Archive for Februar, 2012

Spuren der Vergangenheit: Barbour rockt! Ein Interview mit Jens Bakker

Barbour International Jacket, 2012, Photo by Barbour

Kräftiges Lime-Green, knalliges Lollipop-Pink oder leuchtendes Palatinate-Blue – eine Farbpalette die man nicht auf den ersten Blick mit dem britischen Label Barbour in Verbindung bringt. Dort wo der typische englische Country-Style schon seit einigen Jahren eine Renaissance erfährt, geht Barbour noch einen Schritt weiter und transformiert diesen Look. Die Traditionsmarke hat erkannt, dass junge Urban-Hunter sich in ihrem Revier nicht tarnen möchten, ganz im Gegenteil, ihre Trophäe ist die Aufmerksamkeit und Resonanz die ihrem Stil entgegengebracht wird. Der Gegenentwurf zum Farb-Spektakel ist der Vintage-Look. Die beliebte Patina, die eine Barbour Beaufort erst nach mehrjährigem Tragen erhält, ist zum Beispiel bei dem Vintage-Cape oder dem Duralinen Force Parka direkt mit eingearbeitet. Preppy-Look, Vintage-Style oder Glamour-Collection, das alles hört sich für den traditionellen Barbour Fan erst einmal gewöhnungsbedürftig an, dabei schöpft Barbour einfach nur weiter aus der knapp 120jährigen Unternehmens-Geschichte. Und Tradition kann manchmal ganz schön rocken!

Herr Bakker, wie würden Sie das Lebensgefühl beschreiben, welches die Marke Barbour vermittelt?

Unsere Marke steht in erster Linie für den britischen Lifestyle und die britische Countryside. Zudem wird Barbour immer wieder mit Attributen wie Langlebigkeit, Stilbewusstsein, Beständigkeit, Authentizität und Tradition assoziiert.

Jens Bakker Geschäftsführer Barbour (Europe) Limited, Photo by Barbour

Wenn Sie die Entwicklung der letzten Jahre rückblickend betrachten, wie hat sich der Stellenwert von Barbour, gerade bei jüngeren Käufern zum Positiven verändert?

Barbour-Produkte werden in letzter Zeit immer häufiger von jüngeren Käufern entdeckt bzw. wiederentdeckt. Besonders im Mutterland Großbritannien hat unser Label in den vergangenen zwei, drei Jahren eine wahre Renaissance erlebt. Neben den loyalen Barbour-Kunden kommen immer häufiger auch jüngere Käufer in unsere Stores. Nicht selten hören wir Geschichten von jungen Leuten, die ihren Eltern die 20 Jahre alte Barbour-Wachsjacke aus dem Kleiderschrank stibitzen. Einer solchen Jacke sieht man ihre Geschichte an, sie ist immer modern, authentisch und damit „cool“.

Alexa Chung Photo by Snapfashion

Und wenn dann noch ein It Girl wie Alexa Chung auf Glastonbury Festival in der Beaufort, Noel Gallagher von Oasis in der International Jacket oder noch weitergehend, Kate und William im kompletten Babour Look beim Strand spazieren gehend gesichtet werden, dann sind das doch bestimmt Faktoren die eine positive Resonanz hervorrufen?

Natürlich haben Persönlichkeiten, die häufig in der Presse erscheinen, einen gewissen Einfluss auf den Kunden und vor allem auf den jüngeren Käufer. Als diverse Sänger bzw. Bands auf dem Glastonbury Festival vor fünf, sechs Jahren in Barbour-Jacken auftraten, hatte das schon einen gewissen Einfluss auf die Marke – ohne dass wir das in irgendeiner Form forciert haben.

 

Die aktuelle Sommerkollektion besticht durch knallige Farben und einer großen Frische oder durch einen sehr schönen Vintage Style, wie zum Beispiel das Vintage Cape, wovon ist diese Kollektion beeinflusst?

Unsere wichtigste Inspirationsquelle ist und wird immer unser eigenes Archiv sein. Seit 1894 stellen wir Bekleidung her – anfangs für Seeleute und Hafenarbeiter, für Motorradfahrer und das britische Militär, später für Menschen, die berufs- oder freizeitbedingt robuste Outdoor-Bekleidung tragen. Jede Kollektion weist „Spuren“ aus unserer Vergangenheit auf – sei es durch Details wie die Sturmklappe am Kragen, die geräumigen Fronttaschen, das Patch für den Anglerhaken oder das robuste, wetterfeste Material. Gewachste Baumwolle kommt nach wie vor zum Einsatz – inzwischen auch vorgewaschen wie bei dem Vintage Cape. Natürlich gibt auch die jeweilige Saison der Kollektion Impulse – sei es bei den Farben oder bei den Materialien. Zum Frühjahr/Sommer haben wir eine breite Palette an frischen Farben im Programm und setzen eher leichte Materialien ein.

Barbour Vintage Cape, 2012, Photo by Barbour

Die Marke Barbour ist Hoflieferant des britischen Königshauses und ganz klar, international zu einem Kultlabel avanciert, wie wichtig ist es dabei der Tradition und der unvergleichlichen Qualität treu zu bleiben? 

Tradition und Qualität spielen für uns als Unternehmen mit langer Historie eine sehr wichtige Rolle. Wir haben unsere Kollektionen weiterentwickelt, dabei jedoch nicht unsere Wurzeln aus dem Auge verloren. Vieles nimmt Bezug auf die Vergangenheit, also unser Erbe bzw. „Heritage“. Sämtliche Neuentwicklungen müssen unseren Qualitätsstandards genügen, egal ob es sich dabei um ein Accessoire oder eine Jacke handelt. Nur so können wir unserem Ruf als Label, das für Qualität und Langlebigkeit steht, gerecht werden.

