Archive for Dezember, 2011

Das edle Fundament einer Garderobe

 

Benjamin Klemann gehört einer Zunft an, die man bis vor einigen Jahren noch mit dem Siegel “Vom Aussterben bedroht” deklarierte.  Glücklicher Weise hat sich dies nicht bewahrheitet. Ganz im Gegenteil, das Handwerk des Maßschuhmachers erlebt eine Renaissance. Und damit treten natürlich auch andere traditionelle Berufe, wie zum Beispiel Sattler und Gerber, wieder in das Bewusstsein der Menschen. Nicht nur bei denen, die schon von je her Tradition und höchste Qualität geschätzt haben, auch bei jüngeren Generationen, für die Nachhaltigkeit eine immer größere Bedeutung spielt.

Benjamin Klemann  wurde 1959 auf der Insel Föhr geboren und schon sehr früh stand für den Friesen fest, seinen Berufswunsch in die Tat umzusetzen, obwohl dieser nicht typisch friesisch war. Sein Handwerk von der Pike auf gelernt, hat Benjamin Klemann bei dem ungarischen Schuhmacher Harai, einem wahren Meister der Zunft. Nach der Ausbildung ging es dann samt Frau Magrit und zwei kleinen Kindern, nach London zum Großmeister John Lobb. Bei dem Hoflieferanten der Queen, des Prince of Wales und des Duke of Edinburgh konnte Klemann sein Können perfektionieren. Mittlerweile hat sich Benjamin Klemann in Hamburg niedergelassen, seine Frau und seine beiden Söhne Vincent und Lennert, haben die Meisterprüfungen mit Bravour abgelegt und die ganze Familie Klemann widmet sich mit höchster Präzession und Hingabe der Maßschuh-Anfertigung.

“Herr Klemann, Ihr erster Blick richtet sich bestimmt immer auf die Schuhe Ihres Gegenübers oder?

Würde man vermuten, aber der erste Blick geht in die Augen, der Zweite dann tatsächlich auf die Schuhe.

Und ist man davon manchmal überrascht?

Man staunt schon manchmal, Menschen fahren tolle Autos, kleiden sich elegant und schaut man dann auf die Schuhe, denkt man “autsch”. Ich finde man kann sich augenscheinlich locker, leger oder sogar nachlässig kleiden, aber wenn jemand richtig gute Schuhe trägt, dann reisst das alles raus – das ist ein absolutes Qualitätsmerkmal. Ich persönlich fühle mich nicht ordentlich gekleidet wenn ich keinen guten Schuh trage. Der Schuh muss nicht nur das Fundament sein, sondern auch der Abschluss einer anständigen Garderobe!

Mit welchem Leder arbeiten Sie hauptsächlich?

Brot und Butter ist für uns Kalbsleder, das ist für die Industrie viel zu teuer. Außerdem verarbeiten wir auch Pferdeleder, Haileder oder andere exotische Lederarten.

Sie sind ja auch einer der wenigen Maßschuhmacher, der das wertvolle Juchtenleder, der 1786 vor Cornwell gesunkenen S.S. Metta Catharina, verarbeiten darf.

Mit diesem außergewöhnlichen Leder werden weltweit nur 7 Handwerksbetrieb beliefert. Alle zwei Jahre fahre ich runter nach Cornwell und darf mir meine Häute aussuchen. Das hat uns natürlich auch eingeordnet in der Schuhmacherzunft – es ist eine Art Auszeichnung unter den Schuhmachern. Wenn wir daraus einen Schuh bauen muss der Träger ihn ganz besonders pflegen.  Für so einen Schuh entscheidet man sich ganz bewusst, er hat eine Alltagstauglichkeit, aber es gibt auch den Kunden der ihn dann eher auf den Kaminsims stellt, als das er diesen Schuh täglich tragen würde. Ein Schuh aus diesem Leder ist eine Art Krönung der Schuhgarderobe. Ein klassischer Halbschuh geht bei 5.000 Euro los, Stiefel sogar über 10.000 Euro.

Das hört sich an als hätten Sie einen äußerst lukrativen Beruf?

