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100 Meisterwerke – Teil 1: Jan Asselijn & Nicola Samori

Jan Asseljin, Reiter am Brunnen in einer Felsenkluft, nach 1648, Öl auf Leinwand, 75,5 x 95,2 cm, Courtesy SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Jan Asselijn, Reiter am Brunnen in einer Felsenkluft, nach 1648, Öl auf Leinwand, 75,5 x 95,2 cm, Courtesy SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Herzlich Willkommen zu ,,100 Meisterwerke” der neuen Serie im SØR Blog! Die Kunsthistorikerin Dr. Teresa Bischoff untersucht in dieser Reihe jeweils 50 Kunstwerke von zeitgenössischen Künstlern und Niederländischen Meistern des 17. Jahrhunderts und stellt diese gegenüber. Das Resultat ist ein spannender Dialog und ein neuer Blickwinkel, der  zeigt welche überraschende Nähe zwischen den Werken herrscht, obgleich sie über 400 Jahre Kunstgeschichte trennen.

Rätselhaft geht es zu in Jan Asselijns Gemälde „Reiter am Brunnen in einer Felsenkluft“, das nach 1648 entstanden ist. Nur partiell beleuchtet erschließt sich dem Betrachter der felsig-verschlungene, höhlenartige Schauplatz. Ein vornehmer Herr hat hier Rast eingelegt, um sich und seinem nicht minder vornehmen Pferd ein wenig Erholung am Brunnen zu verschaffen. Prächtig gekleidet steht er in dekorativer Seitansicht, die den Glanz und trefflichen Faltenwurf seines kostbaren roten Reisemantels ganz besonders zur Geltung bringt. Auf sorgfältig frisierten Locken sitzt ein hochaufragender schwarzer Hut, mit einer gelben Schleife gewagt verziert. Ein schlichter weißer Kragen schmiegt sich zwischen Wams und Kinn. Eng anliegende Beinkleider und Sporen an den Schuhen sowie ein schmaler Degen komplettieren die Reisegarderobe.

Vertraut und in menschlicher Kommunikationshaltung hat sich das Pferd seinem Herrn zugewandt und scheint ihm aufmerksam zu lauschen. Auf seinem Rücken trägt es einen bequemen Sattel. Reiter und Tier legen augenscheinlich weite Strecken zurück. 

Rechts von den beiden schöpft ein Mann Wasser aus einem Brunnen. Dieser befindet sich am rechten Bildrand vor einer nur notdürftig durch einen Bretterverschlag verschlossenen großen Felsöffnung, die über den Bildrand hinausragt. In gebeugter Haltung, den linken Fuß auf den unteren gestuften Brunnenrand gestellt, reckt sich uns in caravaggesker Manier das mit schmutzig-gelben Hosen angetane Hinterteil des Mannes entgegen. Derbe Schuhe, grobe Strümpfe, eine im Rücken zusammengeknotete Schürze, ein graublaues Wams und ein dunkler Hut sind für seine Tätigkeit die angemessene Arbeitskleidung. Während er mit seiner rechten Hand an der Brunnenschnur zieht, geht seine Aufmerksamkeit neugierig nach links in Richtung Reiter und Pferd. Fast scheint es, als wolle er mithören und ein Wörtchen der Zwiesprache zwischen diesen erhaschen. 

Im Gegensatz zu dieser hell beleuchteten Szene nimmt sich der linke vordere Bildgrund dunkel und verschattet aus. Die dortige Feuerstelle ist erkaltet, ebenso wie der Felsofen, der sich weiter hinten im linken Bildraum befindet. Die Brote sind mit langen Holzschubern herausgeholt worden und liegen auf dem halbrunden oberen Abschluss des Ofens. Ungeklärt bleibt, weshalb ein weiterer Mann mit seinem kleinen Hund achtlos an ihnen vorübergeht. Er schreitet eine in den schmalen Felsspalt gehauene Treppe empor, an deren Ende ein Esel geduldig wartet. Über ihnen leuchtet ein kleiner blauer Himmelsausblick auf. 

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Jan Asselijn, Reiter am Brunnen in einer Felsenkluft (Detail: Mann mit Hund und Esel), nach 1648, Öl auf Leinwand, 75,5 x 95,2 cm, Courtesy SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Geschickt setzt der Maler das Mittel der Kontrastierung ein, das die Augenlust des Betrachters reizt: Raumpartien werden hell ausgeleuchtet oder verschwinden nahezu in der Finsternis, die ruhige vornehm-aufragende Haltung des roten Reiters steht in subtiler Spannung zu dem geschäftigen Treiben der einfachen Männer, die nahsichtig gezeigte Flanke des Pferdes setzt einen Kontrapunkt zum hellen Himmelsausblick.

Aber nicht nur  in der Kompositionsgestaltung legt Asselijn größte Sorgfalt an den Tag, sondern auch in der Darstellung der Oberflächen. Haptisch minutiös gearbeitet leuchtet der rote Mantel dem Betrachter prachtvoll entgegen. Vermutlich hatte der Maler  dieses Kleidungsstück real vor Augen. In mindestens zwei anderen Gemälden Asselijns spielt dieser Mantel eine optisch herausragende Rolle: In der Darstellung des Bruchs des St. Anton Dammes aus dem Jahr 1651, heute im Rijksmuseum in Amsterdam zu sehen, ist der dramatisch gebauschte leuchtend rote Umhang der Kontrapunkt zum grandiosen Naturspektakel, das sich in der Bildmitte entlädt. Ebenfalls koloristisch virtuos setzte er besagten Mantel in einer farblich eher zurückhaltenden Winterlandschaft ein. Keines dieser Bilder jedoch zeigt das kostbare Kleidungsstück in so exquisiter Nahsicht wie das vorliegende Gemälde. 

Wahrscheinlich folgt der Umhang der französischen Mode. Nicht mehr die strengere spanische und damit kürzere Variante, die im 16. Jahrhundert weit verbreitet war, wählt der ursprünglich aus Dijon stammende Asselijn, sondern die aktuelle, französische Mantelform, deren Stofffülle in Gemälden gern dekorativ drapiert erscheint.

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Jan Asselijn, Reiter am Brunnen in einer Felsenkluft (Detail: Reiter mit Mantel und Pferd), nach 1648, Öl auf Leinwand, 75,5 x 95,2 cm, Courtesy SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Kreisrund  und stoffreich gearbeitet mit gelegtem Kragen, länger geschnitten als das spanische Vorgängermodell, ohne Ärmel, je nach Witterung und Geldbeutel mehr oder weniger prächtig gefüttert, war er über viele Jahrzehnte hinweg die in Europa gängige Mantelform. Modische Kleidung dieser Art war im 17. Jahrhundert ein Distinktionsmerkmal der höheren Schichten. Teures Material, raffinierte Schnitte, aufwändige Farben und eine luxuriös-üppige Verarbeitung konnten ein Kleidungsstück rasch zum kostbaren Kleinod machen. Für jedermann erschloss sich auf den ersten Blick, welchem gesellschaftlichen Stand das Gegenüber zuzuordnen war. Falls der Maler im Besitz eines solchen luxuriösen Gegenstandes gewesen war, hatte er also jeden Grund, diesen häufig in seinen Werken zu zeigen. 

Soviel Mühe Asselijn sich gibt, dem Betrachter die „Oberflächen“ darzubieten, soviel verbirgt er darunter. Man fragt sich: Was macht ein so teuer gekleideter vornehmer Herr an einem augenscheinlich so düsteren und kargen Ort? Wo kommt er her, wo will er hin? Was verbirgt sich hinter der Bretterwand? In welcher Beziehung stehen die Männer zueinander?

Letztendlich gesteht uns Asselijn nicht mehr Informationen zu als dem wasserschöpfenden Mann am rechten Bildrand. Zwar bildimmanent und in nächster Nähe zu den beiden Hauptprotagonisten Reiter und Pferd gesellt, gelingt es ihm offenbar nicht, Kontakt mit diesen aufzunehmen. Repoussoir-Figuren, selbst wenn sie sich noch so harmlos an den Bildrand schmiegen, nehmen immer auch die Position des Betrachters ein. Und so steht der wasserschöpfende Knecht für unsere eigene Neugier, die Jan Asselijn jedoch nicht befriedigen wird.  Selbst wenn wir uns als Betrachter „im Bild“ befänden, würden wir das Rätsel um den Reiter in der Felsenschlucht nicht lösen können.

Kein Historienbild mit identifizierbarem Figurenpersonal und eindeutiger Handlung malte Asselijn. Er schuf aber auch kein Genrebild im typischen niederländischen Sinne, wo oftmals hinter den einfachen Alltagsgegenständen noch eine zweite Sinnebene versteckt und ein großer Spekulationsraum eröffnet wird. Der Künstler geht einen anderen, klareren Weg, indem er dem Betrachter seine Unwissenheit malerisch virtuos, aber sehr deutlich bis ins letzte Detail vor Augen stellt. 

Nicola Samori, Mem, 2015, Öl/Kupfer/Muschel, 100 x 100 cm, Courtesy of the SØR Rusche Collection Oelde/Berlin

Nicola Samori, MeM, 2015, Öl/Kupfer/Muschel, 100 x 100 cm, Courtesy of the SØR Rusche Collection Oelde/Berlin

Ähnlich rätselhaft bleiben auch die Bilder des Ausnahmekünstlers Nicola Samori. Auffallend häufig spielt er in seinem Oeuvre mit scheinbar geläufigen Bildmotiven, die dem 17. Jahrhundert entliehen sind. In frommer barocker Theatralik präsentiert sich uns die 2015 entstandene Arbeit „MeM“. Nah wird der Heilige an den Betrachter herangerückt. Über einem schlichten dunklen Untergewand wirft sich der subtil in kühlem Weiß und Grau changierende Umhang in fast metallisch anmutender Haptik um den Oberkörper des Dargestellten. In frommer Haltung sind die Hände betend aneinandergelegt. Es ist ein Bildmotiv, das sich hundertfach in der Kunstgeschichte wiederholt. Samori hat sich für sein Werk von der Darstellung des Hl. Jakob von Guido Reni inspirieren lassen, einem italienischen Barockkünstler des 17. Jahrhunderts, der trotz der üppigen Dramatik seiner Draperien für die sanfte Anmut seiner Heiligendarstellungen berühmt ist. 

Wie virtuos der italienische Künstler des 21. Jahrhunderts nun jedoch mit diesem kunsthistorischen Erbe spielt! Nur auf den ersten flüchtigen Blick scheint man es bei seinen Bildern mit Altbekanntem zu tun zu haben. 

So wird der delikate Kupfergrund, ebenfalls eine Reminiszenz an vergangene Zeiten, der normalerweise nach der Fertigstellung des Bildes unsichtbar wird und lediglich im besonders subtilen Glanz des Kolorits erkennbar bleibt, offengelegt, weil Samori seinen Schaffensprozess wieder rückgängig macht, indem er die Farbhaut abrollt. Dies verwundert umso mehr, da das Bild von brillanter handwerklicher Meisterhaftigkeit und erhabener Schönheit zeugt. Ein Künstler, der es versteht, Stofflichkeit von dieser Opulenz zu erzeugen, macht in höchstem Maße neugierig, von welcher Physiognomie wohl der Dargestellte gewesen war. Die Antwort hatte er bereits gegeben, der sandgestrahlte Metallgrund zeugt von einer, ebenso wie die Gestalt, ausgearbeiteten Antlitzpartie des Heiligen. Des Künstlers höchst individueller Wille ist es nun jedoch, selbst zu bestimmen, in welchem Moment er seinen Schaffensprozess unterbricht oder vielleicht, wie in diesem Fall, wieder rückgängig macht. Ungeschehen macht er ihn nicht, sondern auf eine ganz andere Weise sichtbar, als es dem Betrachter vertraut ist. Dieser Prozess geschieht nicht zufällig, sondern im Einklang mit der gemalten Komposition des Bildes. Wie beiläufig nimmt die Aufwerfung der abgeschälten Farbe die Konturlinien des Motives wieder auf. 

