All posts tagged Martin Eder

100 Meisterwerke – Teil 9: Martin Eder & Ottmar Elliger d. J.

ELLIOT_M_1.001_totale

Ottmar Ellinger d. J., „Alexander der Große, Apelles und Kampaspe”, um 1725, Öl auf Holz, 64,3 x 68,5 cm, Courtesy SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

 Aus feministischer Sicht ist die folgende Erzählung, die zu einer der berühmtesten gehört, wenn es um die Wertschätzung der Malerei geht, unerträglich. Alexander der Große verschenkt aus Hochachtung seinem Hofmaler Apelles gegenüber, die eigene Geliebte an das Künstlergenie, als dieser sich während einer Modellsitzung in Kampaspe verliebt hat. Die Frau, die in dieser Geschichte lediglich aufgrund ihrer äußeren Vorzüge überhaupt eine Rolle zu spielen scheint, darf ausschließlich passiv agieren. Sie wird erwählt, sie wird gemalt, sie wird verschenkt. Sie muss gehorchen.

“Als Alexander nämlich veranlasst hatte, dass eine von ihm ganz besonders geliebte Nebenfrau, namens Kampaspe wegen ihrer bewunderungswürdigen Gestalt von Apelles nackt gemalt werde, und dabei beobachtete, dass dieser, indem er gehorchte, selbst in Liebe entbrannte, gab er sie ihm zum Geschenk – groß durch seine Gesinnung, noch größer durch seine Selbstbeherrschung und durch diese Tat nicht weniger bedeutend als durch irgendeinen anderen Sieg.”

Leicht fällt es uns Heutigen nicht, diese Tatsache der völligen Missachtung der freien Entscheidung einer Frau hintanzustellen. Um zum damalig intendierten Kern der Geschichte vorzudringen, wollen wir es dennoch versuchen.

Der Autor, der die Anekdote der Nachwelt überliefert hat, ist der antike Schriftsteller Plinius der Ältere, der im 35. Buch seiner naturalis historia im 1. Jhd. n. Chr. einen Überblick über die Kunstszene der Antike gibt. Im Stil einer Eloge reiht er eine Anekdote an die nächste, die allesamt nichts anderes zum Ziel haben, als die Vorrangstellung Apelles’ innerhalb der Künstlerschaft seiner Zeit hervorzuheben. Durch die Tatsache, dass eine Frau, die vorher die Geliebte des größten Herrschers ihrer Zeit war, nun die Geliebte des größten Künstlers ist, wird seine Überlegenheit unmissverständlich verdeutlicht. Der König und der Künstler stehen damit, verbunden in der Verbundenheit an eine Frau, auf Augenhöhe.

Zahlreich sind in der Kunstgeschichte die Darstellungen, die sich diese Szene von Plinius zum Vorbild genommen haben. Ermöglichte die Geschichte dem Maler doch aus dem Vollen zu schöpfen, da große menschliche Themen angesprochen werden: Liebe, Schönheit, Heldentum und Verzicht. Um so mehr erstaunt, es welche Variante der Auslegung des Textes Ottmar Elliger d.J. gewählt hat.

ELLIOT_M_1close

Ottmar Ellinger d. J., „Alexander der Große, Apelles und Kampaspe” (Detail), um 1725, Öl auf Holz, 64,3 x 68,5 cm, Courtesy SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Beim ersten Blick muss der Betrachter sich in diesem Gemälde „Alexander der Große, Apelles und Kampaspe“,  das um das Jahr 1725 entstanden ist, erst orientieren. Ein großer, mit reichem Aufwand ausstaffierter Saal unbestimmten Ausmaßes erschließt sich durch das variantenreiche Licht- und Schattenspiel nach und nach, bis das Auge im Zentrum der Komposition an der hellsten Stelle inne hält. Hier lagert die nur von zarten, leicht transparenten Stoffen umhüllte Kampaspe auf einer kostbar mit silbrig glänzender Seide bedeckten Ruhestätte, die sich durch ein großes Podest sanft erhöht in der Mitte des Raumes befindet. In sfumatohafter Auflösung zeigt ein begonnenes Gemälde, das neben dem Bett steht, den eigentlichen Grund der Anwesenheit der schönen Geliebten: sie diente als Modell für die Darstellung der Venus. Daneben steht ein goldgerahmter Prunkspiegel als Symbol der Liebesgöttin. Mit ihrer Linken lüftet die Freundin des Königs elegant das silbrige Tuch, während sie sich mit ihrer Rechten auf der Liege aufstützt, um mit leicht nach links gewandtem Haupt erstaunt die Szene zu beobachten, die sich zu ihrer Rechten abspielt.

In demütiger Haltung ist der bereits ergraute, hochgeschätzte Künstler Apelles, in der Linken noch seine Farbpalette haltend, vor seinem Herren in die Knie gesunken, um nun eben nicht dessen Geliebte, sondern statt derer, eine Ehrenmedaille des Königs dankbar in Empfang zu nehmen. Noch im Herangehen begriffen, steht Alexander als einziger der drei Protagonisten nicht auf dem runden Podest, überragt aber allein schon durch seine Körpergröße den Künstler. In majestätisches Rot gekleidet, der Farbe der Mächtigen schlechthin, mit goldbesetzter Rüstung und opulentem Federputz wird er unmissverständlich als siegreicher Feldherr dargestellt.

Geehrt und dennoch nur wie ein Statist zwischen den beiden Hauptfiguren von Kampaspe und Alexander, die durch Kolorit, Lichteinfall und erhöhte Positionierung dominieren, wirkt der Künstler. Fast kommt dies einer Degradierung gleich, die sich ja zudem durch das Vorenthalten der königlichen Geliebten am dringlichsten ausdrückt.

Durch eine raffinierte, theaterhafte Lichtregie gehen die Protagonisten dieser Handlung nicht in der Fülle der Ausstattungsdetails unter, sondern werden bühnenhaft hervorgehoben. Wie rahmendes und kommentierendes Beiwerk mutet das vielfältige Szenario aus Statuen, sich balgenden Putten, gebauschten Draperien und Blumenkränzen an, das sich in dieser an Theaterkulissen erinnernden Architektur findet. Aufgrund der Heterogenität der Innenausstattung ist an eine Melange aus Atelier und Thronsaal zu denken, die eher der Künstlerphantasie entsprungen scheint, als dass sie eine reale Architektur nachbilden würde. Noch üppig schwelgend in barocker Ausstattungspracht, bereichert Elliger durch das zarte Kolorit vor allem die hinteren Partien des Raumes mit einer rokokohaften Leichtigkeit.

Noch erstaunlicher jedoch als dieser individuelle Umgang mit traditionellen und innovativen Formelementen ist Elligers bildliche Umsetzung der antiken Textquelle. Keinen Zweifel lässt Plinius daran, von welcher Art die Auszeichnung des Herrschenden für seinen geschätzten Hofmaler war, der im übrigen als einziger das Privileg hatte, den König zu porträtieren. (Auch ein Alexander der Große betrieb vor mehr als 2000 Jahren bereits Imagepflege!). Abweichend nun jedoch von dieser Textvorlage empfängt der dankbare Apelles nicht die Geliebte, sondern eine Medaille mit dem Konterfei des Herrschers. Eine derartige Abwendung vom historischen Text lässt sich vermutlich nur durch den expliziten Wunsch des Auftraggebers, dem dieses Thema zu pikant erschienen war, erklären. Aus diesem Grund vermutet Hans-Joachim Raupp keinen weltlichen, sondern einen geistlichen Fürsten, der die frivolste Stelle der Geschichte nun durch seinen eigenen Künstler moralisch zähmen ließ.

Eindeutig und nicht ambivalent erscheint auf den ersten Blick hingegen Martin Eders nackte Schöne aus dem Jahr 2010, die den vielsagenden Titel „Reinigung“ trägt. Auch hier könnten nun Feministinnen auf den Plan gerufen werden mit dem seit den 80er Jahren bekannten Schlachtruf „Do women have to be naked to get into the museum?“, der auf das eklatante Missverhältnis von weiblichen Aktdarstellungen und weiblicher Künstlerschaft in den Ausstellungsinstitutionen rund um den Globus anspielt.

Nun scheint es jedoch so, dass, anders als in der Erzählung des Plinius, diese zeitgenössische Dame sich ihrer selbst bewusst und eigenständig entschieden hat, in diesem Aufzug gemalt zu werden. Ob nackte Haut und Feminismus vereinbar sind, wird im 21. Jahrhundert heftig diskutiert. Martin Eders Modell hat sich diese Frage bereits beantwortet. Hier ist die Frau die Entscheidungsträgerin.

Nach links gerichtet, wendet sie ihr Gesicht dem Betrachter zu. Die bis zur Hüfte Dargestellte hat lediglich ein dunkles Cape über Kopf und Schultern gelegt, das vorne geöffnet, den Blick auf Brust und Bauch gestattet. In Händen hält sie einen Stab, den sie zwischen ihre nackte Brust und das Schlüsselbein gelehnt hat. Fulminant durchschneidet dieser diagonal das gesamte Hochformat der Komposition. Unverwandt ist ihr nicht unfreundlicher, aber durchdringender Blick aus dunklen Augen auf den Betrachter gerichtet. Nichts an dieser Darstellung erscheint uns passiv. Die aufrechte Pose, der gerade Blick sowie der feste Griff um einen Gegenstand, der durchaus auch zur Verteidigung dienen könnte, lässt keinen Zweifel daran, dass diese Frau nicht nur über ein gutes Aussehen verfügt.

