Kleidermanufaktur Habsburg: Die Selbstverständlichkeit Tradition und Zeitgeist zu vereinen!

Kleidermanufaktur Habsburg, Herbst/Winter Kollektion 2012/13, Photo by Habsburg

Fashionistas mit Halbwissen packen das Label gerne mal in die Trachtenecke. Menschen mit Stil, Kultur und Noblesse hingegen, wissen um den wahren Platz der Traditionsmarke Kleidermanufaktur Habsburg, denn sie tragen die Kollektionen am liebsten täglich. Wer Wert legt auf klassische, traditionsbewusste und hochqualitative Kleidung, ist bei Habsburg genau richtig. Seit 20 Jahren spielt die Marke auf wunderbare Weise mit der imperialistischen Vergangenheit, aristokratischer Eleganz und dem gewissen “austrian touch”. 1992 gegründet von Kommerzialrat Alfons Schneider  (Schneiders Salzburg) und seit zwei Jahren unter der Leitung seiner gerademal 32jährigen Tochter Katharina Schneider, transformierte das in Salzburg ansässige Unternehmen zu einer international gefragten Marke für feine Gesellschaftskleidung im “höfischen Stil”. Wir sprachen mit der jungen Unternehmerin über Tradition, Stil und Innovationen made in Austria:

Katharina Schneider, 2012, Photo by Habsburg

Beschreiben Sie bitte die Philosophie die hinter der Kleidermanufaktur Habsburg stehen und welche Werte Sie vermitteln wollen?

Stil ist keine Frage des Geschmacks, sondern eine des Lebens. Schon seit Beginn wird die Geschichte der Kleidermanufaktur Habsburg von einem einzigen Gedanken bestimmt: mit der nobelsten Jagd- und Gesellschaftsgarderobe das Leben der werten Kunden zu veredeln. Um stilvoll in Erscheinung zu treten, bedarf es jedoch mehr als feiner Kleidungsstücke. So ist die hohe Kunst der richtigen Kombination von bedeutender Wichtigkeit. Nur eine elegante Welt der Gegensätze verwandelt Qualität in Stil. Eine Welt, wie sie die Kleidermanufaktur Habsburg in jeder ihrer Kollektionen neu aufleben lässt – sei es für einen stilechten Auftritt im Alltag oder für ganz besondere Anlässe in anregender Gesellschaft. Der Synthese aus Kontinuität und Wandel verpflichtet, der Harmonie aus Alltagstauglichkeit und Noblesse zugetan, können wir so der Zukunft getrost ins Auge blicken. Ist doch eines klar: Die Zeit kann vergehen, guter Stil bleibt.

Was denken Sie wodurch sich Habsburg von anderen Brands abhebt?

  • In der Verarbeitung: durch sämtliche Details der Schneiderkunst wie paspelierte Knopflöcher, AMF-Stiche, Halb-Fütterung, Stick-Stiche, rollierte und sauber verarbeitete Nähte, aufwändige Plack-Verarbeitung, echte Ärmelschlitze, handgenähte Handriegel.
  • Im Branding: eine Spezialität sind die eigens entwickelten Muster rund um dir Marken-Signets: Hirsch, Wappen und Kleeblatt. Diese werden jede Saison in neuen graphischen Anordnungen und Farbkombinationen eingesetzt.
  • Im Stil an sich: ein reiches Habsburger-Erbe trifft auf den modernen Zeitgeist. Diese Synthese ist in der Modewelt einzigartig.
  • Im Farbspektrum: Habsburg steht für kräftige Farben und auch Mut zur Farbe.

    Knöpfe Kleidermanufaktur Habsburg, Photo by Habsburg

War es für Sie von Anfang an klar die Leitung von Habsburg zu übernehmen ? 

Nein, im Gegenteil. Nur über Umwege im Ausland und bei anderen Firmen fand ich zurück ins Familienunternehmen und erkannte nach und nach den vorliegenden Schatz, den es zu entdecken und weiterzuentwickeln gilt. Wobei ich als Kind schon gesagt habe, wenn in die elterliche Firma, dann zu Habsburg. Weil ich in der Marke ein enormes Potential sehe und mich persönlich damit identifiziere.

Wie war damals ihr erster Kontakt zu der Marke? 

