Archive for November, 2017

100 Meisterwerke – Teil 15: Leiko Ikemura & Simon Jacobsz de Vlieger

Sturm - 1

Schiffbruch an felsiger Küste, Simon Jacobsz de Vlieger, um 1630, 26,5 x 38,5 cm, Öl auf Holz, Courtesy SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Die Szenerie gleicht einem Albtraum. Starr und unbeweglich ragen im tobenden Chaos der Wellen mittig zwei Felsen turmartig empor. Für ein Schiff war das Aufeinandertreffen mit diesen Klippenausläufern Schicksal entscheidend. Der ehemals stolze Dreimaster versinkt in den vom Wind hochgepeitschten Wassermassen. Die Reste der zerfetzten Segel zeugen von den Gewalten, denen das Schiff und seine Besatzung ausgesetzt sind. Ein Teil der Mannschaft konnte sich in ein kleines Boot retten, das sich bereits auf dem Weg aus dem nassen Inferno befindet. Auch wenn es sich nicht mehr in unmittelbarer Nähe der Felsen befindet, so scheint es doch den Naturgewalten völlig ausgeliefert. Beklommen stellt man sich die Frage, wie das kleine, überfüllte Boot diesem Sturm trotzen sollte, wenn es der Dreimaster schon nicht vermocht hatte.

Nicht alle jedoch konnten das vorläufig rettende Boot erreichen. Im Wasser treiben Menschen, die sich an einen Balken klammern,  sowie weitere Bruchstücke des zerschellten Schiffes. Im rechten Bildhintergrund wird ein anderes Schiff erkennbar, von dem man nur hoffen kann, dass es den Weg ins offene Meer, weg von den tückischen Klippen, finden mag. Ein drittes erscheint nur mehr schemenhaft und undeutlich, am Horizont kaum wahrnehmbar.

Der im Meer versinkende Überseefrachter segelte unter niederländischer Flagge. Bis zu 1000 Tonnen konnten solche Schiffe über die Ozeane befördern. Der Handel mit kostbarer Ware aus fernen Ländern rund um den Globus war die Grundlage der wirtschaftlich herausragenden Lage Hollands im 17. Jahrhunderts. Der Wohlstand breiter Bevölkerungsschichten wiederum war die Voraussetzung für die Entwicklung eines Kunstmarktes, der seinesgleichen in Europa suchte. Um die 5 Millionen Bilder sollen nach heutigen Schätzungen in den rund hundert Jahren innerhalb der acht niederländischen Provinzen entstanden sein. 

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Schiffbruch an felsiger Küste, Simon Jacobsz de Vlieger, um 1630, 26,5 x 38,5 cm, Öl auf Holz, Courtesy SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Meist behandelten die Künstler in ihren Gemälden Themen, die sich mit der unmittelbaren Lebenswelt der Betrachter, und damit der Käufer, beschäftigten. Neben der Genremalerei waren Stillleben und Landschaften, die die nahe Umgebung zeigten, besonders gefragt. Beliebt waren auch Seestücke, weil sie die Grundlage des Reichtums Hollands zum Bildinhalt erhoben. Anders als die prunkvollen Stillleben dieser Zeit, die in ihrer schwelgenden Fülle den nun möglichen Luxus zeigen, verdeutlichen Gemälde wie der „Schiffbruch vor felsiger Küste“ von Simon Jacobsz de Vlieger aus den 1630er Jahren, auf welch risikoreichem, zum Teil sogar lebensgefährlichem Unterfangen der niederländische Wohlstand basierte. Ein einziger Sturm konnte den Untergang einer ganzen Handelsfirma bedeuten.

Obwohl der Künstler dem Betrachter genau einen solch hochdramatischen Moment vor Augen stellt, wählt er dafür sparsamste koloristische Mittel. Das Unheil offenbart sich in einer nuancierten Vielfalt unzähliger Graustufen. 

Sowohl die vorne am Bildrand stürmenden Wellen als auch die dagegenhaltenden Felsen sind von tiefdunklem Grau. Von hell leuchtender Gischt umspült, deren Schaumkronen durch den pastosen Farbauftrag nahezu haptisch spürbar werden, erheben sich dadurch besonders prononciert die beiden zentralen Felsen weit über die Horizontlinie hinaus. In den weißen Schaumkronen gefangen, nimmt das zweite der Schiffe bereits eine bedrohliche Schieflage ein. Die auffliegende Gischt lässt den Betrachter diesen Dreimaster jedoch nur wie durch einen dichten hellen Nebelschleier wahrnehmen, der in das milchige Hellgrau des Himmels überzugehen scheint. Der Himmel ist bedeckt gehalten, lediglich auf der linken Seite zieht dräuend eine weitere dunkle Sturmwolke herbei.