Leicht verständlich und vertraut wirken Eders Bilder auf den ersten Blick. Früher waren es Kätzchen mit großen niedlichen Augen, danach kamen die leicht bekleideten Frauen, die vielleicht die Phantasie des Betrachters anregten, aber von diesem kein überbordendes ikonografisches Vorwissen verlangten.

Schnell ließe sich das Kitschverdikt über diesen Bildern ausgießen. „Wenn Du meine Bilder anschaust, dann weiß ich ganz genau, was sich in Deinem Gehirn abspielen soll“ sagt selbstbewusst der Künstler. Wir könnten ihm sicher den Gefallen tun angesichts dieser leicht bekleideten Dame, die mit Hirtenstab und geöffnetem Cape der Phantasie Tür und Tor öffnet. Aber reicht im 21. Jahrhundert tatsächlich ein halbbekleideter Frauenakt mit dem Titel „Reinigung“ aus, um ein Gemälde als kitschig zu verurteilten? Wer ist der Richter über Kitsch oder große Kunst? Machen wir es uns als Betrachter tatsächlich so einfach und tappen in die so offensichtlich ausgelegte Falle?

Die Vieldeutigkeit ist vielleicht das einzige Qualitätskriterium, das der zeitgenössischen Kunst geblieben ist, und diese große Chance sollten wir als Betrachter auch nutzen. Nicht nur die abstrakte Kunst ist in der Lage Ambivalenzen in ihrer Interpretation hervorzurufen, auch die klassischste aller Gattungen, die figurative Malerei kann das. Sie verlangt nur dem Betrachter mehr ab, da er erst einmal hinter das scheinbar Vertraute, von der Gesellschaft einvernehmlich Konnotierte, blicken muss, um festzustellen, dass das Vertraute nur vertraut scheint. In Wahrheit ist es genau das Gegenteil. „Die dünne permeable Membran zwischen einem Zustand und dessen vermeintlichem Gegenteil“ reizt Eder bei seiner Motivwahl. Auf welche Weise man den Blick, das Aussehen und die Intention dieser Frau nun deuten möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Eine subtile Fähigkeit zur Ambiguität, zur Verunsicherung kann diesem Bild aber in jedem Fall nicht abgesprochen werden. Denn auch das sagt Martin Eder: „Ich mag es, wenn Bilder sich nicht schnell erklären. Das überlasse ich lieber den anderen.“

ELLIOT_M_1.001_totale

Ottmar Ellinger d. J., „Alexander der Große, Apelles und Kampaspe”, um 1725, Öl auf Holz, 64,3 x 68,5 cm, Courtesy SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Ottmar Elliger spielt ebenfalls, wenn auch auf einer anderen Ebene, äußerst versiert auf der Klaviatur der Vieldeutigkeit. Er wählt sich einen wohlbekannten antiken Stoff, bricht dann jedoch die vorauseilende Erwartung des Betrachters in der Negierung der üblichen Ikonografie des Themas. Erstaunlicher als die eigenwillige Abwandlung der Textvorlage erscheint die Darstellung Kampaspes, die zwar passiv das Geschehen der beiden Männer beobachtet, aber dennoch die eigentliche Hauptfigur des Gemäldes ist. In weiblicher Anmut kann sie sich als Gegenpart zu dem kriegerisch-männlichen Alexander behaupten. Nicht die etwas eingezwängt wirkende Figur des Künstlers, sondern die stolze Geliebte, steht kompositorisch auf Augenhöhe mit Alexander mittig in die Bilderzählung gerückt. Historisch überlieferte weibliche Schwäche verwandelt Elliger in eine subtile Bilddominanz. Aus feministischer Sicht wäre dies sicher als Teilsieg zu verbuchen.

Literatur:

C. Plinius secundus d.Ä.: Naturkunde/Naturalis historiae. Farben, Malerei, Plastik. Buch/Libri 35. Hrsg. und übers. von Roderich König in Zus. m. Gerhard Winkler. München 1978.

Hans-Joachim Raupp (Hrsg.): Historien und Allegorien. Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts der SØR Rusche Sammlung. Münster 2010. S. 130-135.

Ausst. Kat.: Die kalte Kraft. Martin Eder. Ostfildern 2004.

 

Dr. Teresa Bischoff, Kunsthistorikerin, ist in der Welt der Alten Meister ebenso zu Hause wie in der zeitgenössischen Kunst. Studium der Kunstgeschichte, Literatur und Geschichte an der Universität Erlangen und der Università La Sapienza Rom. Studienaufenthalte in Basel zu Emilie Linder und Paris zur Ikonologie des Louvre. Lehre an der Universität Erlangen und Hochschule Ansbach. Wissenschaftliche Assistentin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Forschungsprojekt zur deutschen Figurenmalerei des 21. Jahrhunderts. Kuratorin der Ausstellung “Gute Kunst? Wollen!” http://www.mmkoehnverlag.de/gute-kunst-wollen-eine-kritische-untersuchung-der-sor-rusche-sammlung-oeldeberlin/

Dr. Teresa Bischoff, Kunsthistorikerin, ist in der Welt der Alten Meister ebenso zu Hause wie in der zeitgenössischen Kunst. Studium der Kunstgeschichte, Literatur und Geschichte an der Universität Erlangen und der Università La Sapienza Rom. Studienaufenthalte in Basel zu Emilie Linder und Paris zur Ikonologie des Louvre. Lehre an der Universität Erlangen und Hochschule Ansbach. Wissenschaftliche Assistentin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Forschungsprojekt zur deutschen Figurenmalerei des 21. Jahrhunderts. Kuratorin der Ausstellung “Gute Kunst? Wollen!” http://www.mmkoehnverlag.de/gute-kunst-wollen-eine-kritische-untersuchung-der-sor-rusche-sammlung-oeldeberlin/

http://www.eigen-art.com/index.php?article_id=99&clang=0

 

Larry’s List: Going Down Memory Lane With Dr. Thomas Rusche

Dr. Thomas Rusche, Berlin

Coming from a family of textile merchants, Dr. Thomas Rusche is the heir of the SØR Rusche GmbH business and of a first class art collection of Old Master paintings alongside a developing collection of Contemporary Art. Established in the 19th century, the SØR Art Collection has been expanded over four generations comprising 3500 artworks with an emphasis on 17th century Dutch and Flemish paintings. After the death of Dr Rusche ’s father, the late Egon Rusche, not only did he take on the management role of the company but also of the art collection as he started to add international contemporary artworks, enabling an interesting dialogue between the two genres.

Dr. Rusche goes down memory lane with Larry’s List, recounting collecting anecdotes with his father and explaining the impact Old Masters have on today’s contemporary art.

Dr Thomas Rusche, courtesy of Dr Thomas Rusche.
Dr Thomas Rusche, courtesy of Dr. Thomas Rusche.

 The Collection

You have a long-standing family history involved in the arts. Could you share with us how you got involved in the world of visual arts and what made you want to start collecting art?
I was born in a family who has been collecting art for generations and I must admit that I have never asked myself whether I had to start collecting. In this way, I feel like I was born a collector.

At what age do you believe you contracted the collecting disease?
When I was three years old. I accompanied my father for the first time to an art fair in Delft.

Do you have any anecdotes you want to share regarding your experiences in collecting art (challenges, proud moments…)?
When I was still in primary school, while I was buying old master prints with my own pocket money, my father, next to me, was buying Old Master paintings.

What was your first artwork? 
The first artwork I bought, after acquiring prints, was a watercolour with a naval coast theme by Andreas Achenbach.

How many pieces do you believe you possess today? 
I haven’t actually counted them in a long time.

Where do you display your artworks?
We live with the art and exhibit parts of the collection in a big range of museums in Germany, Europe and USA.

Have you ever sold any of your pieces? 
We have sold a few minor Old Masters but we have never sold any of our contemporary art pieces.

Courtesy of Dr Thomas Rusche.
Shown artworks are by Alicja Kwade, Jonathan Meese, Carina Linge and Marlene Dumas, courtesy of Dr. Thomas Rusche.
Courtesy of Dr Thomas Rusche.
Shown artworks are by Alicja Kwade, Marlene Dumas, courtesy of Dr. Thomas Rusche.
Courtesy of Dr Thomas Rusche.
Shown artworks are by David Lynch, Miriam Vlaming, Benjamin Bergmann, Andreas Blank, Andreas Golder, Slava Seidel, Oda Jaune, courtesy of Dr. Thomas Rusche
Shown artworks by Andrea Löfke, courtesy of Dr. Thomas Rusche

Shown artworks by Andrea Löfke, courtesy of Dr. Thomas Rusche

Have you ever presented your art collection publicly?
We often show parts of our collection in public exhibitions.

What is art collecting to you, and do you think art collectors have become a necessity in the conservation and development of culture? What are your thoughts on the role of the art collector in today’s society? 
Collecting art helps the individual to concentrate on what is important in life. Art collectors are preserving treasures of the past and of today for tomorrow.

Did your father happen to teach you the tricks of the trade from accompanying him to art fairs and auctions?
My father accompanied me to my first visits to art fairs and auctions until his much too early death in 1996 and explained me all the hidden secrets of the art market.

What was the best advice he gave you and which you still follow today? 
Never sell a piece which is close to your heart. Never stop buying, if you do you are dying.