Die Freiheit des Spieles mit traditionellen Motiven treibt Samori mit der beweglich im Betrachterraum hängenden Muschel subtil auf die Spitze. In der christlichen Ikonografie ist die Muschel das Erkennungszeichen des Hl. Jakob. Der Legende nach predigte dieser in Spanien. Seine angebliche Grabesstätte in Santiago de Compostela entwickelte sich zu einem der wichtigsten Wallfahrtsorte überhaupt. Unter den Reisenden wurde es bald Brauch, die Muschel, die man praktischerweise aufgrund ihrer Größe als Trinkgefäß nutzte,  sich nun zum Zeichen der Pilgerschaft sichtbar an die Kleidung zu heften. 

Nicola Samori, Mem (Detail Muschel und Kupfergrund), 2015, Öl/Kupfer/Muschel, 100 x 100 cm, Courtesy of the SØR Rusche Collection Oelde/Berlin

Nicola Samori, MeM (Detail Muschel und Kupfergrund), 2015, Öl/Kupfer/Muschel, 100 x 100 cm, Courtesy of the SØR Rusche Collection Oelde/Berlin

Die Muschel wurde aufgrund ihrer perfekt von der Natur geformten Schönheit vor allem auch bei Künstlern der Renaissance hoch geschätzt. Man kennt sie als Kalotte, also als rahmendes und raumstiftendes Element, die die symmetrische Harmonie idealer Renaissanceräumlichkeiten im Kleinen zeigt. Laut eigener Aussage  ließ sich der Künstler von Piero della Francescas um 1470 für Federico da Montefeltro gefertigter Sacra Conversazione in der Pinacoteca di Brera in Mailand inspirieren. Unter einer kassettierten Tonnenwölbung thront die Muttergottes mit dem Jesuskind. Hoch über ihrem Haupt schwebt vor einer Muschelkalotte ein frei aufgehängtes Straußenei als Zeichen ihrer Jungfräulichkeit. Samori fasst nun diese beiden, für die italienische Renaissancekunst so typischen idealen Naturformen in seiner Komposition zusammen, indem er eine reale Muschel mittig vor seinem Hl. Jakob anbringt.  In seiner äußeren Rippenstruktur wiederholt das kleine, ornamenthafte Naturobjekt die aufgeworfenen, geschwungenen Farbwellen und verdeutlicht damit die Struktur der gesamten Komposition noch einmal im Kleinen.

Meisterhaft versteht Samori die Kunst der Verschränkung aller Bildelemente sowohl auf inhaltlicher, formaler und auch historischer Ebene. Nichts wird dabei dem Zufall überlassen. Selbst der Titel, als Palindrom gewählt (ein Wort, das vorwärts und rückwärts gelesen werden kann) spielt auf die nie enden wollenden Möglichkeiten des Betrachtens von Bildern an. Es spiegelt mit seiner symmetrischen Form sowohl die gesamte Bildkomposition als auch die Form der Adoranz: Die beiden  groß geschriebenen „M“  umschließen das kleine „e“ wie die betenden Hände, den zarten Raum dazwischen.

Sowohl Asselijn als auch Samori verfügen über eine brillante handwerkliche Technik. Sie ist die Basis des individuellen künstlerischen Prozesses beider Künstler. Asselijn nutzt sie, um hinter dieser Oberfläche seine inhaltlichen Geheimnisse zu verstecken und in ästhetisch formvollendeter Klarheit dem Betrachter sein Rätselbild vor Augen zu stellen. Der prächtig auffallend präsentierte rote Mantel steht hierfür wie ein pars pro toto. Samori geht noch einen Schritt weiter, indem er den Betrachter dieser eindeutigen Klarheit der optisch unversehrten, perfekten Oberfläche beraubt und nicht nur den Inhalt, sondern auch die Form selbst zum Rätsel macht. 

In ihrer jeweiligen Zeit spielen beide Künstler handwerklich perfekt höchst innovativ mit der Erwartungshaltung des Betrachters. Mühelos gestalten sie uns den Einstieg. Bei Asselijn blicken wir auf ein scheinbar typisches niederländisches Genregemälde, bei Samori auf das Werk eines zeitgenössischen Künstlers, der barocke Heiligendarstellungen rezipiert. In beiden Fällen erlebt der Betrachter den Sehprozess jedoch nicht als etwas Klärendes, sondern als etwas zunehmend Rätselhaftes, das letztendlich nur vom Künstler, als dem Initiator dieses Geheimnisses, gelöst werden kann.

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Dr. Teresa Bischoff (*1979) studierte Kunstgeschichte, Literaturgeschichte und Geschichte in Erlangen und Rom. Kürzlich erschien ihre Dissertation “Kunst und Caritas” über Leben und Werk der Malerin, Kunstsammlerin und Mäzenin Emilie Linder. Nach Dozententätigkeiten in Erlangen, Ansbach und Nürnberg ist sie nun wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Kunstgeschichte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg.

Literatur:

Raupp, Hans-Joachim (Hrsg.): Genre. Niederländische Malerei der SØR Rusche-Sammlung. Münster 1996. S. 24-27.

Steland-Stief, Anne Charlotte: Jan Asselijn nach 1610 bis 1652. Amsterdam 1971. S. 138.

Für die freundlichen Erläuterungen zu „MeM“ danke ich sehr herzlich Nicola Samori.

Hilfreiche Hinweise bezüglich des roten Mantels bei Jan Asselijn gab mir Frau Dr. Zander-Seidel.

http://www.eigen-art.com/index.php?article_id=1343&clang=0

http://instagram.com/soer_rusche

60 Jahre SØR – Eine Chronik des guten Stils

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In 60 Jahren ist  SØR zu einer wahren Institution der Kleidungskultur gewachsen und verbindet die angesagten Trends mit den Klassikern der Damen- und Herren-Mode. Dabei schöpft das Familien-Unternehmen, das heute in der 4. Generation von Thomas Rusche geführt wird, aus seiner langjährigen Erfahrung als Marktführer im Premium-Segment und einer Tuchhändler-Tradition, die bis 1897 zurückreicht und seinen Nachkommen das Kleidergen vererbt hat.

Seit 60 Jahren dient SØR der Kleidungskultur und steht für höchste Qualität und exzellente Beratung. Foto, Lars Beusker

Seit 60 Jahren dient SØR der Kleidungskultur und steht für höchste Qualität und exzellente Beratung. Foto, Lars Beusker

1956 Egon Rusche eröffnet am 17. Mai den ersten SIR-Herrenausstatter im Bielefelder Ratscafé. Unterstützt wird er bei diesem mutigen Schritt von Doris Menke, einer jungen und talentierten Mitarbeiterin aus dem väterlichen Unternehmen. Nach einigen Hürden bezüglich der Finanzierung gelingt es den beiden ihre Vision, von einem eleganten Herrenausstatter, in der traditionsreichen Textil- und Wäschestadt Bielefeld zu realisieren. Die Geschäftsidee, internationalen Chic ohne Chichi in Ostwestfalen zu etablieren, scheint durchaus chancenreich. Das Sortiment richtet sich an Herren mit Geld und Geschmack, und die sind in der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders reichlich vorhanden. Zwar wird am Tag der Eröffnung nur ein einziges Paar Strümpfe im Wert von 4,90 DM verkauft, doch davon lässt sich das junge Unternehmerpaar nicht entmutigen.  Mit Fleiß, guten Ideen und einem besonders ausgeprägten Sinn für guten Stil verwandeln Egon und Doris ihren Herrenausstatter in ein umsatzstarkes Unternehmen.

Doris und Egon Rusche 1961. Voll und ganz zufrieden genießen die beiden ihren Sylt-Urlaub. Kein Wunder, die Geschäfte laufen bestens und beiden sind frisch vermählt. Foto, SØR

Doris und Egon Rusche 1961. Voll und ganz zufrieden genießen sie ihren Sylt-Urlaub. Kein Wunder, die Geschäfte laufen bestens und die beiden sind frisch vermählt. Foto, SØR

Die 1960er Jahre

Mit gerade mal 25 Jahren eröffnet Egon Rusche seine 4. SIR Filiale neben Bielefeld, Hannover und Osnabrück in Minden. 1961 heiraten Egon und Doris und ziehen in die erste Etage des Oelder Kaufmannshauses Am Markt, in dem Egon auch die erste SIR-Verwaltung einrichtete. Doris Rusche kümmert sich fortan um den Einkauf für die Filialen. Mit ihrem unnachahmlichen Gespür für elegante Mode, die einen Mann nicht verkleidet, sondern seine Persönlichkeit unterstreicht, öffnet sie sich die Türen zu den großen internationalen Luxusmarken. Das von Doris Rusche zusammengetragene SIR Sortiment entspricht der klassisch britischen Ausstattertradition, die sie mit einer italienischen Note zu verfeinern versteht.

Feine SIR Seiden-Krawatten aus den 1950er Jahren. Fotos, SØR

Feine SIR Seiden-Krawatten aus den 1950er Jahren. Fotos, SØR

Neben vielen Sortiments-Innovationen gelingt es ihr, als weiblicher Pionier der Herrenmode, die angelsächsischen Boxershorts in Deutschland einzuführen. Egon Rusche erfüllt sich seinen persönlichen Business-Traum und übernimmt den traditionsreichen Hamburger Herrenausstatter Oscar Lenius samt Schneideratelier.

1968 erfüllt sich Egon Rusche seinen Traum und übernimmt das 1897 gegründeten Luxus-Herrenausstatter Oscar Lenius in Hamburg. Foto, SØR

1968 erfüllt sich Egon Rusche seinen Traum und übernimmt den 1897 gegründeten Luxus-Herrenausstatter Oscar Lenius in Hamburg. Foto, SØR

Sein Vater Anton Rusche II stirbt 1964 und hinterlässt seinem Sohn eine umfangreiche Sammlung alter Gemälde. Auf Rat des Kunstexperten Dr. Walter Bernt entscheidet er sich zukünftig auf das Sammeln von Niederländischer Malerei des 17. Jahrhunderts zu konzentrieren. Kurz bevor das erfolgreiche Unternehmen sein 10jähriges Bestehen feiert, zieht das Bielefelder Geschäft vom Ratscafé in das historische und weitaus größere Crüwellhaus um. Weit seiner Zeit voraus, etabliert das junge Unternehmen die SIR Eigenmarke. Mit ihrem Team entwickelt Doris Rusche stilsichere Kollektionen von perfekter Passform und Verarbeitung.

