Archive for März, 2015

Kunst und Mode – das passt! Thomas Rusche trifft den Künstler Christian Achenbach für das neue SØR Journal

SØR Fotoshooting im Berliner Atelier des Künstler Christian Achenbach photo by SØR
SØR Fotoshooting im Berliner Atelier des Künstler Christian Achenbach photo by SØR

SØR Fotoshooting im Berliner Atelier des Künstler Christian Achenbach photo by SØR

Schon als Teenager fasste Christian Achenbach den Entschluss, Künstler zu werden – 1978, gut 400 Jahre nach Peter Paul Rubens (1577-1640); ebenfalls in Siegen geboren, verbrachte er dort seine Kindheit und widmete sich schon früh der Musik und Lyrik. Seinen formvollendeten Ausdruck hat er schließlich in der Malerei gefunden, seine künstlerische Heimat ist Berlin. Dort studierte er an der Universität der bildenden Künste bei Daniel Richter und Burkhardt Held und wurde Meisterschüler von Anselm Reyle. Sein unverwechselbarer Stil sorgte schon früh für Furore und weckte das Interesse von Sammlern und Kuratoren. Der 36-Jährige wird heute von namhaften deutschen und internationalen Galerien vertreten. Seine Werke wurden bereits in musealen Einzelausstellungen präsentiert und finden sich auch in der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin.

Thomas Rusche im Interview mit Christian Achenbach Photo by Lars Beusker

Thomas Rusche im Interview mit Christian Achenbach Photo by Lars Beusker

TR: Du hast den Ruf, Musik malen zu können. Verrate uns doch, wie du die Leinwand zum Klingen bringst?

CA: Es liegt für mich in der Natur des Mediums, dass beim Bildermalen eine Art Klang erzeugt wird. Das Empfinden von Klang entsteht ja durch das Zusammenspiel von Tönen. In der Musiktheorie spricht man von einem Klang, wenn mehrere Töne in einem harmonischen Verhältnis simultan zueinander auftreten. Auch ein disharmonisches Zusammenspiel erzeugt natürlich einen Klang. Malerei als Möglichkeit, Klang zu visualisieren, hat mich schon immer interessiert.

Hier spielt die Musik - Instrumenten-Ecke im Atelier des Künstlers Christian Achenbach Photo by Lars Beusker

Instrumenten-Ecke im Atelier des Künstlers Christian Achenbach Photo by Lars Beusker

TR: Du bist selbst auch Musiker, interessierst dich für Punk und Jazzmusik. Und gerade der Jazz ist eine Richtung, die viel Raum für Improvisation lässt. Improvisierst du auch in deiner Malerei?

CA: Improvisation hat untrennbar mit Zeit zu tun. Sie passiert schnell, intuitiv, ohne Möglichkeit, bewusst zu denken, sondern ruft abgespeicherte Erfahrungen ab. Wenn wir von Jazz reden wollen, wäre es undenkbar, dass ein Musiker seine Band stoppt und sagt »Moment mal, Pause, ich möchte überlegen, was ich jetzt spiele …«. Beim Malen dagegen habe ich alle Zeit der Welt. Klar gibt es da auch Momente, wo ich schnell arbeite und intuitive Entscheidungen treffe. Aber eben auch viele, in denen man das Bild ansieht und nachdenkt. Dass ein Bild am Ende immer anders aussieht, als ich es mir zu Beginn vorgestellt habe, ist dabei normal. Diesen Prozess verstehe ich aber nicht als Improvisation.

Der Sammler Thomas Rusche lässt sich die neuen Arbeiten dees Künstlers zeigen Photo by Lars Beusker

Der Sammler Thomas Rusche lässt sich die neuen Arbeiten des Künstlers zeigen Photo by Lars Beusker

TR: Ist für dich dabei der Arbeitsprozess oder das Ergebnis entscheidend?

CA: Das Resultat ist das Entscheidende. Ich bin davon überzeugt, dass man jedes Sujet erfolgreich bearbeiten oder gegen die Wand fahren kann.

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Inspiration is everywhere – Stillleben im Atelier des Künstlers Achenbach Photo by Lars Beusker

TR: Deine Bilder haben eine sehr ausgeprägte Dynamik, verzaubern durch mutige Farbigkeit und wollen sich keinem Genre zuordnen. Dennoch lässt du die klassischen Elemente der Malerei, wie geometrische Grundformen, die Raumillusion und die Figuration, nicht außer Acht, oder?

CA: Es gibt in der Malerei einfach einen unglaublichen Erfahrungsschatz, in dem sich gezeigt hat, dass bestimmte Regeln maßgeblich dafür verantwortlich sind, ob ein Bild funktioniert oder nicht: Komposition, Gewichte im Bild, Kontrast etc. Diese außer Acht zu lassen, wäre wie ein Haus bauen, aber das Fundament weglassen. Wenn das Fundament da ist, kann man alles Mögliche darauf bauen…

Christian Achenbachs Bild »Lille Pige ved vinduet«, 2013, Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, ziert das aktuelle Cover des SØR Magazins Photo by SØR

Christian Achenbachs Bild »Lille Pige ved vinduet«, 2013,
Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, SØR Rusche Sammlung
Oelde/Berlin, ziert das aktuelle Cover des SØR Magazins Photo by SØR

TR: Könntest du dir vorstellen, monochrom zu malen?