Das, was wir machen ist reines Handwerk und davon wird man leider nicht reich. Auch wenn viele denken ich müsste Millionär sein weil ich so teure Schuhe herstelle. Aber ich kann ich nur eine bestimmte Anzahl von Schuhen herstellen, da ich ja nur mit meinen Händen arbeite – Und die Gewinnspanne ist nicht gross. Klar, auch für einen Durchschnitts- Verdiener sind unsere üblichen Preise, um die 2.000 Euro, schon zum Schlucken. Aber wenn man einmal so einen Schuh von uns hat, versteht man es. Das sind Schuhe die man quasi mit in die Kiste nehmen kann. Wir kalkulieren mit der Arbeitszeit, das Material ist wichtig und teuer, entscheidend ist aber der Arbeitsaufwand. Das macht den Preis unserer Schuhe aus. Und wenn ich dann einen industriell gefertigten Schuh sehe, der einfach nur einen grossen Markennamen an der Seite hat, aber fast soviel kostet wie unsere Schuhe, da muss ich leider sagen: Wie doof muss man eigentlich sein, sich solche Schuhe an die Füsse zu ziehen. Bei den industriell gefertigten Schuh sind  so grosse Gewinnspannen drin, die weder vom Material noch von der Machart gerechtfertigt sind, das ist der Irrsinn, da stimmt für den Träger am Ende nur das Label.

Aber heute widerfährt doch gerade der Schuhmacherzunft eine Renaissance.

Als ich meine Lehre angefangen habe, sprach man davon das das klassische Handwerk ausgestorben sei. Die Kunden die damals bedient wurde, waren ältere Herren. Auch als ich in London gearbeitet habe, waren die Kunden eher älter. Aber dann wieder in Deutschland, kamen viele zwischen 30 und 60. Heute sogar auch viele die weitaus jünger sind als 30, die interessiert die handwerkliche Herstellung. Meistens sind das Leute die in virtuellen Welten arbeiten, die bewundern das ein Schuh wirklich mit der Hand gefertigt wird, dass man dabei schwitzt und Kraft aufbringt.

Sie sind ein reiner Familienbetrieb neben Ihnen, Ihre Frau und Ihren zwei Söhnen, Vincent und Lennert.  Es werden also nicht nur die Kunden jünger, sondern auch die Macher.

Genau und so hat dann auch jeder meiner Söhne seinen Stil. Vincent ist nebenbei Musiker und der liebt Sneaker. Lennert, der ist Sportler, der baut Rennradschuhe und Bowlingschuhe, die ja auch wieder sehr angesagt sind, so hat jeder auch seine  Schwerpunkte. Und trotzdem sind beide im klassischen Schuhe machen verankert.Ich werde älter, meine Stammkunden werden auch älter, aber die bringen wiederum ihre Kinder und die tragen dann Schuhe meiner Kinder.

Gibt es auch Frauen die Ihre Schuhe tragen?

80% unserer Kunden sind Herren, aber auch immer mehr Damen interessieren sich für handgebaute Schuhe. Das geht dann eher in die Richtung  Chelseaboots, Trotteurs, Brogues oder Pumps.

Wie lange muss ein Kunde auf einen Klemann-Schuh warten?

Bei uns beträgt die Lieferzeit des erstens Paares ca. 8 Monate.Der Zweitschuh kann dann in ca. 5 Monaten geliefert werden, denn dafür brauch ich den Kunden nicht mehr persönlich zu sehen. Haben wir einmal die Leisten erstellt, dann kann der Kunde zum Beispiel in Hongkong leben und ich kann ihm die angefertigten Schuhe einfach zuschicken. So ein Mensch brauch dann nie wieder in ein Schuhgeschäft gehen. Dieser Service ist natürlich auch ganz praktisch für Personen des öffentlichen Lebens, die sich nicht in Schuhgeschäfte trauen, weil sich dann Menschentrauben um sie bilden würden. Ich besuche meine Kunden zuhause, die die Kunden kommen zu uns in die Werkstatt oder man macht einen Termin mit mir an den zwei Samstagen im Monat an denen ich bei SØR in Berlin und Münster bin.”

Das Juchtenleder der gesunkenen S.S. Metta Catharina

1786 sank die in Sankt Pertersburg beladene S.S. Metta Catharina in der Bucht vor Cornwell. Sie hatte eine Ladung des besten russischen Juchtenleders an Board, welches für Genua bestimmt war. Das Schiff samt des kostbaren Ladung lag bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts unberührt auf Grund. Prinz Charles, der Duke of Cornwell, finanzierte den ersten Tauchgang, um die Ladung zu bergen. Um dieses Wrack bildete sich im Laufe der Zeit eine kleine Gemeinde von Hand-werkern, Intellektuellen und Forschern. Einer von ihnen war ein Lehrer aus Cornwell, der nebenbei schon immer Lederarbeiten anfertigte. Dieser Lehrer gab sein Schulamt auf und  widmete sich ganz diesem geborgenen Juchtenleder. Er entsalzte es über verschiedene Bäder, entwickelte eine schonende Art der Trocknung und Ölung. Ein Prozess der langwierig war und höchste Perfektion verlangte. Dadurch wurde das, an sich schon sehr wasserresistente Juchtenleder, noch beständiger. Leider neigen sich die Bestände, dieses außergewöhnlichen Leders, langsam dem Ende zu und nur eine kleine Zahl von entstandenen Produkten höchster handwerklicher Präzession, werden beständige Ernte dieser spannenden Geschichte sein.

