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Artikel im Kontur Magazin: Thomas Rusche – Kunst macht Lust auf Leben

 

Kontur No.15 - Das Cover der neuen Ausgabe. Foto, Tecklenborg Verlag

Kontur No.15 – Das Cover der neuen Ausgabe. Foto, Tecklenborg Verlag

Genau weiß nur er, wie viele Kunstwerke er sein eigen nennen kann. Mal heißt es voller Ehrfurcht und mit Bewunderung, seine Kunstsammlung umfasse 3.000, dann wieder liest man, es seien sogar mehr als 4.000 Werke. Unternehmer Thomas Rusche kennt sie alle. Viele hat er selbst erworben. Sie gehören zur SØR Rusche Sammlung mit Sitz in Oelde und Berlin.

Thomas Rusche – Kunstsammler und Unternehmer in Personalunion.

Thomas Rusche – Kunstsammler und
Unternehmer in Personalunion.

Es sind wirkliche Schätze, die in den zurückliegenden Jahrzehnten der Familiengeschichte zusammengekommen sind und die Thomas Rusche hütet wie seinen eigenen Augapfel. Das hindert ihn allerdings nicht, sie gerne auf Reisen zu schicken, um sie in den Kunstvereinen, Ausstellungshallen und Museen der Welt in immer neuen Konstellationen und Kombinationen auszustellen. Rusche teilt gerne – vor allem Anregungen und Gedanken. Besitz ist für den Unternehmer kein Selbstzweck, sondern Verpflichtung. Darin schließt er die private Kunstsammlung ebenso mit ein wie das eigene Bekleidungsunternehmen SØR, das er mit Erfolg führt. In diesem Jahr feiert das Unternehmen sein 60jähriges Bestehen, was in diesen turbulenten Zeiten durchaus bemerkenswert ist. SØR gilt als der deutsche Marktführer im Premium-Segment der Herrenausstatter und ist mit rund 60 Topmarken breit aufgestellt. Rusche weiß um seine Verantwortung für seine rund 300 Mitarbeiter und arbeitet konsequent an Strategien für die Zukunft des Unternehmens. Neben dem stationären Handel hat man sich bereits gut im Onlinehandel etabliert. Kunst und Klamotten sind für Rusche keine Gegensätze, sondern etwas, das sich, wie er findet, wundervoll ergänzt und inspiriert. „Vier Generationen meiner Familie leben nun schon von der Mode und für die Kunst“, sagt der Unternehmer.

Einzelne Kunstwerke werden auch in den SØR Filialen wie hier am Neuen Wall in Hamburg präsentiert: Das traditionelle SØR Sofa und zwei Werke von Carlos Perez und Michal Jankowski.

Einzelne Kunstwerke werden auch in den SØR
Filialen wie hier am Neuen Wall in Hamburg
präsentiert: Das traditionelle SØR Sofa und zwei
Werke von Carlos Perez und Michal Jankowski.

Im Mittelpunkt steht ein weitgefasstes Verständnis von Kultur, das für ihn und sein Leben sinnstiftend ist. Mode und Kunst machen in seinen Augen das Leben nicht nur bunt, sondern lebenswert. „Ich glaube, dass Kunst die Lust am Leben vergrößert.Wir alle stecken in einem Hamsterrad der Reproduktion unserer Lebensbedingungen.Wir gehen alle morgens zur Arbeit, gehen abends nach Hause, kochen, was im Kühlschrank ist, hoffen, dass die Partnerschaft halbwegs okay ist. In diesem Hamsterrad richten wir uns ein und merken gar nicht mehr, dass wir darin stecken. Um daraus auszubrechen ist Kunst ein unglaublich tolles Vademecum. Es zeigt uns, wie wir eine Bresche schlagen für das ganz Andere,“ so Rusche. Nicht von ungefähr werden regelmäßig Gemälde der Sammlung in den SØR-Filialen aufgehängt. Die Kunst soll Mitarbeiter und Kunden beflügeln, so wie er selbst inmitten von alter und neuer Kunst lebt und sich beflü- geln lässt. Er freut sich darüber, dass die Sammlung immer in Bewegung ist und die Bilder immer dann auf- und abgehängt werden, wenn sie den Anforderungen des Ausstellungsbetriebes folgen und ausgeliehen werden. Ein Lieblingsbild kann er nicht nennen: „Dafür wechseln die Kunstwerke selbst in meiner engsten Umgebung zu häufig, als dass ich mich in eines verlieben könnte“, sagt er. In dem halbjährlich erscheinenden Kundenmagazin, dem SØR Journal für Bekleidungskultur, inspiriert der Firmenchef seine Leser neben der Vorstellung aktueller Mode mit klugen Gedanken zur Kunst und präsentiert in Wort und Bild einzelne Meisterwerke seiner Sammlung. Die Liasons von Kunst und Mode inspiriert Rusche bei der Zusammenstellung der typischen SØR-Kollektion und bei seinen Ansprüchen an die Qualität der Bekleidung: „Mit derselben Hingabe, mit der ein Künstler immer wieder seinen Pinsel mit Bedacht auf die Leinwand setzt, erschaffen unsere Designer und Schnittmeister ihre großartigen textilen Kreationen.“ Die „Schönheit“ der Kunst ist zugleich Maßstab für die Kleidung, die er gerne verkaufen möchte und wie die „Innovationen“ und die „Diskussionswürdigkeit“, die er als Kriterien für das Erkennen von guter Kunst heranzieht, kommen ihm ähnliche Stichworte in den Sinn, wenn er über seine Mode spricht. „Gelungene Mode besticht durch handwerkliche Perfektion – von der Auswahl feinster Tuche bis hin zu ihrer meisterlichen Verarbeitung. Ebenso wichtig ist Innovation. Denn erst durch eine außergewöhnliche Idee, durch die Lust am Einsatz neuartiger, funktionaler Materialien und Schnitte werden Entwürfe von morgen geschaffen“, schreibt er in seinem Kundenjournal.