Do you follow his collecting strategy?
In the world of Old Masters I do totally follow him focusing on the golden century of Netherlandish baroque paintings. The collection of Contemporary Art is hopefully not disturbing my father too much in his grave.

My research tells me you have been hosting salons since 2008, allowing a group of art-related people into your private residence in Berlin to view your collection and discuss significant issues related to the works and the art world. There has been an upsurge of salons even today from London to Paris to New York. What was your aim behind hosting salons and do you think its upsurge is due to people’s passivity when looking at art?
To understand life and art, human beings need to communicate with each other by exchanging ideas and arguments. This must not be within the format of a salon but a good glass of wine can help to open one’s mind and heart.

Do you think Old Masters still appeal to the public or art collectors, since Modern and Contemporary art seem to take centre stage with their stratospheric prices reached at auctions causing a higher presence in the press?
I do believe in the combination of both. A dialogue between Old Masters and Contemporary Art can give us a better understanding of questions we cannot answer. Solving tomorrow’s problems and challenges cannot happen without a deeper knowledge of our heritage and tradition. We often forget about the fact that we all are standing on the shoulders of giants.

Zofia Kulik, Alicja Kwade, Slava Seidel, Heribert C. Ottersbach, Andreas Blank, Stephan Balkenhol, Courtesy of Dr Thomas Rusche.

Zofia Kulik, Alicja Kwade, Slava Seidel, Heribert C. Ottersbach, Andreas Blank, Stephan Balkenhol, courtesy of Dr. Thomas Rusche.

Courtesy of Dr Thomas Rusche.
Shown artworks are by Andreas Blank, Andreas Golder, courtesy of Dr. Thomas Rusche.
Courtesy of Dr Thomas Rusche.
Shown artworks are by Neo Rauch, Rosa Loy, Arno Rink, Nicola Samori, Martin Eder & Dutch Paintings from the Seventeenth Century, courtesy of Dr. Thomas Rusche.
Shown artworks by Secret Stars*, Courtesy of Dr. Thomas Rusche

Shown artworks by Secret Stars*, courtesy of Dr. Thomas Rusche

SØR Rusche Collection

In what direction do you hope to develop the SØR Rusche Collection? Will you be focusing more on contemporary art? If so, which country more specifically? If not, why?
I will hopefully concentrate on adding more masterpieces from Old Masters as well as international contemporary art.

What is the aim of the Collection? 
To show the beauty and richness of Old Masters, and to lay down a path for new developing art in the 21st century.

Which artists does your Collection focus on in terms of the period, genre, and theme? 
We do not concentrate on specific artists but on the whole variety of Netherlandish baroque paintings and contemporary art.

Which contemporary artists do you have in your collection? 
I do not like this kind of name-dropping, as we do not collect names but artworks.

What is the focus of your collection in terms of the artists, the theme and genre?
We do not focus on any genre or topic but rather collect the whole variety of historical and religious paintings, landscapes, still life, portraits and paintings of daily life themes.

There are more and more private museums developing. Is it necessary today to have a private museum, in order to get the best artworks, for example?
We do not have or want to have a private museum. But we still believe that we have the chance to collect good artworks.

 Interview by Claire Bouchara

https://www.larryslist.com/

 

Gute Kunst? Wollen! Eine kritische Untersuchung der Soer Rusche Sammlung Oelde/Berlin Auf AEG Nürnberg

Was ist „gute Kunst“? Kann diese Frage überhaupt gestellt, oder gar beantwortet werden? Im Laufe der letzten fünf Jahrhunderte haben sich unterschiedliche Beurteilungskriterien herauskristallisiert. Besitzen diese heute noch Gültigkeit oder zählen vielmehr andere Faktoren wie Glamour und Kunstmarktpräsenz?

Auf 6000 Quadratmetern werden Alte Meister und zeitgenössische Kunstwerke aus der Soer Rusche Sammlung gezeigt. Die in Zusammenarbeit mit der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg kuratierte Ausstellung lädt dazu ein die so verschiedenen Exponate auf eine allgemeine, theoretische Probe zu stellen. 

1. Reicht „Kunst können“ aus, um ein gelungenes Kunstwerk zu schaffen? Sind es offensichtliche, handwerkliche Fähigkeiten, beispielsweise ein perfektes Beherrschen bestimmter Techniken, wie das täuschend echte Nachahmen der Natur, die zu einem qualitätvollen Kunstergebnis führen? 

DUCKJA_M_1.001

Jacob Duck, „König Balthasar“, zwischen 1630 und 1640 entstanden, 87 x 68 cm, Öl auf Leinwand

2. Oder verstellen diese eher den Blick auf die Intention des Künstlers, sein „Kunst wollen“, das stets den Ausgangspunkt darstellt. Ist die Idee, der kreative, geistige Prozess nicht das Ureigenste und Eigentliche eines jeden künstlerischen Schaffensprozesses? 

Asselijn,Jan, Nr. 3

Asselijn, Jan, „Reiter am Brunnen in einer Felsenkluft“, 16..?, Öl auf Leinwand, 75,5 x 95 cm, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Bild 179

Rauch, Neo, „Der Fänger“, 1988, Öl auf Hartfaserplatte, 125 x 70 cm, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

3. Erwarten wir heute von einem Kunstwerk noch, dass es schön ist? Oder verweigern wir uns lieber einer Ästhetik, die doch stets das Risiko des Kitsches in sich birgt? Gibt es „Kunstschönheit“ ohne die Gefahr der belanglosen Gefälligkeit? 

GOYEJA_M_1.001.O

Van Goyen, Jan Josephsz, „Dorflandschaft mit gotischer Kirche“, 1654, Öl auf Holz, 42,5 x 56, 7 cm, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

EDERMA_W_1.001

Eder, Martin, „o. T.“, 2005, Aquarell, Graphit auf Papier, 28,5 x 22,5 cm, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

4. Gilt nicht vielmehr „Innovation“ als Qualitätskriterium gerade in unserer Zeit, in der doch alles bereits schon einmal da gewesen zu sein scheint? Wie kann sich ein Kunstwerk heute noch auszeichnen, dass es etwas Neues, völlig Überraschendes schafft?

 Pynas, Jan Symonsz, „Der gekreuzigte Christus und Maria Magdalena“, 1610,  81,5 x 59 cm, Öl auf Holz

Pynas, Jan Symonsz, „Der gekreuzigte Christus und Maria Magdalena“, 1610, 81,5 x 59 cm, Öl auf Holz, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

 Lois Renner, „Küchenstilleben“, 2008, 180 x 145 cm, C-Print Diasec,

Lois Renner, „Küchenstilleben“, 2008, 180 x 145 cm, C-Print Diasec, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

5. Ist das Kennzeichen großer Kunst ihre „Diskurswürdigkeit“? Bedarf es einer gesellschaftlichen Relevanz? Ist es der skandalöse Tabubruch oder ein politisch brisanter Beitrag, der die öffentliche Diskussion befördert, eingefahrene Handlungsmuster in Frage stellt und den Betrachter zum Nachdenken zwingt?

TOORJA_M_2.003.O

Toorenvliet, Jacob, „Paar beim Wein“, zwischen 1676 und 1686 entstanden, Öl auf Leinwand, 37,5 x 31,5 cm, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

MEESJO_M_2.001.O

Meese, Jonathan, „Fräulein Schnullifuz’s Schneckensammlung“, 2008, Öl auf Leinwand, 50,2 x 40,5 x 5 cm, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Erweisen sich diese Kriterien heute noch als als sinnvoll? Helfen sie bei der Bewertung von Kunstwerken? Ausstellungsbesucher dürfen sich selbst als (Kunst)kritiker üben, ein Urteil bilden und den Daumen heben oder senken. 

Eröffnung der Ausstellung am 19./20. September 2015

Autor: Dr. Teresa Bischoff

Auf AEG (Halle 20)
Fürther Straße 244-254 Muggenhofer Straße 132/135
90429 Nürnberg
OFFEN Auf AEG 2015
19./ 20.09.2015
(bis voraussichtlich 31. Oktober 2015)

Bittersüsse Zeiten – Barock und Gegenwart in der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Titel Bittersüsse Zeiten

Titel der Ausstellung im Kunsthaus Stade. Pieter Jacobsz. Codde, Amor als Honigdieb, 1636 © SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Bittersüße Zeiten
Barock und Gegenwart in der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin
Kunsthaus Stade
Laufzeit: 27. September 2014 bis 4. Januar 2015
In der Ausstellung „Bittersüße Zeiten. Barock und Gegenwart in der Sammlung SØR Rusche Oelde/Berlin“ treten außergewöhnliche Werke miteinander in einen Dialog. Ihre Entstehungszeit liegt fast 400 Jahre auseinander und dennoch ergänzen sie sich auf wundersame Weise. Wenn Gemälde aus dem niederländischen Barock neben Werken von Gegenwartskünstlern in einem Raum hängen, scheinen die Gegensätze nicht größer sein zu können – so denkt man. Doch ein zweiter Blick offenbart, dass auch viele Gemeinsamkeiten vorhanden sind. Sind es nicht damals wie heute dieselben Probleme, die den Künstler beschäftigen? Das Bildnis des Menschen, die Liebe und die Erotik, das Leben, das sich in Arbeit und Vergnügen spaltet, und die Mahnung vor dem unausweichlichen Ende, das alle weltlichen Güter und Eitelkeiten mit einem Streich hinfällig macht. Mögen sich die Zeiten geändert haben, die essenziellen Probleme des Mensch-Seins sind die gleichen geblieben: Wir werden geboren, wir leben, lieben und arbeiten, und wir sterben am Ende. Die Ausstellung zeigt die fundamentalen Unterschiede in der Kunst und der Perspektive beider Epochen auf das Leben, aber auch die Gemeinsamkeiten in Form und Motivwahl, die sich als geschichtsübergreifende Konstante der Kunstherausstellen. So wie wir heute von der Bilderflut durch Fernsehen und Internet umgeben sind, umgaben sich die Niederländer im Barock mit Gemälden, die für jedermann erschwinglich waren. Kunst war Pop-Kultur, genauso wie es heute Film und Musik sind. Dem Sehen wurde ein herausragender Stellenwert beigemessen, so wie es auch im 21. Jahrhundert der Fall ist.