Strand - 1

Floating Face in Blue Sky, 2011, Öl aufJute/Oil on jute, 80 x 110 cm, Courtesy SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2017

Von dräuendem Unheil erzählt das Gemälde „Floating Face in Blue Sky“ aus dem Jahre 2011 der japanisch-schweizerischen Künstlerin Leiko Ikemura nicht. Es scheint vielmehr auf den ersten Blick einem Traum entsprungen. Über dem tiefgezogenen Horizont, der darunter nur sehr ansatzweise eine leicht geschwungene Küstenlandschaft in Ocker und Grün erkennen lässt, ergießen sich die Blautöne der Himmelssphäre fließend und sanft. In dieses unendliche Blau hineingeschmiegt, schläft ruhig ein menschliches Gesicht. Die Augen hat es geschlossen und ist in völliger Vertrautheit in diese himmlische Sphäre gebettet. Sacht liegt die Wange leicht oberhalb der Horizontlinie auf. Augen, Mund und Nase sind dunkel akzentuiert, die Rundung des Hauptes ist mit einer starken Aufhellung des gleichen erdigen Ockertons wie unterhalb des Horizonts gezeichnet.  

Der Zeitlichkeit entzogen, ähnelt diese Kombination aus Landschaft und menschlichem Gesicht einem Traumbild. Das schlummernde Antlitz als pars pro toto für das Menschliche an sich, das sich in grenzenloser Vertrautheit völlig in die Natur einwebt, erscheint wie ein radikaler Gegenentwurf zu dem holländischen Seestück. 

Der Maler des 17. Jahrhunderts erzählt die Geschichte eines Abkommens zwischen Mensch und Natur. Die Meere sind als schnelle Transportwege die Basis des Fernhandels. Der Mensch nutzt sie und ist auf sie angewiesen. Im Falle eines glücklichen Ausgangs durch hohe Gewinne belohnt, wird er dieses Vabanquespiel immer wieder eingehen, wohl wissend, dass er im stürmischen, nicht kalkulierbaren Ernstfall stets der Unterlegene ist. 

Sturm - 1

Schiffbruch an felsiger Küste, Simon Jacobsz de Vlieger, um 1630, 26,5 x 38,5 cm, Öl auf Holz, Courtesy SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Unmissverständlich thematisiert Vlieger innerhalb seiner Komposition bereits in den Größenverhältnissen von Meer und Mensch die Machtverteilung dieses ungleichen Kampfes. 

Kein Gegeneinander, sondern ein auch größenmäßig ausgewogenes Ineinander zeigt hingegen die Künstlerin Ikemura, die davon überzeugt ist, dass es „ein klares Bedürfnis der Welt ist, die Seele und den Kosmos zu verbinden.“ Schwer zu sagen, ob hier der Mensch zu einem Teil der Natur wird oder die Natur anthropomorphe Formen annimmt. Die Frage stellt sich nicht. Sie sind eins. Ebenso wenig kämen einem Begriffe wie Risiko, Handel, Gewinnstreben oder Kampf im Zusammenhang mit dem Gemälde der Künstlerin in den Sinn. Wie utopisch schön erschiene uns heute hinsichtlich Klimagipfeln, Erderwärmung, Ausbeutung der Bodenschätze und massiver Naturverletzung ein menschliches Verständnis von Natur, das statt vom Gefühl des Gegeneinanders vom Miteinander geprägt wäre und dem Menschen statt der Angst vor dem nächsten albtraumhaften Jahrhunderthurrikan wieder ein Gefühl der Geborgenheit vermitteln würde. 