In den Räumen der Sammlung in Berlin herrscht durch die zahlreichen Antiquitäten und die Alten Meister eine ganz besondere Atmosphäre. Foto, Lars Beusker

In den Räumen der Sammlung in Berlin herrscht
durch die zahlreichen Antiquitäten und die
Alten Meister eine ganz besondere Atmosphäre. Foto, Lars Beusker

Seit er neben den Kabinettformaten der niederländischen Kunst des 17. Jahrhunderts auch zeitgenössische Werke sammelt, reizt es ihn, alte und neue Kunst in einen Dialog treten zu lassen. Unter diesem Titel hat er schon einige vielbeachtete Ausstellungen initiiert, darunter beispielsweise in diesem Sommer „Blühendes Leben“ im Caspar Ritter von Zumbusch Museum in Herzebrock. Unter dem Titel „Wahrheit“ präsentierte die Abtei Liesborn in Wadersloh Anfang dieses Jahres eine Ausstellung, die in fünf Kapiteln versuchte, der Wahrheit auf die Spur zu kommen – mit 57 Künstlern und ihren Werken aus der SØR Rusche Kunstsammlung. Die Erfahrung hat ihn gelehrt, dass bei solchen Gegenüberstellungen mehr Besucher angesprochen werden. „Bei Ausstellungen, die alte und neue Werke aus meiner Sammlung vereinen, kommen doppelt so viele Besucher wie sonst“,freut sich Rusche über die positiven Effekte der durchaus gewollten Provokationen. Die SØR Rusche Sammlung mit Standorten in Oelde und Berlin zählt zu den größten privaten Kunstsammlungen in Deutschland. Schwerpunktmäßig zunächst der Malerei gewidmet, umfasst sie heute Grafiken, Skulpturen, Fotografien, Installationen und Videos. Mehr als 2.000 Kunstwerke sind in den vergangenen Jahren an über 100 Museen und Kulturinstitutionen verliehen und in Ausstellungen gezeigt worden. Beinahe täglich erreichen Thomas Rusche Anfragen nach einzelnen Motiven, bestimmten Genreszenen und Arbeiten einzelner Meister. In einem mehr als 15 Jahre währenden Forschungsprojekt sind die Gemälde der Sammlung kunsthistorisch aufgearbeitet worden. In mehreren Publikationen wurden sie inzwischen unter kunsthistorischen Kategorien der Öffentlichkeit vorgestellt. Sie heißen „Genre“, „Landschaften und Seestücke“, „Stillleben und Tierstücke“ und „Historien und Allegorien“.

v An den Wänden der SØR Rusche Sammlung in Berlin zeigt sich ein inspirierender Dialog zwischen alter und zeitgenössischer Kunst. Foto, Lars Beusker

v An den Wänden der SØR Rusche Sammlung in Berlin
zeigt sich ein inspirierender Dialog zwischen alter und
zeitgenössischer Kunst. Foto, Lars Beusker

An den Katalogen mag man das überaus breite Spektrum der Sammlung und die überragende Qualität der Kunstwerke ermessen. Die Familie Rusche, die vor vier Generationen im Münsterland mit dem Handeln von Textilien begann, legte Ende des 19. Jahrhunderts den Grundstein für die Sammlung – zunächst mit Westfälischer Kunst und Antiquitäten. Mitte der 1950er Jahre übernahm Egon Rusche in dritter Generation den Textilhandel in Oelde, gründete die SØR Rusche GmbH und spezialisierte sich darauf, Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts zu sammeln. Thomas Rusch trat frühzeitig in die Fußstapfen seines Vaters. Schon als Kind wurde er in den Aufbau der Kunstsammlung einbezogen und gewissermaßen mit dem Virus Kunst infiziert. „Mein Vater hat mir die Möglichkeit gegeben, als erste Spielwiese Kupferstiche zu kaufen. Ich habe mit sechs Jahren mein ganzes Taschengeld in alte Druckgrafik investiert“, erzählt Rusche. „Dann war er klug genug, mir mit 14 den Eindruck zu geben: Ich kaufe kein Bild mehr, ohne dich zu fragen.“ Später folgen Reisen nach London, wo er an Auktionen von Sotheby’s und Christie’s teilnimmt und einzelne Werke für die Sammlung ersteigert. Sein kunsthistorisches Fachwissen ist so groß, dass er schon bei den Vorbesichtigungen erkennt, welche Gemälde für einen Ankauf lohnen, auch weil sie mitunter mehrere Restaurationen heile überstanden haben. „Es macht einen großen Unterschied, ob ein Altmeistergemälde in – wie die Amerikaner sagen – mint condition ist, als würde es frisch aus dem Atelier kommen oder – und das ist der Normalfall – das Gemälde hat schon zehn Restaurationen in vier Jahrhunderten gesehen, die alle den Dreck mit viel zu scharfen Lösungsmitteln runtergewaschen haben. Dabei fließt dann Blut, nämlich die Originalsubstanz“, bedauert Rusche in einem Interview. Heute kommen pro Jahr nur noch ein oder zwei Alte Meister zur Sammlung hinzu, nicht zuletzt weil der Zustand viele alter Gemälde, die in den Kunsthandel gelangen, nur noch beklagenswert ist. Dr. Thomas Rusche ist eine überaus faszinierende Sammlerpersönlichkeit. Seit 2004 sammelt er als Ergänzung zu den Niederländischen Meistern zeitgenössische Kunst aller Medien – darunter Arbeiten von Norbert Bisky, Marlene Dumas, Jonathan Meese, Neo Rauch, Norbert Thadeusz, Daniel Richter oder David Schnell.