SAM_0423

Ausstellungsansicht Photo by Uwe Wiesmann

SØR Rusche Sammlung Oelde/BerlinSämtliche Werke der Ausstellung „Bittersüße Zeiten“ stammen aus der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, die eine der umfassendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst in Deutschland sein dürfte – und womöglich die einzige Sammlung, deren Schwerpunkte sich in einem so hohen Maße gleichzeitig auf Werke des niederländischen Barocks und der Gegenwart konzentriert. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Grundstock dieser Sammlung gelegt, deren Umfang heute weit über 2000 relevante Werke aus beiden Epochen vereinigt. „Das Leben ist bitter und süß zugleich“, so sagt der leidenschaftliche Sammler und studierte Philosoph Dr. Dr. Thomas Rusche. Bereits in vierter Generation führt er die beeindruckende Sammlung fort. Sein Augenmerk liegt auf der „Achterbahn des Lebens“, dem urmenschlichen Zyklus von „Eros und Tod, Lieben, Leben zeugen und Vergehen“. So ist das große Thema dieser Ausstellung nichts weniger als das Leben in seiner
Vielfalt und Widersprüchlichkeit.In fast 30 Werken aus dem holländischen und flämischen Barock des 17.
Jahrhunderts und gut 90 zeitgenössischen Werken von international bekannten Künstlern der Gegenwart verfolgt „Bittersüße Zeiten“ die wichtigsten Stationen des menschlichen Lebensweges von der Kindheit bis zum Totenbett.

Verelst:Schleime

Dabei begegnen dem Besucher die Meister der flämischen Feinmalerei, die von italienischen Landschaften beeinflussten Bamboccianti und die beeindruckenden Werke der holländischen Genremalerei, die mit ihrem liebevollen Blick für Details eine Bestandsaufnahme ihrer Zeit liefern. Samuel von Hoogstraten, Frans Hals‘ jüngerer Bruder Dirck Hals, Pieter Codde, Joos van Craesbeck, Jacob Adriaensz. Backer, Hendrik Gerritsz. Pot, Adriaen van Ostade, David Teniers, d.J., und Cornelis Gysbrecht sind einige der Künstler, die vor allem in Haarlem, Den Haag, Amsterdam und Antwerpen die holländisch-flämische Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts prägten. Idealisierte Darstellungen des täglichen Lebens, moralische Anleitungen für ein ehrbares Dasein und die Hervorhebung des gesellschaftlichen Status‘ durchziehen die Motive der überaus fein gearbeiteten Gemälde. Die Meister des Barock stehen in der Ausstellung in einem spannenden Dialog mit international bekannten Künstlern und den größten Talenten der Gegenwart. Neben George Condo, Jim Butler, Tracey Emin, David Hockney und David Lynch sind es dabei Jonathan Meese, Neo Rauch, Daniel Richter und Oda Jaune, die internationalen Ruf genießen. Auch die in der Tradition der „Leipziger Schule“ stehenden Künstler wie Tilo Baumgärtel, Kathrin Heichel und Irene Bisang gehören zu den Künstlern, die die Malerei derzeit prägen, ebenso wie Jonas Burgert, Alicia Kwade, Paule Hammer, Norbert Bisky, Martin Eder, Justine Otto, BEZA und viele andere.

SAM_0442

Ausstellungsansicht Photo by Uwe Wiesmann

Liegt auch fast ein halbes Jahrtausend zwischen den beiden Epochen, so ähneln sich auch Situation und Ansatz des Kunstschaffens auf frappierende Weise. So erlebte die Malerei in Holland und Flandern nach der Reformation und der Befreiung von der spanischen Besatzung einen immensen Aufschwung, der auch durch den zunehmenden Status der Niederlande als Welthandelsmacht unterstützt wurde. Die Porträt-, Allegorie- und Genremalerei des so genannten „Goldenen Zeitalters“ war für den barocken Zeitgenossen praktisch allgegenwärtig. Kunst wurde auf Märkten und in vielen Fachgeschäften angeboten, Gemälde wurden in Lotterien verlost oder als Gewinne für Wettbewerbe ausgeschrieben. Zum ersten Mal begannen Sammler, Kunst als Wertanlage zu erwerben, und man kann davon ausgehen, dass fast jeder bürgerliche Haushalt über mehrere Gemälde verfügte. So wie heute Musik, Literatur oder andere Kulturgüter Teil einer weit verbreiteten Popularkultur sind, so kann man auch in der barocken Malerei der Niederlande von einer Pop-Kultur sprechen: Einer Kultur, die sich nicht an religiöse, monarchische oder akademische Eliten richtete, sondern die für den Bürger geschaffen und vom Bürger angenommen wurde.

Dr. Dr. Thomas Rusche hält die Eröffnungsrede zur Ausstellung, Photo by Uwe Wiesmann

Dr. Dr. Thomas Rusche hält die Eröffnungsrede zur Ausstellung, Photo by Uwe Wiesmann

Allein für den Zeitraum von 1550 bis ca. 1800 sind bisher etwa eine Million schaffende Künstler in den Niederlanden nachgewiesen. Die Situation heute ist der damaligen nicht ganz unähnlich: Nie war der allgemeine Wohlstand der europäischen Gesellschaft so groß wie zu Beginn des 21. Jahrhunderts. In den heutigen „Goldenen Zeiten“ bieten zahllose „Art Fairs“ in vielen Städten regelmäßig Kunst zu erschwinglichen Preisen an, die auch vom „Normalbürger“ bezahlbar sind. Kunst ist in der einen oder anderen Form ein natürlicher Bestandteil unseres Lebens geworden und hat schon lange seinen Eingang in den öffentlichen Diskurs gefunden, statt nur einem kleinen Kreis von Fachleuten zugänglich zu sein. Wie die Niederländer es in emblematischer Form taten, reflektieren auch die zeitgenössischen Künstler heute die Ausprägungen und Strömungen, die das tägliche Leben beeinflussen. Ihre Kunst ist ein Kommentar über die Beschaffenheit der Gegenwart, der sich dem sozialen Leben und seinen Konflikten, den individuellen Erfahrungen des Menschen und dem Verhältnis zu seinen emotionalen Verstrickungen widmet.

Text von Andrea Fromm, Tom Beege und Regina Wetjen

Zur Ausstellung erscheint der Katalog:

978-3-86832-220-0
„Bittersüße Zeiten. Barock und Gegenwart in der Sammlung SØR Rusche
Oelde/Berlin“
Herausgeber: Hans Jürgen Giese, Christiane Ladleif, Sebastian Möllers, Thomas
Rusche, Regina Wetjen
Mit Beiträgen von: Andrea Fromm und Tom Beege
Verlag Wienand, Preis in der Ausstellung: 19,80 EUR
160 Seiten, farbige Abbildungen der ausgestellten Werke
In Zusammenarbeit mit der Sammlung SØR Rusche Oelde/Berlin
Verantwortliche:
Dr. Sebastian Möllers, Regina Wetjen
Kuratorenteam: Dr. Andrea Fromm & Tom Beege
Rahmenprogramm zur Ausstellung:
Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm. Zusätzlich zu den
Öffentlichen Führungen sonntags um 15:00 Uhr und mittwochs um 17:30 Uhr finden
museumspädagogische Veranstaltungen statt. Mehr Informationen unter
www.museen-stade.de/kunsthaus

Plakatierung ,,Bittersüsse Zeiten'' in der Hamburger Innenstadt, Photo by Tom Beege

Plakatierung ,,Bittersüsse Zeiten” in der Hamburger Innenstadt, Photo by Monika Rieckborn

 

Pressestimmen:

http://www.focus.de/kultur/kunst/kunst-die-bittersuessen-zeiten-in-barock-und-gegenwartskunst_id_4160041.html

http://www.saarbruecker-zeitung.de/nachrichten/kultur/aktuell/Kunst-Ausstellungen-Gegenwartskuenstler-Gemaelde-Bilder-Kunst-des-Barock-Oelde-Stade;art4426,5448266

4 Tage Art Week Berlin – Ein Résumé von Dr. Teresa Bischoff

 

unnamed-2

Moses – Marble and Sash and Sash; From the series Instead of Sculpture – Sequences, 1968-71, C-print 2014, 30×21; 30×42, 30×21, ed. 1/5 + AP, Courtesy of Gallery Zak/Branicka

So ganz kann ich sie nicht lassen, die akademische Vorgehensweise und unterwerfe mich beim Verfassen dieses Berichtes einem dreigliedrigen Betrachtungssystem aus Raum, Kunst und Mensch. Wobei der letzte Faktor wiederum an dreien dieser Art aufgezeigt werden soll: dem Künstler, dem Galeristen und dem Sammler.

