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windsor. Der selbstbewusste Stil

windsor. Spring/Summer Campaign 2016. Photo by windsor.

windsor. Spring/Summer Campaign 2016. Photo by windsor.

windsor. steht seit Jahrzehnten für Mode die auf ganz selbstbewusste Art und Weise Understatement und Stil verbindet. Das traditionsreiche Label versteht es mit dem Zeitgeist zu gehen, die eigenen Klassiker immer wieder neu zu interpretieren und Mode zu kreieren, die überdauern wird. Wir sprachen mit Dr. Marcel Braun, dem CEO der Holy Fashion Group (windsor., strellson, Joop) über die Tradition von windsor., die neue Spring/Summer Collection und die Verbindung zu SØR!

SØR: Wie würden Sie die typischen windsor. Kunden beschreiben, welchen Stil pflegen sie und was haben sie für Ansprüche an die Marke?

Dr. Marcel Braun: Für den windsor. Kunden sind Eleganz, Qualität und Luxus, verbunden mit Understatement wichtig. Es sind Menschen, die authentisch sind und Selbstbewusstsein haben. Ihnen ist Tradition wichtig, aber nur in Verbindung mit dem Stil der Gegenwart.

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windsor. versteht es Tradition und Zeitgeist zu verbinden. Trenchcoat aus der Spring/Summer 2016 Collection, Photo by windsor.

SØR: Obwohl windsor. in den vergangenen Jahren viel modischer geworden ist und dem Zeitgeist entspricht, unterwirft sich die Marke dennoch nicht den kurzweiligen Trends. 

Dr. Marcel Braun: windsor. verbindet Zeitgeist und Tradition. Uns ist Handwerkskunst, hervorragende Qualität und beste Verarbeitung sehr wichtig – und alles natürlich verbunden mit einem modernen Design. Alles zusammen ergibt dann den typischen windsor. Look, den unsere Kunden so schätzen – zeitlos-edel und dennoch modern.

windsor. Spring/Summer 2016 Campaign, Photo by windsor.

windsor. Spring/Summer 2016 Campaign, Photo by windsor.

SØR: Eine Marke mit einer so langen Tradition, die bis 1890 zurück reicht, hat auch eine Verantwortung zu tragen. Wie würden sie die Ideologie von windsor. beschreiben und wie wird sie sich in der Zukunft entwickeln?

Dr. Marcel Braun: Seit mehr als hundert Jahren ist exklusive Handwerkskunst und perfektes Tailoring die Basis für die Marke windsor. In jeder Faser steckt die Erfahrung und Kompetenz der besten Designer, Schneider und Stofflieferanten. Jedes Teil ist ein Meisterwerk an Verarbeitung. Das war schon immer unser Anspruch und wird es auch für die Zukunft sein.

SØR: windsor. hatte schon früh damit begonnen Design über die üblichen Kollektionen hinaus zu entwickeln, wie zum Beispiel Brillen und Accessoires. Was wird uns da in Zukunft noch aus Ihrem Hause begegnen?

Dr. Marcel Braun:  Im Dezember wurde unsere erste windsor. Uhr lanciert. Eine Unisex Uhr – für Frauen und Männer. Accessoires ergänzen generell einen Look. Für uns ist es wichtig, dass sie absolut zum windsor. Stil passen. Sie müssen sehr hochwertig, elegant, unverwechselbar und zeitlos sein. Wir arbeiten auch hier ausschliesslich mit den besten Manufakturen zusammen. Im Bereich Shoes bei windsor. women beispielsweise mit Unützer und bei windsor. men mit Ludwig Reiter. Auch die Damen Taschenkollektion entwickelt sich hervorragend und wird immer wichtiger. Mit der Frühjahr/Sommerkollektion 2016 wird windsor. men zudem die Sartorial Kollektion, die bisher aus Sakko und Anzug bestand, um Hosen und Mäntel erweitern. Die sartoriale Kollektion steht für Luxus und erstklassiges Tailoring. Gefertigt aus feiner Wolle, Seide und Kaschmir und versehen mit vielen raffinierten Details.

windsor. Spring/Summer 2016 accessories -collection, Photo by windsor.

windsor. Spring/Summer 2016 accessories -collection, Photo by windsor.

SØR: Welches Item würden Sie als den windsor. Klassiker hervorheben?