CA: Vorstellen könnte ich es mir natürlich schon, aber es entspricht im Moment nicht wirklich meiner Arbeitsweise. Farbe spielt schon eine wichtige Rolle in meiner Arbeit, auch wenn ich immer wieder mal ein schwarzweißes Bild male. Über die Farbe steuert man schon sehr viel. Es entwickelt sich eigene Farbigkeit, die sich natürlich auch aus dem speist, was uns heute umgibt. Bei meinen Skulpturen spielt Farbe eine besonders große Rolle, weil sie in der Form reduzierter sind als die Malerei.

Das geräumige Atelier in Berlin bietet dem Künstler Christian Achenbach viel Platz zur Entfaltung Photo by Lars Beusker

Das geräumige Atelier i Berlin bietet dem Künstler Christian Achenbach viel Platz zur Entfaltung Photo by Lars Beusker

TR: Was ist für dich das Wesentliche am Künstlerleben?

CA: Ich empfinde es als großes Privileg, meine Zeit selbst verwalten zu können. Daraus resultiert natürlich auch die Verantwortung dafür, diese sinnvoll zu nutzen. Ich liebe die Uneingeschränktheit und die Flexibilität, die mein Job mit sich bringt, und das Umfeld, in dem ich arbeite, meine Ateliernachbarn. Und andere Menschen, die man trifft. Ich glaube, es gibt keinen Beruf, in dem man so gesellschaftliche Schichten crosst und so viele unterschiedliche interessante Leute kennenlernt.

TR: Wir sind uns schon vor Jahren zum ersten Mal begegnet, und ich freue mich, dass du der SØR Rusche Sammlung zahlreiche deiner Werke anvertraut hast. Wie wichtig ist dir als Künstler eine persönliche Beziehung zum Sammler?

CA: Weißt du, Thomas, wie gern ich an die vielen guten Abende zurückdenke, die wir gemeinsam erlebt haben? Du schaffst und forcierst es, unterschiedlichste Leute zusammenzubringen. Das ist so relativ einzigartig: ein Sammler, der nicht nur Kunst kauft, sondern das Zusammentreffen von Menschen als kulturelles Statement und Auftrag sieht.

TR: Das Fundament der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin besteht aus Niederländischen Meistern des 17. Jahrhunderts. Was denkst du, warum deine Arbeiten gut dazu funktionieren?

CA: Also ganz formal gesehen gibt es da z.B. einen Bezug, weil ich eine ganze Reihe von Blumenstillleben gemalt habe, die von niederländischen Meistern natürlich auch behandelt wurden. Der Anlass dafür war für mich aber weniger der, dass ich großer Botanik-Fan wäre, sondern eher, dass ich mir beweisen wollte, dass man aus jedem Motiv ein gutes Bild machen und seine eigene Bildsprache einsetzen kann.

Christian Achenbach im klassischen SØR Look. Auch privat bevorzugt der Künstler  Kleidung von hoher Qualität und klassischem Design Photo by Lars Beusker

Christian Achenbach im klassischen SØR Look. Auch privat bevorzugt der Künstler Kleidung von hoher Qualität und klassischem Design Photo by Lars Beusker

TR: Neben der Malerei und deinen Skulpturen interessierst du dich auch für Mode und Kostüme.

CA: Ja. Meine Freundin hat Modedesign studiert, schon allein deshalb habe ich viel über Mode und deren Entstehung mitbekommen, und in unserer Bibliothek gibt es neben Kunst eben auch etliches über Bekleidung. Besonders Theater-Kostüme zur Zeit der Moderne faszinieren mich sehr. Oskar Schlemmers Triadisches Ballett, Kasimir Malevitchs Bühnenstücke oder die Kostüme der ,,Ballets Russes” – da wurde die Formensprache der künstlerischen Avantgarde auf Bekleidung übertragen, erstmal ohne Berücksichtigung von Funktionalität. Heraus kam dabei so eine Art abstrakter Bilder auf Beinen oder gleich bewegte abstrakte Bilder. Sonia Delaunay hatte wiederum als eine der ersten die abstrakte Formensprache auf die Stoffe ihrer Kreationen übertragen, die für den Alltag bestimmt waren. Dann gibt`s natürlich in der jüngeren Modegeschichte Designer wie Alexander McQueen, Hussein Chalayan oder Issey Miyake, die in meinen Augen einfach große Künstler sind.

Das Outfit bildet ohne Krawatte einen casual Look Photo by Lars Beusker

Das Outfit bildet ohne Krawatte einen casual Look Photo by Lars Beusker

TR: Wie wichtig ist für dich die Mode und der Kleidungsstil als persönliches Ausdrucksmittel?

CA: Ich glaube, meinen persönlichen Ausdruck suche ich eher in meinem Job als in meinem Kleidungsstil, aber die Kleidung, die ich trage, ist mir schon wichtig. Ich mag schlichte, aber hochwertige Kleidung.

TR: Wie definierst du das genau?

CA: Kleidung muss für mich nicht das Rad neu erfinden. Aber es muss einfach alles stimmen – hochwertige Materialien, eine perfekte Passform und eine exzellente Verarbeitung. Mehr braucht es für mich eigentlich nicht.

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