Beginnen wir am spätesten Abend und begeben uns zur Atelierparty von Martin Eder. Ich muss ihn mögen. Ach Nürnberg, du einst weltberühmte Stadt! Hier hat er studiert an der ehrwürdigen Akademie und so kann ich gar nicht umhin, neben dem Künstler auch für die erstaunlichen Räumlichkeiten mit einladendem Eingangsbett, offener Bademöglichkeit und dem Geruch der Ölfarben auf dem Klo sowie den hübschwuscheligen Katzen, die aus diesen Farben augenscheinlich, ach was, fast haptisch hervorgegangen sind, Sympathie zu empfinden; ebenso wie für seine historienformatigen Porträtgemälde, die, wenn sie denn eigentlich schocken sollen, aufgrund der Tatsache, dass die Hierarchisierung der Malereigattungen basierend auf dem Gemäldeinhalt bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert keine Gültigkeit mehr hatte. Eder nimmt dazu noch eine Autonomisierung des Bildmotivs vor, unterstreicht diese Vorgehensweise durch große Format und paart das alles mit solider, technischer Präzision. In der heutigen Zeit nochmalig eine Diskussion zur Würdigkeit des Bildmotivs und zum Decorum anzustoßen, wäre redundant und nicht zielführend. Allein aus diesen Gründen erscheint es abwegig, Eders Bilder als Kitsch zu bezeichnen, dessen ureigenstes Merkmal es bekanntlich ist, banal, fundamentlos, leer, nichtig und dekorativ zu sein. Eders Kollege Jonathan Meese gibt sich in den Räumlichkeiten seines jetzigen Werkschaffens, die noch, wie passend zu seinen agil-strotzenden Arbeiten, die aktive Anstrengung der menschlichen Arbeit des vergangenen Jahrhunderts in sich tragen, nicht nur einer scheinbaren, beim näheren Hinsehen äußerst strukturierten Verwirrtheit ob seiner so grundsätzlich-allumfassenden Gedanken zum Menschsein überhaupt hin, sondern auch ähnlich liebenswert mit Lebkuchenherz um dem Hals, rührender Gastfreundlichkeit und reizendster Frau Mama an der Hand.

unnamed-1

Ausstellungsansicht, David Schnell,(particolare), 04. September – 18. Oktober 2014, Galerie EIGEN + ART Berlin, Photo by Uwe Walter, Berlin

Wie häufig und tiefgreifend die ganz klassischen, theoretischen Richtlinien des Kunstschaffens greifen, wird im Gespräch mit David Schnell ersichtlich. Richte ich mich in der Landschaftsmalerei ausschließlich am Naturvorbild aus, nach dem Dürerschen Motto: „Denn wahrhaft die Kunst steckt in der Natur, wer sie heraus kann reißen, der hat sie“ oder gehe ich den Weg über das bereits bestehende Kunstwerk, wie es Winckelmann vorschlug im Wissen, dass die Natur auch hässliche Formen hervorzubringen wagt – was aber im Sinne des der Schönheitlichkeit verpflichteten Klassizisten, niemals sein dürfe. Zwischen dem konkreten Eindruck der Realität und über den Weg des bereits durch einen anderen Künstler gesehenen Naturstückes, pendelt Schnells Inspiration zu einer durch und durch lebendigen, für das 21. Jahrhundert adaptierten Landschaftsmalerei, die aus diesem Grund auch so traditionelle, formale Verfahrensweisen wie die Verblauung der Ferne nicht scheuen muss. Nachahmen nicht nachmachen, Rückblick nicht Rückschritt im besten Sinne.

unnamed

Ausstellungsansicht Zofia Kulic, Instead of Sculpture – Sequences 1968-71 (May 02, 2014 – Sep 13, 2014), Galerie Zak/Branika, Berlin

Unser großes Interesse an den Verbindungslinien zwischen alter und neuer Kunst veranlasste die bestens informierte, kunsthistorisch versierte, eloquente Galeristin Monika Branicka uns exklusiv und außerhalb der regulär laufenden Ausstellung die bereits in den 70er Jahren entstandene dreiteilige Fotografie ,, Moses – Marble and Sash and Sash” von Zofia Kulik zu zeigen, in der diese ganz offensiv in den Dialog mit der Vergangenheit tritt, wenn sie sich eine Kopie von Michelangelos Moses zum Bildmotiv nimmt. Jeden Tag auf dem Weg in die Kunstakademie ging Kulik an diesem Werk vorüber, nach einiger Zeit jedoch achtlos. Und dennoch hatte die Skulptur in ihrer Präsenz so viel Dominanz, dass die Künstlerin sie irgendwann wieder wahrnahm und nicht nur das: sie umhüllte sie mit Gegenwart und lichtete sie fotografisch ab. Nicht in Wettstreit tritt sie mit ihrer Vorgehensweise mit dem großen Künstlerkollegen Michelangelo, der so wunderbar das eigentliche Werkschaffen des Bildhauers in die überzeitlichen Worte fasste: „Es kann der beste Künstler nichts erdenken, was nicht der Marmor schon in sich enthielt, und der allein erreicht, worauf er zielt, dem Geist und Sinne seine Hände lenken“ vielmehr denkt sie dieses Kunstwerk respektvoll und in einer zeitgenössischen Ästhetik weiter. Die so scheinbar mechanische Vorgehensweise der Fotografie steht hierbei in Kontrast zur vorangegangenen Arbeit, diese Skulptur mit flammendrotem, haptisch, sich so anders gerierendem Material als dem des kalten, weißen Steins, umhüllt zu haben, die an Michelangelos hier beschriebene Forderung nach von Geist und Sinnen gelenkten Händen erinnern und so ein neues Kunstwerk schafft.

Installationsansicht // Andreas Blank // "The imprint of the space someone used" // 12. September - 25. Oktober 2014 // Galerie Christian Ehrentraut, Berlin, Photo by Adrian Sauer

Installationsansicht // Andreas Blank // “The imprint of the space someone used” // 12. September – 25. Oktober 2014 // Galerie Christian Ehrentraut, Berlin, Photo by Adrian Sauer

Ein wahres und charmant-professionelles bel composto aus den drei erstgenannten Eckpunkten ist die Galerie Ehrentraut. Unaufgeregtes Weiß, eine den Blick zwar verstellende Wand, die jedoch mehr fokussiert und weckt, als dass sie stört, eine angenehme Raumaufteilung zwischen hinten und vorne, links und rechts. Ein Rahmen, in den sich die Materialität der skulpturalen Arbeiten Andreas Blanks geradezu einzuwohnen scheint. Handwerkliches bildhauerisches Können in Reinkultur, das alle klassischen Fragen dieser Kunstgattung zu stellen scheint, von denen hier nur zwei angedeutet sein sollen: Zum einen sei das Spiel mit der im Raum präsenten dinglichen Materialität „…seeing things, that are too big to see 2“ erwähnt, die wenn schon das nicht gestattete Erfühlen nicht möglich ist, den Betrachter zum Umschreiten nahezu zwingt; Eine Tatsache, die nicht zuletzt im idealen Paragone-Wettstreit der Künste seit der Renaissance als gewichtiges Kriterium der Übermacht der Bildhauerkunst über die Flächigkeit der Malerei angeführt worden war. Und zum anderen das Phänomen der Zeitlichkeit, das nirgends sonst dem Betrachter so gefestigt vor Augen geführt wird, wie in der für die Ewigkeit geschaffenen Bildhauerkunst; Blank wählt für diesen Aspekt die Form einer spannungsreichen Diskrepanz. Eine scheinbar achtlos, schnell und zufällig dahingeworfene, barock anmutende Faltengebung (untitled), wird in Schiefer festgefroren, dessen durch die Materialsichtigkeit bedingtes tiefschwarzes Kolorit und seiner ihm innewohnenden Härte nebst strengem Sockel an sich ja jeden Gedanken an geschmeidiges, zur Beweglichkeit befähigtes, textiles Material verbietet, und so dem Betrachter einiges abverlangt. Vermutlich hat auch die Ausstellung dem Galeristen Christian Ehrentraut so einiges an Anstrengung abverlangt. Falls dem so gewesen ist, so hat er sie in die feinste Form umgemeißelt: die der inhaltlich tief reflektierten Begeisterung für sein Tun, das er in angenehmster, den Werken höchst adäquater, sprachlicher Weise dem Besucher zu vermitteln weiß. Und da solch fundierter Inhalt auch die passende Form braucht, verwundert es nicht, dass sich Ehrentrauts Anzug farblich ebenso in diese Umgebung einschmiegt, wie die eingangs erwähnten Werke.