Dr. Teresa Bischoff, Kunsthistorikerin, ist in der Welt der Alten Meister ebenso zu Hause wie in der zeitgenössischen Kunst. Studium der Kunstgeschichte, Literatur und Geschichte an der Universität Erlangen und der Università La Sapienza Rom. Studienaufenthalte in Basel zu Emilie Linder und Paris zur Ikonologie des Louvre. Lehre an der Universität Erlangen und Hochschule Ansbach. Wissenschaftliche Assistentin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Forschungsprojekt zur deutschen Figurenmalerei des 21. Jahrhunderts. Kuratorin der Ausstellung “Gute Kunst? Wollen!” http://www.mmkoehnverlag.de/gute-kunst-wollen-eine-kritische-untersuchung-der-sor-rusche-sammlung-oeldeberlin/

Dr. Teresa Bischoff, Kunsthistorikerin, ist in der Welt der Alten Meister ebenso zu Hause wie in der zeitgenössischen Kunst. Studium der Kunstgeschichte, Literatur und Geschichte an der Universität Erlangen und der Università La Sapienza Rom. Studienaufenthalte in Basel zu Emilie Linder und Paris zur Ikonologie des Louvre. Lehre an der Universität Erlangen und Hochschule Ansbach. Wissenschaftliche Assistentin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Forschungsprojekt zur deutschen Figurenmalerei des 21. Jahrhunderts. Kuratorin der Ausstellung “Gute Kunst? Wollen!” http://www.mmkoehnverlag.de/gute-kunst-wollen-eine-kritische-untersuchung-der-sor-rusche-sammlung-oeldeberlin/

Lit.: Hans-Joachim Raupp (Hrsg.): Landschaften und Seestücke. Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts der SØR Rusche Sammlung. Münster 2001. S. 286-289.

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120 Jahre Mode und Kunst – Der 125. SØR Kunstgang in Hamburg

Seit 120 Jahren verbindet SØR erfolgreich die Mode mit der Kunst. Die SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin feierte dieses Jubiläum mit einem exklusiven Event in Hamburg. Der 125. Kunstgang mit SØR Inhaber und Kunstsammler Thomas Rusche, startete im Bucerius Kunstforum am Hamburger Rathausplatz. Direktor Prof. Dr. Franz-Wilhelm Kaiser führte durch die von ihm kuratierte Ausstellung ,,Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters” in der zahlreiche Leihgaben der SØR  Rusche Sammlung Oelde/Berlin zu sehen sind. Anschließend ging es in den SØR Flagshipstore Neuer Wall 50.  Nach einer kleinen Führung durch die kuratierten Räume, begann Thomas Rusche mit der Talkrunde über den Kunstmarkt des 21. Jahrhunderts. Mit Christiane Gräfin zu Rantzau (Chairman Christie’s Germany & European Director) und Prof. Dr. Franz-Wilhelm Kaiser (Direktor des Bucerius Kunstforums) standen ihm zwei eloquente Experten zur Seite. Das Gespräch wurde zu einem spannenden Schlagabtausch zwischen den Rednern und dem Publikum.

Prof. Dr. Franz-Wilhelm Kaiser führt die SØR Gäste exklusiv durch seinen Ausstellung ,, '' im Bucerius Kunstforum

Prof. Dr. Franz-Wilhelm Kaiser führt die SØR Gäste exklusiv durch seinen Ausstellung ,,Die Geburt des Kunstmarktes. Rembrandt, Ruisdael, van Goyen und die Künstler des Goldenen Zeitalters ” im Bucerius Kunstforum

SØR Inhaber und Kunstsammler Thomas Rusche erläutert den Gästen das Fundament der der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin - Niederländische Meister des 17. Jahrhunderts.

SØR Inhaber und Kunstsammler Thomas Rusche erläutert den Gästen das Fundament der der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin – Niederländische Meister des 17. Jahrhunderts.

Die Experten im Gespräch: Christiane Gräfin zu Rantzau (Chairman Christie's Germany), Prof. Dr. Franz-Wilhelm Kaiser (Direktor des Bucerius Kunstforums) und Thomas Rusche, diskutieren über die Entwicklung des Kunstmarktes im 21. Jahrhundert.

Die Experten im Gespräch: Christiane Gräfin zu Rantzau (Chairman Christie’s Germany), Prof. Dr. Franz-Wilhelm Kaiser (Direktor des Bucerius Kunstforums) und Thomas Rusche, diskutieren über die Entwicklung des Kunstmarktes im 21. Jahrhundert.

Die ca. 50 Gäste  waren ein interessiertes Publikum bestehend aus SØR Kunden und Kunstliebhabern.

