wenn man touristisch an die Niederlande denkt fällt einem als erstes Amsterdam ein, aber es muss ja noch mehr geben was eine Reise wert ist?

Also Amsterdam ist schon richtig cool, aber Rotterdam auch und nicht zu vergessen Utrecht, viel kleiner aber echt sehenswert.

Ok, aber welches ist denn Ihr Lieblingsort?

Zuhause! Meine Heimatstadt Tilburg, Touristen gibt es dort nicht so viele, aber es ist richtig schön dort, tolle Plätze und echt coole Bars (lacht).

Floris Van Bommel vor der Bar Raval Photo by Belaid le Mharchi

 

http://www.florisvanbommel.com/en/ 

http://www.barraval.de/

http://soer.de/

http://www.belaidlemharchi.de/