Das Juchtenleder der gesunkenen S.S. Metta Catharina

http://www.klemann-shoes.com

 

“Guter Geschmack ist eine Kampfansage” Ein Interview mit Martin Eder

Martin Eder                                                                          Photo by Christoph Voy

Herr Eder, sie kommen aus einem kleinen Ort bei Augsburg, waren Sie dort damals so etwas wie der Dorfrebell, wie sah das aus?

In Batzenhofen, mit seinen 300 Einwohnern, gab es kein Mittelmaß, entweder war alles ganz sinnlos oder ganz toll. Als Jugendlicher hatte ich viele Platten, noch mehr Kassetten aber nur zwei Hosen. Wir haben damals sehr viel Musik gemacht, aber ich habe mich nie über Kleidung als Rebell verhalten, man trägt das was man tragen möchte.

Dennoch definiert sich heute, mehr denn je, die Jugendkultur über ihren sogenannten Style?

Aufbruch oder Rebellion durch eine Klamotte zu demonstrieren,  ist eine unglaubliche Gewissenlosigkeit in dieser Zeit. Man kann zum Beispiel keinen sau blöden Sneaker tragen der im Einkauf 4 Euro und im Verkauf 120 Euro kostet und wo die Leute die ihn herstellen mit einem lächerlichen Lohn abgespeist werden. Und wenn man das alles in Kauf nimmt und sich bei diesen angesagten Ketten einkleidet, dann hat das nichts mit Kult oder Kultur zu tun, das ist dann einfach nur menschenverachtend. Deshalb kauf ich mir, wenn ich das Geld habe, lieber eine Hose die länger hält und die gut gemacht ist oder ein Jackett aus gutem Stoff. Sicher ist es teurer, aber dafür hält das Ding auch, sieht meistens auch noch besser aus und man hat nicht das Gefühl das Blut von weinenden Kindern aus dem Saum raus tropft. Klingt vielleicht pathetisch, aber dieses Bewusstsein gibt es in der Bevölkerung nicht, das was sie da billig in Ketten kaufen, anderen Menschen das Leben zur Hölle macht. Und da hört es auch auf mit Mode und Style. Wenn schon Mode, dann sollen sie sich für 2 Mille das Teil direkt vom Designer holen und nicht zwei Jahre später die billige Kopie in der Kette.

Weise Worte von dem Künstler mit dem guten Geschmack?

Ich habe keinen guten Geschmack, zum Glück habe ich keinen guten Geschmack. Als ich damals in Augsburg lebte, gab es da so ein Restaurant, das für’s jüngere Publikum getrimmt war.  Für Leute die zuhause schwarze eckige Teller haben oder Prossecco Gläser mit ledernen Griff, Berufsgruppe Steuerberater oder so, also nichts gegen Steuerberater. Auf jeden Fall stand vor diesem Laden ein Riesen Banner und da stand drauf: Vorsicht Geschmack! Das war wirklich der Werbespruch von diesem Lokal. Und das trifft es doch total, Geschmack ist eigentlich was ganz schlimmes. Es gibt ja auch diese ganzen Landleben Magazine, mit diesen Bildern wo Büsche und Gärtchen drauf zu sehen sind und ein Kiesweg der knirscht und genauso verknöchert knirscht es doch auch in der Unterhose von diesen Leuten mit Geschmack. Geschmack ob guter oder schlechter, ist für mich eine Kampfansage.

Martin Eder, Reinigung, 2010 Sammlung SØR Rusche Oelde/Berlin

Aber gerade Künstler um die 40, spontan denke ich da an Nick Cave oder die Einstürzenden Neubauten, fingen in dem Alter an sich stilvoll zu kleiden, mit Anzügen. War das bei Ihnen auch so?