Die ca. 50 Gäste waren ein interessiertes Publikum, bestehend aus SØR Kunden und Kunstliebhabern.

Geradezu energetisch erzählte Christie's Chairman  Christiane Gräfin zu Rantzau von den kommenden Highlights des großen Auktionshauses.

Geradezu energetisch erzählte Christie’s Chairman Christiane Gräfin zu Rantzau von den kommenden Highlights des großen Auktionshauses.

Frau Reit und ihr Team vom SØR Store Neuer Wall versorgten die Gäste mit köstlichen Drinks und Fingerfood.

Frau Reit (rechts) und ihr Team vom SØR Store Neuer Wall versorgten die Gäste mit köstlichen Drinks und Fingerfood.

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Thomas Rusche empfiehlt – Die SØR Woman Highlights für den Winter

Seit 120 Jahren verbindet SØR die Mode mit der Kunst! Pullover von Herzensangelegenheit, Strickjacke von Herzensangelegenheit, Hose von Seductive, Tasche von Abro, Blusen von Herzensangelegenheit, Schalo von 813 Ottotredici , Mützen von Yippie Hippie. Foto, Lars Beusker

Seit 120 Jahren verbindet SØR die Mode mit der Kunst! Pullover von Herzensangelegenheit, Strickjacke von Herzensangelegenheit, Hose von Seductive, Tasche von Abro, Blusen von Herzensangelegenheit, Schalo von 813 Ottotredici , Mützen von Yippie Hippie. Foto, Lars Beusker

Wir feiern 120 Jahre Kunst und Mode. Warum? Weil bereits 1897 der erste Grundstein unseres Unternehmens gelegt wurde und seitdem Kunstgenuss und Sammlertätigkeit zum SØR-Kosmos gehören – von Alten Meistern bis zur Gegenwartsmalerei. Diese prägenden Strömungen spiegeln sich auch in den SØR-Kollektionen wieder: Barock & Pop heißt das Motto der Winter-Saison!

Steffen Schraut verbindet in diesem Entwurf den angesagten 60ies Style mit schlichter Eleganz. Einen besonderen Pfiff verleihen diesem wunderbaren Piece der mit Strasssteinen besetzte abnehmbare Kragen und die Manschetten. Mit einer blauen Seidenbluse im Viktorianischen Look drunter, erlangt man tagsüber einen schicken Business-Style. Am Abend verwandelt sich das Kleid, dank des glamourösen Umlege-Kragens, in ein perfektes Party-Outfit. Kleid und Seidenbluse von Steffen Schraut. Foto Lars Beusker

Steffen Schraut verbindet in diesem Entwurf den angesagten 60ies Style mit schlichter Eleganz. Einen besonderen Pfiff verleihen diesem wunderbaren Piece der mit Strasssteinen besetzte abnehmbare Kragen und die Manschetten. Mit einer blauen Seidenbluse im Viktorianischen Look drunter, erlangt man tagsüber einen schicken Business-Style. Am Abend verwandelt sich das Kleid, dank des glamourösen Umlege-Kragens, in ein perfektes Party-Outfit. Kleid und Seidenbluse von Steffen Schraut. Foto Lars Beusker

Die Achtziger sind zurück! Aber keine Sorge. Wir lassen nur die geschmackvollen Highlights dieser exzentrischen Dekade aufleben: mit unbeschwerter Disco-Attitude tanzen sich farbenfrohe Ringel, grafische Retro-Muster und Weltall-Prints in Ihren Kleiderschrank. Let’s Party!

Ein Muster kommt selten allein! Bunte Sterne und wilde Paisleys blitzen jetzt gemeinsam unter Mänteln hervor. Witzige Mützen setzen coole Akzente. Hose von Cambio Code: 717406, Pullover von Frogbox Web-Code: 717207, SØR Bluse, Web-Code: 717329, Mantel, Schneiders, Mütze von Yippie Hippie, Web-Code:717248

Ein Muster kommt selten allein! Bunte Sterne und wilde Paisleys blitzen jetzt gemeinsam unter Mänteln hervor. Witzige Mützen setzen coole Akzente. Hose von Cambio, Pullover von Frogbox, SØR Bluse, Mantel, Schneiders, Mütze von Yippie Hippie. Foto Lars Beusker

Herzen, rote Kussmünder, erblühte Rosen: Symbole der Liebe sind in diesem Winter fester Bestandteil im Repertoire internationaler Designer. Mit fantasievollen Kreationen feiern High-End-Labels wie SØR, Cambio, Il mondo è mio das schönste aller Gefühle. Auf femininen Blusen, feinsten Fulards, Cardigans und Hosen spiegeln signalrote Akzente unsere romantische Ader wieder. Dazu spenden ultrasofte, schmeichelnde Materialien wie feinstes Kaschmir, Merino, Seide und fließende Viskose Behaglichkeit, Sicherheit und Zuversicht. Gerade, wenn sich das Tageslicht schon am späten Nachmittag verabschiedet, stillen die herzerwärmenden Looks unser Liebesbedürfnis.