Der Kontakt zur Marke bestand von Kindheit an – schließlich bin ich um 10 Jahre älter als “mein jetziges Baby” Habsburg und kann mich nur zu gut an das schöne Gründungs-Event im habsburgischen Schloss Blühnbach bei Salzburg erinnern. Da wir als Familie immer ins Firmengeschehen eingebunden waren und bei Messen und Modeschauen mithalfen, gab es ständige Kontaktpunkte zur Marke. Die Besonderheit von Habsburg war mir schon relativ früh bewusst.

Und wann/wodurch kam es zu dem Entschluss sich ganz und gar auf Habsburg zu konzentrieren? 

Nach meinem Wirtschaftsstudium, zahlreichen Auslandsaufenthalten und Erfahrungen in der Kosmetikbranche war es mir ein Anliegen, meine Erfahrungen und meine Tatkraft “zu Hause” einzubringen.  Gemeinsam mit Experten für Generationswechsel in Familienunternehmen wurde meine Position (Geschäftsführerin) festgelegt.

Philipp von Thurn und Taxis, H/W 2012/13 Kleidermanufaktur Habsburg

In den Kollektionen blendet sich, mal ganz subtil und mal ganz offensiv, die klassische traditionelle Kleidungskultur ein. Sehen Sie sich ein wenig als Retterin dieser Kleidungskultur? 

Ich würde eher sagen als “Weiterentwicklerin”. Gemäß dem Spruch “Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern das Entfachen des Feuers”  ist mein Anliegen vielmehr das, Althergebrachtes und auch Altbewährtes in einem neuen Kleid zu präsentieren und Tradition zu einem neuen Bekleidungsstil weiterzuentwickeln. Wir möchten dem höfischen Stil einen neuen Hauch verleihen. Das betrifft alte Formen, Schnitte und traditionelle Verarbeitungsweisen.

Welche Veränderungen entstanden durch Ihre Übernahme in den Kollektionen und in der allgemeinen Ausrichtung von Habsburg? 

Ich habe mir eine sanfte Modernisierung der Marke, immer unter Bezugnahme unserer Wurzeln, sowie die Internationalisierung von Habsburg auf die Fahne geheftet. Unter dem ersten Punkt ist seit meinem Eintritt eine deutliche Veränderung der Werbelinie erfolgt: Werbeagentur neu, Werbeunterlagen neu, Fotosprache neu, Homepage neu. Seit kurzem haben wir auch Facebook geadelt. Denn wichtig ist, dass unsere interne Erneuerung auch außen ankommt. Die Kollektion hat sich deutlich verjüngt und ist sportlicher und auch internationaler geworden, mit neuen Produktsegmenten wie gewaschenen Teile, T-Shirts und Taschen. Unter den zweiten Punkt fallen die Belegung neuer Messen (Pitti Uomo, IWA Nürnberg), neue Schauräume (Düsseldorf, Salzburg) und Design-Kooperationen mit internationalen Designern (zuletzt Andrea Incontri Italien). Außerdem gab es im Vertrieb personelle Änderungen.

Wie viel Einfluss hat Ihre Vater heute noch auf Sie? Vertraut er Ihnen voll und ganz oder gibt es die typisch väterlichen gut gemeinten Ratschläge und kritischen Blicke über Ihre Schulter? 

Er hat mir bei Habsburg dankenswerterweise eine “längere Leine” gegeben als erwartet. Somit konnte ich innerhalb kürzester Zeit viele Veränderungen umsetzen. Er steht mir mit wertvollem Rat und Tat zur Seite – problematisch sind manchmal die Updates, die ich ihm im Alltag – aus Zeitgründen – nicht regelmässig geben kann. Sein Credo ist “Informierte Mitarbeiter, sind bessere Mitarbeiter” – dies sehe ich genauso; es bedeutet aber höheren Zeitaufwand.

Katharina von Garzuly-Hohenlohe, H/W 2012/13, Photo by Habsburg

Sie sind eine junge, schöne und stilbewusste Frau, welche Rolle spielt die Tracht heute in Ihrer Generation? Was hat sich bezüglich der Entwürfe und Materialen verändert? Gibt es ein dauerhaftes Revival? 