Die Einflüsse der britischen Kleidungskultur sind deutlich zu erkennen. Eine Werbe-Kampagnen von SØR in den 1970er Jahren. Foto SØR

Die Einflüsse der britischen Kleidungskultur sind deutlich zu erkennen. Eine Werbe-Kampagne von SØR in den 1970er Jahren. Foto SØR

Zum Ende des Jahrzehnts wird es noch einmal unruhig – nach einem dreijährigen Rechtsstreit mit dem Dufthersteller 4711 muss Egon Rusche seinen Firmennamen an das Herrenparfüm SIR abtreten. Nach einigen nicht zufriedenstellenden Namens-Alternativen überkommt ihn beim Frühstück dank des SmØrebrØd (Knäckebrot) der rettende Gedankenblitz. So soll SIR in Zukunft als SØR buchstabiert werden. Dieser identitätsstiftende Schub lanciert den neuen Namen zum Markenzeichen: Das Ø ist bis heute der prägnante Bestandteil des Logos.

Aus SIR wird SØR! Das norwegische Ø stilisiert das neue Logo. Foto, SØR

Aus SIR wird SØR! Das norwegische Ø stilisiert das neue Logo. Foto, SØR

Die 1970er Jahre

SØR überschreitet die 10 Millionen DM Umsatzmarke. Neben weiteren Filial-Eröffnungen in München, Nürnberg und Würzburg  bekennt sich Egon Rusche zu seiner Heimatstadt Oelde und baut das Stammhaus (1490 erbaut) der Familie Rusche zum SØR Herrenausstatter aus.

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Die kompetente und diskrete Beratung, die hochwertigen Materialien und die exzellenten Kollektionen ziehen viele berühmte Persönlichkeiten in den modischen Bann. Große Namen wie Heinz Rühmann, Herbert von Karajan, der Schah von Persien, Axel Springer, Wim Tölke und der Fürst von Thurn und Taxis finden sich im Stammkunden-Verzeichnis. In den neugestalteten SØR Häusern in München und Wiesbaden wird erstmals Carrara-Marmor im Schachbrettmuster verlegt.

Der Schachbrettboden aus Carrara Marmor ist bis heute eine prägnantes Detail des Innendesigns der SØR Häuser. Foto, Lars Beusker

Der Schachbrettboden aus Carrara Marmor, wie z. B. im SØR Flagship-Store Hannover, ist bis heute eine prägnantes Detail des Innendesigns der SØR Häuser. Foto, Lars Beusker

Eine Bordellszene des niederländischen Barockmalers Hendrik Gerritsz inspiriert Egon Rusche zu diesem Boden-Design, welches bis heute, neben den original englischen Antiquitäten,  das Ambiente der SØR Häuser deutschlandweit bestimmt. Erstmals erscheint 1977 der SØR Katalog und beflügelt die Umsätze. SØR übernimmt das Modehaus Kock in Oldenburg. Eine Entscheidung, die Egon Rusche erstmals gemeinsam mit seinem damals 16jährigen Sohn Thomas Rusche trifft. 

Die 1980er Jahre

Dieses Jahrzehnt beginnt mit der sortimentspolitischen Profilierung. Ab sofort gibt es bei SØR das NOS-Sortiment (Never out of Stock). Dazu zählen der SØR Tuchblazer, die SØR Flanellhose, der SØR Budapester-Schuh, das SØR Businesshemd und der SØR Lederlumber, die unabhängig von saisonalen Modeströmungen für den unverfälschten SØR Stil stehen. Das Niederlassungsnetz ist auf 20 Geschäfte angewachsen. Dennoch, nach 25 Jahren Erfolgsgeschichte, muss SØR im Jahr 1982 ein Umsatzminus verkraften und das seit Bestehen schwierigste Geschäftsjahr meistern. Egon und Doris Rusches Sohn Thomas beginnt das Studium der Wirtschaftswissenschaften und der Philosophie an der Universität Fribourg in der Schweiz. Das Oscar Lenius Haus in Hamburg zieht vom Ballindamm an den Neuen Wall.

Der jungendliche Thomas Rusche (mitte) wird schon parallel während des Studiums zum Top-Manager. Mit auf dem Bild, die stolzen Eltern Doris und Egon Rusche. Foto, SØR

Der jugendliche Thomas Rusche (Mitte) wird schon parallel zu seinem Studium zum Top-Manager. Mit auf dem Bild die stolzen Eltern Doris und Egon Rusche. Foto, SØR

Die Universität Osnabrück veröffentlicht eine Studie bezüglich der Verweildauer vor Schaufenstern, sie ist vor keinem Fachgeschäft so hoch wie bei SØR. Thomas Rusche steigt parallel zu seinem Hauptstudium in das Familienunternehmen ein. Neben der Entwicklung des SØR Leitbildes führt er die Computertechnologie in das Unternehmen ein. Kurz darauf übernimmt er die Präsidentschaft der International Menswear Group (IMG) und richtet im Folgejahr die Weltkonferenz der Herrenausstatter in Hamburg, Hannover und Oelde aus. Neue SØR Häuser in Frankfurt, Mannheim und Berlin werden eröffnet. Zeitgleich wird die Werbekampagne Klassiker der Moderne entwickelt, in der zeitlos gültige Herrenausstattungen mit Möbeldesignklassikern von Marcel Breuer, Charles Rennie Mackintosh, Eileen Grey u.a. zu einer imagefördernden Einheit verschmelzen. 

Zwei Klassiker der Moderne - Der SØR Dopplereiher und der ''Wassily'' Chair von Marcel Breuer, vereint in einer SØR Werbekampagne von 1989. Foto, SØR

Zwei Klassiker der Moderne – Der SØR Dopplreiher und der ”Wassily” Chair von Marcel Breuer, vereint in einer SØR Werbekampagne von 1989. Foto, SØR

Die 1990er Jahre

Thomas Rusche verfasst unter dem Pseudonym Oscar Lenius das SØR Brevier der Kleidungskultur, welches 1991 auf der Frankfurter Buchmesse erscheint. In kurzer Zeit avanciert das kleine Büchlein zum internationalen Klassiker unter den Ratgebern und wird zur Diplomatenausbildung wie auch zur Personalschulung von SØR Mitbewerbern eingesetzt.

Kleines SØR Brevier der Kleidungskultur

Kleines SØR Brevier der Kleidungskultur

Gemeinsam mit Christiane Herzog initiiert Thomas Rusche die SØR Benefiz Galakonzert-Reihe mit internationalen Solisten und Orchestern zugunsten der Mukoviszidose-Hilfe. SØR wird zu den Marken des Jahrhunderts gezählt und in die Königsklasse deutscher Produkte aufgenommen.

Wappen klein

Das SØR Wappen wird entwickelt und erhält das Motto Vestis Virum Reddit – Das Kleid macht den Mann (Quantilian). Prof. Dr. Hans-Joachim Raupp veröffentlicht als Herausgeber eine 5-teilige Dokumentationsreihe zu den Werken Niederländischer Meister des 17. Jahrhunderts der SØR Rusche Sammlung. Internationale Museen u.a. in North Carolina, Rotterdam, Athen, Haarlem stellen Gemälde der Sammlung aus.

CD's der Reihe SØR Meisterkonzerte. Foto, SØR

CD’s der Reihe Internationale SØR Meisterkonzerte. Foto, SØR

Überraschend stirbt mit 61 Jahren Egon Rusche, der SØR von der ersten Minute bis zum letzten Tag geprägt und mit seinem Lebenswerk ein Fundament für die Zukunft des Unternehmens erschaffen hat. Im Rahmen des 45. Weltkongresses der International Menswear Group wird die SØR Ausstellung der Kleidungskultur in Berlin eröffnet. Thomas Rusche lernt auf einem Empfang den niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder kennen und lädt ihn zu den Brioni-Schneidertagen ins SØR Haus Hannover ein, und die Geschichte des Brioni-Kanzlers beginnt. Die SØR Verwaltung zieht innerhalb Oeldes um und nennt sich ab sofort  SØRVICECENTER. Der neue Firmensitz ist ein im Bungalowstil der 50er Jahre gebautes Industrie-Objekt, umgeben von viel Grün und mit viel Platz. 

Die 2000er Jahre

Mit Christoffer Siebert und Thomas Knoerich kommen zwei neue Manager in die Geschäftsführung, die ein gemeinsames Ziel haben: das Vertriebsnetz der  SØR Geschäfte zu optimieren. Thomas Knoerich erweitert das Sportswear-Segment, und der Umsatz verdreifacht sich. In den Urlaubsregionen Sylt, Norderney und Timmendorf werden SØR Häuser eröffnet, deren Fokus im Sortiment sich auf Freizeitkleidung richtet.

Ausgezeichnet zum Wissensmanager 2005 Dr. Thomas Rusche (rechts). Foto Commerzbank

Ausgezeichnet zum Wissensmanager 2005 Dr. Thomas Rusche (rechts). Foto Commerzbank

 

Thomas Rusche wird von der Financial Times, dem Wirtschaftsmagazin Impulse und der Commerzbank zum Wissensmanager 2005 gekürt und beginnt die Niederländischen Meister des 17. Jahrhunderts seiner Sammlung mit Zeitgenössischen Werken junger Künstler aus Berlin und Leipzig in den Dialog zu stellen.  SØR eröffnet die Filialen am Frankfurter und Düsseldorfer Flughafen. Und das 50. Firmenjubiläum wird groß im ersten SØR Store in Bielefeld zelebriert.

50 Jahre SØR - Das gotische Crüwellhaus in Bielefeld während der Jubiläumsfeier 2006. Fotos, SØR

50 Jahre SØR – Das gotische Crüwellhaus während der Jubiläumsfeier 2006. Fotos, SØR

SØR startet mit dem  SØR Woman Konzept. Thomas Rusches Sohn Heinrich Rusche nimmt zum ersten mal am Weltkongress der International Menswear Group in Toronto teil. In Gera findet die erste Dialogausstellung mit den Alten Meistern und Zeitgenossen der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin statt. Fast zeitgleich zeigt das Landesmuseum Hannover zum Thema Kleidungskultur die SØR Ausstellung Begehrte Männer. Und Thomas Rusche führt 2009 beim ersten  SØR Kunstgang durch die Berliner Sammlungs-Repräsentanz. Ein Jahr später findet auch in der Galerie des Oelder Stammhauses der erste Kunstgang statt. Der SØR Online Store wird aktiviert.

Die Ausstellung ''Eros & Thanatos'' mit den Werken der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin wird 2012 zum Frühlingsrundgang der Baumwollspinnerei eröffnet und lockt tausende Besucher an. Foto SØR

Die Ausstellung ”Eros & Thanatos” mit den Werken der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin wird 2012 zum Frühlingsrundgang der Baumwollspinnerei eröffnet und lockt tausende Besucher an. Foto SØR

Zum Auftakt des Frühjahrsrundgangs der Baumwollspinnerei Leipzig eröffnet auf dem Gelände die große Ausstellung Eros & Thanatos mit den Werken der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, kuratiert von Prof. Wolfgang Ullrich und den Studierenden der Kunsthochschule Karlsruhe. The Label Book of Clothing Culture erscheint im Rahmen der Frankfurter Buchmesse.

"The Labelbook of Clothingculture", Herausgeber Thomas Rusche, erschienen im Daab Verlag, Photo by SØR

“The Labelbook of Clothing Culture”, Herausgeber Thomas Rusche, erschienen im Daab Verlag, Photo by SØR

Herausgeber Thomas Rusche vereint in diesem kapitalen Werk die besten Manufakturen, die sich der Kultur des Kleidens widmen. Große Namen wie Ludwig Reiter, Borsalino, van Laack und Barbour sind genauso vertreten wie die hidden Champions der Kleidungskultur.  Das erste SØR Woman/Man Journal mit spannender Mode für sie und ihn und interessanten Features zum Thema Kunst und Mode erscheint.