Elegante Bluse in Tunika-Passform mit Schluppe für Damen der Marke SØR. Der stylische Alloverprint mit den roten Kussmündern macht die Bluse zu einem echtem Hingucker und passt super zu unifarbenen Stoffhosen oder Röcken. Außergewöhlicher, dezenter Glanz macht Seide zu einem luxuriösen, leger fallendem Stoff, der den Wert und die Beständigkeit dieser Bluse ausmacht. Foto, Lars Beusker

Elegante Bluse in Tunika-Passform mit Schluppe für Damen der Marke SØR. Der stylische Alloverprint mit den roten Kussmündern macht die Bluse zu einem echtem Hingucker und passt super zu unifarbenen Stoffhosen oder Röcken. Außergewöhlicher, dezenter Glanz macht Seide zu einem luxuriösen, leger fallendem Stoff, der den Wert und die Beständigkeit dieser Bluse ausmacht. Foto, Lars Beusker

Sportliche Steg-Hosen zum eleganten Abendmantel? Athleisure und Luxus sind das schönste Mode-Duo der Saison. Mit dynamischen Streifen und üppigen Volants, bequemem Jersey und edlem Bouclé geht’s geradewegs rauf aufs Siegertreppchen!

Das Modestatement der Saison: Athleisure Chic! Hose von Cambio, Tasche von Abro, Gehrock von SØR, Blusen von van Laack und Le Sarte Pettegole. Foto, Lars Beusker

Das Modestatement der Saison: Athleisure Chic!
Hose von Cambio, Tasche von Abro, Gehrock von SØR, Blusen von van Laack und Le Sarte Pettegole. Foto, Lars Beusker

Großartige Handwerklichkeit, von traditionsreichen Marken über Generationen bewahrt, trifft auf junge, innovative Labels. Das Achtziger-Revival macht die dunkle Jahreszeit bunter. Jeans mit Patches, Slogan-Shirts und Herz-Symbole feiern ein Comeback. Athleisure-Wear frischt Abendmode auf. Starke Statements sind Trend – vom schicken Uniform-Look bis zu Rosen auf Samt und Jersey. Die Mode bleibt wertig und zeigt dabei ihre neuen unkonventionellen Seiten. Wir finden: der perfekte Mix! 

Thomas Rusche wünscht Ihnen einen stilvollen Winter und eine behagliche Vorweihnachtszeit! Foto, Lars Beusker

Thomas Rusche wünscht Ihnen einen stilvollen Winter und eine behagliche Vorweihnachtszeit! Foto, Lars Beusker

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100 Meisterwerke – Teil 14: James Lloyd & David Teniers d. J.

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Teniers d. J., David, Susanna und die beiden Alten (Dan. 13) nach Guido Reni, um 1655-1660 17,5 x 23 cm, Öl auf Holz

Die Geschichte aus dem apokryphen Buch Daniel gilt in der Justizwissenschaft noch heute als ein Paradebeispiel für die Effizienz der getrennten Zeugenbefragung. Susanna, eine ebenso schöne wie gottesfürchtige junge Frau, gerät ins Blickfeld zweier alter Männer, die täglich im Hause ihres Ehemannes Joachim verkehren. Zu Beginn noch zurückhaltend und sich mit der Betrachtung der anmutigen Weiblichkeit begnügend, wächst beider Verlangen, sich Susanna auch physisch zu nähern. Eines Tages scheint die Gelegenheit günstig: Aufgrund der Hitze des Tages beschließt Susanna, im weitläufigen Garten ihres Anwesens ein Bad zu nehmen. Zu diesem Zwecke schickt sie ihre Dienerinnen, die sie gewöhnlich aus Schicklichkeitsgründen begleiten, ins Haus, um die benötigten Badeutensilien zu holen und die Gartenpforte zu verriegeln. 