Thomas Rusche bei dem Maler Christian Achenbach in dessen Atelier in Berlin. Foto, Lars Beusker

Thomas Rusche bei dem Maler
Christian Achenbach in dessen Atelier in Berlin. Foto, Lars Beusker

Gerne schaut er sich in den Kunstakademien in Nürnberg, Berlin und Düsseldorf um, kauft Arbeiten von Studenten und Absolventen, die in sein Suchmuster passen und interessante Impulse innerhalb der Sammlung ermöglichen. Zu Vernissagen geht er inzwischen deutlich seltener. „Ich bekomme so viele Einladungen, dass ich kaum eine freie Minute mehr hätte, würde ich allen folgen“, sagt er schmunzelnd. „Und meine Leber würde sicherlich ebenfalls aufbegehren.“ Er hat die Angst abgelegt, dass er etwas verpassen könnte. „Ich vertraue darauf, dass mich der liebe Gott bei der Hand nimmt und mich dorthin führt, wo ich etwas entdecken soll.“ Wer meint, dass Kunst zu sammeln, im ständigen Austausch mit Kunsthistorikern zu sein und Ausstellungen zu inspirieren, alleine ein Geschäft sei, das einen Menschen komplett ausfüllt, der springt im Fall des Thomas Rusche wohl zu kurz. Parallel und dabei nicht weniger engagiert ist er nämlich Bekleidungsfachmann, Herrenausstatter, geschäftsführender Gesellschafter des SØR Unternehmens mit 60 Filialen zwischen Aachen und Wiesbaden, praktizierender Katholik und Familienvater. Und alledem widmet er sich mit unglaublich viel Enthusiasmus, so dass man sich fragt, ob für ihn der Tag vielleicht einfach doppelt so viele Stunden bereit hält. Neben der Kunst, die an seiner ansteckenden Gelassenheit unzweifelhaft einen großen Anteil hat, ist es dem eigenen Verständnis nach der Glaube, der ihm Kraft, Motivation und Antrieb zugleich ist. Thomas Rusche tritt für die christliche Sozialethik ein, weil er eine fortschreitende „Verschattung der frohen Botschaft“ fürchtet. So beklagt er angesichts des Hungers in der Welt eine „Globalisierung der Gleichgültigkeit“. Als Mensch und Unternehmer mag er vor den Konflikten und Problemen in der Welt jedenfalls nicht die Augen verschließen. Er zählt zu einem ausgewählten Kreis von Experten, die in der päpstlichen Centesimus-annus-Stiftung an der Frage arbeiten, wie sich die Kirche zur Wirtschaft stellen soll.

Autor: Dr. Jörg Bockow

 

Thomas Rusche wurde 1962 in Münster geboren. Er studierte Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Katholische Theologie an der Université de Fribourg und an der Freien Universität Berlin. Im Jahr 1988 übernimmt er die Geschäftsführung der SØR Rusche GmbH und wird 1996 nach dem Tod seines Vaters alleiniger geschäftsführender Gesellschafter. 1991 wird er in Freiburg zum Dr. rer. pol. und 2002 an der FU Berlin mit der philosophischen Arbeit „Aspekte einer dialogbezogenen Unternehmensethik” zum Dr. phil. promoviert.

http://www.tecklenborg-verlag.de/index.php/cat/c51_kontur.html

http://instagram.com/soer_rusche

http://www.soer.de

COLMAR und Christian Achenbach – Kleidungskultur trifft Kunst

Gastgeber Thomas Rusche freut sich über seine Ehrengäste Christian Achenbach (2.v.links), Hannah Hochbaum in Colmar und Giulio Colombo der CEO von COLMAR (rechts)

Gastgeber Thomas Rusche freut sich über seine Ehrengäste Christian Achenbach (2.v.links), Hannah Hochbaum in Colmar und Giulio Colombo der CEO von COLMAR (rechts)

 

Zum achten Mal fand im Rahmen der Fashion Week Berlin, der SØR Event “Kleidungskultur trifft Kunst” in der Repräsentanz der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin statt. Special Guest der Veranstaltung war das italienische Label COLMAR und der Maler Christian Achenbach. Die dritte Generation des Familienunternehmens aus Monza verzauberte die Anwesenden mit ihrem italienischen Charme. Unterstrichen wurde die gelassene Stimmung von den Bildern des Künstlers Achenbach. Die zahlreichen Gäste aus der Mode, Kunst und Kultur genossen einen wunderbaren Abend eingerahmt zwischen guter Kunst und schöner Mode!

COLMAR CEO Giulio Colombo mit seiner bezaubernden Frau Laura  verbreiteten gut Laune. Photo by SØR

COLMAR CEO Giulio Colombo mit seiner bezaubernden Frau Laura verbreiteten gut Laune. Photo by SØR

Stilexperte Bernhard Roetzel und Dr. Katja Blomberg (Haus am Waldsee)

Stilexperte Bernhard Roetzel und Dr. Katja Blomberg (Haus am Waldsee)

Ein Plausch unter Italienern - Francesco Rossi (COLMAR), Stefano Colombo (COLMAR) und Raffaella di Carlo (italienische Botschaft)

Ein Plausch unter Italienern – Francesco Rossi (COLMAR), Stefano Colombo (COLMAR) und Raffaella di Carlo (italienische Botschaft)

Van Laack Chef Christian von Daniels

Van Laack Chef Christian von Daniels

Hut-Designerin Ellen Paulssen und Thomas Rusche

Hut-Designerin Ellen Paulssen und Thomas Rusche

Der Maler Christian Achenbach mit Stefan Körner (Villa Grisebach)

Der Maler Christian Achenbach mit Stefan Körner (Villa Grisebach)

di buon gusto - Galerist Stephan Koal und Künstler Silard Isaak

di buon gusto – Galerist Stephan Koal und Künstler Silard Isaak

ART Lover Club Founder Anja Groeschel

ART Lovers Club Founder Anja Groeschel

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Anne-Kathrin Wegener (Galeristin), Andreas Blank (Künstler) und die Kunsthistorikerin und Kuratorin Dr. Teresa Bischoff