Ich habe eigentlich schon immer Anzug getragen, man könnte fast sagen, ab der Kommunion habe ich das Anzug tragen nicht mehr abgelegt. Aber es gibt das so eine Sache, bei Männlein als auch bei Weiblein, wenn zum Beispiel eine 25jährige so eine spitze fiftys Brille, samt Kostümchen trägt sieht das cool aus, genauso wie junge Männer die diesen Stil fahren und schmale Anzüge tragen. Das schlimme ist nur wenn diese Leute und davon habe ich so einige in meinem Kreise, sich dann mit 50 immer noch so kleiden, dann wird aus der Ironie plötzlich ernst und die Frau wirkt dann wie eine Omi und der Typ wie ein Versicherungsvertreter. Und man fragt sich selbst, wird es nicht mal Zeit für einen neuen Style?

Ok, aber schlimmer sind doch eigentlich die Leute, wie zum Beispiel viele Männer in Berlin Mitte, die sich mit 50 noch kleiden wie 18jährige oder?

Oh ja, dass ist auch ganz schlimm. Man muss halt einen Weg finden in Würde zu altern. Dieses Programm fahre ich gerade. Ich kann ja nicht anders als ich es schon immer mache, denn in Jogginghosen sehe ich völlig blöd aus, Pullis mit Schriftzügen drauf lassen mich implodieren, da verschwinde ich komplett, na ja und bunt ist auch nicht wirklich meins. Ehrlich gesagt  mache ich mir nicht viele Gedanken was ich anziehe, eher was ich nicht anziehe. Und ich hasse es einkaufen zu gehen. Als Schüler musste ich immer mit meiner Mutter und meiner Tante Hosen einkaufen gehen, dass war ein einziger Spießroutenlauf. So viele Hosen musst ich immer anprobieren. Ich kann seit dem nicht mehr in Umkleidekabinen gehen, da bin ich echt traumatisiert. Deswegen habe ich schon viele Sachen gekauft die dann letztendlich nicht gepasst haben. Aber so langsam kenne ich meine Grössen.

Was tragen sie heute?

Das Jackett ist von Herr von Eden, obwohl ich eigentlich viel lieber mein Daniel Hechter Cashmere Sakko aus den 80ern tragen würde, das ist richtig schön. Die Cordhose ist  von Gieves & Hawkes, die Schuhe sind von Church’s London, mein Löchershirt ist von American apparell, genauso wie meine Unterhose. Mir geht es nicht darum das die Schuhe aus England kommen, mir geht es darum das die Schuhe gut gemacht sind und halten und wenn sie mal kaputt sind das man sie auch wieder reparieren kann. Und ich finde man kann auch gut mal ein gepflegtes Loch in der Kleidung tragen.

Also ganz nach der Devise, lieber Qualität statt grosser Namen?

Ein Magazin hat vor einiger Zeit mal eine Geschichte über mich geschrieben , die waren dann hier und haben Fotos gemacht. Am nächste Tag riefen die dann an und fragten: “Der Anzug war ja von so und so, aber das Hemd was sie beim Shooting trugen, von wem war denn das?”  Ich wusste gar nicht mehr welches Hemd ich überhaupt anhatte und dann sah ich auf meinem Tisch eine Flasche Montepulciano und sagte zu dem Typen am Telefon: “Das  Hemd war Pulciano Monte!”  ”Ah ja alles klar.”  Ne halbe Stunde später riefen die wieder an, ob ich noch mal den Designernamen des Hemdes wiederholen könnte: ” Klar, Pulciano Monte, den kennen sie doch oder?” Die dann: ” Ja klar, wir wollten nur noch mal sicher gehen.” Und der Witz war die haben das dann auch so gedruckt: Martin Eder trägt ein Hemd von Pulciano Monte. Das war lustig.

Martin Eder, Unschuld, 2010 Sammlung SØR Rusche Oelde/Berlin

Sind sie eigentlich ein spiritueller Mensch?

Überhaupt nicht! Ich bin weder spirituell, noch esoterisch, ich glaube nicht an die Kraft der Kristalle oder so, aber irgendwie wird mir das aufgedrängt, denn es passieren seltsame Dinge um mich herum. Zweimal wurde ich knapp von einem Meteoriten Splitter verfehlt und auch hier im Atelier gab es eine Glühbirne an der Wand, die sich immer von alleine ein klein wenig aus der Fassung dreht. So musste ich jeden Tag auf den Tritt, die Glühbirne ein paar Millimeter in die Fassung drehen damit sie wieder leuchtet und das über Jahre, würde man die Drehungen zusammenrechnen, würde die Glühbirne 4 Meter tief in der Wand stecken. Ich habe die jetzt aber entfernt. Das sind auf jeden Fall alles Gründe warum ich mich gerne mit Physikern und Forschern treffe und austausche. Aber ich bin nicht spirituell.