Die beiden Alten halten sich versteckt, bis Susanna alleine ist. Sie nähern sich ihr, bedrängen die durch ihre Nacktheit Hilflose und drohen, falls sie ihnen nicht zu Willen sei, ihr öffentlich Ehebruch mit einem jungen Mann anzulasten. Susanna jedoch lässt sich nicht einschüchtern, schreit vielmehr aus Leibeskräften. Die beiden Männer machen nun ihre Drohung wahr und bezichtigen die junge Frau des Ehebruchs, auf den die Todesstrafe steht. Daniel, Zeuge dieses Geschehens, fordert vor der Vollstreckung des Urteils eine getrennte Zeugenbefragung der Ankläger. Auf die Frage hin, unter welchem Baum denn Susanna ihren jungen Liebhaber empfangen hätte, antworte der eine, dass dies unter einer Zeder geschehen sei, der andere jedoch, dass es eine Eiche gewesen sei. Der Beweis war erbracht, dass die Frau zu Unrecht beschuldigt worden war. Das ursprünglich für Susanna gesprochene Urteil erwartete nun ihre Widersacher. 

(Daniel 13,1-64)

Selten hat ein apokrypher Stoff die Maler aller Epochen so intensiv beschäftigt wie diese Geschichte. Sicher liegt einer der Gründe in der zwingenden Notwendigkeit, unverhohlen nackte weibliche Schönheit abzubilden, um dem Inhalt der Erzählung gerecht werden zu können. Für die feinen Nuancen der an unterschiedlichen menschlichen Regungen reichen Erzählung hatten aber anscheinend die Künstler des Barock ein besonderes Faible. Während die Susanna Antonis van Dycks in ihrem zornigen Ingrimm ihren Peinigern in nichts nachsteht und sich tatkräftig wehrt, schuf beispielsweise Rembrandt ein Bild von subtiler Stille. Lediglich ein leises Rascheln der Blätter, verursacht von den beiden lauernden, noch versteckten Männern, lässt seiner aufhorchenden Susanna den ersten Schauer einer für sie noch nicht bestimmbaren Gefahr über den weißen Rücken jagen.

David Teniers d. J. ist mit der um das Jahr 1640 entstandenen Ölskizze „Susanna und die beiden Alten,“ die sich wiederum an einem heute verschollenen Werk des römischen Barockmalers Guido Reni orientiert, also in bester Gesellschaft. Teniers d. J., der neben Rubens, van Dyck und Jordaens berühmteste Maler des flämischen Barock, zeigt Susanna in der denkbar prekärsten Lage: Völlig entkleidet steht sie mit einem Fuß bereits im Bassin, das rechts von einem fratzenähnlichen Wasserspeier gefüllt wird. Die natürliche Bewegungsrichtung, um sich nun gänzlich ins kühle Nass zu begeben, wurde abrupt durch das massive Eindringen der beiden Männer in diese intime Sphäre unterbrochen und in die andere Richtung umgelenkt. Statt den anderen Fuß ebenfalls ins Wasser zu setzen, hat sie diesen nun auf die kleine Stufe am Beckenrand gestellt. Um gänzlich wieder aus dem Wasser zu steigen, fehlt es jedoch an Platz. Ein weiteres Hindernis stellt die halbrunde Balustrade dar, gegen die Susanna drängt. Sie bietet zwar den einzig verbliebenen Schutz vor einem physischen Zusammentreffen mit den Männern, ist aber zugleich auch eine Fluchtbarriere. Die Lage ist aussichtlos.

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Teniers d. J., David, Susanna und die beiden Alten (Dan. 13) nach Guido Reni (Detail), um 1655-1660 17,5 x 23 cm, Öl auf Holz

Aufdringlich in Gestik und Mimik sind die beiden Alten ihr bereits viel zu nahe gerückt. Während sich der Linke augenscheinlich in der Darlegung ihrer misslichen Situation gefällt, hebt der Turbanträger mit furchteinflößendem Gesicht beschwörend seinen linken Zeigefinger an den Mund, während er mit der anderen Hand das weiße Tuch festhält, mittels dessen Susanna versucht, sich zu bedecken. 

