Archive for Juli, 2013

Kleidungskultur trifft Kunst: van Laack & Andreas Blank zu Gast in der SØR Repräsentanz Berlin

Am 3. Juli 2013 hieß es wieder : “Kleidungskultur trifft Kunst” in der Repräsentanz  der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin.  Im Rahmen der Fashion Week Berlin trafen sich die Macher der Mode mit den Kunstaffinen zum regen Austausch. Die Special Guests an diesen Abend waren Christian von Daniels der Geschäftsführer des Traditionsunternehmens van Laack und der Künstler Andreas Blank.

Thomas Rusche und Max Raabe, Photo by SØR

 

Thorleif Griess-Nega (Instyle men) & Susanne Irmscher (Fraas), Photo by SØR

Christian von Daniels (van Laack), Philipp Schmal (SØR), Photo by SØRHolger Röver (van Laack), Alexander Blank (Künstler), Susanne Filter, Photo by SØR

Smokerlounge, Photo by SØR

Matthias Rollmann (Scabal), Jessica Bartling (Laco), Photo by SØR

Birgit Dieker (Künstlerin), Photo by SØR

Alexander Blank & Begleitung, Photo by SØR

Thomas Matussek & Gemahlin, Photo by SØR

Jan-Philipp Sexauer, Prof. Dr. Hans-Heinrich Küster und Christian von Daniels, Photo by SØR

Max Raabe & Stephanie von Dallwitz, Photo by SØR

Thies Wulff & Birgit Dieker, Photo by SØR

Axel Geis, Oliver Mark & Philip Grözinger, Photo by SØR

Ettore Battoli (Belstaf), Photo by SØR

Sandra Lubasch & Olivia Pflugfelder-Jünger (Liebig Berlin), Photo by SØR

 

 

Van Laack: Das königliche Hemd!

Der Klassiker – das weiße van Laack Hemd, Photo by van Laack

Erfolgreiche Kaufleute, angesehene Richter und renommierte Ärzte hatten Heinrich van Laack und seine Partner Wilhelm Schmitz und Gustav Eltschig vor Augen, als sie 1881 in Berlin an einem Konzept für ihre erste Hemden- Marke tüftelten. Ein feines Hemd für den eleganten Herrn wollten sie schneidern. Eines, das aus der Masse herausragt und sich abhebt von schnell angefertigter Fabrikware. Schließlich verriet damals die Kleidung die gesellschaftliche Position ihres Trägers. Über die Erkennungsmerkmale der Marke waren sich die Herren schnell einig: Feinste Materialien, meisterliche Verarbeitung und exklusive Schnitte. Ihre Maxime: „Die innere Einstellung bestimmt immer auch die äußere Erscheinung.“ Das Ziel war hochgesteckt, doch die Vision hatte erfolg: Schon bald ratterten die Nähmaschinen in einer Fabrik an der Greifswalderstraße. Frauen mit Hochsteckfrisur und Männer mit Schirmmützen nähten Kragen, Ärmel und Body zusammen. Die Textilien wurden schon damals aus den besten Webereien Italiens und der Schweiz geliefert. Als die Näherinnen zusätzlich mit flinken Händen auf jedes Hemd eine Krone über den van Laack-Namenszug stickten – das weltweit erste gestickte Markenzeichen – und es mit dem Slogan „Das königliche Kemd“ kombinierten, avancierte die Marke in den goldenen 1920er-Jahren zum Statussymbol. Es dauerte dann rund 50 Jahre, bis die erste Damenkollektion 1972 in die Läden kam.

van Laack Werbung von 1972, Photo by van Laack

Damals waren besonders figurbetonte Modelle mit Schleifenkragen und eingenähten Biesen en vogue. Inzwischen umfasst die detailverliebte Damenlinie Kollektionsteile vom Anzug über die Tunika bis zur Shorts. nach über 130 Jahren Firmengeschichte steht van Laack immer noch für sicheres Stilempfinden, hochwertigste Stoffe und beste Verarbeitung. Das Herz des Unternehmens ist heute ein glasummantelter Kubus in Mönchengladbach. Von hier aus dirigiert und überwacht Christian von Daniels die Designs des Kreativteams und den Expansionskurs der Marke. Gefertigt werden die hochwertigen Produkte in van-Laack-eigenen Fabriken nahezu auf der ganzen Welt.  Alle ausgestattet mit einem Trainingscenter und einem strengen Qualitäts- Management.

van Laack Kampagne 2013, Photo by van Laack

Zur Kollektion gehören mittlerweile auch Blusen und Blazer, Pullis aus Kaschmir und Merinowolle, Poloshirts aus Piqué, Rugbyshirts aus Jersey, Krawatten, Nachtwäsche und Beachwear, die den Scheichs von Dubai ebenso gefallen wie der britischen Aristokratie oder deutschen Geschäftsleuten. Die Präzisionsarbeit für ein solches Hemd beginnt im Detail: Exakt 165 Stiche umrahmen ein Knopfloch. Hindurch passt ein patentierter Drei-Loch-Knopf, geschnitten aus der Tiefseeschnecke Trochacea, jeder einzelne auf Stiel genäht. Die Kür bei allen Hemden ist der Kragen: Ob italienischer Haifischkragen, Button- down, formeller Tab-Kragen oder kleiner Kentkragen – damit er sich der Halsform optimal anschmiegt, wird er immer aus vier Teilen „aufgebaut“: aus Innen-und Außensteg sowie Ober- und Unterkragen. Das gilt natürlich besonders für eine Maßanfertigung, die immerhin aus 31 Einzelteilen besteht und für die eine Näherin im Schnitt 180 Minuten braucht.