Christian Achenbachs Bild »Lille Pige ved vinduet«, 2013, Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, ziert das aktuelle Cover des SØR Magazins Photo by SØR

Christian Achenbachs Bild »Lille Pige ved vinduet«, 2013,
Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, SØR Rusche Sammlung
Oelde/Berlin, ziert das aktuelle Cover des SØR Magazins Photo by SØR

 In Nürnberg findet auf dem ehemaligen AEG Gelände die Ausstellung ”Gute Kunst? Wollen!” statt. Die von der Kunsthistorikerin Dr. Teresa Bischoff kuratierte Ausstellung zeigt auf 5.000 qm Werke und untersucht anhand der Werke der SØR Ruscha Sammlung Oelde/Berlin, welche Kriterien gute Kunst ausmachen. Der Hamburger SØR Flagship-Store Neuer Wall 50 eröffnet wieder nach einer Umbauphase und integriert im Haus den neuen windsor. Shop. 

windsor. bei SØR - Am Neuen Wall in Hamburg. Foto, Lars Beusker

windsor. bei SØR – Am Neuen Wall in Hamburg. Foto, Lars Beusker

2016

Mit Art meets Fashion startet SØR ein Projekt, in dem die Kunst und die Mode sich gegenseitig bereichern sollen – zukünftig sollen alle 62 SØR Häuser deutschlandweit mit Werken der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin kuratiert werden. Den Auftakt machen das SØR Haus in Nürnberg und in Hamburg am Neuen Wall. SØR feiert sein 60jähriges Bestehen mit außergewöhnlichen Jubiläumsangeboten, besonderen Events und exklusiven Kunstführungen.

Im SØR Flagship-Store Neuer Wall, Hamburg wird die elegante Mode jetzt umrahmt von guter Kunst

Im SØR Flagship-Store Neuer Wall, Hamburg wird die elegante Mode jetzt umrahmt von guter Kunst

 

Feiern Sie mit uns und lassen Sie sich ein, auf eine spannende Reise durch 60 Jahre guten Stil!

http://shop.soer-online.de/

http://shop.soer-online.de/Storefinder

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Art meets Fashion – Die SØR Rusche Sammlung zu Gast bei SØR

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In guter Gesellschaft – befindet sich der klassische SØR Anzug mit den Werken von Wolfgang Ellenrieder und Markus Saile

Mit Art meets Fashion startet SØR ein einzigartiges Projekt, welches die Kunst und Mode unter einem Dach vereint.

Bisher wurde die über 5.000 Werke der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin ausschließlich in internationalen Museen, namenhaften Institutionen oder in der Berliner und Oelder Repräsentanz der Sammlung gezeigt.
Der Kunstsammler und SØR Inhaber Thomas Rusche ist jedoch schon immer der Meinung, dass sich die Kunst und die Mode sehr bereichern können, man muss sie nur zusammenführen.
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Das Werk ,,Durchgang II” von Daniel Behrendt

Und genau das wird jetzt bei SØR geschehen. Die über 60 Filialen deutschlandweit werden, nach und nach, von namenhaften Kuratoren mit erstklassiger Kunst der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin versehen. So bildet SØR in Zukunft einen kulturstarken Rahmen für elegante Mode und bietet seinen Kunden ein anspruchsvolles und kreatives Ambiente.

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Werke der Malerin BEZA und des polnischen Künstlers Michal Jankowski zieren die Englische Sitzgruppe

Der Sammler und SØR Inhaber Thomas Rusche während der Führung durch die kuratierten Räume des SØR Hauses am Neuen Wall - Mode und Kunst zusammen zu führen ist sein Anliegen. Friederike zu Solms (links) und Prof. Dr. Michaeal Göring (rechts) hören gespannt zu.

Der Sammler und SØR Inhaber Thomas Rusche während der Führung durch die kuratierten Räume des SØR Hauses am Neuen Wall – Mode und Kunst zusammen zu führen ist sein Anliegen. Friederike zu Solms (links) und Prof. Dr. Michael Göring (rechts) hören gespannt zu.

Den Auftakt machten der SØR Flagship-Store Hamburg, Neuer Wall 50 und das SØR Haus Nürnberg, Kaiserstraße 10. mit den Werken von folgende Künstlern:
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Ein Bild von Stefan Kübler

Hamburg:

Basia Bańda | Grant Barnhart | Daniel Behrendt | BEZA | Ina Bierstedt | Steven Black | Carlos De los Ríos | Marc Desgrandchamps | Wolfgang Ellenrieder  |Ralph Fleck | Marcel Gähler | Philip Grözinger | Thea Gvetadze | Gabi Hamm | Julius Hofmann | Kurt Hofmann | Nicolai Huch | Michał Jankowski | Joanna Jesse | Bernd Kirschner | Henning Kles | Anna Kott | Peter Krauskopf | Stefan Kübler | Wen Ling | Dieter Mammel | Kylie Manning | Bettina Marx | Jochen Mühlenbrink | Justine Otto | Florian Pelka | Carlos Perez | Olaf Quantius | Claudia Rößger | Markus Saile | Titus Schade | Robert Seidel | Tanja Selzer | Stefan Stößel | Kathrin Thiele | Johannes Tiepelmann | Alexander Tinei |  Steffi Weigel

Ansicht aus dem SØR Haus Nürnberg

Ansicht aus dem SØR Haus Nürnberg

Nürnberg:

Donata Benker | Jenny Brillhart | Lukas Bugla | Tom Ellis | Slawomir Elsner | Kai Klahre | Pawel Ksiazek | Jan Muche | Gavin Nolan | Martin Schepers | Torsten Solin | Christine Streuli | Steve Viezens | Alexander Ernst Voigt

 

Der SØR Flagship-Store Hamburg ist jetzt ein Haus der Mode und der Kunst

Der SØR Flagship-Store ist jetzt ein Haus der Mode und der Kunst

Die Arbeit von dem Leipziger Künstler Robert Seidel integriert  sich perfekt in das modische Ambiente.

Die Arbeit von dem Leipziger Künstler Robert Seidel integriert sich perfekt in das modische Ambiente.

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Als gehörten sie schon immer dazu – Arbeiten der Künstlerinnen Tanja Selzer und BEZA

Hofmann

Ein Plädoyer für Kunst und Mode – der ”Mund” des Malers Julius Hofmann

Schleiefnschrank

Daniel Behrendt ”Hole”

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Ein Werk des australischen Künstler Steven Black

 

 

Eine Arbeit des moldavischen Künstler Alexander Tinei krönt die aktuelle SØR Woman Kollektion.

Eine Arbeit des moldavischen Künstler Alexander Tinei krönt die aktuelle SØR Woman Kollektion.

Kleine, individuell mit original englischen Antikmöbeln eingerichtete Sitzecken , laden zum Verweilen und Entdecken ein.

Kleine individuell, mit original englischen Antikmöbeln, eingerichtete Sitzecken laden zum Verweilen und Entdecken ein.

Ganz exklusiv führte Thomas Rusche, Kunden und Gäste aus der Kultur und Wirtschaft durch die kuratierten Räume des Hamburger Flagship Stores am Neuen Wall. Anhand einer erlesenen Auswahl von über 60 Werken, erläuterte er die Verbindung zwischen Mode und Kunst.
Thomas Rusche führt die Besucher exklusiv durch die Räume des Hamburger SOR Hauses am Neuen Wall

Thomas Rusche führt die Besucher exklusiv durch die Räume des Hamburger SOR Hauses am Neuen Wall

Der Hamburger Künstler Henning Kles mit Stephan Rath von Soulsville und Buback Tonträger

Der Hamburger Künstler Henning Kles mit Stephan Rath von Soulsville und Buback Tonträger

Die Kunsthistorikerin Dr. Teresa Bischoff mit dem Filmemacher Peter Sempel

Die Kunsthistorikerin Dr. Teresa Bischoff mit dem Filmemacher Peter Sempel

Der Künstler Daniel Behrendt (rechts) und Harald Wieser, Journalist und Autor (mitte)

Der Künstler Daniel Behrendt (rechts) und Harald Wieser, Journalist und Autor (mitte)

David Pohle Herausgeber und Chefredakteur von ''der Hamburger''

David Pohle Herausgeber und Chefredakteur von ”Der Hamburger”

Prof. Dr. Michael Göring, Schriftsteller und Vorsitzender der ZEIT Stiftung

Prof. Dr. Michael Göring, Schriftsteller und Vorsitzender der ZEIT Stiftung

Galerist Ralf Krüger, Künstler Henning Kles und Filmemacher Peter Sempel

Galerist Ralf Krüger, Künstler Henning Kles und Filmemacher Peter Sempel

Haug von Kuenheim, Journalist und Autor

Haug von Kuenheim, Journalist und Autor

Thomas Rusche erläutert das Werk von Philip Grözinger

Thomas Rusche erläutert das Werk von Philip Grözinger

 Genießen Sie gute Kunst und elegante Mode und überzeugen Sie sich selbst, wie sich diese beiden Genres unter einem Dach bereichern können. Wir laden Sie herzlich ein in unsere kuratierten Häuser nach Hamburg und Nürnberg!

Das traditionelle SØR Sofa und zwei Werke von Carlos Perez und Michal Jankowski

Das traditionelle SØR Sofa und zwei Werke von Carlos Perez und Michal Jankowski

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Thomas Rusche empfiehlt Issue No.1

Thomas Rusche empfiehlt : In dieser Kolumne wird Thomas Rusche von seinen saisonalen Trends und Tips berichten. Foto Lars Beusker

Thomas Rusche empfiehlt : In dieser Kolumne wird Thomas Rusche von seinen saisonalen Trends und Tips berichten. Foto Lars Beusker

Als leidenschaftlicher Kunstsammler und Naturliebhaber fasziniert mich, wie es der Natur gelingt, die Kunst immer wieder aufs Neue zu prägen. Die Mode fügt dieser spannenden Liaison eine weitere Komponente hinzu: Sie bedient sich der Farb- und Formenvielfalt der Natur sowie der Kunst. Feinste Baumwoll- und Seidenstoffe werden zur Leinwand für florale Drucke, Nylonjacken und Polo-Shirts reflektieren Farbtöne von Öl und Gouache.

Thomas Rusche trägt im Fotoshooting: eine SØR Jeans, ein SØR Sakko aus Wolle, Leinen und Seide sowie ein weißes Oxford Hemd und weiße Sneaker von SØR. Foto Lars Beusker

Thomas Rusche trägt im Fotoshooting: eine SØR Jeans, ein SØR Sakko aus Wolle, Leinen und Seide sowie ein weißes Oxford Hemd und
weiße Sneaker von SØR. Foto Lars Beusker

Doch: Die Natur ist der Meister unter den Künstlern. Sie bringt Makellosigkeit hervor, wie sie niemand sonst erschaffen kann. SØR nimmt sich diese Vollkommenheit zum Vorbild. Von der Auswahl feinster Tuche für geschmeidige Sakkos, Kaschmirgarne für Lieblingspullover, Ziegenvelours für Jacken oder beste Baumwolle für Hemden – ständig sind wir für Sie auf der Suche nach dem Nonplusultra der Mode.