Unangenehm nah werden wir auch als Betrachter an die Szene herangeführt, so nah, dass diese sich nur ausschnitthaft darstellt: Vom Wasserbassin, dem rahmenden Springbrunnen und der am linken Bildrand abgelegten, kostbaren Kleidung ist nur ein Teil zu sehen. 

Im Hintergrund befindet sich, teilweise nur skizzenhaft ausgearbeitet, ein verschatteter Baumbestand, der durch sein dunkles Kolorit vornehmlich als kontrastreiche Folie für den dramatischen Vordergrund dient: Weiß ist das Tuch, mit dem die unschuldige Susanna sich zu bedecken müht. Weiß mit einem leicht goldenen Schimmer leuchtet das  sich an die schönlinigen Kurven des entkleideten Körpers anschmiegende Inkarnat auf. Kleider von sattgelber Farbe? liegen am Beckenrand. In dunkleres Gelb und Rot sind die beiden männlichen Akteure gekleidet. Neben der subtilen Verteilung des Kolorits auf die einzelnen Protagonisten wird die Dramatik der Szene gestisch noch offensichtlicher verdeutlicht: Vier Hände füllen das Zentrum der Komposition. Unbehagen empfindet der Betrachter bei der Vorstellung, an welcher Stelle sich wohl die andere Hand des in Gelb gekleideten Mannes bereits befinden mag. 

Teniers d. J. wählt in seiner Bilderzählung den offensichtlichen Höhepunkt des Geschehens. Susanna befindet sich in der ungünstigsten Lage, um sich der physischen Nachstellungen der beiden Männer zu erwehren. Ihr einziger Ausweg ist in dem Gemälde bereits enthalten. Die Augen erschrocken und weit aufgerissen auf die Männer gerichtet, hat sie den Mund zum Schreien geöffnet, um damit die von den zwei Alten angestrebte Heimlichkeit zunichte zu machen und einer Vergewaltigung zu entgehen. 

Moralisch unangetastet wird Susanna letztendlich aus dieser Geschichte hervorgehen. Kein noch so kleiner Makel bleibt laut der apokryphen Geschichte an ihr haften. Vermutlich war es auch der Zurückgezogenheit des Schauplatzes geschuldet, dass Susanna frei von Anschuldigungen blieb. Wo, wenn nicht in der Privatheit des eigenen Gartens oder der eigenen vier Wände sollte man sich unbefangen geben dürfen?

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Lloyd, James Large Nude 61 x 122 cm

Die Frau in James Lloyds querformatigem Gemälde „Large Nude (Aurore)“ tut das. Sie gibt sich, wie sie ist. Nichts scheint ihr ferner zu sein als sich in irgendeiner Weise mit dem Betrachter befassen zu wollen, geschweige denn sich für ihn zu positionieren. Auf einer einfachen aufklappbaren Pritsche, die lediglich mit einer sehr dünnen, blau bezogenen Matratze bedeckt ist, liegt sie völlig nackt. Ihr Kopf mit dem halblangen braunen Haar ruht auf einem ebenfalls himmelblauen, kleinen Kissen. Leicht erhöht gezeigt, wird ihr Antlitz lediglich im verlorenen Profil sichtbar. Der linke Arm ist über den Rand der Liege hinweg ausgestreckt. Das untere Bein ist leicht angewinkelt, langgestreckt darüber liegt das rechte. In einer ungewöhnlichen Draufsicht, die der niedrigen Höhe dieser Ruhestatt geschuldet ist, schauen wir auf die nackte Rückansicht der Frau. 

Unspektakulär erscheint der Raum, in dem sie sich befindet. Der Boden besteht aus groben Holzdielen mit verblassten Farbspritzern. Darüber läuft ein Kabel bis zu einer Steckdose. Vermutlich ist es das Atelier des Künstlers, in dem provisorisch ein kleines Bett aufgestellt wurde, um sich bei zu langen Arbeitssitzungen etwas ausruhen zu können. 