Dr. Marcel Braun: Bei Womenswear ist es der Jersey-Blazer in einer sehr hochwertigen Loro Piana Qualität. Ein absolutes Lieblings- und Wohlfühlteil, mit dem jede Frau immer passend angezogen ist: sei es geschäftlich, auf Reisen oder auch am Abend. Und natürlich der windsor. women Mantel, der Understatement-Luxus bietet. In der Menswear ist das Sakko der absolute Klassiker. Besonders mit dem Färbeverfahren Frosted Wool. Jedes Teil ist hier ein Unikat und die Verarbeitung ist einfach einzigartig.

windsor. Woman Blazer, Spring/Summer 2016, Photo by windsor.

windsor. Woman Blazer, Spring/Summer 2016, Photo by windsor.

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windsor. Blazer, Spring/Summer 2016, Photo by windsor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

SØR: Wie werden die kommenden Frühjahr/Sommer Kollektionen aussehen? Was war die Inspirationsquelle?

Dr. Marcel Braun: Die windsor. women Sommerkollektion 2016 zeichnet sich durch einen klaren, großzügigen urbanen Look aus. Leichtigkeit, lässige Entspanntheit und Simplizität mit Raffinesse sind wichtige Inhalte der Kollektion. Japanische Inspirationen und Details finden sich wieder in gewickelten Gürteln, schlichten Silhouetten, Plateausandalen oder japanisch anmutenden Prints. windsor. men ist inspiriert von der gesellschaftlichen Entwicklung und der Technologie, die Sportswear und Tailoring verbindet. Die „New Generation“ ist vernetzt, mobil und flexibel. So passt sich die Konfektion auch den urbanen Bedürfnissen an. Jersey und Sweat-Qualitäten in der Konfektion spielen eine zentrale Rolle und bieten hier modischen Spielraum.

windsor. Spring/Summer 2016 collection, Photo by windsor.

windsor. Spring/Summer 2016 collection, Photo by windsor.

SØR: Welchen Formen und Schnitten werden wir begegnen? Verändern sich die gravierenden Dinge wie z.B. Rocklängen, Hosenschnitte?

Dr. Marcel Braun: Bei windsor. women sind strukturierte Sommermäntel oder kurze Boxy-Jackets wichtige Elemente, um den sophisticated Look zu vervollständigen. Großzügige Linienführungen und eine klare Formensprache zeichnen die Kollektion aus. String-Art inspirierte Prints und große Glencheck-Muster lassen sich ideal zu sommerlichen Outfits kombinieren. Relaxte Oversized-Tops und weite Hosenformen stehen für eine moderne Ausrichtung und entspannte Eleganz. Jersey- und Sweat-Qualitäten sind in der Konfektion bei windsor. men zentraler Bestandteil und bieten modischen Spielraum. Sportive Einflüsse durch Jersey und Stretch werden mit sartorialen Aspekten gemischt. Es entsteht eine neue Silhouette. Bundfaltenhosen werden neu mit schlanken Oberteilen kombiniert. Dabei spielen dezente, aber hochwertige Details eine große Rolle.

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SØR: Seit Jahrzehnten gibt es zwischen Windsor und SØR eine enge Verbindung, die am Ende des letzten Jahres in eine Kooperation mündete. In Hamburg, Neuer Wall 50, wurde der erste Windsor Shop im SØR Haus eröffnet. 

Dr. Marcel Braun: Wir freuen uns sehr über die Kooperation und den windsor. Shop in Hamburg, Neuer Wall. SØR ist ein toller Partner mit einem sehr zuverlässigen Gespür für Qualität, Stil und Zeitgeist. Werte, die wir auch bei windsor. leben. Wir sehen noch sehr viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit, auf die wir uns heute schon freuen.

windsor. shop im SØR Haus Hamburg Neuer Wall 50, Photo by Lars Beusker

windsor. shop im SØR Haus Hamburg Neuer Wall 50, Photo by Lars Beusker

Dr. Marcel Braun, CEO der Holy Fashion Group. Photo by windsor.