Erst einmal bin ich stolz, dass Österreich eine sehr tragbare Tracht hervorgebracht hat. Viele andere Landestrachten findet man nur noch in Folklore-Vereinen wieder. Zweitens ist der momentane Trachten-Boom, vor allem unter jungen Leuten, Ausdruck einer generelle Sinn-Suche und dem erstarkten Interesse an Ursprung, Herkunft, Greifbarkeit, Identität und Wurzeln. Ein Anliegen von Habsburg ist es, unsere Tracht, aber auch den höfischen Stil der Habsburger stilvoll weiterzuentwickeln und diesem einen modernen Twist zu verleihen. Spannend find eich vor allem den “Kombi-Look”: Lederhose mit T-Shirt, Habsburg-Oberteil mit Designer-Jean, Dirndl mit buntem Pashmina. Wobei sich Habsburg von der, leider auch aufkommenden Kitsch-Trachten-Entwicklung, eindeutig distanziert.

Die Materialien in den Habsburg Kollektionen zeichnen sich durch erlesene Qualität aus: Pelze, feine Seide und Samt treffen auf Loden, Leder, Tweed und Strick. Welche Rolle spielt das Material? Woher kommen die Materialien? 

Die hochwertigen Materialien sind die unabdingbare Basis einer hochwertigen Bekleidungsmarke. Es werden vorwiegend Naturmaterialien eingesetzt die großteils in Europa in ebensolchen Manufakturen produziert werden. Es gelten bei der Auswahl ebenso hohe Ansprüche wie bei der Marke Habsburg selbst. Wir verarbeiten beispielsweise Cashmere aus Italien, Loden  und Handwebeleinen aus Österreich, Seide aus Indien, Lammfell aus Irland, Ziegenvelours aus der Türkei, Samt aus Italien und Cashmere für unsere Strickkollektion aus der Mongolei. Hier verfügt unser Lieferant über eigene Ziegen. Dem Zubehör setzen wir eine eigene Habsburg-Handschrift auf. So tragen all unsere Knöpfe (aus Perlmutt, Büffelhorn und Steinnuss) feine Habsburg-Gravuren mit Wappen und/der Schriftzug.

katharina von Garzuly-Hohenlohe, H/W 2012/13, Photo by Habsburg

Wie würden Sie die kommende Herbst/Winter Kollektion beschreiben? Wovon ist sie beeinflusst/inspiriert? 

Unsere Jubiläumskollektion – Habsburg feiert im heurigen Jahr 20jähriges Bestehen – steht ganz im Zeichen des kraftvollen Spannungsfeldes zwischen Tradition und Innovation. Edle Newcomer sind Pelzmodelle aus Rexkanin und Blaufuchs. Dazu gesellen sich leichte, feine Lammfellkreationen und unvergleichlich softe Daunenmodelle für sie und ihn. Der Gehrock nimmt wieder eine gewichtige Position ein und die Herrensakkos sind körperbetonter als bisher. Geadelt werden die feinen Manufakturstücke in bekannter Manier durch ausgezeichnete Qualität und Liebe zum Detail. Perfektioniert wird der lässig-noble Auftritt für Damen und Herren von Welt mit der hochwertigen Stricklinie aus mongolischem Cashmere und edlen Accessoires.

Wie würden Sie den typischen Habsburg Liebhaber/in beschreiben? 

Bei unseren Habsburg-Fans handelt es sich um stilvolle Individualisten, die die schönen Dinge des Lebens schätzen. Diese sind moderne Globetrotter und dennoch mit Ihrer Heimat verwurzelt. Der Habsburg-Träger schätzt Understatement und ist selbstbewusst genug, dieses auch zu leben.

Die Testimonials Ihrer Kollektionen sind ausschließlich Adelige. Warum? Und wie ist es dazu gekommen? 

Die Idee der aristokratischen Testimonials entstand im Jahr 2000, gemeinsam mit unserer ehemaligen Werbeagentur Demner, Merliceck & Bergmann. Aus dem Grund weil es uns eine gewisse Alleinstellung im heissumkämpften Modemarkt gibt, sich bei dem Markennamen “Habsburg” anbietet und wir Persönlichkeiten einkleiden möchten, anstatt von austauschbaren Models. Natürlich bedeutet das nicht, dass wir ausschliesslich Mode für Adelige produzieren.