Andreas Blank // Still Life 17 (2014) // Alabaster, Serpentinit // 7,5 x 7,5 x 13,5 cm, Courtesy of Galerie Ehrentraut Berlin, Photo by Adrian Sauer

Andreas Blank // Still Life 17 (2014) // Alabaster, Serpentinit // 7,5 x 7,5 x 13,5 cm, Courtesy of Galerie Ehrentraut Berlin, Photo by Adrian Sauer

Der krönende Beginn zum Schluss: der 90. Kunstgang vom Hausherren Thomas Rusche persönlich geführt durch die semiprivaten Räumlichkeiten seiner Sammlungsbehausung in Charlottenburg. Die Führung stellte sich dar als eine rhetorisch-funkelnde Mischung aus kaum verhohlener stolzer Sammlerfreude, tiefst gelebter Gläubigkeit, Philosophie, höchster Intelligenz, Menschenliebe und kunsthistorischem Wissen, das ob seiner überschwänglichen Großzügigkeit das Herz der disziplinierten Kunsthistorikerin bisweilen dann doch etwas außer Takt geraten ließ. Herr Rusche sucht nicht, er hat augenscheinlich gefunden. Ich möchte hier nicht die allesamt wohlmeinenden, höchst berechtigten Anschlusskommentare der illustren Gäste wiederholen, sondern aufrichtig meine große Anerkennung kundtun, sich enthusiastisch solch einem kühnen Wagnis hinzugeben, das niederländische, goldene 17. Jahrhundert neben die Ausgezogenen, Hässlichen, Verschatteten, Brutalen oder auch nur Kleinen und Schönen jüngster Zeit zusammen aufs exquisit gestreifte Sofa zu setzen und diese miteinander reden zu lassen. Und uns zu gestatten, daneben Platz zu nehmen und zuzuhören. Neben und vor und in der Kunst, der vergangenen und der jetzigen, die sich mehr zu sagen haben, als so mancher Zuhörer vielleicht meint.

Raumansicht SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin (weißer Salon in Berlin), Photo by SØR

Raumansicht SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin (weißer Salon in Berlin), Photo by SØR

Text by: Dr. Teresa Bischoff, Nürnberg September 2014

Dr. Teresa Bischoff (*1979) studierte Kunstgeschichte, Literaturgeschichte und Geschichte in Erlangen und Rom. Kürzlich erschien ihre Dissertation “Kunst und Caritas” über Leben und Werk der Malerin, Kunstsammlerin und Mäzenin Emilie Linder. Nach Dozententätigkeiten in Erlangen, Ansbach und Nürnberg ist sie nun wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.

http://www.eigen-art.com

http://www.zak-branicka.com/

http://www.christianehrentraut.com/

Ausstellungen der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Carina Linge, Stillleben S.W. (Paar Nr. 2), 2009, C-Print, 40 x 60 cm © Carina Linge

Carina Linge, Stillleben S.W. (Paar Nr. 2), 2009,
C-Print, 40 x 60 cm © Carina Linge

 

Wahrheiten

Werke aus der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Bayer Kulturhaus Leverkusen 14.09.14 – 04.01.15

http://www.kultur.bayer.de/de/Spielplandetails.aspx?vguid=d5662c64-bcec-4097-953d-98c776df7d68

Christian Achenbach |Martin Assig | BEZA | Norbert Bisky | Sebastian Burger | Manuele Cerutti | Matt Collishaw | Birgit Dieker | Jan Dörre | Marlene Dumas | Marcel van Eden | Martin Eder | Marcel Eichner | Pavel Feinstein | Pius Fox | Andreas Golder | Philip Grözinger | Jana Guntsheimer | Stella Hammberg | Ann Katrin Hamm | Paule Hammer | Katrin Heichel | Uwe Hennecken | Julius Hofmann | Lou Hoyer | Johannes Hüppi | Leiko Ikemura | Jens Joneleit | Ruprecht von Kaufmann | Inga Kerber | Henning Kles | Robert Klümpen | Martin Kobe | Matej Kosir | Anna Kott | Clemens Krauss | Sven Kroner | Zofia Kulik | Alicja Kwade | Via Lewandowsky | Carina Linge | James Lloyd| Rosa Loy | Eric Manigaud | Jonathan Meese | Ingo Mittelstaedt | Jochen Mühlenbrink | Adam Mysock | Justine Otto | Jochen Plogsties | Ulf Puder | Vanda Rattana | Neo Rauch | Daniel Richter | Johannes Rochhausen | Peter Ruehle | Nicola Samori | Cornelia Schleime | Moritz Schleime | David Schnell | Norbert Schwontkowski | Stefan Stößel | Norbert Tadeuz | Christopher Thomas | Miriam Vlaming |

ART WEEK BERLIN 

90. Kunstgang durch die SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin 

Am 19.September 2014 in Berlin-Charlottenburg, 17:00 – 19:00 Uhr

Anmeldungen bitte bis zum 15.09. an: m.kuehn@kleidungskultur-soer.de

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt!

http://www.berlincollectors.com/

Alte Meister im Dialog mit:

L. C. Armstrong | Stephan Balkenhol | Ruth Barker | Tilo Baumgärtel | Andrea Bender |  Benjamin Bergmann | BEZA | | Norbert Bisky | Andreas Blank | Cecily Brown| Rafal Bujnowski | George Condo | Stephanie Dost | Marlene Dumas | Martin Eder | Marcel van Eeden | Marcel Eichner | Tim Eitel | Tom Ellis | Slawomir Elsner | Joachim Elzmann | Tracey Emin | Tim Ernst | James Esber | Carsten Fock | Andreas Golder | Ari Goldmann | Kerstin Grimm | Jim Harris | Armin Hartenstein | Anton Henning | Johannes Hüppi | Oda Jaune | Friederike Jokisch | Sabrina Jung | Lisa Junghanß | Alexander Keirinxc | Martin Kippenberger | Martin Kobe | Zofia Kulic | Alicja Kwade | Pe Lang | Corinne von Lebusa | Via Lewandowsky | Carina Linge | James Lloyd | Andrea Loefke | Rosa Loy | David Lynch | Katharina Mantel | Jonathan Meese | Stephan Melzl |Jan Molenaer | David Nicholson | Gillis Peeters | Ulf Puder | Neo Rauch | Lois Renner | Mandla Reuter | Daniel Richter | Arno Rink |  Peter Ruehle | Fumie Sasabuchi | Martin  Schepers | Cornelia Schleime | Rigo Schmidt | Norbert Schwontkowski | Secret Stars | Slava Seidel | Johannes Spehr | Rosi Steinbach | Stefan Stößel | Luc Tuymans | Miriam Vlaming | Herbert Volkmann | Caroline Weihrauch | Matthias Weischer | Stanislaw Ignacy Witkiewicz (Witkacy)

 

Bittersüße Zeiten. 

Barock und Gegenwart in der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Museumsverein Stade e.V., Stade, (27.09.14 – 04.01.15)

http://www.museen-stade.de/kunsthaus/vorschau-ausstellungen/

Kunsthaus Apolda Avantgarde, Apolda, (11.01.15 – 15.03.15)

http://www.kunsthausapolda.de/ 

Kunsthalle Jesuitenkirche Aschaffenburg, Aschaffenburg, (09.05.15 – 06.09.15)

http://www.museen-aschaffenburg.de/ 

Tilo Baumgärtel | Andrea Bender | BEZA | Irene Bisang | Norbert Bisky | Birgit Brenner | Thorsten Brinkmann | Rafal Bujnowski | Jonas Burgert | Jim Butler | George Condo | Carlos De los Ríos | Jan Dörre | Martin Eder | Wolfgang Ellenrieder | Tom Ellis | Tracey Emin | Valerie Favre | Martin Galle | Sieghart Gille | Kerstin Grimm | Paule Hammer | Kathrin Henschler | David Hockney | Johannes Hüppi | Michal Jankowski | Oda Jaune | Michael Kirkham | Andrey Klassen | Karin Kneffel | Olrik Kohlhoff | Anna Kott | Marianna Krueger | Pawel Ksiazek | Zofia Kulik | Alicja Kwade | Carina Linge | Wen Ling | James Lloyd | David Lynch | Jonathan Meese | Jochen Mühlenbrink | Muntean/Rosenblum | Adam Mysock | Heribert C. Ottersbach | Justine Otto | Paul Pretzer | Olaf Quantius | Neo Rauch | Daniel Richter | Christoph Ruckhäberle | Fumie Sasabuchi | Moritz Schleime | Sandra Schlipkoeter | Herbert Volkmann |

 

Leibhaftig. Der menschliche Körper zwischen Lust und Schmerz

ARP Museum Bahnhof Rolandseck, Remagen

(25.05.14 – 25.01.15)

Norbert Schwontkowski, Simon de Vos

 

Werner Tübke – Michael Triegel. Zwei Meister aus Leipzig

Kunsthalle Rostock, Rostock

(22.06.14 – 14.09.14)

Jesuitenkirche Aschaffenburg

(24.01. – 19.04.15)

Michael Triegel

 

New Masters

Galerie Jörg Heitsch, München

(12.09. – 08.11.14)

Matej Kosir

 

Mythos Wald

Historische und zeitgenössische Positionen zum Thema Wald und Bäume

Kulturhaus Beda

(21.09. – 23.11.14)

Helge Hommes

 

Ausstellung: Tierstücke – der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Julius Hofmann, Einsames Zuhause, 2010, 200x190cm, Acryl auf Leinwand, Courtesy of SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, Photo by Galerie Kleindienst

Vom 10. 02.-28. 04.2013 richtet das Museum Abtei Liesborn den Blick auf die Tierstücke der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin. Die Ausstellung Tierstücke vereint 17 Gemälde niederländischer Meister des 17. Jahrhunderts mit insgesamt 74 Arbeiten zeitgenössischer Künstler. So entsteht ein spannungsreicher Dialog, dem der Besucher aufgefordert ist, zu folgen. Seit der Frühzeit zählt das Tier zu den beliebtesten Motiven der bildenden und angewandten Kunst. Die Ausstellung nähert sich dem Bildgegenstand Tier unter fünf Gesichtspunkten, denen jeweils ein Raum gewidmet ist: I. Das Tier als Schmuckwerk II. Raubtier und Beute oder Fressen und gefressen werden III. Das Tier als Gefährte des Menschen und der Mensch als Nutznießer des Tiers oder Haus- und Nutztiere IV. Anthropomorphismen: Der Mensch als Tier, das Tier als Mensch I. Das postmoderne Tier: Leben in einer denaturierten Welt Die Beweggründe Tiere darzustellen, sind äußerst vielfältig. Künstler nutzen das Motiv, um auf die Schöpfung Gottes und die Artenvielfalt des Kosmos zu verweisen. In seiner Wildheit wird es zum Furcht einflößenden und bewunderten Fabeltier. Ambivalenz erweist sich in der Darstellung als Jäger und Gejagter oder es spiegelt ein wissenschaftliches Interesse. Als Metapher steht es für menschliches Verhalten und manchmal dient es nur der Dekoration. In der holländischen Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts finden Tierbetrachtung und Tierdarstellung einen Höhepunkt.