Kunst Experten - Galeristin Anna Haas, Sarah Sonderkamp (Sammlung Olbricht) und Wolfgang Schoppmann (me collectors room berlin)

Kunst Experten – Galeristin Anna Haas, Sarah Sonderkamp (Sammlung Olbricht) und Wolfgang Schoppmann (me collectors room berlin)

Jaroslaw Szychulda (Emanuel Berg), Bernhard Roetzel und Petra Szychulda

Jaroslaw Szychulda (Emanuel Berg), Bernhard Roetzel und Petra Szychulda

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Mia Wähälä (Sleek Art), Fritz Bornstück (Künstler und Annika von Taube (Blitzkunst)

Thomas Rusche, Francesco Rossi (COLMAR), Stefano Colombo (COLMAR) und Michaela Kühn

Thomas Rusche, Francesco Rossi (COLMAR), Stefano Colombo (COLMAR) und Michaela Kühn

Der Künstler Via Lewandowsky mit einer besonderen Überraschung!

Der Künstler Via Lewandowsky mit einer besonderen Überraschung!

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Der Slapstick Klassiker, die Torte im Gesicht, als Kunstwerk.

Der Slapstick Klassiker, die Torte im Gesicht, als Kunstwerk.

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Katrin Günther und Professor Bjørn Melhus

Katrin Günther und Professor Bjørn Melhus

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Kunst und Mode – das passt! Thomas Rusche trifft den Künstler Christian Achenbach für das neue SØR Journal

SØR Fotoshooting im Berliner Atelier des Künstler Christian Achenbach photo by SØR

SØR Fotoshooting im Berliner Atelier des Künstler Christian Achenbach photo by SØR

Schon als Teenager fasste Christian Achenbach den Entschluss, Künstler zu werden – 1978, gut 400 Jahre nach Peter Paul Rubens (1577-1640); ebenfalls in Siegen geboren, verbrachte er dort seine Kindheit und widmete sich schon früh der Musik und Lyrik. Seinen formvollendeten Ausdruck hat er schließlich in der Malerei gefunden, seine künstlerische Heimat ist Berlin. Dort studierte er an der Universität der bildenden Künste bei Daniel Richter und Burkhardt Held und wurde Meisterschüler von Anselm Reyle. Sein unverwechselbarer Stil sorgte schon früh für Furore und weckte das Interesse von Sammlern und Kuratoren. Der 36-Jährige wird heute von namhaften deutschen und internationalen Galerien vertreten. Seine Werke wurden bereits in musealen Einzelausstellungen präsentiert und finden sich auch in der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin.

Thomas Rusche im Interview mit Christian Achenbach Photo by Lars Beusker

Thomas Rusche im Interview mit Christian Achenbach Photo by Lars Beusker

TR: Du hast den Ruf, Musik malen zu können. Verrate uns doch, wie du die Leinwand zum Klingen bringst?

CA: Es liegt für mich in der Natur des Mediums, dass beim Bildermalen eine Art Klang erzeugt wird. Das Empfinden von Klang entsteht ja durch das Zusammenspiel von Tönen. In der Musiktheorie spricht man von einem Klang, wenn mehrere Töne in einem harmonischen Verhältnis simultan zueinander auftreten. Auch ein disharmonisches Zusammenspiel erzeugt natürlich einen Klang. Malerei als Möglichkeit, Klang zu visualisieren, hat mich schon immer interessiert.

Hier spielt die Musik - Instrumenten-Ecke im Atelier des Künstlers Christian Achenbach Photo by Lars Beusker

Instrumenten-Ecke im Atelier des Künstlers Christian Achenbach Photo by Lars Beusker

TR: Du bist selbst auch Musiker, interessierst dich für Punk und Jazzmusik. Und gerade der Jazz ist eine Richtung, die viel Raum für Improvisation lässt. Improvisierst du auch in deiner Malerei?

CA: Improvisation hat untrennbar mit Zeit zu tun. Sie passiert schnell, intuitiv, ohne Möglichkeit, bewusst zu denken, sondern ruft abgespeicherte Erfahrungen ab. Wenn wir von Jazz reden wollen, wäre es undenkbar, dass ein Musiker seine Band stoppt und sagt »Moment mal, Pause, ich möchte überlegen, was ich jetzt spiele …«. Beim Malen dagegen habe ich alle Zeit der Welt. Klar gibt es da auch Momente, wo ich schnell arbeite und intuitive Entscheidungen treffe. Aber eben auch viele, in denen man das Bild ansieht und nachdenkt. Dass ein Bild am Ende immer anders aussieht, als ich es mir zu Beginn vorgestellt habe, ist dabei normal. Diesen Prozess verstehe ich aber nicht als Improvisation.

Der Sammler Thomas Rusche lässt sich die neuen Arbeiten dees Künstlers zeigen Photo by Lars Beusker

Der Sammler Thomas Rusche lässt sich die neuen Arbeiten des Künstlers zeigen Photo by Lars Beusker

TR: Ist für dich dabei der Arbeitsprozess oder das Ergebnis entscheidend?

CA: Das Resultat ist das Entscheidende. Ich bin davon überzeugt, dass man jedes Sujet erfolgreich bearbeiten oder gegen die Wand fahren kann.

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Inspiration is everywhere – Stillleben im Atelier des Künstlers Achenbach Photo by Lars Beusker

TR: Deine Bilder haben eine sehr ausgeprägte Dynamik, verzaubern durch mutige Farbigkeit und wollen sich keinem Genre zuordnen. Dennoch lässt du die klassischen Elemente der Malerei, wie geometrische Grundformen, die Raumillusion und die Figuration, nicht außer Acht, oder?