Schon jetzt ein Klassiker – der lässige SØR Blouson aus feinstem Ziegenleder

Schon jetzt ein Klassiker – der lässige SØR Blouson aus feinstem Ziegenleder. Foto Lars Beusker

Das zeigen die herrlich entspannten Kreationen im angesagten Washed-out-Look und die fantastischen Flower-Designs ebenso wie die modernen Janker, die jetzt absolut metropolentauglich sind – und die Liebe zur Natur, zum Outdoor-Living kennzeichnen.

Psychedelische Muster, Flower-Power und Naturmaterialien bestimmen die Mode in diesem Sommer: Hose von Cambio, Bluse von Herzensangelegenheit und Espandrilles von Palomitas

Psychedelische Muster, Flower-Power und Naturmaterialien bestimmen die Mode in diesem Sommer: Hose von Cambio, Bluse von Herzensangelegenheit und Espandrilles von Palomitas. Foto Lars Beusker

Die Hippies in den 1960er Jahren prägten ihre Generation mit freier Liebe, aber auch mit einer starken Naturverbundenheit, die sich in ihrer Kleidung reflektierte. Viel Denim, bodenlange Kleider, Kaftane und Tücher. Psychedelische Muster und Flower-Power Prints. All das finden wir auch in den aktuellen Damenkollektionen wieder – mit dem Unterschied, der Neo-Hippie legt großen Wert auf Eleganz und edle Materialien.

IVI Kleider setzen frische Akzente: Neo-Hippie Kleid aus Seide in frischen Farben und Feder-Muster

IVI Kleider setzen frische Akzente: Neo-Hippie Kleid aus Seide in frischen Farben und Feder-Muster. Foto Lars Beusker

Das junge Kölner Label IVI ist ganz neu im SØR Sortiment und besticht mit einer Luxus-Hippie Kollektion. Auch neu im SØR Woman Programm ist die Denim-Marke Bella Dahl aus LosAngeles. Die Jeanshemden, Wickelkleider und Jumpsuits in superweich fallenden Baumwoll- und Viskose-Qualitäten, haben längst die Kleiderschränke der großen Stars erobert. Perfektionieren Sie Ihren Hippie-Look z.B. eine Fransen-Lederweste von Ibana und Plateau Espandrilles von Palomitas.

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Der neue Star aus L.A.: Bella Dahl Items verzaubern und mit super soften Denim-Qualitäten aus Organic Cotton. Foto Lars Beusker

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Für echte Urban-Hippies – Die Fransenweste aus Veloursleder von Ibana. Foto Lars Beusker

Besonders hervorheben möchte ich in dieser Frühlings-Saison bei den Herren, die SØR Jersey Hemden. So elegant und hochwertig wie ein klassisches Hemd, so komfortabel wie ein lässiges T-Shirt– wird das SØR Jersey Hemd zum universellen Lieblings-Item. Kombinieren Sie es mit sommerlichen Chinos, Loafern und einem Sakko.

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Kein Sommer ohne die beliebten Chinos! Sie passen perfekt zu den neuen Jersey-Hemden! Foto Lars Beusker

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So elegant wie ein Hemd, so bequem wie ein T-Shirt – Das SØR Jersey-Hemd. Foto Lars Beusker

Im Business ist er mittlerweile das Nonplusultra für den stilvoll gekleideten Herrn – der blaue Anzug. Das SØR Model ist dezent gestreift und mit zwei Knöpfen versehen, aber bitte schließen Sie immer nur den obersten. Wählen Sie dazu ein klassisches Hemd in weiß oder helllila. Krawatte und Einstecktuch dürfen in knackigen Farben gewählt werden.

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Schwarz war gestern – Der blaue Anzug strahlt frische Eleganz aus! Foto Lars Beusker

In der Mode ist der Frühling eine agile Zeit, in der die Lust auf fröhliche Farben, neue Schnitte und leichte Materialien von der Sehnsucht nach dem Sommer erzählen. Auch in der Kunst ist diese Zeit eine spannende Phase. Bedeutende Messen und Ausstellungen stehen in den nächsten Wochen und Monaten an, wie die ART Basel im Juni oder die Ausstellung ”Wahlverwandschaften” in der Kunsthalle des Lettischen Nationalmuseums Riga. Die von Mark Gisbourne kuratierte Retrospektive Deutscher Kunst von 1960 bis zur Gegenwart, gilt schon jetzt als ein Highlight des Kunst-Sommers.

https://www.artbasel.com/

http://www.lnmm.lv/en/aeh

Hervorzuheben ist die Ausstellungsreihe SEIN.ANTLITZ.KÖRPER – Kirchen öffnen sich der Kunst. Für dieses Projekt werden 9 Kirchen in Berlin, darunter der Berliner Dom, die Kirche St. Thomas von Aquin oder die Neue Synagoge in Berlin-Mitte, zu Museen für zeitgenössische Kunst. Auch die SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin ist als Leihgeber einer Vielzahl von Werken in dieser Ausstellungsreihe vertreten.

Sein.Antlitz.Körper. 9 Berliner Kirchen werden zu spannenden Ausstellungsorten. Am 5. Mai eröffnet die Ausstellung Ecce Homo? Ecce Homo! In der St. Canisius Kirchen mit einer Vielzahl von Werken aus der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Sein.Antlitz.Körper. 9 Berliner Kirchen werden zu spannenden Ausstellungsorten. Am 5. Mai eröffnet die Ausstellung Ecce Homo? Ecce Homo! In der St. Canisius Kirchen mit einer Vielzahl von Werken aus der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

http://sein-antlitz-koerper.de/

Genießen Sie einen aufregenden Frühling und einen fröhlichen Sommer voller spannender Kunst und anziehender Mode.

Herzlichst – Ihr Thomas Rusche

http://shop.soer-online.de/

http://instagram.com/soer_rusche

Kunst, Mensch und Natur – Der Kunsthistoriker Mark Gisbourne im Interview mit Thomas Rusche

Thomas Rusche im Gespräch mit dem Kunsthistoriker Mark Gisbourne, in der Berliner Repräsentanz der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin. Foto, Lars Beusker

Thomas Rusche im Gespräch mit dem Kunsthistoriker Mark Gisbourne, in der Berliner Repräsentanz der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin. Foto, Lars Beusker

Mark Gisbourne lebt und arbeitet in Berlin. In Stratford-upon-Avon geboren, von William Shakespeare nicht nur sprachlich geprägt. In Kunstgeschichte promoviert. Forschungsprojekte zu Alten Meistern. Universitätsdozent am ersten Lehrstuhl für zeitgenössische Kunst, Courtauld Institute, University of London, Slade School of Arts. Zuvor britischer Bobby, Teppichhändler, Franziskanermönch und Streetworker in London. Philosoph und Theologe. Ehem. President of the British Art Critics Association (AICA), Organisator des World Congress of Art Critics. Renommierter Buchautor und Kurator. Seine Biografie umfasst über 500 Publikationen und Ausstellungen. Im Sommer 2016 realisiert er eine Retrospektive zur deutschen Kunst in Riga.

TR: Mark, kannst du dich noch daran erinnern, wann Du das erste Mal mit Kunst in Kontakt gekommen bist?

MG: Ja, daran kann ich mich gut erinnern. Als sechs- oder siebenjähriges Kind bekam ich zum Geburtstag oder zu Weihnachten Puzzles geschenkt, und ich mochte vor allem jene, die Reproduktionen von Kunstwerken zeigten. (lacht)

TR: Dein herausragender Wissensschatz deckt viele Jahrhunderte der Kunstgeschichte ab. Welche Epoche würdest du persönlich als die herausfordernste beschreiben und warum?

MG: Dass ich einen vom Pantheon zur Pop-Art reichenden Überblick habe, verdankt sich dem System des Courtauld Institute of Art, London. Das ist ein außergewöhnlicher Ort: Jeder, der dort studiert, liebt ihn für seinen hohen Ausbildungsstandard mit kleinen Klassen von zuweilen nur drei oder fünf Studenten. Ich schätze einige Phasen der Kunstgeschichte sehr, aber ziehe keine einer anderen vor.

Mark Gisbourne. Foto, Lars Beusker

Mark Gisbourne. Foto, Lars Beusker

TR: Die bildende Kunst hat die Mode über die Jahrhunderte hinweg beeinflusst. Es gibt Modestile, die in großem Maße von künstlerischen Bewegungen beeinflusst oder Modeerscheinungen, die tatsächlich von Künstlern geprägt wurden.

MG: Es ist richtig, dass Warhol, Hamilton und zahllose Künstler des Pop in den 1960er Jahren einen gro- ßen Einfluss auf die Mode hatten. Das war aber nichts Neues, hatten doch schon die Romantiker, ob nun Dichter oder Maler, die Mode ihrer Zeit beeinflusst. Es gibt da eine lange Tradition: die Gecken im 18., die Dandies im 19. Jahrhundert, und so setzt sich das fort bis zu den Teddy Boys in den 50ern, den Mods und Rockern in den 60ern, dem Glam Rock und Punk der 70er, dem New Romanticism-Look der 80er – und immer so weiter. Heute fließen, ganz unabhängig davon, ob man nun über Musik, Kunst, Mode oder Film spricht, alle Stile ineinander, denn die traditionellen Begrenzungen sind porös geworden.

TR: „Kunst und Natur“ lautet das Motto des neuen SØR Journals. In welchem Verhältnis stehen beide zueinander?

MG: Kunst und Natur lassen sich thematisch nur sehr schwierig einkreisen. Meiner Ansicht nach lag Hegel nicht richtig, als er die Kunst über die Natur stellte, während er doch zugleich die offensichtliche Kraft der natürlichen Schönheit von Landschaft und Natur wahrnahm. Übereinstimmend mit Kierkegaard würde ich sagen, dass die relevante Sprache der Kunst eine ästhetische ist, die notwendige Sprache der Natur hingegen eine ethische. Das bedeutet, dass die natürliche Welt und die in ihr anzutreffenden Lebensformen von uns in moralischer Hinsicht gehegt und gepflegt werden müssen. Wir begegnen im Klimawandel der dringlichsten Aufgabe unserer Zeit. Kunst jedoch ist nicht Natur, entsteht sie doch aus mentaler und visueller Transformation, wohingegen alle Systeme der Natur bereits immanent sind; Tiere beispielsweise haben ihre Instinkte. Die Kleider, die wir tragen, sollten aus natürlichen Materialien erzeugt oder von ökologischer Herkunft sein. Ich mag da eine altmodische Haltung haben, die sich vielleicht auch aus einer religiösen Empfindsamkeit ableitet, aber ich glaube fest daran, dass die Menschheit in ihrem Potenzial Größeres ist als nur ein Widersacher der Naturgewalten. Um auf Nietzsches ästhetische Einteilung zu verweisen, würde ich sagen, dass das Verhältnis der Kunst zur Natur apollinisch sein muss (harmonisch und voneinander abhängig), zugleich lässt sich allerdings festhalten, dass viele Kunstwerke der letzten hundert Jahre aus einem dionysischen Impuls heraus entstanden sind (Verwirrung der Sinne).

BEZA, Water 2011, Bild 2

BEZA, Water II, 2011, Öl auf Holz, 21,2 x 30 cm

TR: Du hast zahlreiche Monografien über KünstlerInnen verfasst. Nach welchen Kriterien entscheidest du, ob du über einen Künstler schreibst?