Dr. Marcel Braun, CEO der Holy Fashion Group. Photo by windsor.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

https://windsor.de

http://www.holyfashiongroup.com/de/home.html

https://shop.soer-online.de/Storefinder

 

Van Laack – der Look eines unbeschwerten Sommers

 

Van Laack Spring/Summer Collection 2015. Photo by Van Laack

Van Laack Spring/Summer Collection 2015. Photo by Van Laack

Seit über 130 Jahren steht van Laack als deutsches Traditionsunternehmen für Produkte, die durch hochwertige und detailgenaue Verarbeitung, feine und luxuriöse Stoffe und Garne sowie moderne Herstellungsmethoden überzeugen und so den Maßstab vor allem für Herrenoberhemden immer wieder neu und nachhaltig definieren. Die Vision, mit der Heinrich van Laack 1881 startete, war ebenso einfach wie anspruchsvoll: das luxuriöseste Hemd zu fertigen. Der Luxus sollte sich damals wie heute vor allem im Detail äußern und so die Individualität und Klasse seines Trägers unterstreichen. Das hohe handwerkliche Niveau – jedes Hemd wird in mindestens hundert Arbeitsminuten hergestellt – sowie die ausgeprägte Liebe zum Detail machen jedes Produkt schnell zum Lieblingsstück mit Wiedererkennungswert, das aus der Masse heraussticht. 1972 präsentiert van Laack die erste Damenkollektion, mit der Portfolio-Erweiterung um Home- und Nightwear für Herren wird das Angebot stetig erweitert.

Das klassische Van Laack Hemd - ein must have Item für die elegante Herrengarderobe. Photo by Van Laack

Das klassische Van Laack Hemd – ein Must-have Item für die elegante Herrengarderobe. Photo by Van Laack

Die exklusiven Business Hemden mit traditionellem Kentkragen zeichnen sich durch hochwertige Vollzwirn-Qualitäten in aufwendiger Machart aus. Neben den zeitlosen Klassikern, ergänzt Van Laack das Repatoire mit trendigen saisonalen Kollektionen. Diesen Sommer spielen dabei florale Muster oder fröhliche Sommerprints mit einer humorvollen Note eine große Rolle bei den Herren. Die Melange aus eindrucksvollen Farben und luftigen Materialien, wie leichtes Leinen- oder erstklassige Baumwolle, verleihen dem Träger ein absolutes Wohlbehagen. Zudem verbreiten die heiteren Prints eine sommerliche Unbeschwertheit. Allerdings sollte man sich mit wilden Muster Mixen etwas zurückhalten, auch wenn diese immer mal wieder zu Gast sind auf den Laufstegen der großen Haute Couture Designer. Setzen Sie mit einem gemusterten Hemd gezielt Akzente und kombinieren Sie es zur Jeans, weißen Leinenhosen oder einfarbigen Chinos.

Van Laack Hemd mit floralem Muster. Photo by Van Laack

Van Laack Hemd mit floralem Muster. Photo by Van Laack

Humorvolle Prints verbreiten im Büro oder im Café eine fröhliche Stimmung. Photo by Van Laack

Humorvolle Prints verbreiten im Büro oder im Café eine fröhliche Stimmung. Photo by Van Laack

Ein modisches Revival erfährt in diesem Sommer das Poloshirt – in der klassischen Herren Freizeitmode kaum wegzudenken, entdeckt nun auch die junge Generation den Komfort dieses Kleidungsstücks. Bei Van Laack findet man den Klassiker aus exzellenter Baumwolle in zurückhaltenden Melange Tönen, als auch die junge Variante in knalligen Farben und Vintage-Waschung.

Klassisches Van Laack Polo. Photo by SØR / Lars Beusker

Klassisches Van Laack Polo. Photo by SØR / Lars Beusker

Sportliches Van Laack Polo-Shirt. Photo by Van Laack

Sportliches Van Laack Polo-Shirt. Photo by Van Laack

Bei den Damen steht bei Van Laack in diesem Sommer die Farbe Weiss ganz vorne. Klassische Blusen und sommerleichte Tuniken werden mit Shorts aus Baumwolle oder Leinen kombiniert. Ein Highlight sind die Blusen mit floralen Lochstickereien, sie verleihen jedem Outfit eine romantische Verspieltheit. Printblusen werden frech geknotet und zur Slim Jeans oder Caprihose getragen – dieser Look erinnert an die wunderbaren Outfits der jungen Brigitte Bardot in Saint-Tropez.