CA: Es gibt in der Malerei einfach einen unglaublichen Erfahrungsschatz, in dem sich gezeigt hat, dass bestimmte Regeln maßgeblich dafür verantwortlich sind, ob ein Bild funktioniert oder nicht: Komposition, Gewichte im Bild, Kontrast etc. Diese außer Acht zu lassen, wäre wie ein Haus bauen, aber das Fundament weglassen. Wenn das Fundament da ist, kann man alles Mögliche darauf bauen…

Christian Achenbachs Bild »Lille Pige ved vinduet«, 2013, Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, ziert das aktuelle Cover des SØR Magazins Photo by SØR

Christian Achenbachs Bild »Lille Pige ved vinduet«, 2013,
Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, SØR Rusche Sammlung
Oelde/Berlin, ziert das aktuelle Cover des SØR Magazins Photo by SØR

TR: Könntest du dir vorstellen, monochrom zu malen?

CA: Vorstellen könnte ich es mir natürlich schon, aber es entspricht im Moment nicht wirklich meiner Arbeitsweise. Farbe spielt schon eine wichtige Rolle in meiner Arbeit, auch wenn ich immer wieder mal ein schwarzweißes Bild male. Über die Farbe steuert man schon sehr viel. Es entwickelt sich eigene Farbigkeit, die sich natürlich auch aus dem speist, was uns heute umgibt. Bei meinen Skulpturen spielt Farbe eine besonders große Rolle, weil sie in der Form reduzierter sind als die Malerei.

Das geräumige Atelier in Berlin bietet dem Künstler Christian Achenbach viel Platz zur Entfaltung Photo by Lars Beusker

Das geräumige Atelier i Berlin bietet dem Künstler Christian Achenbach viel Platz zur Entfaltung Photo by Lars Beusker

TR: Was ist für dich das Wesentliche am Künstlerleben?

CA: Ich empfinde es als großes Privileg, meine Zeit selbst verwalten zu können. Daraus resultiert natürlich auch die Verantwortung dafür, diese sinnvoll zu nutzen. Ich liebe die Uneingeschränktheit und die Flexibilität, die mein Job mit sich bringt, und das Umfeld, in dem ich arbeite, meine Ateliernachbarn. Und andere Menschen, die man trifft. Ich glaube, es gibt keinen Beruf, in dem man so gesellschaftliche Schichten crosst und so viele unterschiedliche interessante Leute kennenlernt.

TR: Wir sind uns schon vor Jahren zum ersten Mal begegnet, und ich freue mich, dass du der SØR Rusche Sammlung zahlreiche deiner Werke anvertraut hast. Wie wichtig ist dir als Künstler eine persönliche Beziehung zum Sammler?

CA: Weißt du, Thomas, wie gern ich an die vielen guten Abende zurückdenke, die wir gemeinsam erlebt haben? Du schaffst und forcierst es, unterschiedlichste Leute zusammenzubringen. Das ist so relativ einzigartig: ein Sammler, der nicht nur Kunst kauft, sondern das Zusammentreffen von Menschen als kulturelles Statement und Auftrag sieht.

TR: Das Fundament der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin besteht aus Niederländischen Meistern des 17. Jahrhunderts. Was denkst du, warum deine Arbeiten gut dazu funktionieren?

CA: Also ganz formal gesehen gibt es da z.B. einen Bezug, weil ich eine ganze Reihe von Blumenstillleben gemalt habe, die von niederländischen Meistern natürlich auch behandelt wurden. Der Anlass dafür war für mich aber weniger der, dass ich großer Botanik-Fan wäre, sondern eher, dass ich mir beweisen wollte, dass man aus jedem Motiv ein gutes Bild machen und seine eigene Bildsprache einsetzen kann.

Christian Achenbach im klassischen SØR Look. Auch privat bevorzugt der Künstler  Kleidung von hoher Qualität und klassischem Design Photo by Lars Beusker

Christian Achenbach im klassischen SØR Look. Auch privat bevorzugt der Künstler Kleidung von hoher Qualität und klassischem Design Photo by Lars Beusker

TR: Neben der Malerei und deinen Skulpturen interessierst du dich auch für Mode und Kostüme.

CA: Ja. Meine Freundin hat Modedesign studiert, schon allein deshalb habe ich viel über Mode und deren Entstehung mitbekommen, und in unserer Bibliothek gibt es neben Kunst eben auch etliches über Bekleidung. Besonders Theater-Kostüme zur Zeit der Moderne faszinieren mich sehr. Oskar Schlemmers Triadisches Ballett, Kasimir Malevitchs Bühnenstücke oder die Kostüme der ,,Ballets Russes” – da wurde die Formensprache der künstlerischen Avantgarde auf Bekleidung übertragen, erstmal ohne Berücksichtigung von Funktionalität. Heraus kam dabei so eine Art abstrakter Bilder auf Beinen oder gleich bewegte abstrakte Bilder. Sonia Delaunay hatte wiederum als eine der ersten die abstrakte Formensprache auf die Stoffe ihrer Kreationen übertragen, die für den Alltag bestimmt waren. Dann gibt`s natürlich in der jüngeren Modegeschichte Designer wie Alexander McQueen, Hussein Chalayan oder Issey Miyake, die in meinen Augen einfach große Künstler sind.

Das Outfit bildet ohne Krawatte einen casual Look Photo by Lars Beusker

Das Outfit bildet ohne Krawatte einen casual Look Photo by Lars Beusker

TR: Wie wichtig ist für dich die Mode und der Kleidungsstil als persönliches Ausdrucksmittel?

CA: Ich glaube, meinen persönlichen Ausdruck suche ich eher in meinem Job als in meinem Kleidungsstil, aber die Kleidung, die ich trage, ist mir schon wichtig. Ich mag schlichte, aber hochwertige Kleidung.