MG: Es ist ein simples Kriterium. Die Frage ist stets: Interessiert mich die Kunst? Daran schließt sich jedoch die Frage an, was dieses „es interessiert mich“ bedeutet. Das meint keinesfalls: „Mag ich die Kunst?“ Es ist schon eher die Frage, ob ich durch das Schreiben über die jeweilige Kunst etwas hinzulernen kann. Ob das jedoch geschieht, weiß ich nicht immer, wenn ich mit dem Schreiben beginne. Ich habe oft Texte über Arbeiten von Künstlern geschrieben und anfänglich angenommen, die Arbeiten hätten große Tiefe und wären aufregende Entdeckungen, um dann eines Besseren belehrt zu werden. Andererseits habe ich mit dem Schreiben über das Werk mancher Künstler nur widerwillig begonnen, schließlich aber eine innere Qualität in den Arbeiten entdeckt, die mich beglückte.

TR: In einem deiner neueren Texte, einem monografischen Essay über die Künstlerin Beza beschäftigst du dich intensiv mit „Mensch und Natur“. Worin lag dabei die Herausforderung?

MG: Ich glaube, in diesem Fall habe ich nicht so sehr an die natürliche Welt gedacht, sondern eher an die innere Natur von Beza als Künstlerin. Ihre Arbeiten sind sehr körperlich. Als ich von ihren Landschaftsarbeiten schrieb, erzeugte ich eine Verbindung zu den belebten Aspekten der Natur. Ich verwendete sinnliche und flüssig anmutende Formulierungen, wie „schlangengleiche Oberfläche des Wassers“ und entwarf Gleichnisse zu ihrem Bildgegenstand der körperbasierten Posen. Das Schreiben über das Fließen der Dinge, das Im-Fluss-Sein und den körperlichen Wandel rief bei mir auch die Feststellung hervor, dass Beza ein starkes Gespür für ihr Frausein hat und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Gaia-Prinzipien, die alle Facetten der Künstlerin leiten.

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BEZA, In between Bread, 2012, Diasec, 66 x 100 cm

TR: Beza beschäftigt sich auch mit religiösen Bildgegenständen, heute oftmals ein Tabuthema. Was glaubst du, in welcher Hinsicht kann spirituelle Kunst relevant und aussagekräftig bleiben?

MG: Nun, auch die größten Skeptiker, denen man heute begegnen kann, kommen ins Wanken, wenn sie der Beschränkung gegenüberstehen, die das Mysterium des Lebens mit sich bringt, und ziehen sich zu Voltaires „Wenn es Gott nicht gäbe, so müsste man ihn erfinden.“ zurück. Obwohl religiöse Kunst und ihre traditionellen Bildgegenstände mit verklärten Schichten der historischen Wiederholung angereichert sind, bewahrt sie sich doch die grundsätzlichen Themen unseres heutigen Alltagslebens anzusprechen. Wahre religiöse Kunst resultiert aus Reflexion und innerer Tiefe, und das muss heute nicht mehr notwendigerweise im Rahmen einer festgelegten institutionellen Struktur geschehen. Auf jeden Fall ist die Kirche, so, wie wir sie verstehen sollten, die Welt und nicht ein Gebäude. Die Relevanz der religiösen Kunst also, um auf deine Frage zu antworten, liegt darin, dass das Spirituelle immer bedeutsam ist. Bezas Bildgegenstand mag traditionell sein, aber sie fügt ihm eine hochgradig persönliche katholische Einsicht hinzu.

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BEZA, Jesus, 2010, Öl auf Holz, 20 x 16 cm

TR: Du kennst Bezas Arbeiten seit Jahren. Wie würdest du sie beschreiben?

MG: Ich glaube, in gewisser Hinsicht ist Beza eine experimentelle Künstlerin. Und wie bei allen experimentellen Zugriffen ist ihr Schaffen von unterschiedlichem Erfolg gekrönt. Bezüglich ihres Zugriffs auf den Bildgegenstand verfügt sie über ein breites Spektrum: Porträts, durch Reflexion erhöhte Landschaften, Stillleben, religiöse Themen, figurative Beschäftigungen mit dem Körper – und das alles verbunden mit einer Verschmelzung von Vergangenheit und Gegenwart. Einige ihrer aktuellen Experimente an der Schnittstelle von Fotografie und Malerei sind sehr originell und innovativ. Sie hat deutlich das, was manche einen zeitgenössischbarocken Zugriff nennen.

TR: Was glaubst du, macht die SØR Rusche Sammlung im allgemeinen Sinne aus? Wie fruchtbar ist der Dialog zwischen Alten Meistern und zeitgenössischer Kunst?

MG: Ich halte die SØR Rusche Sammlung insofern für einmalig, als die zwei repräsentierten Zeiträume sich in vielerlei Hinsicht unterscheiden. Die Motive der Künstler sind heutzutage ebenso unterschiedlich wie die Kunstkontexte. Die frühere Zeit war auf Werkstätten ausgerichtet, wohingegen die Arbeiten der Künstler heute auf persönlicher Subjektivität basieren. In der SØR Rusche Sammlung stehen die Künstler, zumeist MalerInnen, in keinem hierarchischen Verhältnis zueinander. Zudem sammelst du die Arbeiten vvon einzelnen Künstlern mit Ausführlichkeit und großer Tiefe, was einen guten Überblick erlaubt. Der Dialog zwischen dem Alten und dem Neuen ist wie alle Dialoge abhängig vom Ort, an dem er geführt wird. Alles nimmt den Klang seiner jeweiligen Zeit an, das Verhältnis von Vergangenheit und Gegenwart befindet sich immerzu im Fluss.

Lesen Sie das komplette Interview in Englisch:

Mark-Gisbourne-Interview-english-version-long

Noch bis zum 8. April 2016 ist die Solo Ausstellung ”BEZA – Bilder” in der Galerie Hübner + Hübner zu sehen.

 http://www.galerie-huebner.de/ausstellungen/aktuell

https://vfmk.org/de/shop/beza

 

 

 

Relaunch SØR Nürnberg – Tradition und Zeitgeist unter einem Dach

Der neu gestaltete SØR Store Nürnberg, setzt die Highlights der Saison gekonnt in Szene!

Der neu gestaltete SØR Store Nürnberg! Hier werden die Highlights der Saison und Kunst gekonnt in Szene gesetzt!

Am 17. Februar eröffnet, nach fast dreiwöchiger Umbauphase, der neu gestaltete SØR Store im Herzen Nürnbergs. Tradition und Zeitgeist unter einem Dach –  Angesagte Brands wie zum Beispiel Belstaff, COLMAR und Dolomite, treffen auf die Klassiker von Barbour, van Laack oder LBM 1911 (eine der ältesten Konfektionsmarken Italiens).

In die Schaufenster des Nürnberger Stores ist der Frühling eingezogen!

In die Schaufenster des Nürnberger Stores ist der Frühling eingezogen!

Feinste englische Antiquitäten bieten ein ansprechendes Pendant zu den modern gestalteten Präsentationsflächen. Erstmals setzt SØR auf eine komplette LED Lichtvisualisierung, welche die Highlights der Saison gekonnt in Szene setzt und äußerst Energiesparend ist. Zu dem typischen SØR Schachbrett-Marmorboden, gesellt sich jetzt edles Eichenparkett.

Tradition trifft Zeitgeist - der typische SØR Schachbrett Marmorboden, englische Antiquitäten, zeitgenössische Kunst und angesagte Mode, verwandeln des Store zu einem Salon der Gegenwart.

Tradition trifft Zeitgeist – der typische SØR Schachbrett Marmorboden, englische Antiquitäten, zeitgenössische Kunst und angesagte Mode, verwandeln des Store zu einem Salon der Gegenwart.

Auch in Sachen Kunst spielt der Store gekonnt mit dem Thema ”Alt und Neu” – Kupferstiche aus den vergangen Jahrhunderten treten in den Dialog mit beeindruckenden Werken von Zeitgenössischen Künstlern wie von Kai Klahre (Galerie Sturm, Nürnberg), Alex Tennigkeit, Stefan Stößl, Alexander Voigt und Christine Streuli.

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Kuratorin Dr, Teresa Bischoff in ihrem Element! Für den SØR Store stellte Sie eine wunderbare Auswahl von Kunstwerken aus der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin zusammen! Hinter ihr an der Wand hängt eine Arbeit der Schweizer Künstlerin Christine Streuli, vor ihr liegen Werke von Lukas Bugla. Foto Michael Rabenstein

Kuratiert wurde die Kunst im Store von Dr. Teresa Bischoff, die schon im vergangenen Jahr die große Ausstellung ”Gute Kunst? Wollen!” aud AEG Nürnberg, mit den Werken der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin kuratiert hatte.

Coole Eleganz für den stilvollen Herren, jetzt in Nürnberg!

Coole Eleganz für den stilvollen Herren, jetzt in Nürnberg!

Store Manager Andreas Schmid und sein Team haben die letzten drei Wochen Beachtliches geleistet und das Nürnberger SØR Haus in einen Ort verwandelt, der zum Verweilen einlädt. Der perfekte Rahmen für die neue Frühjahrs-Kollektion!

Andreas Schmid und sein Team (im  Workwear Look) haben Beachtliches geleistet.  In knapp drei Wochen haben den Store in einen visuellen Leckerbissen verwandelt!

Andreas Schmid und sein Team (im Workwear Look) haben Beachtliches geleistet. In knapp drei Wochen haben den Store in einen visuellen Leckerbissen verwandelt!

 

Bis spät in die Nacht wurde am Tag vor der Eröffnung das handwerkliche Können der SØR Mitarbeiter unter Beweis gestellt!

Bis spät in die Nacht wurde am Tag vor der Eröffnung das handwerkliche Können der SØR Mitarbeiter unter Beweis gestellt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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https://shop.soer-online.de/Storefinder

 

 

Gute Kunst? Wollen! – Das Making of!

 

Am 19/20. September eröffnet die Ausstellung Gute Kunst? Wollen! Auf AEG in Nürnberg. 500 Kunstwerke der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin werden auf 6.000 qm Ausstellungsfläche gezeigt. Dr. Teresa Bischoff kuratiert die Ausstellung gemeinsam mit Studierenden der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Dabei untersuchen sie Alte Meister und Zeitgenossen an Hand von fünf Kriterien:

Handwerkliches Können

*

Schönheit

**

Kunstwollen

***

Innovation

****

Diskurswürdigkeit

*****

Der Film eröffnet uns die Dimension dieser Ausstellung und macht große Lust auf das Resultat!

Zur Ausstellung erscheint die Publikation Gute Kunst? Wollen! im MMKoehn Verlag mit Texten von Dr. Teresa Bischoff und einem Vorwort von Prof. Dr. Horst Bredekamp, herausgegeben von Prof. Dr. Ulrich Großmann, Prof. Dr. Lars Blunck und Thomas Rusche.

,,Die Kunst negiert immer neu, was ihr in ermüdender Wiederholung als Hauptbestimmung zugesprochen wird: als permanenter Ursprung die Geschichte abzustreifen und gleichsam bedingungslos das jeweilige Jetzt zu spiegeln. Sie hat jedoch immer neue Absagen an die Ideologie des Nullpunkts formuliert, und hierfür ist die Ausstellung ein Zeugnis.”  