Ganz in weiss - Bluse mit Stehkragen und Baumwollshorts. Photo by Van Laack

Ganz in weiss – Bluse mit Stehkragen und Baumwollshorts. Photo by Van Laack

Raffiniert - Bluse mit Lochstickerei kombiniert mit Leinenshorts. Photo by Van Laack

Raffiniert – Bluse mit Lochstickerei kombiniert mit Leinenshorts. Photo by Van Laack

Entzückend frech, wie einst Brigitte Bardot - Ärmellose Print-Bluse und Leinenshorts in Indigo. Photo by Van Laack

Entzückend frech, wie einst Brigitte Bardot – Ärmellose Print-Bluse und Leinenshorts in Indigo. Photo by Van Laack

 

Erfahren Sie mehr über das Label Van Laack auf unserem SØR Blog: 

http://www.kleidungskultur-soer.de/?p=1332

 

 http://www.vanlaack.com/

https://shop.soer-online.de/

IQ+Berlin – lässiger Luxus aus der Hauptstadt

Der perfekte Parka! IQ+Berlin Sommer Parka mit bunten Seiden Lining, Photo by IQ+Berlin

Ein Modelabel in einem Club zu gründen, ist in Berliner Nächten gewiss keine Besonderheit. Es dann aber tatsächlich durchzuziehen und umzusetzen, verebbt zumeist schon in der tags darauf folgenden Katerstimmung.

Nicht so bei IQ+Berlin – obwohl Carsten Scheer und sein Designteam das Label in der legendären Bar 25 gründeten, bewiesen sie schnell, das IQ+Berlin nicht einfach nur eine Wodka-Shot Idee war. Seit drei Jahren hält das Berliner Brand den Erfolgskurs, mit steigender Tendenz. In den Anfängen stand eindeutig der Parka im Fokus bei IQ+Berlin. Er gehört zur Grundausstattung der Berliner (egal ob waschecht oder zugezogen), ihn zu vervollkommnen war Scheers Anliegen. Und es ist ihm gelungen – coole Schlichtheit in olivgrün mit Applikationen und Funktionen die ihre Relevanz, aber auch eine ganz eigene Raffinesse haben und letztendlich mit einer durch und durch ausnahmslosen Qualität. So entstand der perfekte Parka, der Lässigkeit und Luxus vereint. Münchner Modelle mit Strassverzierungen oder kunterbunt bestickte Varianten aus Hamburg, wurden seitdem in der Hauptstadt nur noch mit einem hämischen Grinsen auf die Ausverkaufs-Flächen verbannt. Doch IQ+Berlin beließ es nicht bei einem Erfolgs-Modell – Jacken, Trenchcoats, Blazer, Blousons und Blusen gehören heute genauso zum Sortiment wie die beliebten Parkas.

Two in One! Parka samt light down Weste. Photo by SØR (Lars Beusker)

Sommer Parka mit Kordelzug und Asia Seiden Lining, Photo by SØR (Lars Beusker)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die aktuellle Spring/Summer 2014 Kollektion hält sich mit aufwendigen Details zurück und spielt dafür mit liebevoll bedruckten Innenfuttern aus Seide, die bei umgeschlagenen Ärmeln oder geöffneten Jacken fantasievolle Akzente bescheren. Dezente Lederapplikationen zaubern kleine Highlights auf die Hauptfarben Oliv und Marineblau. Natürlich muss man auch im Sommer nicht auf den geliebten Parka verzichten. Das Olivgrün schmeichelt einem sonnengeküssten Teint, die hochwertige leichte Baumwolle ist ein optimales Pendant zu Seide und Sommer Cashmere und krönt jeden Look mit einer herrlichen casual Note. Maritim á la Berlin - Der Dip Dye-Look in den Tönen Shades of Indigo und Oliv verleiht Parka-Jacken eine ozeanische Brise  und perfektioniert einen Surfer/Segler Look.

Berliner Lässigkeit - Spring/Summer Collection 2014, Photo by IQ+Berlin

Die Schnitte sind lässig und durch einen Kordelzug in der Taille variabel. Bei den Herren lanciert der Two in One Parka zum Must Have – Parka und light down Weste in einem Kleidungsstück bieten zahlreiche Variationsmöglichkeiten bei Wind und Wetter. Das Berliner Label hat mit dieser Kollektion mal wieder ein echtes Glanzstück abgeliefert und vereint darin die Attribute die für Berlin so typisch sind: Authentizität, Urbanität, Unabhängigkeit überzogen mit einem Hauch von Luxus –   IQ+Berlin verbindet den lässigen Stil der Hauptstadt mit einzigartiger Hingabe zum Design.

urban outdoor luxury item - olivgrüne Baumwolle trifft auf edle Seide mit floralen Prints, Photo by IQ+Berlin

http://www.iqfashion.de/

https://shop.soer-online.de/

Ganz sicher nicht halbseiden: ASCOT- seit über 100 Jahren feinste Krawatten made in Germany