TR: Wie definierst du das genau?

CA: Kleidung muss für mich nicht das Rad neu erfinden. Aber es muss einfach alles stimmen – hochwertige Materialien, eine perfekte Passform und eine exzellente Verarbeitung. Mehr braucht es für mich eigentlich nicht.

SØR Einstecktuch »by Christian Achenbach« exklusiv bei SØR, 32 x 32 cm, limitiert auf 200 Stück! 100% Seide, bedruckt  € 49,95 Bestell-No. 115585 SØR Schal »by Christian Achenbach«  exklusiv bei SØR, limitiert auf 200 Stück! 100% Baumwolle, 42 x 180 cm € 99,95 Bestell-No. 115586

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http://christianachenbach.de/

https://shop.soer-online.de/

Ausstellungen der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Carina Linge, Stillleben S.W. (Paar Nr. 2), 2009, C-Print, 40 x 60 cm © Carina Linge

Carina Linge, Stillleben S.W. (Paar Nr. 2), 2009,
C-Print, 40 x 60 cm © Carina Linge

 

Wahrheiten

Werke aus der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Bayer Kulturhaus Leverkusen 14.09.14 – 04.01.15

http://www.kultur.bayer.de/de/Spielplandetails.aspx?vguid=d5662c64-bcec-4097-953d-98c776df7d68

Christian Achenbach |Martin Assig | BEZA | Norbert Bisky | Sebastian Burger | Manuele Cerutti | Matt Collishaw | Birgit Dieker | Jan Dörre | Marlene Dumas | Marcel van Eden | Martin Eder | Marcel Eichner | Pavel Feinstein | Pius Fox | Andreas Golder | Philip Grözinger | Jana Guntsheimer | Stella Hammberg | Ann Katrin Hamm | Paule Hammer | Katrin Heichel | Uwe Hennecken | Julius Hofmann | Lou Hoyer | Johannes Hüppi | Leiko Ikemura | Jens Joneleit | Ruprecht von Kaufmann | Inga Kerber | Henning Kles | Robert Klümpen | Martin Kobe | Matej Kosir | Anna Kott | Clemens Krauss | Sven Kroner | Zofia Kulik | Alicja Kwade | Via Lewandowsky | Carina Linge | James Lloyd| Rosa Loy | Eric Manigaud | Jonathan Meese | Ingo Mittelstaedt | Jochen Mühlenbrink | Adam Mysock | Justine Otto | Jochen Plogsties | Ulf Puder | Vanda Rattana | Neo Rauch | Daniel Richter | Johannes Rochhausen | Peter Ruehle | Nicola Samori | Cornelia Schleime | Moritz Schleime | David Schnell | Norbert Schwontkowski | Stefan Stößel | Norbert Tadeuz | Christopher Thomas | Miriam Vlaming |

ART WEEK BERLIN 

90. Kunstgang durch die SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin 

Am 19.September 2014 in Berlin-Charlottenburg, 17:00 – 19:00 Uhr

Anmeldungen bitte bis zum 15.09. an: m.kuehn@kleidungskultur-soer.de

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt!

http://www.berlincollectors.com/

Alte Meister im Dialog mit:

L. C. Armstrong | Stephan Balkenhol | Ruth Barker | Tilo Baumgärtel | Andrea Bender |  Benjamin Bergmann | BEZA | | Norbert Bisky | Andreas Blank | Cecily Brown| Rafal Bujnowski | George Condo | Stephanie Dost | Marlene Dumas | Martin Eder | Marcel van Eeden | Marcel Eichner | Tim Eitel | Tom Ellis | Slawomir Elsner | Joachim Elzmann | Tracey Emin | Tim Ernst | James Esber | Carsten Fock | Andreas Golder | Ari Goldmann | Kerstin Grimm | Jim Harris | Armin Hartenstein | Anton Henning | Johannes Hüppi | Oda Jaune | Friederike Jokisch | Sabrina Jung | Lisa Junghanß | Alexander Keirinxc | Martin Kippenberger | Martin Kobe | Zofia Kulic | Alicja Kwade | Pe Lang | Corinne von Lebusa | Via Lewandowsky | Carina Linge | James Lloyd | Andrea Loefke | Rosa Loy | David Lynch | Katharina Mantel | Jonathan Meese | Stephan Melzl |Jan Molenaer | David Nicholson | Gillis Peeters | Ulf Puder | Neo Rauch | Lois Renner | Mandla Reuter | Daniel Richter | Arno Rink |  Peter Ruehle | Fumie Sasabuchi | Martin  Schepers | Cornelia Schleime | Rigo Schmidt | Norbert Schwontkowski | Secret Stars | Slava Seidel | Johannes Spehr | Rosi Steinbach | Stefan Stößel | Luc Tuymans | Miriam Vlaming | Herbert Volkmann | Caroline Weihrauch | Matthias Weischer | Stanislaw Ignacy Witkiewicz (Witkacy)

 

Bittersüße Zeiten. 