Prof. Dr. Horst Bredekamp 

Cover der Publikation Gute Kunst? Wollen! erschienen im MMKoehn Verlag, Cover Photo by Lars Beusker

Cover der Publikation Gute Kunst? Wollen! erschienen im MMKoehn Verlag, Cover Photo by Lars Beusker

 19. September bis 17. Oktober 2015

Öffnungzeiten Do. – So. 12:00 – 19:00 Uhr

Auf AEG, Muggenhofstraße 132/135

Fürther Str. 244-254

90429 Nürnberg

 

Larry’s List: Going Down Memory Lane With Dr. Thomas Rusche

Dr. Thomas Rusche, Berlin

Coming from a family of textile merchants, Dr. Thomas Rusche is the heir of the SØR Rusche GmbH business and of a first class art collection of Old Master paintings alongside a developing collection of Contemporary Art. Established in the 19th century, the SØR Art Collection has been expanded over four generations comprising 3500 artworks with an emphasis on 17th century Dutch and Flemish paintings. After the death of Dr Rusche ’s father, the late Egon Rusche, not only did he take on the management role of the company but also of the art collection as he started to add international contemporary artworks, enabling an interesting dialogue between the two genres.

Dr. Rusche goes down memory lane with Larry’s List, recounting collecting anecdotes with his father and explaining the impact Old Masters have on today’s contemporary art.

Dr Thomas Rusche, courtesy of Dr Thomas Rusche.
Dr Thomas Rusche, courtesy of Dr. Thomas Rusche.

 The Collection

You have a long-standing family history involved in the arts. Could you share with us how you got involved in the world of visual arts and what made you want to start collecting art?
I was born in a family who has been collecting art for generations and I must admit that I have never asked myself whether I had to start collecting. In this way, I feel like I was born a collector.

At what age do you believe you contracted the collecting disease?
When I was three years old. I accompanied my father for the first time to an art fair in Delft.

Do you have any anecdotes you want to share regarding your experiences in collecting art (challenges, proud moments…)?
When I was still in primary school, while I was buying old master prints with my own pocket money, my father, next to me, was buying Old Master paintings.

What was your first artwork? 
The first artwork I bought, after acquiring prints, was a watercolour with a naval coast theme by Andreas Achenbach.

How many pieces do you believe you possess today? 
I haven’t actually counted them in a long time.

Where do you display your artworks?
We live with the art and exhibit parts of the collection in a big range of museums in Germany, Europe and USA.

Have you ever sold any of your pieces? 
We have sold a few minor Old Masters but we have never sold any of our contemporary art pieces.

Courtesy of Dr Thomas Rusche.
Shown artworks are by Alicja Kwade, Jonathan Meese, Carina Linge and Marlene Dumas, courtesy of Dr. Thomas Rusche.
Courtesy of Dr Thomas Rusche.
Shown artworks are by Alicja Kwade, Marlene Dumas, courtesy of Dr. Thomas Rusche.
Courtesy of Dr Thomas Rusche.
Shown artworks are by David Lynch, Miriam Vlaming, Benjamin Bergmann, Andreas Blank, Andreas Golder, Slava Seidel, Oda Jaune, courtesy of Dr. Thomas Rusche
Shown artworks by Andrea Löfke, courtesy of Dr. Thomas Rusche

Shown artworks by Andrea Löfke, courtesy of Dr. Thomas Rusche

Have you ever presented your art collection publicly?
We often show parts of our collection in public exhibitions.

What is art collecting to you, and do you think art collectors have become a necessity in the conservation and development of culture? What are your thoughts on the role of the art collector in today’s society? 
Collecting art helps the individual to concentrate on what is important in life. Art collectors are preserving treasures of the past and of today for tomorrow.

Did your father happen to teach you the tricks of the trade from accompanying him to art fairs and auctions?
My father accompanied me to my first visits to art fairs and auctions until his much too early death in 1996 and explained me all the hidden secrets of the art market.

What was the best advice he gave you and which you still follow today? 
Never sell a piece which is close to your heart. Never stop buying, if you do you are dying.

Do you follow his collecting strategy?
In the world of Old Masters I do totally follow him focusing on the golden century of Netherlandish baroque paintings. The collection of Contemporary Art is hopefully not disturbing my father too much in his grave.

My research tells me you have been hosting salons since 2008, allowing a group of art-related people into your private residence in Berlin to view your collection and discuss significant issues related to the works and the art world. There has been an upsurge of salons even today from London to Paris to New York. What was your aim behind hosting salons and do you think its upsurge is due to people’s passivity when looking at art?
To understand life and art, human beings need to communicate with each other by exchanging ideas and arguments. This must not be within the format of a salon but a good glass of wine can help to open one’s mind and heart.

Do you think Old Masters still appeal to the public or art collectors, since Modern and Contemporary art seem to take centre stage with their stratospheric prices reached at auctions causing a higher presence in the press?
I do believe in the combination of both. A dialogue between Old Masters and Contemporary Art can give us a better understanding of questions we cannot answer. Solving tomorrow’s problems and challenges cannot happen without a deeper knowledge of our heritage and tradition. We often forget about the fact that we all are standing on the shoulders of giants.

Zofia Kulik, Alicja Kwade, Slava Seidel, Heribert C. Ottersbach, Andreas Blank, Stephan Balkenhol, Courtesy of Dr Thomas Rusche.

Zofia Kulik, Alicja Kwade, Slava Seidel, Heribert C. Ottersbach, Andreas Blank, Stephan Balkenhol, courtesy of Dr. Thomas Rusche.

Courtesy of Dr Thomas Rusche.
Shown artworks are by Andreas Blank, Andreas Golder, courtesy of Dr. Thomas Rusche.
Courtesy of Dr Thomas Rusche.
Shown artworks are by Neo Rauch, Rosa Loy, Arno Rink, Nicola Samori, Martin Eder & Dutch Paintings from the Seventeenth Century, courtesy of Dr. Thomas Rusche.
Shown artworks by Secret Stars*, Courtesy of Dr. Thomas Rusche

Shown artworks by Secret Stars*, courtesy of Dr. Thomas Rusche

SØR Rusche Collection

In what direction do you hope to develop the SØR Rusche Collection? Will you be focusing more on contemporary art? If so, which country more specifically? If not, why?
I will hopefully concentrate on adding more masterpieces from Old Masters as well as international contemporary art.

What is the aim of the Collection? 
To show the beauty and richness of Old Masters, and to lay down a path for new developing art in the 21st century.

Which artists does your Collection focus on in terms of the period, genre, and theme? 
We do not concentrate on specific artists but on the whole variety of Netherlandish baroque paintings and contemporary art.

Which contemporary artists do you have in your collection? 
I do not like this kind of name-dropping, as we do not collect names but artworks.

What is the focus of your collection in terms of the artists, the theme and genre?
We do not focus on any genre or topic but rather collect the whole variety of historical and religious paintings, landscapes, still life, portraits and paintings of daily life themes.

There are more and more private museums developing. Is it necessary today to have a private museum, in order to get the best artworks, for example?
We do not have or want to have a private museum. But we still believe that we have the chance to collect good artworks.

 Interview by Claire Bouchara

https://www.larryslist.com/

 

Kunst und Mode – das passt! Thomas Rusche trifft den Künstler Christian Achenbach für das neue SØR Journal

SØR Fotoshooting im Berliner Atelier des Künstler Christian Achenbach photo by SØR
SØR Fotoshooting im Berliner Atelier des Künstler Christian Achenbach photo by SØR

SØR Fotoshooting im Berliner Atelier des Künstler Christian Achenbach photo by SØR

Schon als Teenager fasste Christian Achenbach den Entschluss, Künstler zu werden – 1978, gut 400 Jahre nach Peter Paul Rubens (1577-1640); ebenfalls in Siegen geboren, verbrachte er dort seine Kindheit und widmete sich schon früh der Musik und Lyrik. Seinen formvollendeten Ausdruck hat er schließlich in der Malerei gefunden, seine künstlerische Heimat ist Berlin. Dort studierte er an der Universität der bildenden Künste bei Daniel Richter und Burkhardt Held und wurde Meisterschüler von Anselm Reyle. Sein unverwechselbarer Stil sorgte schon früh für Furore und weckte das Interesse von Sammlern und Kuratoren. Der 36-Jährige wird heute von namhaften deutschen und internationalen Galerien vertreten. Seine Werke wurden bereits in musealen Einzelausstellungen präsentiert und finden sich auch in der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin.

Thomas Rusche im Interview mit Christian Achenbach Photo by Lars Beusker

Thomas Rusche im Interview mit Christian Achenbach Photo by Lars Beusker

TR: Du hast den Ruf, Musik malen zu können. Verrate uns doch, wie du die Leinwand zum Klingen bringst?

CA: Es liegt für mich in der Natur des Mediums, dass beim Bildermalen eine Art Klang erzeugt wird. Das Empfinden von Klang entsteht ja durch das Zusammenspiel von Tönen. In der Musiktheorie spricht man von einem Klang, wenn mehrere Töne in einem harmonischen Verhältnis simultan zueinander auftreten. Auch ein disharmonisches Zusammenspiel erzeugt natürlich einen Klang. Malerei als Möglichkeit, Klang zu visualisieren, hat mich schon immer interessiert.

Hier spielt die Musik - Instrumenten-Ecke im Atelier des Künstlers Christian Achenbach Photo by Lars Beusker

Instrumenten-Ecke im Atelier des Künstlers Christian Achenbach Photo by Lars Beusker

TR: Du bist selbst auch Musiker, interessierst dich für Punk und Jazzmusik. Und gerade der Jazz ist eine Richtung, die viel Raum für Improvisation lässt. Improvisierst du auch in deiner Malerei?

CA: Improvisation hat untrennbar mit Zeit zu tun. Sie passiert schnell, intuitiv, ohne Möglichkeit, bewusst zu denken, sondern ruft abgespeicherte Erfahrungen ab. Wenn wir von Jazz reden wollen, wäre es undenkbar, dass ein Musiker seine Band stoppt und sagt »Moment mal, Pause, ich möchte überlegen, was ich jetzt spiele …«. Beim Malen dagegen habe ich alle Zeit der Welt. Klar gibt es da auch Momente, wo ich schnell arbeite und intuitive Entscheidungen treffe. Aber eben auch viele, in denen man das Bild ansieht und nachdenkt. Dass ein Bild am Ende immer anders aussieht, als ich es mir zu Beginn vorgestellt habe, ist dabei normal. Diesen Prozess verstehe ich aber nicht als Improvisation.

Der Sammler Thomas Rusche lässt sich die neuen Arbeiten dees Künstlers zeigen Photo by Lars Beusker

Der Sammler Thomas Rusche lässt sich die neuen Arbeiten des Künstlers zeigen Photo by Lars Beusker

TR: Ist für dich dabei der Arbeitsprozess oder das Ergebnis entscheidend?

CA: Das Resultat ist das Entscheidende. Ich bin davon überzeugt, dass man jedes Sujet erfolgreich bearbeiten oder gegen die Wand fahren kann.

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Inspiration is everywhere – Stillleben im Atelier des Künstlers Achenbach Photo by Lars Beusker

TR: Deine Bilder haben eine sehr ausgeprägte Dynamik, verzaubern durch mutige Farbigkeit und wollen sich keinem Genre zuordnen. Dennoch lässt du die klassischen Elemente der Malerei, wie geometrische Grundformen, die Raumillusion und die Figuration, nicht außer Acht, oder?