Was glauben Sie warum der British Style so beliebt in Deutschland ist?

Ich denke, die Deutschen haben generell eine hohe Affinität zu Großbritannien. Der britische Stil stellt eine hervorragende Mischung aus scheinbar gegensätzlichen Attributen dar: kultiviert und dennoch „cool“, traditionell und gleichzeitig innovativ und originell. Aus Großbritannien kamen in den vergangenen Jahrzehnten einige der wichtigsten Modeströmungen, die sich europaweit durchsetzten.

Barbour International Jacket Woman, 2012, Photo by Barbour

Eine letzte Frage, haben Sie persönlich einen Favourite aus der klassischen Barbour Kollektion und wenn ja warum?

Mein „All Time Favourite“ ist das Barbour International Jacket. Die Biker-Jacke haben wir mittlerweile seit 76 Jahren in nahezu unveränderter Form in der Kollektion, und sie ist noch immer topaktuell.

Barbour International Jacket, 2012, Photo by Barbour

http://www.soer.de/BARBOURSHOP/

http://www.barbour.com/de

22 Jahre durch Dick und Dünn; Bekenntnis eines Modebloggers

 

Wann und wie ich auf die Marke Barbour gestoßen bin, kann ich nicht mehr genau nachvollziehen. Ich weiß allerdings, dass ich vor genau 22 Jahren den damaligen Barbour-Katalog in Händen hielt und wie gebannt auf den charismatischen Herrn mit dem grauen Vollbart und vor allem dessen Jacke starrte: Wassertropfen auf gewachstem Tuch mit einer Patina, die ich so noch nie gesehen hatte. Das englische Landleben schien zum Greifen nah. Genau so wollte ich leben.Für mich stand fest: Solch eine Jacke öffnet Dir die Tür in diese Welt. Keine 2 Wochen später kaufte ich beim Herrenausstatter meines Vertrauens eine Barbour Beaufort in grün, nachdem ich mich durch die zahlreichen Modelle gekämpft und eine Entscheidung getroffen hatte. Einen Webpelz und eine Kapuze kaufte ich noch dazu.                                                                                                 Meine Beaufort und ich haben in diesen 22 Jahren Einiges durchgemacht. Wir besuchten London, und meine Jacke durfte sich über echten, englischen Regen freuen. Wir brachten Pferde auf die Weide, misteten Ställe aus, gingen mit Hunden Gassi, widerstanden Stacheldrahtzäunen, Hecken und Schlamm. Ich nutzte meine Beaufort als Picknickdecke, verstaute Möhren, Hundeleckerli und so manche Zeitung in ihr. Bei Spaziergängen an Rhein, Ruhr und am Tegernsee war sie meine ständige Begleiterin. Nässe und Kälte konnten uns nicht anhaben, dank regelmäßigen Nachwachsens, was ich mit eigener Hand erledigte. Mit der Zeit zeigten sich immer mehr Verschleißerscheinungen: Risse und Löcher in Futter und Oberstoff. Ein schwergängiger Reißverschluss und viele Stellen ohne Wachsschicht. Aber dafür hat die Jacke eine unfassbare Patina, die nur durch die lange Nutzungszeit entstand und nicht zu kaufen ist. Zwar spiele ich hin und wieder mit dem Gedanken, mir ein neues Modell zuzulegen. Jedoch halten mich das neue Tartan-Muster und die Tatsache, dass der Markenname nun sehr indiskret auf der Flappe der linken Ballontasche aufgestickt ist, bislang davon ab. Ich werde mich wohl nie von meiner Beaufort trennen. Zu viele Erinnerungen stecken in diesem Gewebe, das 1894 von John Barbour erfunden wurde. Ob ich wohl jemals solch eine charismatische Erscheinung wie der Herr auf dem 1990er Cover werde, weiß ich nicht. Aber ich bin auf einem guten Weg.

Die richtige Jacke habe ich jedenfalls schon.

M. Koenigs (Inner City Style)

Internationale SØR Meisterkonzerte: Unser März Highlight

Justus Frantz Internationale SØR Meisterkonzerte

Justus Frantz spielt Beethoven: Recital, Mondscheinsonate, Pathétique, Apassionata

Termine:

Samstag 24. März 2012 um 20:00 Uhr im Schloss Vornholz Ennigerloh-Ostenfelde

Sonntag 25. März 2012 um 20:00 Uhr im Schloss Vornholz Ennigerloh-Ostenfelde

Justus Frantz - ein Name, den man mit großartigen Orchestern und absoluter Hin- gabe zur Musik assoziiert. Seit dreißig Jahren ist Justus Frantz ein international erfolgreicher Pianist und Dirigent. Um die klassische Musik hat er sich unzählige Male verdient gemacht: Immer wieder entdeckt und fördert er junge Musiktalente. Daher nehmen auf den Gastspielreisen der Philharmonie der Nationen Vorspiele in zahlreichen Ländern einen festen Platz in seinem Terminkalender ein – für junge Musiker weltweit eine hervorragende Chance auf den Beginn einer musikalischen Karriere. Zu seinen Entdeckungen zählen die Geiger Midori und Maxim Vengerov und der Pianist Evgeny Kissin.

Weitere Termine und Kartenvorverkauf: http://www.kulturdirektion.de/index.php?option=com_content&view=article&id=90&Itemid=9&sel=1