Ein Van Laack hemd in der Produktion. Photo by Lars Beusker

Ein Van Laack hemd in der Produktion. Photo by Lars Beusker

Für die Stoffe werden nur Fasern aus reifen Baumwollblüten verwendet. Denn sie strahlen am weißesten und fühlen sich, fertig verarbeitet, griffig-seidig an. Außerdem gilt: je länger die Faser, desto feiner die Verarbeitung der Garne. Sobald die Baumwollgarne gekämmt und gesäubert sind, werden sie in verschiedensten Webungen verarbeitet. In Jacquardtechnik für florale Muster, in Zefir-Batist für Streifen-, Karo- und Paisley-Dessins, Fischgratgewebe, Flanell, Seersucker, geripptem Popeline und transparentem Voile. Ausgesucht werden die Stoffe bei den besten Tuchfabrikanten in Italien. Man sieht und fühlt es den Stoffen an. Christian von Daniels empfiehlt jedem Hemdenkunden in den Stoff hineinzugreifen und sich das haptische Erlebnis bei der Auswahl nicht entgehen zu lassen. Nicht selten erwirbt er die erste und einzige Option auf einen bestimmten Stoff. Auf diese Weise kommen van Laack-Produkte auf den weltweiten Markt, die unverwechselbar sind und bleiben.

van Laack Kampagne, Photo by van Laack

Dass sich die Marke neben all ihren neuen, trendbewussten Kreationen jedoch immer wieder auf ihre Ursprünge und somit auf den hohen Qualitätsanspruch besinnt, hätte wohl auch den Gründungsvätern gefallen, deren Schwarz-Weiß- Porträt noch heute im Büro der Geschäftsführung an die lange, erfolgreiche Unternehmensgeschichte erinnert.

Christian von Daniels Geschäftsführer der Van Laack GmbH, Photo by van Laack

Christian von Daniels erwarb 2002, dass damals etwas angestaubte Unternehmen, innerhalb von wenigen Jahren verjüngte er das Image der Marke und verdoppelte den Umsatz. Heute hat van Laack wieder den Ruf zurückerlangt, den das Unternehmen in den goldenen 1920er Jahren hatte und wird seinem Slogan ,,van Laack – das königliche Hemd” mehr als gerecht.

Herr von Daniels, was macht van Laack seit über 130 Jahren so erfolgreich?

van Laack hat vom ersten Tage bis heute den Kunden mit höchstem Anspruch an Stil, Design, Schnitt und Stoffqualität im Fokus gehabt. Edelste Materialien und Formen sollten den Kunden wie einen König, einen Chef oder Star aussehen lassen. Ziel war also von Anfang an eine “Oberschicht” zu erreichen, die bis dahin von Schneidern bedient wurde.

van Laack ist ein weltweit bekanntes Unternehmen. Wie würden Sie den typischen van Laack Kunden beschreiben?

Der van Laack Kunde möchte sich durch kompromisslose Qualität, perfekte Passformen und bedingungslose Liebe zum Detail differenzieren.

Wie finden Sie als Geschichtsträchtiges Unternehmen eine Balance zwischen Tradition und Innovation? Und wie groß ist der Einfluss von Mode und Trends in den van Laack Kollektionen?

Durch ständige Produktinnovationen, wie zum Beispiel unsere Eigenentwicklung „Natural Easy Care“, mit der wir den Tragekomfort erhöhen, und gleichzeitig den Bügelaufwand verringern, bedienen wir den Wunsch unserer Kunden nach einem grundsätzlich reinen und unverfälschten Naturprodukt.  Selbstverständlich haben aktuelle Trends einen gewissen Einfluss auf unsere Kollektionen, unser Ziel ist es jedoch immer mit unseren eigenen Kreationen Maßstäbe in den Kategorien Hemd und Bluse zu setzen.

Immer mehr junge Menschen entdecken die Kleidungskultur für sich – man kleidet wieder gerne stilvoll. Was glauben Sie woran das liegt?

Jahrelang konnte die Mode nicht genug nach “used” und “vintage” aussehen. Ein Trend, der aus der Jugend kommend, zunehmend von der älteren Generation aufgegriffen und gelebt wurde. Da ist es für die Jugend an der Zeit, sich davon wieder zu distanzieren. Als Gegenbewegung gewinnt die Renaissance der gepflegten Kleidungskultur an Dynamik.

Ein weiteres Thema, welches immer mehr an Popularität gewinnt sind Maßhemden. Wobei van Laack in diesem Segment schon immer federführend war, richtig?

Nicht zuletzt das Internet gibt dem Verbraucher das Gefühl “ich kann Alles bekommen, irgendwo auf der Welt…”. Das Masshemd mit dem Anspruch höchsten Anforderungen an die Individualität des Produkts zu genügen, bedient diesen Markt perfekt.

Als weltweit größter Anbieter von Masshemden im Luxussegment, beobachten wir hier seit Jahren ein stark steigendes Interesse.

Was denken Sie sind die ausschlaggebenden Kleidungsstücke einer gelungenen Business Garderobe für den Herrn?

Ein perfekt sitzendes Hemd und der richtige Schuh.

Welches ist Ihr persönlicher Favorit der aktuellen van Laack Kollektion?

van Laack Handmade.

 

 

Text von Camilla Peus

Interview führte Michaela Kühn

https://shop.soer-online.de

http://www.vanlaack.com/

http://www.beusker.com/