 

Mode in der Kunst, versucht man dem ganz bewusst aus dem Weg zu gehen?

Ich finde es wichtig das die Kleidung nicht neu ist, in meinen Bildern bevorzuge ich eher ausgeleierte Büstenheben und Schlabber-Schlüppis, wobei man ganz ehrlich sagen muss, Kleidung spielt in meinen Bildern keine zentrale Rolle.  Mir ist das einmal passiert, das sitzt so eine oben ohne in so einem Wüstenzelt und hat so ein Tuch über den kopf, das hatte sowas arabeskes und sah sofort aus wie jünger am Ölberg oder so, das liegt aber nur an diesem Tuch. Das kann man ein zweimal bringen, aber dann ist es auch gut. Es ist nicht meine Absicht zu historisieren, es ist ja eh schon alles so komisch in meinen Bildern, dann muss man nicht auch so einen Style fahren, dass ist dann zu über illustriert. Ich habe auch noch nie Turnschuhe oder HipHop Jacken gemalt, ich benutze lieber die Fantasie und in der Fantasie kann man zum Beispiel lustige Harlekinkostüme malen ohne weiter drüber nachzudenken und wenn man merkt, nanu, wo ist denn die Hose dazu, dann kann man sich einfach sagen, habe ich vergessen.

Sie stecken mitten in der Arbeit für Ihre kommende Ausstellung im März 2012?

Die neue Ausstellung wird sehr kriegerisch sein, die wird ganz schlimm! Ich habe mir da was ausgedacht, was dem bisherigen noch einen draufsteht. und ich glaube es könnte ganz gut werden oder es wird ein Griff ins Klo. Irgendwie bin ich ganz gespannt, auf jeden fall habe ich richtig Bock drauf. Es wird sehr strange. Aber mehr verrate ich nicht.

Martin Eder, Massstab, 2010 Sammlung SØR Rusche Oelde/Berlin

http://www.eigen-art.com/        www.christophvoy.com

Ein Mann, ein Duft! Elite von Floris London, besprochen von Lena Brombacher “Olfactorialist”

 

 

Olfactorialist’s Pick of the Day: Elite von Floris

Wie sieht der Mann aus, der Elite von Floris trägt? Er ist gut gekleidet und riecht unverschämt gut. Immer. Mehr braucht er nicht, nur diesen einen Duft.
Kein Wunder, gibt es bei SØR nur einen Herrenduft im Sortiment.

Seit 1730 ist das Traditionshaus Floris, das von einem Spanier gegründet wurde, in London ansässig. Juan Famenias Floris, geboren und aufgewachsen auf Menorca, war zunächst als Barbier tätig und hielt nach und nach die Erinnerungen an seine mediterrane Heimat in exklusiven Düften fest. Fundierte Kenntnisse zur Parfumherstellung hatte er in Montpellier erworben – neben Grasse eine der Parfumhauptstädte der damaligen Zeit.Elite spiegelt deutlich den Einfluss der englischen Kultur auf Juan Famenias Floris wider. Wir sehen vor unserem inneren Auge englischen Rasen, moosige Jagdgründe, Cottages in neblig-grünen Moorlandschaften und auf der anderen Seite die Herrenschneider der Savile Row, die Börsianer und die Dandys auftauchen.Elite ist wie ein Internatsschüler, der sich tagsüber adrett mit weißem Hemd auf dem Polofeld bewegt und nachts aus dem Fenster klettert, um heimlich Alkohol zu trinken. Doch ist dieser Internatsschüler mittlerweile erwachsen und ein Gentleman geworden. Er trinkt mit Vorliebe Gin und weiß, dass er gut riecht. In der Kopfnote erfrischt Elite mit Bergamotte, Grapefruit und Petitgrain, aromatische Kräuter wie Wacholderbeere und Lorbeer abgerundet mit Tannenharz und sonnigem Lavendel bestimmen das Herz des Duftes. In der Basis geht es in die Tiefe mit balsamischen, holzigen und erdigen Noten, allen voran das englische Moos.Mehr braucht Mann nicht.

Noten: Bergamotte, Zedernblätter, Grapefruit, Zitrone, Petitgrain, Wacholderbeere, Zeder, Lorbeer, Tannenharz, Lavendel, Amber, Zedernholz, Leder, Moos, Moschus, Patchouli, Vetiver

www.florislondon.com
www.olfactorialist.com

 

 

Winterrundgang in der Baumwollspinnerei Leipzig. LIA Collectors Talk mit Dr. Dr. Thomas Rusche am 14. Januar 2012 in Leipzig

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