Dirck Wijntrack, Wasservögel an einem Schlossgrabem, ca. 1650, 90 x 125 cm, Öl auf Holz, Courtesy of SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, Photo Lars Beusker

Besonders charakteristisch für das Tierbild in Holland sind seit der Mitte des 17. Jahrhunderts das sogenannte „Viehstück“, das Nutztiere auf der Weide darstellt, das „Jagdstück“, bei dem Hunde Jagd auf Beutetiere machen sowie der „Geflügelhof“. Zeitgenössische Künstler haben sich in den vergangenen Jahren verstärkt mit dem Thema Tier befasst. In Rückbesinnung auf die alte Tradition der „Tierstudie“ zeugen viele Tierbilder der Gegenwartskunst von aufmerksamer Beobachtung. Sie dokumentieren unterschiedliche Aspekte des Tierseins ohne es mit einer spezifischen Deutung zu versehen. Daneben gibt es zahlreiche Werke, die das von Zwiespältigkeit geprägte Verhältnis zwischen Mensch und Tier reflektieren, analysieren, kritisieren oder ironisieren.

Ruprecht von Kaufmann, Ajax, 2007, 160 x 180 cm, Öl, Wachs, Pigment auf Leinwand, Photo by SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Folgende Künstler werden in der Zeit vom 10.02 – 28.04.2013 zu sehen sein: Agate Apkalne, Tilo Baumgärtel, Andrea Bender, Abraham Hendricksz. van Beyeren, BEZA, Joe Biel, Ina Bierstedt, Cornelis Biltius, Irene Bisang, Norbert Bisky, Anthonie van Borssom, Bernhard Buhmann, Marcin Cienski, Jan Dörre, Simon Johannes van der Douw, Martin Eder, Tom Ellis, Valerie Favre, Pavel Feinstein, Martin Galle, William Gowe (Gouw) Ferguson, Mitja Ficko, Adrian van Gryff, Paule Hammer, Katrin Heichel, Julius Hofmann, Feodora Hohenlohe, Abraham Hondius, Johannes Hüppi, Balthasar Huys, Malgosia Jankowska, Michał Jankowski, Friederike Jokisch, Ruprecht von Kaufmann, Inga Kählke, Kai Klahre, Andrey Klassen, Olrik Kohlhoff, Paweł Książek, Karin Kneffel, Shay Kun, Claudia Landwehr, Carolin Löbbert, Rosa Loy, Christoffel Lubieniecky, Kai Mailänder, Jacobus Sibrandi Mancadan, Casey McKee, Sebastian Meschenmoser, Claes Cornelisz. Moeyaert, Brian Montuori, David Nicholson, Heribert C. Ottersbach, Carlos Perez, Jochen Plogsties, Nadin Maria Rüfenacht, Cornelia Schleime, Lothar Schliemann, Jan Ulrich Schmidt, Rigo Schmidt, Otto Marseus van Schrieck, Tanja Selzer, Slava Seidel, TAL R, Jan Tengnagel, Karthrin Thiele, Jacob Toorenvliet, Pieter Cornelisz Verbeek, Steve Vinzens, Jacobus Victors, Matthias Weischer, Jan Wijnant, Dirck Wijntrack, Shi Zhiying.

Marcin Cienski, Reconcilation, 2012, 90 x 70 cm, Öl auf Leinwand, Courtesy of SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin Photo by Galerie Jochen Hempel

 

Bilder der Ausstellungseröffnung am 09. Februar 2012

Museum Abtei Liesborn Photo by SØR

Ausstellungsansicht Photo by SØR

Ausstellungsansicht Photo by SØR

Thomas Rusche Photo by SØR

Ausstellungsansicht (Paule Hammer, Schweinehund) Photo by SØR

Ausstellungsansicht Photo by SØR

Ausstellungsansicht Photo by SØR

Ausstellungsansicht Photo by SØR

Ausstellungsansicht Photo by SØR

Mark Gisbourne & Katja Blomberg

Dr. Elisabeth Schwarm & Rupert Pfab

Ausstellungsansicht (Rigo Schmidt, Außenseiter) Photo by SØR

Thomas Rusche Photo by SØR

 

Museum Abtei Liesborn

 

le salon! die sør rusche sammlung in der aktuellen ausgabe des Sleek Magazins

Salonnières ensemble: from left, vicky wang, galerie Jochen Hempel; Jan-Philipp Sexauer, lawyer; dr. dr. Thomas rusche, SØr Collection; Stephanie von dallwitz, artist; Philipp grözinger, artist; uwe-karsten günther, galerie Laden für nichts, with daughter olga; Marianne esser, patron; Christian Achenbach, artist (Photo by Sleek/Belaid Le Mharchi)

LE SALON

Make friends, drink wine, talk about art: why the re- surgent salon circuit is the best reason to stay in.

Text: Jeni Fulton. Portrait: Belaid Le Mharchi

EARLY EVENING IN West Berlin, and the sharp-dressed art collector Dr. Dr. Thomas Rusche is standing in the kitchen of his Charlottenburg apartment preparing for the arrival of his salon guests. Busy opening bottles of sekt, he presses glasses into the hands of new arrivals. Small groups of people begin to congregate in the apartment; they’re here to see the entrepreneur’s personal SØR Rusche collection, and to engage in informal conversation with fellow artists, curators, and critics.

“These gatherings started organically,” Rusche says. “Many people wanted to see the collection i have in my Berlin apartment, and i then decided to invite them all at a set time. I wanted to give them the opportunity to discuss the collection, and their reactions to it, as part of a larger group.” The painter Jonas Burgert is a regular guest, as are collectors Thomas olbricht and Jan-Philipp Sexauer, along with gallerists such as Gerd “Judy” Lybke and Christian Ehrentraut. The antique furniture and oriental rugs impart an atmosphere redolent of the Belle Epoque, but the contemporary German art on display – Alicja Kwade’s pile of gold bricks, Daniel Richter’s devil painting – situate the group firmly in the present.

Rusche has been hosting salons since 2008, modelled on the lines of gertrude Stein’s Paris gatherings of the early Twentieth Century. Gertrude and her brother Leo Stein were early impressionist collectors, and guests would turn up to see the Steins’ collection of Cézannes on Saturday evenings. The salon was attended by Picasso, Matisse and the poet Guillaume Apollinaire, among others; the focus lay on conversation, food and the Stein’s art.

Rusche’s collection, meanwhile, pairs dutch old Masters with contemporaary German painters and one or two YBAs, and amply fills his spacious flat. The study features Ruprecht von Kaufmann’s dis- turbing surrealist paintings and Katharina Otto’s sleeping Thanatos, while in the dining room a Martin Eder girl lustily lifts her dress and a disconsolate boy by Neo Rauch perches on the bookcases.

“I think it’s important that people come together to exchange views on contemporary issues,” Rusche reflects. “There are few structured opportunities to discuss significant issues. Good art for me is not just decorative, but inspires people to talk about the subjects contained within it.”

The salon, then: gatherings like these – friendly but gladiatorial, exclusive yet broad-minded – command a particular appeal today. in the post-social media era, intimacy, talk and contact have a value that can be can’t be matched by the tweet. in the spirit of the artistic gatherings popularised in eighteenth-Century Paris, the new hunger for debate has spawned a number of private salons from New York to London to Berlin. Hosted by art collectors, curators or gallerists, guests mingle in private settings to talk art and ideas. Here, art is resuscitated from the blur of half-remembered images and impressions formed during the latest round of vernissages, and can be enjoyed in surroundings more conducive to meaningful interaction. Guests actively seek conversation that goes beyond the usual thumbs up/ thumbs down exchanges characteristic of the gallery circuit. Salons present a forum for the exchange of ideas with like-minded individuals, with hosts eager to open up their personal art collections to a wider platform of debate.