 

Jan Moese ASCOT Photo by Lars Beusker

Seit 1908 krönt ASCOT mit seinen handgenähten Krawatten und Schleifen die Garderobe des stilvollen Herrn. In der über einhundertjährigen Unternehmensgeschichte haben sich Farben, Muster und Formen unzählige Male der Mode anpassen müssen, aber ASCOT ist sich und der Seiden-Stadt Krefeld treu geblieben. “Made by hand in Germany” steht seit 1908 auf dem Etikett der Krawatten und daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Jan Moese führt in der vierten Generation das Familienunternehmen mit seinen 60 Mitarbeitern. Zeiten, in denen das erbarmungslose Modediktat die Krawatte in die Verbannung schicken wollte, wurden überstanden weil die ASCOT Produkte von so hoher und exzellenter Qualität sind und ein Mann mit Stil einen guten Anzug nicht ohne Krawatte trägt!

Photo by ASCOT

Herr Moese, Sie leiten in der vierten Generation Ihr Familienunternehmen ASCOT, muss man sich Ihre Kindheit ungefähr so vorstellen: während andere noch versuchten mit Bauklötzen Türme zu bauen, beherrschten Sie schon den doppelten Windsorknoten?

Nein, überhaupt nicht! Meine Kindheit verbrachte ich weitgehend krawattenfrei, allerdings trug ich bei gewissen Anlässen eine schöne ASCOT-Strickkrawatte, die gut zu den Knicker-Bockers passte, in denen meine Mutter mich so gerne sah! Ich fand die Strickkrawatte gut, die Hosen hätte ich persönlich auf jeden Fall länger gewählt. In diesem Outfit baute ich dann auch Türme aus Legoklötzchen! Im Gegensatz zu meinem Sohn beherrschte ich in diesem Alter den doppelten Windsorknoten jedenfalls nicht!

Stand für Sie schon früh fest, einmal das Unternehmen zu übernehmen?

Nein, nicht wirklich! Ich hatte zu gewissen Zeiten ganz andere Dinge im Sinn, habe viel ausprobiert und bin erst über Umwege in die Firma gekommen. Während meines Betriebswirtschaftstudiums kam mir der Gedanke, mit Fahrrädern mein Geld zu verdienen. Der in den Achtziger Jahren aufkommende Mountainbike-Boom schwappte zu dieser Zeit über den großen Teich und faszinierte mich so, dass ich einen Bike-Store eröffnen wollte. Mein Vater fand die Idee auch gut, allerdings fragte er mich damals, ob ich nicht zunächst einige Monate in das Familienunternehmen kommen wollte. Danach könnte  ich ja immer noch meine Ideen verwirklichen. Aus einigen Monaten werden dieses Jahr zwanzig Jahre. Die Fahrradleidenschaft ist geblieben, aber ich kann mir bis heute keinen schöneren Beruf vorstellen, als denjenigen, den ich jetzt ausübe!

ASCOT Produktion Photo by Lars Beusker

ASCOT produziert Krawatten und Schleifen ausschließlich in Deutschland, besser gesagt direkt in Krefeld. Ich denke sie besetzen damit eine recht einsame Position in Deutschland auf die Sie aber sehr stolz sein können oder?

Dies ist gleichzeitig eine Bauch- und Kopfentscheidung. Wir sind heute mehr denn je vom Produktionsstandort Krefeld überzeugt. Auf der einen Seite verkaufen wir ein Produkt mit einer authentischen Philosophie, die bei uns lautet: Familienunternehmen in vierter Generation produziert seit über 100 Jahren in Deutschland! Auf der anderen Seite führen wir ein effizientes Unternehmen mit hochqualifizierten Mitarbeitern, das weltweit Seinesgleichen sucht!

Wie denken Sie, wird sich die Zukunft entwickeln, glauben Sie, dass Deutschland irgendwann einmal Produktionsstätten ins Land zurückholt? Wie schätzen Sie diesbezüglich den Markt ein?

Ich glaube, im Moment ist weltweit die Wertschätzung von “Made in Germany” sehr hoch, allerdings hauptsächlich bei Automobilen und Maschinen. Ich bin der Meinung , dass man dieses Vertrauens- und Qualitätsgefühl auf weitere Produkte übertragen kann. Für mich steht außer Zweifel, dass ein Qualitätsvorsprung bereits seit Langem besteht. Da kommt es am Ende auch nicht mehr darauf an, dass die Produktionskosten in Deutschland höher sind. Dafür ist die Produktivität und das Know-how auf einem sehr hohen Niveau!