Barock und Gegenwart in der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Museumsverein Stade e.V., Stade, (27.09.14 – 04.01.15)

http://www.museen-stade.de/kunsthaus/vorschau-ausstellungen/

Kunsthaus Apolda Avantgarde, Apolda, (11.01.15 – 15.03.15)

http://www.kunsthausapolda.de/ 

Kunsthalle Jesuitenkirche Aschaffenburg, Aschaffenburg, (09.05.15 – 06.09.15)

http://www.museen-aschaffenburg.de/ 

Tilo Baumgärtel | Andrea Bender | BEZA | Irene Bisang | Norbert Bisky | Birgit Brenner | Thorsten Brinkmann | Rafal Bujnowski | Jonas Burgert | Jim Butler | George Condo | Carlos De los Ríos | Jan Dörre | Martin Eder | Wolfgang Ellenrieder | Tom Ellis | Tracey Emin | Valerie Favre | Martin Galle | Sieghart Gille | Kerstin Grimm | Paule Hammer | Kathrin Henschler | David Hockney | Johannes Hüppi | Michal Jankowski | Oda Jaune | Michael Kirkham | Andrey Klassen | Karin Kneffel | Olrik Kohlhoff | Anna Kott | Marianna Krueger | Pawel Ksiazek | Zofia Kulik | Alicja Kwade | Carina Linge | Wen Ling | James Lloyd | David Lynch | Jonathan Meese | Jochen Mühlenbrink | Muntean/Rosenblum | Adam Mysock | Heribert C. Ottersbach | Justine Otto | Paul Pretzer | Olaf Quantius | Neo Rauch | Daniel Richter | Christoph Ruckhäberle | Fumie Sasabuchi | Moritz Schleime | Sandra Schlipkoeter | Herbert Volkmann |

 

Leibhaftig. Der menschliche Körper zwischen Lust und Schmerz

ARP Museum Bahnhof Rolandseck, Remagen

(25.05.14 – 25.01.15)

Norbert Schwontkowski, Simon de Vos

 

Werner Tübke – Michael Triegel. Zwei Meister aus Leipzig

Kunsthalle Rostock, Rostock

(22.06.14 – 14.09.14)

Jesuitenkirche Aschaffenburg

(24.01. – 19.04.15)

Michael Triegel

 

New Masters

Galerie Jörg Heitsch, München

(12.09. – 08.11.14)

Matej Kosir

 

Mythos Wald

Historische und zeitgenössische Positionen zum Thema Wald und Bäume

Kulturhaus Beda

(21.09. – 23.11.14)

Helge Hommes

 

le salon! die sør rusche sammlung in der aktuellen ausgabe des Sleek Magazins

Salonnières ensemble: from left, vicky wang, galerie Jochen Hempel; Jan-Philipp Sexauer, lawyer; dr. dr. Thomas rusche, SØr Collection; Stephanie von dallwitz, artist; Philipp grözinger, artist; uwe-karsten günther, galerie Laden für nichts, with daughter olga; Marianne esser, patron; Christian Achenbach, artist (Photo by Sleek/Belaid Le Mharchi)

LE SALON

Make friends, drink wine, talk about art: why the re- surgent salon circuit is the best reason to stay in.

Text: Jeni Fulton. Portrait: Belaid Le Mharchi

EARLY EVENING IN West Berlin, and the sharp-dressed art collector Dr. Dr. Thomas Rusche is standing in the kitchen of his Charlottenburg apartment preparing for the arrival of his salon guests. Busy opening bottles of sekt, he presses glasses into the hands of new arrivals. Small groups of people begin to congregate in the apartment; they’re here to see the entrepreneur’s personal SØR Rusche collection, and to engage in informal conversation with fellow artists, curators, and critics.

“These gatherings started organically,” Rusche says. “Many people wanted to see the collection i have in my Berlin apartment, and i then decided to invite them all at a set time. I wanted to give them the opportunity to discuss the collection, and their reactions to it, as part of a larger group.” The painter Jonas Burgert is a regular guest, as are collectors Thomas olbricht and Jan-Philipp Sexauer, along with gallerists such as Gerd “Judy” Lybke and Christian Ehrentraut. The antique furniture and oriental rugs impart an atmosphere redolent of the Belle Epoque, but the contemporary German art on display – Alicja Kwade’s pile of gold bricks, Daniel Richter’s devil painting – situate the group firmly in the present.

Rusche has been hosting salons since 2008, modelled on the lines of gertrude Stein’s Paris gatherings of the early Twentieth Century. Gertrude and her brother Leo Stein were early impressionist collectors, and guests would turn up to see the Steins’ collection of Cézannes on Saturday evenings. The salon was attended by Picasso, Matisse and the poet Guillaume Apollinaire, among others; the focus lay on conversation, food and the Stein’s art.

Rusche’s collection, meanwhile, pairs dutch old Masters with contemporaary German painters and one or two YBAs, and amply fills his spacious flat. The study features Ruprecht von Kaufmann’s dis- turbing surrealist paintings and Katharina Otto’s sleeping Thanatos, while in the dining room a Martin Eder girl lustily lifts her dress and a disconsolate boy by Neo Rauch perches on the bookcases.

“I think it’s important that people come together to exchange views on contemporary issues,” Rusche reflects. “There are few structured opportunities to discuss significant issues. Good art for me is not just decorative, but inspires people to talk about the subjects contained within it.”

The salon, then: gatherings like these – friendly but gladiatorial, exclusive yet broad-minded – command a particular appeal today. in the post-social media era, intimacy, talk and contact have a value that can be can’t be matched by the tweet. in the spirit of the artistic gatherings popularised in eighteenth-Century Paris, the new hunger for debate has spawned a number of private salons from New York to London to Berlin. Hosted by art collectors, curators or gallerists, guests mingle in private settings to talk art and ideas. Here, art is resuscitated from the blur of half-remembered images and impressions formed during the latest round of vernissages, and can be enjoyed in surroundings more conducive to meaningful interaction. Guests actively seek conversation that goes beyond the usual thumbs up/ thumbs down exchanges characteristic of the gallery circuit. Salons present a forum for the exchange of ideas with like-minded individuals, with hosts eager to open up their personal art collections to a wider platform of debate.