CA: Es gibt in der Malerei einfach einen unglaublichen Erfahrungsschatz, in dem sich gezeigt hat, dass bestimmte Regeln maßgeblich dafür verantwortlich sind, ob ein Bild funktioniert oder nicht: Komposition, Gewichte im Bild, Kontrast etc. Diese außer Acht zu lassen, wäre wie ein Haus bauen, aber das Fundament weglassen. Wenn das Fundament da ist, kann man alles Mögliche darauf bauen…

Christian Achenbachs Bild »Lille Pige ved vinduet«, 2013, Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin, ziert das aktuelle Cover des SØR Magazins Photo by SØR

Christian Achenbachs Bild »Lille Pige ved vinduet«, 2013,
Öl auf Leinwand, 50 x 40 cm, SØR Rusche Sammlung
Oelde/Berlin, ziert das aktuelle Cover des SØR Magazins Photo by SØR

TR: Könntest du dir vorstellen, monochrom zu malen?

CA: Vorstellen könnte ich es mir natürlich schon, aber es entspricht im Moment nicht wirklich meiner Arbeitsweise. Farbe spielt schon eine wichtige Rolle in meiner Arbeit, auch wenn ich immer wieder mal ein schwarzweißes Bild male. Über die Farbe steuert man schon sehr viel. Es entwickelt sich eigene Farbigkeit, die sich natürlich auch aus dem speist, was uns heute umgibt. Bei meinen Skulpturen spielt Farbe eine besonders große Rolle, weil sie in der Form reduzierter sind als die Malerei.

Das geräumige Atelier in Berlin bietet dem Künstler Christian Achenbach viel Platz zur Entfaltung Photo by Lars Beusker

Das geräumige Atelier i Berlin bietet dem Künstler Christian Achenbach viel Platz zur Entfaltung Photo by Lars Beusker

TR: Was ist für dich das Wesentliche am Künstlerleben?

CA: Ich empfinde es als großes Privileg, meine Zeit selbst verwalten zu können. Daraus resultiert natürlich auch die Verantwortung dafür, diese sinnvoll zu nutzen. Ich liebe die Uneingeschränktheit und die Flexibilität, die mein Job mit sich bringt, und das Umfeld, in dem ich arbeite, meine Ateliernachbarn. Und andere Menschen, die man trifft. Ich glaube, es gibt keinen Beruf, in dem man so gesellschaftliche Schichten crosst und so viele unterschiedliche interessante Leute kennenlernt.

TR: Wir sind uns schon vor Jahren zum ersten Mal begegnet, und ich freue mich, dass du der SØR Rusche Sammlung zahlreiche deiner Werke anvertraut hast. Wie wichtig ist dir als Künstler eine persönliche Beziehung zum Sammler?

CA: Weißt du, Thomas, wie gern ich an die vielen guten Abende zurückdenke, die wir gemeinsam erlebt haben? Du schaffst und forcierst es, unterschiedlichste Leute zusammenzubringen. Das ist so relativ einzigartig: ein Sammler, der nicht nur Kunst kauft, sondern das Zusammentreffen von Menschen als kulturelles Statement und Auftrag sieht.

TR: Das Fundament der SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin besteht aus Niederländischen Meistern des 17. Jahrhunderts. Was denkst du, warum deine Arbeiten gut dazu funktionieren?

CA: Also ganz formal gesehen gibt es da z.B. einen Bezug, weil ich eine ganze Reihe von Blumenstillleben gemalt habe, die von niederländischen Meistern natürlich auch behandelt wurden. Der Anlass dafür war für mich aber weniger der, dass ich großer Botanik-Fan wäre, sondern eher, dass ich mir beweisen wollte, dass man aus jedem Motiv ein gutes Bild machen und seine eigene Bildsprache einsetzen kann.

Christian Achenbach im klassischen SØR Look. Auch privat bevorzugt der Künstler  Kleidung von hoher Qualität und klassischem Design Photo by Lars Beusker

Christian Achenbach im klassischen SØR Look. Auch privat bevorzugt der Künstler Kleidung von hoher Qualität und klassischem Design Photo by Lars Beusker

TR: Neben der Malerei und deinen Skulpturen interessierst du dich auch für Mode und Kostüme.

CA: Ja. Meine Freundin hat Modedesign studiert, schon allein deshalb habe ich viel über Mode und deren Entstehung mitbekommen, und in unserer Bibliothek gibt es neben Kunst eben auch etliches über Bekleidung. Besonders Theater-Kostüme zur Zeit der Moderne faszinieren mich sehr. Oskar Schlemmers Triadisches Ballett, Kasimir Malevitchs Bühnenstücke oder die Kostüme der ,,Ballets Russes” – da wurde die Formensprache der künstlerischen Avantgarde auf Bekleidung übertragen, erstmal ohne Berücksichtigung von Funktionalität. Heraus kam dabei so eine Art abstrakter Bilder auf Beinen oder gleich bewegte abstrakte Bilder. Sonia Delaunay hatte wiederum als eine der ersten die abstrakte Formensprache auf die Stoffe ihrer Kreationen übertragen, die für den Alltag bestimmt waren. Dann gibt`s natürlich in der jüngeren Modegeschichte Designer wie Alexander McQueen, Hussein Chalayan oder Issey Miyake, die in meinen Augen einfach große Künstler sind.

Das Outfit bildet ohne Krawatte einen casual Look Photo by Lars Beusker

Das Outfit bildet ohne Krawatte einen casual Look Photo by Lars Beusker

TR: Wie wichtig ist für dich die Mode und der Kleidungsstil als persönliches Ausdrucksmittel?

CA: Ich glaube, meinen persönlichen Ausdruck suche ich eher in meinem Job als in meinem Kleidungsstil, aber die Kleidung, die ich trage, ist mir schon wichtig. Ich mag schlichte, aber hochwertige Kleidung.

TR: Wie definierst du das genau?

CA: Kleidung muss für mich nicht das Rad neu erfinden. Aber es muss einfach alles stimmen – hochwertige Materialien, eine perfekte Passform und eine exzellente Verarbeitung. Mehr braucht es für mich eigentlich nicht.

SØR Einstecktuch »by Christian Achenbach« exklusiv bei SØR, 32 x 32 cm, limitiert auf 200 Stück! 100% Seide, bedruckt  € 49,95 Bestell-No. 115585 SØR Schal »by Christian Achenbach«  exklusiv bei SØR, limitiert auf 200 Stück! 100% Baumwolle, 42 x 180 cm € 99,95 Bestell-No. 115586

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http://christianachenbach.de/

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Gute Kunst? Wollen! Eine kritische Untersuchung der Soer Rusche Sammlung Oelde/Berlin Auf AEG Nürnberg

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Was ist „gute Kunst“? Kann diese Frage überhaupt gestellt, oder gar beantwortet werden? Im Laufe der letzten fünf Jahrhunderte haben sich unterschiedliche Beurteilungskriterien herauskristallisiert. Besitzen diese heute noch Gültigkeit oder zählen vielmehr andere Faktoren wie Glamour und Kunstmarktpräsenz?

Auf 6000 Quadratmetern werden Alte Meister und zeitgenössische Kunstwerke aus der Soer Rusche Sammlung gezeigt. Die in Zusammenarbeit mit der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg kuratierte Ausstellung lädt dazu ein die so verschiedenen Exponate auf eine allgemeine, theoretische Probe zu stellen. 

1. Reicht „Kunst können“ aus, um ein gelungenes Kunstwerk zu schaffen? Sind es offensichtliche, handwerkliche Fähigkeiten, beispielsweise ein perfektes Beherrschen bestimmter Techniken, wie das täuschend echte Nachahmen der Natur, die zu einem qualitätvollen Kunstergebnis führen? 

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Jacob Duck, „König Balthasar“, zwischen 1630 und 1640 entstanden, 87 x 68 cm, Öl auf Leinwand

2. Oder verstellen diese eher den Blick auf die Intention des Künstlers, sein „Kunst wollen“, das stets den Ausgangspunkt darstellt. Ist die Idee, der kreative, geistige Prozess nicht das Ureigenste und Eigentliche eines jeden künstlerischen Schaffensprozesses? 

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Asselijn, Jan, „Reiter am Brunnen in einer Felsenkluft“, 16..?, Öl auf Leinwand, 75,5 x 95 cm, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

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Rauch, Neo, „Der Fänger“, 1988, Öl auf Hartfaserplatte, 125 x 70 cm, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

3. Erwarten wir heute von einem Kunstwerk noch, dass es schön ist? Oder verweigern wir uns lieber einer Ästhetik, die doch stets das Risiko des Kitsches in sich birgt? Gibt es „Kunstschönheit“ ohne die Gefahr der belanglosen Gefälligkeit? 

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Van Goyen, Jan Josephsz, „Dorflandschaft mit gotischer Kirche“, 1654, Öl auf Holz, 42,5 x 56, 7 cm, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

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Eder, Martin, „o. T.“, 2005, Aquarell, Graphit auf Papier, 28,5 x 22,5 cm, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

4. Gilt nicht vielmehr „Innovation“ als Qualitätskriterium gerade in unserer Zeit, in der doch alles bereits schon einmal da gewesen zu sein scheint? Wie kann sich ein Kunstwerk heute noch auszeichnen, dass es etwas Neues, völlig Überraschendes schafft?

 Pynas, Jan Symonsz, „Der gekreuzigte Christus und Maria Magdalena“, 1610,  81,5 x 59 cm, Öl auf Holz

Pynas, Jan Symonsz, „Der gekreuzigte Christus und Maria Magdalena“, 1610, 81,5 x 59 cm, Öl auf Holz, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

 Lois Renner, „Küchenstilleben“, 2008, 180 x 145 cm, C-Print Diasec,

Lois Renner, „Küchenstilleben“, 2008, 180 x 145 cm, C-Print Diasec, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

5. Ist das Kennzeichen großer Kunst ihre „Diskurswürdigkeit“? Bedarf es einer gesellschaftlichen Relevanz? Ist es der skandalöse Tabubruch oder ein politisch brisanter Beitrag, der die öffentliche Diskussion befördert, eingefahrene Handlungsmuster in Frage stellt und den Betrachter zum Nachdenken zwingt?

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Toorenvliet, Jacob, „Paar beim Wein“, zwischen 1676 und 1686 entstanden, Öl auf Leinwand, 37,5 x 31,5 cm, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

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Meese, Jonathan, „Fräulein Schnullifuz’s Schneckensammlung“, 2008, Öl auf Leinwand, 50,2 x 40,5 x 5 cm, Courtesy of the SØR Rusche Sammlung Oelde/Berlin

Erweisen sich diese Kriterien heute noch als als sinnvoll? Helfen sie bei der Bewertung von Kunstwerken? Ausstellungsbesucher dürfen sich selbst als (Kunst)kritiker üben, ein Urteil bilden und den Daumen heben oder senken. 

Eröffnung der Ausstellung am 19./20. September 2015

Autor: Dr. Teresa Bischoff

Auf AEG (Halle 20)
Fürther Straße 244-254 Muggenhofer Straße 132/135
90429 Nürnberg
OFFEN Auf AEG 2015
19./ 20.09.2015
(bis voraussichtlich 31. Oktober 2015)