Stimmen Sie zu, wenn man sagt ein Mann ohne Krawatte ist eine Beleidigung an das Oberhemd?

Ich bin eher der Meinung, dass ein Mann sich selber beleidigt, sobald er Businessanzug und Oberhemd ohne Krawatte ausserhalb seiner Behausung trägt. Mich erinnert das an Servicepersonal, das seinen Gästen in Birkenstocks gegenübertritt. In beiden Fällen muss das Selbstwertgefühl leiden! Aber, ein schönes, kariertes Hemd zu Kordhose und Pullover getragen, verlangt abhängig von der Situation sicher nicht unbedingt nach einer Krawatte!

Photo by ASCOT

Keiner kann es besser beurteilen als Sie: geht die Tendenz wieder zur Krawatte und Schleife? 

Ja, bitte unbedingt! Nein, Spass beiseite, ich bin nach langen Jahren des Zweifelns wieder mehr denn je davon überzeugt, dass der Krawatte ein grosses Comeback bevorsteht. Ein untrügliches Zeichen ist, wenn junge, Indie-Bands wieder Krawatte und Schleife tragen, weil sie Ihre Väter seit 20 Jahren nicht mehr mit einem solchen Kleidungsstück gesehen haben. Dadurch setzt man sich ab vom Bekannten und Etablierten. Außerdem ist die Krawatte noch immer der einzige männliche Schmuck, neben einer schönen Armbanduhr!

 

Was macht eine gute Krawatte aus?

Eine gute Krawatte zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass der Träger es als überaus angenehm empfindet, sie zu tragen! Idealerweise schaut er in den Spiegel und findet sich und seine Krawatte super, ja unwiderstehlich! Außerdem vervollständigt die Krawatte das Outfit, was aber auch heißt, dass sie dazu passen muss. Nichts schlimmer als eine Satinkrawatte zum Tweedsakko oder eine Regimentalkrawatte zum Nadelstreifenanzug.

Was halten Sie von kuriosen Erscheinungen wie Holz-, Leder- oder sonstigen absurden Krawatten-Erfindungen?

Diese Entgleisungen sind genauso gruselig wie ein Spoiler an einem Vintage-Oldtimer vom Schlage eines Porsche 356! In beiden Fällen gilt: Modernität ist da oder nicht, sie kann aber nicht erzwungen werden!

Wie wichtig sind für Sie Traditionen? Gerade im Bereich Partnerschaften, wie zum Beispiel zu SØR,  für  die Sie seit über 75 Jahren Krawatten produzieren oder  Ihre Strickkrawatten für Hermès?  

ASCOT & SØR Photo by Lars Beusker

Diese Partnerschaften bedeuten für uns auch immer Vertrauen und das entsteht nicht über Nacht! Vertrauen wächst auf beiden Seiten erst mit dem Erfolg, den man über die Jahre miteinander erzielt. Deswegen ist Tradition eines der wichtigsten Stichworte, die unsere Unternehmens-philosophie prägen.

Sie kommen gerade von der Pitti in Florenz, wie wird Herbst/Winter 2012 an den Hälsen der Herren aussehen?

Für mich gibt es da drei Stichworte: Wollkrawatten, Strickkrawatten und Schleifen. Idealerweise sieht der Mann aus, als ob er zur Jagd, zum Angeln oder zum Holzhacken geht! Dabei trägt er allerdings Krawatte, Strickweste und Sportsakko. Perfektioniert wird der Look mit Nerdbrille, einer Kopfbedeckung und einem gepflegten Vollbart! Smart Gentlemen Outdoors eben! Halten Sie mal Ausschau nach solchen Typen im nächsten Herbst und suchen Sie nicht unbedingt im Wald nach Ihnen!

  http://www.ascot.de

http://www.soer.de

http://www.beusker.com

 

Materialien und Dessins der Krawatte

Krawatten aus reiner Seide sind für den anspruchsvollen Herrn selbstverständlich. Der Charme einer Seidenkrawatte wird durch keine Synthetikfaser erreicht. Seide schmückt, ist geschmeidig weich und zugleich von ausreichender Widerstandsfähigkeit, um die Krawatten-form zu halten. Die Farbnuancen sanft glänzender Seide sind ohnegleichen. Interessante Materialien entstehen aus der Mischung von Seide und Wolle…

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