Philipp von Thurn und Taxis & Katharina Schneider at SØR Event "Kleidungskultur trifft Kunst", Photo by SØR

Sie stammen aus einer sehr traditionsreichen Familie, die sich schon immer mit klassischer Kleidung beschäftigt hat, gab es in Ihrer Jugend Anekdoten wo Sie vielleicht versucht haben sich dieser Etikette zu entziehen? 

Eigentlich nicht, da mich diverse Jugendströmungen wie zum Beispiel Skaterlook oder Hippis, nie sonderlich angesprochen haben. Hingegen erinnere ich mich dass ich es verabscheut habe, immer dasselbe wie meine ältere Schwester tragen zu müssen. So waren wir zwei fast identische, blonde Zwillinge, was mich damals sehr störte.

Gab es vielleicht in Ihrer Jugend oder auch noch heute eine Stilikone die Sie verehren? 

Heute verkörpert für mich Catherine von England eine moderne Eleganz, der sie durch ihre fröhliche Ausstrahlung besonderen Glanz verleiht.

Philipp von Thurn und Taxis, H/W 2012/13, Photo by Habsburg

Was denken Sie macht einen wirklich gut gekleideten Herren aus? Womit beweist er Ihrer Meinung nach Stil? 

Ein Mann sollte sich zumindest Grundgedanken über Schuhe, Frisur und Parfum machen. Stilistisch bevorzuge ich klassisch-italienisch. Übertriebene “Mode-Gockel” haben nicht unbedingt meine Aufmerksamkeit.

Und bei den Damen? Denken Sie Frauen haben mehr Freiheit was die Kleidung und auch die Mode angeht? 

Eine gut gekleidete Dame macht aus, dass sie sich Typ-gerecht kleidet. Nicht Alles passt jedem, daher ist die Auseinandersetzung mit eigener Figur, Haarfarbe/Augenfarbe und Persönlichkeit sicher Grundvorraussetzung für einen stilsicheren Auftritt. Frauen sind bezüglich Farben, Modellen und Freizügigkeit sicherlich weniger Grenzen gesetzt, wobei diese keinesfalls überschritten werden sollten. Zu viel Haut heisst nicht automatisch Sexyness.

katharina von Garzuly-Hohenlohe, H/W 2012/13, Photo by Habsburg

Welches Land hat denn heute den größten Einfluss in der Mode? 

Wenn es um Stil und Modeaussage geht, immer noch Italien und Frankreich. Wobei wir als österreichische Lifestylemarke mit imperialen Wurzeln natürlich auch an der Wahrnehmung Österreichs als “Modeland” arbeiten. Schließlich schauen wir auf eine reiche Textil-Vergangenheit zurück (Textil-Industrie Vorarlberg, bedeutende Stoff-Entwicklungen wie Loden, Mühlviertler Leinen etc.) Die nordischen Länder gewinnen mit ihren individualistischen Designern an Bedeutung.

Und welche Bedeutung hat für Sie das Wort Mode? 

Für mich ist Mode Ausdruck der Persönlichkeit und Befindlichkeit. Ich propagiere eine gesunde Einstellung zur Mode, sprich: sich Gedanken darüber zu machen finde ich gut, riesige Handtaschen-Sammlungen und übertriebenen Narzissmus, weniger gut.

Was sind denn Ihrer Meinung nach absolute Must haves für eine junge traditionsbewusste Frau?

Habsburg-Gehrock, junges, witziges Shirt, gut sitzende Jeans, Tod´s und Bottega Veneta-Tasche. Einen hochwertigen Markenmix finde ich spannend.

Und was sind absolute No go’s? 

Zu kurze Röcke und zu hohe Stilettos

Commercial Kleidermanufaktur Habsburg, Photo by Habsburg

2 Comments on "Kleidermanufaktur Habsburg: Die Selbstverständlichkeit Tradition und Zeitgeist zu vereinen!"

  1. Catherine sagt:

    Dieser Artikel ist eine Inspiration. Österreichische Mode ist zeitlos und elegant und hochwertige Materialien sind unabdingbar wenn es um qualitative Bekleidung geht. Eine tolle Marke für Individualisten :)

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  1. Schneiders – Wenn kompromisslose Qualität zur stilvollen Selbstverständlichkeit wird | Kleidungskultur SØR

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