Archive for Dezember, 2013

Wigéns – zeitloser Chic aus dem Småland

Photo by Wigéns

Astrid Lindgren hat es mit ihren Erzählungen berühmt gemacht: das Småland in Süd-Schweden. Es gilt als eine der schönsten Regionen des Landes. Eine der wahren Geschichten, die sich dort zugetragen haben, ist die von Oscar Wigén aus dem kleinen Städtchen Tranås. 1906 fiel dem damals 26-Jährigen auf, dass die Menschen ihren Kopf zwar für so viele Dinge benutzen, mal mehr und manchmal weniger erfolgreich, ihm aber keineswegs genügend Aufmerksamkeit zollen. Um dieses Missverhältnis zu beenden und den wertvollen Kopf zu schützen und zu schmücken, erwarb er eine kleine Manufaktur zur Herstellung von Herren- und Damenhüten. Der junge gesch.ftstüchtige Unternehmer beherrschte das Handwerk wie kaum ein anderer und so erlangte seine Firma schnell große Popularität. Schon bald wurde auch das schwedische Königshaus auf die hochwertigen Mützen, Hüte und Kappen aufmerksam und ernannte Oscar Wigén zu seinem Hoflieferanten.

Oscar Wigéns, Photo by Wigéns

Die Wigéns Manufaktur in Tranås um 1910, Photo by Wigéns

Heute, mehr als ein Jahrhundert später, ist Wigéns ein international angesehenes und erfolgreiches Unternehmen, mit einem beachtlichen Jahresumsatz von 42 Millionen Schwedischen Kronen. Nach wie vor befindet sich der Hauptsitz des Unternehmens in dem idyllischen Städtchen Tranås. 14 Mitarbeiter sind dort für Design, Ein- und Verkauf sowie für die Verwaltung zuständig. Die Produktion findet in einer Manufaktur in Estland statt. Dort sorgen 45 Damen an ihren Nähmaschinen und Zuschneidetischen mit viel Liebe zum Detail dafür, dass 220.000 hochwertige Kopfbedeckungen pro Jahr zum unverzichtbaren, modischen und funktionalen Accessoire der Wigéns-Kunden werden können.

Von Schiebermützen und Mauerseglern Viele der Wigéns-Modelle zeichnen sich durch zeitlosen Chic aus und gehören seit über 100 Jahren zum festen Repertoire des Unternehmens: Dazu gehören lässige Schiebermützen, Strohhüte, Mauersegler, Pilotenmützen, Wollfilzhüte und die traditionellen weißen Schirmmützen, welche die schwedischen Abiturienten bei ihrer festlichen Abschlussfeier tragen. Doch neben ihrem Sinn für Tradition sind die Schweden auch bekannt für ein ausgeprägtes Modefaible. Deswegen legt der Geschäftsführer Jan Gustafsson, nach eigenen Angaben, gerne mal sein Ohr auf den Boden und hört genau hin, was ihm die Buschtrommeln der Fashion-Szene berichten. Und so spiegeln sich die verschiedenen neuen Trends immer auch in den Dessins der Wigéns-Kollektionen wider. Für die Wahl der Materialien steht die Qualität an oberster Stelle: Der Tweed kommt aus Irland, das Fischgrat aus Schottland und das Elchleder natürlich aus Schweden. Ist der Winter extrem kalt und hart, freut sich Jan Gustafsson. Denn den größten Absatz macht Wigéns mit seinen Wintermützen- und kappen. Die Sommerkollektionen machen gerade einmal 20 Prozent des Umsatzes aus. Die meisten Wigéns-Kunden findet man in Nordamerika, Europa und dort, wo die Winter lang und fürchterlich kalt sind. Bis vor einigen Jahren beschrieb man den typischen Kunden in etwa so: „Männer ab 40 aufwärts, die sich beruflich oder in der Freizeit häufig an der frischen Luft aufhalten.”

Tweed Schiebermütze, Photo by Wigéns Hats-Cat

Heute sieht das ganz anders aus, die Produkte sind in der Zwischenzeit beliebte Accessoires für junge modische Männer und Frauen geworden. Ein geradezu unverzichtbares Winter-Must-Have ist die Wigéns-Ohrenklappen-Mütze mit Fellbesatz. Die Mitarbeiter sind, ganz im Sinne des Gründervaters Oscar Wigén, sehr stolz darauf, dass die Handwerkskunst aus Tranås auf der ganzen Welt Köpfe schützt und schmückt. Ob Oscar Wigén Astrid Lindgren im schönen Småland über den Weg gelaufen ist, sei dahingestellt. Aber mit allergrößter Wahrscheinlichkeit war die typische, nachtblaue Schirmmütze, die der kleine Michel aus Lönneberga bei seinen Abenteuern trug, aus dem Hause Wigéns.

Fellmütze von Wigéns, Photo by SØR

Sportliche Schiebermütze von Wigéns, Photo by SØR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text by Michaela Kühn