Anders als in vielen anderen Gemälden des Künstlers, in denen die Modelle mit dem Betrachter kommunizieren, hat sich die Frau von diesem abgewandt und zur Seite gerollt. Auch wenn wir einen kleinen Teil ihres Gesichtes erkennen können, bleibt es ungewiss, ob sie wach ist oder schläft. Entspannt wirkt ihr Körper, unprätentiös in seiner ausgestreckten Langeweile, die formatfüllend ist. Auf eine sehr beiläufige, fast irrelevante Weise nur wirkt er erotisch. Vielleicht ist es die Perspektive, die diesen Eindruck hervorruft, vielleicht ist es ein kleines Detail, wie die nackten Fußsohlen –  Körperteile, die für gewöhnlich auch bei Aktdarstellungen unsichtbar bleiben. Es ist ein vertrauter Blick, der auf diesem Körper ruht, ein Blick, der diesen Körper nicht zum ersten Mal sieht, und dies überträgt sich auf den Betrachter. Normalerweise erwecken Rückansichten Neugier und Begehren, auch die Vorderseite zu erblicken. In diesem Fall jedoch wirkt die Szene so selbstverständlich, dass dies ausbleibt. Und so kann diese Frau ihrem Betrachter vertrauen, sogar so sehr, dass sie ihm den Rücken zuwendet.

Wenig haben die beiden besprochenen Frauenakte aus dem 17. und dem 21. Jahrhundert gemein. Susanna kämpft einen physisch aussichtlosen Kampf um ein Stückchen sie bedeckenden Stoffes und damit ihre Selbstbestimmtheit. Nur aufgrund der Annahme, sich in einem geschützten, weil privaten Raum zu befinden, hat sie sich entkleidet. Wehr- und hilflos macht sie dieser Zustand des Ausgezogenseins, der durch ihre abgelegten Kleider am Bildrand unterstrichen wird. 

Aurore hingegen hat vermutlich seit Stunden keine getragen, zumindest finden wir keinen Verweis innerhalb des Bildes oder Spuren davon auf ihrer Haut. Ihre Nacktheit wirkt in dieser Räumlichkeit völlig natürlich. Sie verlangt nach nichts. Unaufgeregt erscheint ihre bequeme Position auf der Liege, die den Eindruck erweckt, als würde die Zeit still stehen – wie eine Pause von unbestimmter Dauer – ein Dazwischen, das jedoch keinen Verweis auf das Vergangene oder Kommende liefert. Hochdramatisch hingegen inszeniert der Barockmaler den Höhepunkt der Geschichte, in dem er exakt den Moment der Entscheidung Susannas, sich dem Willen der Männer zu widersetzen, dem Betrachter vor Augen führt. 

Seit jeher zieht weibliche Nacktheit Blicke auf sich. Schon immer weckte weibliche Nacktheit Begehren. Der grundlegende Unterschied dieser beiden Bilder ist die Tatsache, ob diese weibliche Nacktheit den Blicken des Betrachters freiwillig preisgegeben wird oder nicht. 

Dr. Teresa Bischoff, Kunsthistorikerin, ist in der Welt der Alten Meister ebenso zu Hause wie in der zeitgenössischen Kunst. Studium der Kunstgeschichte, Literatur und Geschichte an der Universität Erlangen und der Università La Sapienza Rom. Studienaufenthalte in Basel zu Emilie Linder und Paris zur Ikonologie des Louvre. Lehre an der Universität Erlangen und Hochschule Ansbach. Wissenschaftliche Assistentin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Forschungsprojekt zur deutschen Figurenmalerei des 21. Jahrhunderts. Kuratorin der Ausstellung “Gute Kunst? Wollen!” http://www.mmkoehnverlag.de/gute-kunst-wollen-eine-kritische-untersuchung-der-sor-rusche-sammlung-oeldeberlin/

Dr. Teresa Bischoff, Kunsthistorikerin, ist in der Welt der Alten Meister ebenso zu Hause wie in der zeitgenössischen Kunst. Studium der Kunstgeschichte, Literatur und Geschichte an der Universität Erlangen und der Università La Sapienza Rom. Studienaufenthalte in Basel zu Emilie Linder und Paris zur Ikonologie des Louvre. Lehre an der Universität Erlangen und Hochschule Ansbach. Wissenschaftliche Assistentin an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Forschungsprojekt zur deutschen Figurenmalerei des 21. Jahrhunderts. Kuratorin der Ausstellung “Gute Kunst? Wollen!” http://www.mmkoehnverlag.de/gute-kunst-wollen-eine-kritische-untersuchung-der-sor-rusche-sammlung-oeldeberlin/

Lit.: Hans-Joachim Raupp (Hrsg.): Historien und Allegorien. Niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts der SØR Rusche Sammlung. Münster 2010. S. 388-392.

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