“We are constantly invited to large public events, where we are expected to behave in a certain way. The groups are always very large, and this discourages close debate,” notes Anna-Jill Lüpertz, galler- ist and co-hostess of a quarterly salon in Berlin’s Moabit, which she founded with her brother Justus Werner. Werner is the son of the renowned art dealer Michael Werner, and the siblings have close family ties to the art world. Their salons take place on a quarterly basis, and for each salon, they select artists whose works are shown in Werner’s 200sqm apartment. These have included olaf Hajek, Nina Hoffmann, Kerstin Schröder and Bettina Ebel. “I wanted to provide a situation where art could be experienced in a private context, and hopefully thus encourage a more intimate level of debate. For a long time, people met in restaurants, or bars, or during exhibitions – they were un- willing to open their homes. I sensed that there was a desire to return to the private, to a more personal level of discussion,” Lüpertz says. Seasoned “salonnière” rachel rits-volloch agrees: “Salons work because of the intimacy, and the setting. You can achieve a different sort of communication.”

Cassandra Bird and Rits-Volloch started a salon as an extension of their Momentum space, a multi-disciplinary forum in Kreuzberg dedicated to international time-based art. “Openings have become networking events, so the content of the art retreats into the background. When we host these salons, people are very happy to finally talk about the show they saw last week,” Rits-Volloch says.

The consensus of the salon hosts is that the right selection of guests is key to the event’s success. Salons tend to be invitation-only, and guests are carefully selected and change regularly. “You don’t want to be having the same discussion over and over again,” Lüpertz says. One of the main challenges for the contemporary salonnière is to invite a creative, interesting mix of guests, to ensure a varied debate. The brother and sister duo hand-pick around 100 guests, ranging from Charlottenburg and dahlem architects, businesspeople and lawyers, to academics, the literati and Justus Werner’s younger art world and club kid friends. “I wanted to mix things up a bit, keep it lively, bringing together certain groups, while including all ages and social classes,” she says. The guest list varies each time, and is geared around the art being presented. “There are people whom i would like to get to know better in the context of the salon; i do have a wish-list,” she confesses. “It’s important that novel aspects and perspectives are introduced, and this of course comes through the constellations of people we invite. We want to provoke, and stimulate, so it’s important that we invite people who hold opposing views and come from diverse professional backgrounds.”

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For ALL iTS resurgent appeal, the salon is hardly new. An invention of Seventeeth-Century France, salons were usually maintained by aristocratic women who hosted informal, private debates among politicians, intellectuals and artists. The first took place at the Hôtel de Rambouillet, and its hostess, Catherine de Vivonne, Marquise de Rambouillet (1588 – 1665), wanted to provide a space for open discussion away from the strictures of courtly life. The salon is said to have been a critical factor in the advancement of the enlightenment, and played a key part in cultural life in Europe and the United States until after the First World War. Notable salonnières included the philosopher Madame de Staël, and Johanna Schopenhauer, who held twice-weekly gatherings in her Weimar house for the German Romantic novelists and poets Wolfgang Goethe, the Schlegel brothers and Ludwig Tieck.

Following Horace’s definition of the aims of poetry, “either to please or to educate”, contemporary art salons emphasise structured conversation among their guests, and provide that structure either through introductory talks or a moderated discussion among the participants. To set the stage for the evening, Thomas Rusche gives guests a guided tour of his collection, while Lüpertz invites an art historian to talk about the works on show. Bird and Rits-Volloch ask artists or curators to moderate a discussion, which either focuses on an aspect of their programming for Momentum, or tackles the wider background of a contemporary event. “The quality of the debate is very important to us,” they say. Topics discussed at their salon included “what is Time-based art?” and a discussion of the art presented at the upcoming Biennale in Kiev. Participants include curators from the Hamburger Bahnhof, the Neue Nationalgalerie and the Museum of Islamic Art, all with a vested interest in the subject. “Our intention isn’t to make this high-brow academic to the point of not being accessible, but nevertheless trying to engender a level of discussion with enough depth to it, so everyone can benefit,” Rits-Volloch says.

Rits-Volloch and Bird’s programming changes regularly. The last salon was based around a full meal cooked by an artist and a curator having a conversation. Performance and video artist Steve Schepens presented a cooking performance which was originally conceived for a Michelin-starred restaurant, while conducting a discussion on the forthcoming Kiev Biennale with artistic director David Elliott. The title of the piece was “If you can’t stand the heat, get out of the kitchen.” The menu featured “Blue Mussels (Hommage à Marcel)” and “Cheese, wine and discussion”. Guests included artists from the Biennale, such as the kazakh video artist Almagul Menlibayeva, the gallerist Asia Zak, and Jennifer Allen of frieze magazine.

Food is also a feature at the Lüpertz/Werner gatherings, encouraging informality between strangers: a large cheese sits atop the kitchen table, waiting to have slices gouged out of it, and guests are free to help themselves to traditional Berlin potato soup. wine circulates freely. People who wouldn’t normally encounter one another are brought into contact, and are expected to talk about the art, breaking through social and professional boundaries.

That, of course, is the other side of the salon: despite their formal structure, they can be raucous occasions that last until the small hours. “Some of ours go on until 3am… with such a cross-section of knowledge and professionals, people are fighting and arguing, and don’t want to leave,” Cassandra Bird smiles. Rusche’s salons are similar: guests perch on the Chesterfield sofas and armchairs, nibbling on cheese and being sketched by the artist Andreas Golder, until it gets too late and everyone decamps to a nearby restaurant. Rusche draws his inspiration from the cultural life of Berlin – its open- ness, inventiveness and creative freedom, and the salon provides a platform to reflect on all this. “Berlin is a melting pot which attracts a very diverse group of people from all over the world. it’s a very dynamic, open city where people meet easily and freely, unconstrained by social hierarchies or groups,” he says. “I really enjoy the exchange of thoughts and arguments, bringing people into a space where they can unfold their potential and advance their ideas. Habermas calls it the noncoercive force of the better argument.”

In Berlin at least, the popularity of salons suggests that these days, the argument for staying in is strong, whether it’s noncoercive or otherwise.

It also begs another question: does all this mean that theory is fashionable again?

Sleek Cover Issue 34