“We are constantly invited to large public events, where we are expected to behave in a certain way. The groups are always very large, and this discourages close debate,” notes Anna-Jill Lüpertz, galler- ist and co-hostess of a quarterly salon in Berlin’s Moabit, which she founded with her brother Justus Werner. Werner is the son of the renowned art dealer Michael Werner, and the siblings have close family ties to the art world. Their salons take place on a quarterly basis, and for each salon, they select artists whose works are shown in Werner’s 200sqm apartment. These have included olaf Hajek, Nina Hoffmann, Kerstin Schröder and Bettina Ebel. “I wanted to provide a situation where art could be experienced in a private context, and hopefully thus encourage a more intimate level of debate. For a long time, people met in restaurants, or bars, or during exhibitions – they were un- willing to open their homes. I sensed that there was a desire to return to the private, to a more personal level of discussion,” Lüpertz says. Seasoned “salonnière” rachel rits-volloch agrees: “Salons work because of the intimacy, and the setting. You can achieve a different sort of communication.”

Cassandra Bird and Rits-Volloch started a salon as an extension of their Momentum space, a multi-disciplinary forum in Kreuzberg dedicated to international time-based art. “Openings have become networking events, so the content of the art retreats into the background. When we host these salons, people are very happy to finally talk about the show they saw last week,” Rits-Volloch says.

The consensus of the salon hosts is that the right selection of guests is key to the event’s success. Salons tend to be invitation-only, and guests are carefully selected and change regularly. “You don’t want to be having the same discussion over and over again,” Lüpertz says. One of the main challenges for the contemporary salonnière is to invite a creative, interesting mix of guests, to ensure a varied debate. The brother and sister duo hand-pick around 100 guests, ranging from Charlottenburg and dahlem architects, businesspeople and lawyers, to academics, the literati and Justus Werner’s younger art world and club kid friends. “I wanted to mix things up a bit, keep it lively, bringing together certain groups, while including all ages and social classes,” she says. The guest list varies each time, and is geared around the art being presented. “There are people whom i would like to get to know better in the context of the salon; i do have a wish-list,” she confesses. “It’s important that novel aspects and perspectives are introduced, and this of course comes through the constellations of people we invite. We want to provoke, and stimulate, so it’s important that we invite people who hold opposing views and come from diverse professional backgrounds.”

***

For ALL iTS resurgent appeal, the salon is hardly new. An invention of Seventeeth-Century France, salons were usually maintained by aristocratic women who hosted informal, private debates among politicians, intellectuals and artists. The first took place at the Hôtel de Rambouillet, and its hostess, Catherine de Vivonne, Marquise de Rambouillet (1588 – 1665), wanted to provide a space for open discussion away from the strictures of courtly life. The salon is said to have been a critical factor in the advancement of the enlightenment, and played a key part in cultural life in Europe and the United States until after the First World War. Notable salonnières included the philosopher Madame de Staël, and Johanna Schopenhauer, who held twice-weekly gatherings in her Weimar house for the German Romantic novelists and poets Wolfgang Goethe, the Schlegel brothers and Ludwig Tieck.

Following Horace’s definition of the aims of poetry, “either to please or to educate”, contemporary art salons emphasise structured conversation among their guests, and provide that structure either through introductory talks or a moderated discussion among the participants. To set the stage for the evening, Thomas Rusche gives guests a guided tour of his collection, while Lüpertz invites an art historian to talk about the works on show. Bird and Rits-Volloch ask artists or curators to moderate a discussion, which either focuses on an aspect of their programming for Momentum, or tackles the wider background of a contemporary event. “The quality of the debate is very important to us,” they say. Topics discussed at their salon included “what is Time-based art?” and a discussion of the art presented at the upcoming Biennale in Kiev. Participants include curators from the Hamburger Bahnhof, the Neue Nationalgalerie and the Museum of Islamic Art, all with a vested interest in the subject. “Our intention isn’t to make this high-brow academic to the point of not being accessible, but nevertheless trying to engender a level of discussion with enough depth to it, so everyone can benefit,” Rits-Volloch says.

Rits-Volloch and Bird’s programming changes regularly. The last salon was based around a full meal cooked by an artist and a curator having a conversation. Performance and video artist Steve Schepens presented a cooking performance which was originally conceived for a Michelin-starred restaurant, while conducting a discussion on the forthcoming Kiev Biennale with artistic director David Elliott. The title of the piece was “If you can’t stand the heat, get out of the kitchen.” The menu featured “Blue Mussels (Hommage à Marcel)” and “Cheese, wine and discussion”. Guests included artists from the Biennale, such as the kazakh video artist Almagul Menlibayeva, the gallerist Asia Zak, and Jennifer Allen of frieze magazine.

Food is also a feature at the Lüpertz/Werner gatherings, encouraging informality between strangers: a large cheese sits atop the kitchen table, waiting to have slices gouged out of it, and guests are free to help themselves to traditional Berlin potato soup. wine circulates freely. People who wouldn’t normally encounter one another are brought into contact, and are expected to talk about the art, breaking through social and professional boundaries.

That, of course, is the other side of the salon: despite their formal structure, they can be raucous occasions that last until the small hours. “Some of ours go on until 3am… with such a cross-section of knowledge and professionals, people are fighting and arguing, and don’t want to leave,” Cassandra Bird smiles. Rusche’s salons are similar: guests perch on the Chesterfield sofas and armchairs, nibbling on cheese and being sketched by the artist Andreas Golder, until it gets too late and everyone decamps to a nearby restaurant. Rusche draws his inspiration from the cultural life of Berlin – its open- ness, inventiveness and creative freedom, and the salon provides a platform to reflect on all this. “Berlin is a melting pot which attracts a very diverse group of people from all over the world. it’s a very dynamic, open city where people meet easily and freely, unconstrained by social hierarchies or groups,” he says. “I really enjoy the exchange of thoughts and arguments, bringing people into a space where they can unfold their potential and advance their ideas. Habermas calls it the noncoercive force of the better argument.”

In Berlin at least, the popularity of salons suggests that these days, the argument for staying in is strong, whether it’s noncoercive or otherwise.

It also begs another question: does all this mean that theory is fashionable again?

Sleek Cover Issue 34

Kleine Einführung in das Brevier…Thomas Rusche über Kleidungskultur…

Brevier

Kleidungskultur beginnt mit der Frage: “Wie kleide ich mich wozu?” Dieser kulturelle Kleidungsanspruch steht dem Modediktat diametral gegenüber. Die Tyrannen der Mode erklären im hektischen Wechsel unterschiedliche Extreme zum “Muss”. “In” und “out” sind beliebte Vokabeln des Modediktats. Kleidungskultur hingegen sucht mit Aristoteles die tugendhafte Mitte zwischen den modischen Extremen der Weiten und Breiten. Jenseits der wechselnden Extreme entspricht die Kleidungskultur dem jeweiligen Anlass und dem persönlichen Stil des Menschen. Anlassgerechte Kleidung ist keine Frage des Alters, sondern des persönlichen Anspruchs. Hat der Mensch die kulturelle Dimension der Kleidung erkannt, wird er sich ihre verpflichtet fühlen und selbst Kleidungskultur schaffen wollen. Ein jeder Mensch ist eine Persönlichkeit und für jede Persönlichkeit gibt es einen vollkommenen Kleidungsstil. Habe ich meinen Kleidungsstil gefunden, gibt es keinen Grund, ihn zu wechseln, sondern nur unterschiedliche Anlässe, meinen Stil zu vaiieren und kulturell auszuformen.

Kleines SØR Brevier der Kleidungskultur

Mit diesem “SØR Brevier der Kleidungskultur” kann erstmals eine kleine Enzyklopädie der internationalen Kleidungskultur vorgelegt werden, die sich der zeitlosen Gültigkeit des guten Geschmacks verpflichtet fühlt. Möge dieses Organon dem gültig gekleideten Herrn als Ratgeber zu Seite stehen.

Oelde im Januar 2012, Dr. Dr. Thomas Rusche                                                                                                                                                                                                                

Das kleine SØR Brevier der Kleidungskultur erschien erstmals 1991. Die englische Übersetzung verdeutlicht, dass es Dr. Dr. Thomas Rusche, als einer von wenigen Autoren gelungen ist, mit seinem Werk auch im Heimatland des Anzugs Beachtung zu finden.

Dr. Dr. Thomas Rusche, geboren 1962 in Oelde Münsterland, ist Geschäftsführender Gesellschafter der SØR Rusche GmbH, promovierter Wirtschaftswissenschaftler, promovierter Philosoph und Kunstsammler. Die einzigartige und umfangreiche SØR Rusche Sammlung Olede/Berlin stellt Niederländische Meister des 17. Jahrhunderts, wie  z. B. Abraham van Beyeren, Jan van Goyen und David Teniers, in den Dialog mit zeitgenössischen Werken von Martin Eder, Neo Rauch, Jonas Burgert und Jonathan Meese. Thomas Rusche war viele Jahre lang Präsident und Vizepräsident des Weltverband der Herrenausstatter (IMG-International Menswear Group). Neben dem Kleinen SØR Brevier der Kleidungskultur verfasste Thomas Rusche auch Literatur zu den Themen Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Ethik in der Wirtschaft.

,,In diesem Sinne ist mein Studium Generale des Lebenswerten und Lebens-wichtigen. Das steht für mich über allen, ob es die Philosophie ist, die Kleidungs-kultur, die Kunst oder die naturwissenschaftlichen Zusammenhänge.” (Thomas Rusche, Quelle: indipendant collectors)

Radio Bremen Interview mit Thomas Rusche vom 25. Juni 2012

http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/gespraechszeit/audio90346-popup.html

Dr. Dr. Thomas Rusche Photo by Lars Beusker

http://www.soer.de